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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Die Kirschen in Nachbars Garten
Eingestellt am 16. 07. 2015 16:40


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Jo Phantasie
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Die Kirschen in Nachbars Garten


Mein GefĂŒhl, wenn denn so etwas Wertvolles in mir ĂŒberlebt haben sollte, es sagt mir jedenfalls, dass sie es sein muss. Ihre halblangen lockigen Haare berĂŒhren leicht die Schultern, nicht aufliegend, sondern sanft streichelnd, so wie sie es immer gemocht hatte.
„Das ist toll, wenn es so schön kitzelt!“, hatte sie auf meine Frage geantwortet, weshalb sie manchmal den Kopf ohne erkennbaren Grund hin und her schaukeln wĂŒrde.

Sie steht am Buffet, sucht wohl mit Bedacht und ohne große Eile etwas aus. Es war die Haarfarbe, die meinen Blick in ihre Richtung gelenkt hat. Erinnerungen an braune Palmen mit einem leichten Stich Kastanie steigen in mir empor. Es ist diese sanfte rötliche Aura, die nicht dominiert, sondern nur gegen den hellblauen Himmel draußen zu erkennen ist.

Das alles erinnert mich an das Bild. Mumbai, damals hieß die Stadt noch Bombay, der misslungene Abzug eines Fotos taucht in meinem Kopf auf.
„Half quality, half price!“, seinem Wortschwall war nicht zu entnehmen, was er damit meinte, aber er schwenkte ein postkartengroßes Foto vor unseren Augen hektisch hin und her. Sheela, seit fast einem Jahr waren wir jetzt zusammen, sie war belustigt und beschimpfte ihn gleichzeitig als BetrĂŒger und Versager. Ich nahm das Foto in die Hand. Unsere Aufnahmen vom Ausflug nach Bali waren allesamt ruiniert.

Palmen, die KorallenbĂ€ume, das Gras, es war durchgĂ€ngig braun eingefĂ€rbt. Der Himmel und das Meer waren etwas heller und mit einer kastanienfarbenen Aura umgeben. Braun dominierte in allen Details. Aber es gab auch Ausnahmen. Mitten in der Sonnenscheibe hatte ein kleiner roter Fleck ĂŒberlebt. Eine der Palmen zeigte, dem monochromen Entwicklungsbad trotzend, einige dunkelgrĂŒne Blattreste und bei den Wellen des Indischen Ozeans konnte ich blĂ€uliche RĂ€nder ausmachen. Ganz nah musste ich es vor die Augen halten, dann wirkte das Foto wie ein GemĂ€lde mit Ă€sthetischer Verfremdung. Zu einem Kunstwerk wurde es erst, als Sheelas TrĂ€nen zahlreiche rötliche Farbflecken in dieses Meer von Braun hineingebrannt hatten. Mein Projekt in Indien war beendet. Von Sheela ist mir nichts Weiteres geblieben, als ihre Verschönerung des Bildes zu einer rotbraun verweinten Impression. Das Ende unserer Beziehung hatte ich emotionslos verkĂŒndet: „Mein Flieger geht morgen. Ich fliege alleine.“

*

Meine Eltern hatten darauf bestanden, dass ich kommen sollte: „Du wohnst seit einem halben Jahr in MĂŒnchen, das ist doch keine Entfernung. Wir reden kein einziges Wort mehr mit dir, wenn du nicht zu unserer goldenen Hochzeit erscheinst!“
Mein innerer Widerstand war grenzenlos. BefĂŒrchtungen, RĂŒckblenden, unendlich große Fehler und dann all diese unverdrĂ€ngten Erinnerungen. „Sie“ wĂŒrde auch kommen, und noch einige mehr. Das war genau das Dilemma. Mit Absagen hatte ich nie ein Problem gehabt. Bei meiner Mutter, da schaffte ich das nicht. Sie steht mit einem Glas Sekt in der Hand neben einer jĂŒngeren Frau und versucht durch Winken meine Aufmerksamkeit zu erregen. Ich werde sie nicht beachten, denn ich weiß, wer diese Frau ist: Sandra, frisch geschiedene Tochter einer Freundin meiner Mutter. NatĂŒrlich erkenne ich auch, was sie beabsichtigt und sehe einfach nicht hin.

Die Auswahl am Buffet scheint langwierig zu werden, sie steht jedenfalls immer noch an der gleichen Stelle. Ihre Emotionen kann ich natĂŒrlich nicht erkennen, aber seit einigen Minuten ist ihr Blick zumindest auf eine bestimmte Attraktion direkt vor ihr gerichtet.
Es ist auch dieses Kleid, das mir die Gewissheit gibt: Blumen, BlĂŒmchen, Millefleurs. Der Stoff fließt ĂŒber ihren RĂŒcken, gleitet perfekt am GesĂ€ĂŸ herunter. Diese BlĂŒmchen hat sie schon immer geliebt. Sehr genau kann ich mich noch an ihre Lackschuhe mit Ă€hnlichem Muster erinnern: „Sieh mal, ich laufe in TausendblĂŒmchenschuhen!“ Dabei hatte sie immer so hell gelacht, dieses Lachen, das bis heute oft in meinen TrĂ€umen auftaucht. Schuhe, jeder Gang in ein GeschĂ€ft wird fĂŒr mich zur Suche nach Erinnerungen. Lackschuhe im Millefleursmuster fand ich nirgends, so sehr ich auch in der ganzen Welt danach gesucht hatte.

Mein Blick ist heute sehr viel ausgeprĂ€gter. Die schwachen Einkerbungen an der HĂŒfte und an den Oberschenkeln verraten es so, als wenn ich durch Millefleurs hindurchschauen könnte. Kein String, kein normaler Slip, sie trĂ€gt eine Panty. Sie hat sich fĂŒr eine Nummer kleiner entschieden, damit sie unter dem Kleid nicht auftrĂ€gt. Zu unserer Zeit hĂ€tte ich niemals ein Auge fĂŒr solche Details gehabt. Erst mit Amelie ist mein Bewusstsein dafĂŒr erweckt worden.

*

Brazzaville, es war der Start eines Projektes vor mehr als zehn Jahren. Mein Blick wurde von einer Schönheit an der Hotelbar magnetisch angezogen. Sie kam aus Paris und war fĂŒr die Konkurrenz im GeschĂ€ft, bevor wir beschlossen, uns zusammenzutun. Als wir zum Aufzug schritten, blieb meine Hand wie zufĂ€llig auf ihrer HĂŒfte liegen, strich von dort in die Tiefe und fĂŒhlte immer noch nichts. Zu dem Zeitpunkt war ich ein Ignorant, was SchmuckstĂŒcke unter Kleidern anbelangte. Auf meine ordinĂ€re Frage, was das denn fĂŒr ein Slip sei, der sich weder abzeichnete, noch ertasten ließe, zeigte sie es mir im Fahrstuhl. Seitdem habe ich gelernt, jede mich interessierende Frau mit diesem Mikrometerblick abzutasten und zu analysieren. Manchmal gelingt es mir sogar, die Farbe zu erkennen. Den Unterschied zu einem „Nichts“, wie Amelie es mir im Lift prĂ€sentierte und einer Panty erkenne ich in einer Sekunde.

Deutlich lĂ€nger allerdings, nĂ€mlich fast zwei Jahre hat dann die Liaison mit Amelie angedauert. Es war das Projekt mit der bislang höchsten Überschreitung an Zeit und Budget. Zerstörte Infrastruktur durch den BĂŒrgerkrieg, unklare VerhĂ€ltnisse, wer wie zu bestechen ist. Ein halbes Jahr ging verloren, bevor ich die alternativen Wege im Griff hatte. Meine Entscheidungen wurden immer erfolgreicher, seitdem ich die Blicke dieser MĂ€nner, mit denen sie Amelie auszogen, analysieren konnte. Saß sie bei unseren ArbeitsgesprĂ€chen mit am Tisch, lĂ€chelte hintergrĂŒndig, setzte ihre Beine ĂŒberaus attraktiv parallel nebeneinander, dann erkannte ich in den Gesichtern der Verhandlungspartner bereits unseren Sieg.

Auf dem Kongo sind wir dafĂŒr Wasserski gefahren, hatten zusammen Krokodile und Warzenschweine gejagt und Berggorillas beobachtet. Letztendlich konnte ich nur froh sein, dass sie mir lediglich einen heute noch sichtbaren Cut an meiner rechten Augenbraue und eine aufgeplatzte Lippe verpasst hatte.
„Mein Flieger nach Deutschland geht morgen frĂŒh. Du weißt, dass ich dich nie geliebt habe. Leider bist du so unendlich schön. Das ist aber nicht dein einziger Fehler!“, meine AnkĂŒndigung hatte bei ihr eine halbstĂŒndige Gewaltattacke ausgelöst.

*

Als ob mein Blick auf ihrer Haut einen spĂŒrbaren Abdruck hinterlassen wĂŒrde, richtet sie sich soeben kerzengerade auf und streicht ihr Kleid glatt. Meinen Atem lasse ich anhalten, meine Fantasien jedoch tiefer wandern, durch Millefleurs und Panty noch nĂ€her zur HautoberflĂ€che. In Erwartung, dass sie sich errötend umdrehen wird, schweben vor meinem inneren Auge diverse Variationen: Buschig, rasiert, sowie alle Styles, die mir Amelie als Auswahl prĂ€sentiert hatte. Es ist nicht fair, dass mein Gehirn mich gerade jetzt zwingt, ĂŒber all diese unter Slips versteckten Geheimnisse zu sinnieren.

Ebenso werde ich gezwungen, nĂ€her an sie heranzutreten, um zu ergrĂŒnden, was sie sich soeben in die Hand legt. Es gibt hier keine Äste, BlĂ€tter, StrĂ€ucher, die meine AnnĂ€herung durch GerĂ€usche verraten könnten. Meine Schritte jederzeit lautlos unter Kontrolle zu halten, hatte ich im Dschungel von Lampang erlernt. Auch das Wittern versteckter Lagerfeuer durch ein Ansaugen der Luft durch geblĂ€hte NĂŒstern, langsames Ausatmen und dann eine Wiederholung fĂŒr alle vier Himmelsrichtungen, das hatten sie mir beigebracht. Im „Goldenen Dreieck“ sind das ĂŒberlebenswichtige Kenntnisse!





Floral, es ist ein Hauch von Lavendel, der mich an die Provence erinnert. Grasse, ehemalige Metropole der Duftproduktion, dort, wo mein schönstes Projekt bereits nach nur vier Wochen abgeschlossen war. Die Augen schließen, noch nĂ€her ...
Lavendel, eigentlich eine Herrennote, hier wird sie mit OrangenblĂŒten und Patchouli sinnlich abgerundet. Ihre NackenhĂ€rchen bewegen sich im Takt meiner Atmung. Sie hat mich bemerkt, ich erkenne es an den ersten Anzeichen einer GĂ€nsehaut an ihrem Hals. Als sie sich abrupt umdreht, stoßen unsere Nasen fast zusammen.

Zuerst empört, dann belustigt sieht sie mich an: „Du musst Michael sein! FrĂŒher hast du mich immer mit einem Grashalm gekitzelt. Hast du den etwa immer noch hinter deinem RĂŒcken versteckt?“
„Du, du bist so schön wie immer!“, unfĂ€hig, etwas Sinnvolles zu sagen bleibt mir nur diese PlattitĂŒde.
„Ja, frĂŒher hatte ich ja auch diese Zahnspange, die hat alles etwas aufgewertet. Aber du, du siehst irgendwie, lass mich sehen, ja, reifer, reifer und erfahrener siehst du aus!“, sie hat dabei tatsĂ€chlich mein Kinn in ihre Hand genommen und meinen Kopf zur besseren Begutachtung nach links und rechts gedreht. Didaktisch war sie mir als kleines MĂ€dchen schon ĂŒberlegen. Ich hatte sie immer reden lassen und wollte ihr eigentlich nur zuhören.

„Wann haben wir uns das letzte Mal gesehen? Es muss doch bestimmt 19 Jahre her sein?“, wenn sie lacht, kommt dieses GrĂŒbchen hervor. Ich wollte sie immer nur zum Strahlen bringen und dann meinen Finger in diese leichte Vertiefung am Kinn stecken. Das mache ich auch jetzt. Mein Blick fĂ€llt auf ihren Mund, kirschrot, die Farbe, die uns verbindet. Das Rot, das wie ihr Lachen in meinen TrĂ€umen erscheint und das jetzt auch in ihrer linken HandflĂ€che aufblitzt.
„Du liebst immer noch diese Kirschen?“, mein Gesichtsausdruck bringt sie noch mehr zum Schmunzeln und meine Fingerkuppe wird durch ihr GrĂŒbchen fast umschlossen.
„Ja, die Kirschen. Aber du weißt, das hier sind nicht die richtigen. Die sind nĂ€mlich von eurem Baum und die zĂ€hlen nicht. So hatten wir es doch immer gehalten? Ich lege sie zurĂŒck und wir holen uns die guten!“, mit diesem Satz hat sie meine Hand, die ihr Kinn betastet hat, genommen und zieht mich in den Garten.

„Du bist damals so schnell weg, nach Indien, habe ich gehört?“, sie hat mich eingehakt, weil sie mit ihren Stöckelschuhen auf dem Rasen leichte Schwierigkeiten hat.
„Ja, Indien, dann Kongo, Thailand, spĂ€ter noch ..., ach, ich weiß alles kaum noch. Ich war ĂŒberall und nirgends. In meinem Alter wird mir das jetzt zu anstrengend und deshalb habe ich mich seit einem halben Jahr in MĂŒnchen selbststĂ€ndig gemacht.
„Mein lieber Michael, du siehst ĂŒberhaupt kein bisschen ĂŒberanstrengt aus. Außerdem, was soll das denn heißen, ‚in deinem Alter‘? Soweit ich mich erinnere, bist du knappe drei Jahre Ă€lter als ich!“, baff, sie hat mich wieder und sie hat auch noch Recht. Die Aufgabe meiner lange geliebten ReisetĂ€tigkeit hat ganz andere GrĂŒnde gehabt.

„Und du? Bist du immer noch verheiratet? Zwei Kinder hast du, habe ich gehört“, ich möchte vermeiden, ĂŒber mich selbst reden zu mĂŒssen.
„Ja, Sarah ist jetzt 18 und studiert in Yale und Sophie ist als Au-pair in London. Sie tut sich schwer mit ihrer Studienentscheidung, aber wir lassen ihr Zeit!“, etwas Wehmut klingt in ihrer Stimme mit. Also ist sie jetzt anscheinend alleine. Bis auf ihren Mann natĂŒrlich.
„Und Christoph, dein Mann, ist er gut zu dir? SchlĂ€gt er dich, misshandelt er dich? Wo ist er ĂŒberhaupt? Wenn er nicht extrem gut zu dir ist, bekommt er es nĂ€mlich mit mir zu tun!“, dabei drĂŒcke ich ihre Hand und sehe in große braune Augen. Da ist es wieder, ihr GrĂŒbchen: „Christoph ist ein guter Mann. Ich habe mit ihm alles genauso bekommen, wie ich es mir gewĂŒnscht hatte. Mein Traumziel war eigentlich immer MĂŒnchen, aber dann wurde es doch Oberried. Wir haben dort ein schönes Haus, einen großen Garten und eine Doppelgarage mit zwei Autos. Christoph ist noch bis vier Uhr in der Bank. Filialleiter, weißt du.“

Wir sind am Zaun angekommen. Es ist immer noch der alte, jedoch deutlich verwitterter und mit BĂŒschen und DornenstrĂ€uchern zugewachsen. Da steht unser Baum, ist nur viel grĂ¶ĂŸer geworden.
„Sieh mal, du brauchst gar nicht mehr rĂŒberzusteigen. Die Äste sind so lang geworden, dass es richtig bequem geht!“, ich habe bereits eine der dicken dunkelroten SĂŒĂŸkirschen in der Hand und werde dafĂŒr mit einem krĂ€ftigen Schlag auf meine Finger belohnt.

„Niemals! Du musst es doch noch wissen, nur die aus Piesmanns Garten, die schmecken. Du musst rĂŒbergreifen, nur dort gibt es die guten!“, sie sieht ein wenig verĂ€rgert aus. NatĂŒrlich weiß ich es noch, aber ich war damals schon zu feige. Immer musste ich sie ĂŒber den Zaun heben und es war manchmal sehr schwierig, sie auch wieder zurĂŒckzuziehen. Niemals konnte sie die Provokation unterlassen: „Pieselmann, Pieselmann, komm heraus, wir fressen deine Kirschen auf!“
Dann wartete sie immer noch, bis der alte Piesmann mit dem Handstock aus der TĂŒr herausgetreten war, und rannte erst dann los. Schnell war er nie, aber vor dem RĂŒberklettern mussten ja zuerst die Kirschen an mich ĂŒbergeben werden. Da war sie sechs und ich neun Jahre alt. Ich hatte mir fast in die Hose gepisst, aber sie hatte solche Abenteuer immer gebraucht.

Ich durfte ihr dann diese roten Kirschen in den leicht geöffneten Mund stecken. Das gefĂ€llt mir heute noch. Ich sehe, wie einige Tropfen des roten Saftes ĂŒber ihre Lippen in das GrĂŒbchen laufen, als sie mich erwartungsvoll anlĂ€chelt: „Weißt du noch, was du danach immer machen solltest?“
Ja, jedes Detail hatte sich in mein Gehirn eingebrannt.
„Wer etwas Böses getan hat, muss dafĂŒr bestraft werden. Du musst ganz fest ziehen!“, lĂ€chelnd und voller Vorfreude, so hatte sie mich jedes Mal angesehen. Ihr OhrlĂ€ppchen konnte ich jedoch nur ganz leicht in die Hand nehmen. Niemals hatte ich es geschafft, so fest zu ziehen, dass sie dabei Genugtuung empfinden konnte. Einem MĂ€dchen darf ich nicht wehtun, das war in meinem Kopf fest verankert gewesen. Damals jedenfalls ...

„Ja, du bist immer schimpfend auf mich losgegangen. Dann hast du mich ein Weichei genannt und du hĂ€ttest deshalb den ganzen Tag Bauchschmerzen, weil die Kirschen ja geklaut wĂ€ren und du die Strafe dafĂŒr nicht bekommen hĂ€ttest!“, schuldig halte ich meinen Kopf gesenkt, den sie mir mit ihrer Hand an meinem Kinn wieder aufrichten muss.
„Ich habe mich geĂ€ndert, glaube mir, zu sehr verĂ€ndert, befĂŒrchte ich!“, ich musste das noch nachschieben. Sie wischt dafĂŒr meine TrĂ€ne weg.

„Du weißt das noch alles? Ich habe es auch niemals vergessen können. Aber das mit den OhrlĂ€ppchen war ja nur die eine Sache. Du konntest auch nicht treffen!“, baff, sie hat mich bei meinem zweiten großen Versagen erwischt. Sie war damals so um die 14 Jahre alt und in ihrer Entwicklung deutlich weiter als wir Jungs alle zusammen. Wie gebannt hatten meine Augen auf ihren BrĂŒsten unter dem Millefleurs gehangen und ich dabei einen sehr trockenen Mund bekommen. Die Kirschen hatte sie mir bereits ĂŒbergeben, sie stand noch auf der anderen Zaunseite. Piesmann kam schon lange nicht mehr heraus, seine Beine machten das nicht mehr mit.
„Wenn du triffst, darfst du mit mir machen, was du willst!“, dabei war ihr die Vorfreude ungleich deutlicher anzusehen gewesen, als bei der Aufforderung zur OhrlĂ€ppchenorgie.

Elf Kirschen hatte ich vergeudet. Ihr Gesicht hatte danach wie ein Masernausbruch in der HochblĂŒte ausgesehen. Aber ihren Mund, soweit sie den auch aufgerissen hatte, den hatte kein einziger meiner Kirschkerne getroffen. GedemĂŒtigt und voller Wut ĂŒber mein Versagen war ich damals einfach weggerannt. Mehrere Tage konnte ich ihr einfach nicht mehr in die Augen sehen.
„Es war falsch, wegzulaufen. Heute mache ich das auch nicht mehr!“, ich muss doch etwas sagen, nachdem sie mir auf Antwort wartend in meine Wange kneift.
„Ja, du hĂ€ttest bleiben sollen und einfach nur fragen. Dann hĂ€ttest du es trotzdem machen können, ich meine, das mit mir.“
„Wirklich?“, mehr bekomme ich nicht heraus. Wie gebannt starre ich dabei auf ihren linken Augenwinkel, in dem sich die TrĂ€nenflĂŒssigkeit bereits sammelt, aber sich standhaft weigert, als Tropfen den Weg nach unten zu nehmen.

Die Kirschen hat sie in meine Hand gedrĂŒckt. Wie immer. Ich halte mit der anderen Hand ihre, warm in warm. Ganz langsam gehen wir zurĂŒck.
„Ja, du hattest es damals mit dem ‚Weglaufen‘. Sogar bei unserem allerletzten Treffen wolltest du nicht lĂ€nger bleiben. Weißt du noch?“, sie hat mich wieder untergehakt und ich spĂŒre schmerzvoll die WĂ€rme ihrer HĂŒfte. Es sind die Gedanken und die verdeckten SehnsĂŒchte der ganzen letzten 19 Jahre, die sie jetzt an die OberflĂ€che zerrt. Es war ihr Polterabend. Mein Studium in MĂŒnchen stand vor dem Abschluss und ich wollte sie einfach nur sehen. Mutter meinte, ich mĂŒsste unbedingt etwas zum Poltern mitnehmen: „Unsere Suppenterrine, die mit dem BlĂŒmchenmuster, Goldrand und Deckel, wer braucht so etwas heute noch?“
Verloren hatte ich vor ihrem Haus gestanden, auf der Garagenzufahrt, auf der schon fein sĂ€uberlich etliche ScherbenhĂ€ufchen zusammengefegt lagen. Aus der HaustĂŒr schallten Popmusik und lautes Gejohle. Lachend kam sie mir entgegengelaufen: „Du bist gekommen!“
Ihr kurzer Blick auf meine SchĂŒssel: „Die musst du jetzt schmeißen und uns dazu GlĂŒck wĂŒnschen. Los mach es, mach es schon!“
Dann sah ich sie an. Mein Blick war zwischen der SuppenschĂŒssel und ihrem strahlenden LĂ€cheln hilflos hin und her gewandert. Ich hatte es einfach nicht gekonnt. Ganz behutsam hatte ich die SchĂŒssel abgesetzt und sie einfach nur angesehen. Ihre Arme um meinen Hals geschlungen, ihre Lippen kirschrot: „Wenn du mich noch aufhalten willst, dann musst du es aber jetzt machen!“
Es war der erste und letzte Kuss, den ich von ihr bekommen hatte.
Er brennt heute noch auf meinen Lippen.
Ich Idiot hatte mich einfach umgedreht und war gegangen.

Eine Woche spÀter war ich schon in Mumbai.

In ihre Augen zu sehen, vermeide ich tunlichst, denn diesmal sind es zwei TrÀnen bei mir. Aber sie bemerkt es trotzdem, meine Hand, die sie hÀlt, die zittert leicht.
„Ah, da ist Christoph ja schon!“, sie lĂ€chelt zwar, aber nicht mit dem LĂ€cheln, das sie mir geschenkt hat. Ihn wollte ich jetzt eigentlich nicht sehen. Aber ich muss gestehn, er ist groß, stattlich und sieht auch ein wenig sportlich aus. Ich darf nicht eifersĂŒchtig sein, sie hat alles richtig gemacht. Smalltalk kann ich ĂŒberhaupt nicht. Es reicht mir, wenn ich dabei ihren roten Mund betrachten kann. Die beiden TrĂ€nen konnte ich wegwischen, nicht jedoch deren Spuren auf meinen Wangen, die sie jetzt entdeckt hat.

Soviel habe ich falsch gemacht, habe mich selbst bestohlen und habe sie betrogen. Um was, das weiß ich nicht, aber es war sehr viel. Es muss gesĂŒhnt werden, jetzt und heute! Meine vielen anderen Vergehen dann am besten gleich mit!
„Du hast doch immer gesagt, wer stiehlt oder Böses tut, der muss dafĂŒr betraft werden. Ohne Strafe gibt es immer Bauchschmerzen und die sind bei mir ziemlich groß!“, ihre Hand habe ich dabei an mein rechtes OhrlĂ€ppchen gefĂŒhrt.
„Wie lange hast du das denn, ich meine diese Schmerzen?“, ihr Blick ..., erwartungsvoll.
„Unendlich verfluchte lange Jahre habe ich das jetzt schon, meine ganzen gestohlenen Jahre. Du musst auch sehr fest ziehen, denn es sind maßlos böse Dinge, die ich Menschen angetan habe!“, jetzt ist es mein Blick, der abwartend erregt wirkt. Die Sehnsucht nach Erlösung muss in meinen Augen deutlich erkennbar sein.

„Unendlich Böses? Du hast noch nie gewusst, was ‚böse‘ ist. Weglaufen ist nur ganz wenig böse. Nein, du nicht, ich war es. Was du siehst, ist nicht das, was es scheint. 19 Jahre lang war alles falsch. Wenn du es nicht schaffst, so stark zu ziehen, dass es richtig schmerzt, dann werde ich mich fĂŒr den Rest meines Lebens schuldig fĂŒhlen. Also, streng dich diesmal an!“, dabei hat sie meine Hand an ihr rechtes Ohr gefĂŒhrt.

Es geht nicht um meine letzten Jahre, es geht hier um mein zukĂŒnftiges Leben. Schuldfrei werde ich niemals wieder werden, aber davon losgesprochen, das wĂŒrde helfen. Aber nur, wenn ich auch bei ihr richtig ziehe. Heute kann ich das!
Keiner von uns darf den Kopf zur Seite neigen, wenn es schmerzt. Jammern und Schreien, alles ist verboten, sonst wirkt es nĂ€mlich nicht. Ansehen ist erlaubt. Es ist gerechtfertigt, zu erkennen, wie die Schuldenlast bei jedem Ausatmen etwas weiter aus dem Körper herausgedrĂ€ngt wird, wie der Schmerz alle Erinnerungen an das Böse herauspresst und in das Weltmeer der SĂŒhne entlĂ€sst. Ihre FingernĂ€gel durchbohren meine Haut am OhrlĂ€ppchen. Ich fĂŒhle, wie es tropft. Der Stecker ihres Ohrringes, der ihre Haut jetzt einreißt, der bewirkt das Gleiche. Aber es muss sein, es geht schließlich um unser Weiterleben. Kirschrote Tropfen auf Millefleurs, ich erkenne ausgeatmete Astralschuld und sie die meine, die grenzenlos grĂ¶ĂŸer sein muss.

„Was? Was verdammt noch mal macht ihr denn da?“, Christoph will dazwischengehen, aber sie schiebt ihn mit ihrer freien Hand einfach zur Seite.
Christoph rĂŒttelt an mir, will, dass ich loslasse. Diesmal nicht! Ich werde sie weder freigeben noch gehe ich jetzt. Ich weiß es, sie wird bei mir solange ziehen, bis es ausreichend ist. Ob mein OhrlĂ€ppchen noch jemals auf die gleiche LĂ€nge kommen wird, glaube ich schon nicht mehr. Es wird bestimmt eine bleibende Narbe hinterlassen. Das ist auch gut so. Ihr Ohrstecker droht bereits, das Ohr mit einer langen Kerbe nach unten zu verlassen, als sie mich dann freigibt: „He, du kannst es ja heute wirklich! Ich hĂ€tte auch nicht geglaubt, dass deine Schuld tatsĂ€chlich so groß ist. Wir waren die ganze Zeit anscheinend immer Kopf an Kopf.“

„Seid ihr total verrĂŒckt geworden? Was soll das denn werden?“, ihr Mann Christoph sieht empört auf ihr immer noch blutendes Ohr. Aber ihre Augen treffen nur meine. Christoph zerrt an ihr und sie wendet sich zu ihm, sieht ihn an: „Ich werde dich verlassen. Heute noch!“

Sie zeigt auf meine linke Hand, in der ich immer noch die Kirschen halte: „Du hast diesmal nur einen einzigen Versuch und ich rate dir, gut zu treffen!“

So oft war die Frage schon durch meinen Kopf gegangen, was ich damals falsch gemacht hatte. Tausend Strategien fĂŒr den schlechtesten Kirschkernspucker der Welt hatte ich mir zurechtgelegt. Klar, der Kern muss zunĂ€chst einmal mit den ZĂ€hnen und der Zunge glatt wie eine Glasmurmel vorbereitet werden. Dann kommt es auf einen richtig gespitzten Mund an, zusĂ€tzlich auf die Richtung und die Höhe. Unter all diesen Parameter nach einer Lösung suchend hatte ich bis heute niemals auch nur eine einzige Kirsche in die Hand genommen.

Meine Angst ist grenzenlos, als ich ihre leicht geöffneten Lippen sehe, die unerreichbar weit entfernt scheinen. Aber dann erkenne ich es, mein Kirschkern wird zur ErfĂŒllung werden. Dieses Rot, als nie unterbrochene Verbindung bewegt es sich auf mich zu. Diesmal werde ich es schaffen!

Ihre Lippen, eng gepresst auf meinen ...


*****


__________________
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.

Albert Einstein

Version vom 16. 07. 2015 16:40

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Susi M. Paul
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Lieber Jo, mit so einigen deiner Geschichten bist du ja der Perfektion bedrohlich nahe gekommen. Da tut es doch gut, dass ich mir nach deinen Kirschen zwar gesagt habe: "saugut", aber zwischendurch ĂŒber ein paar kleine Stolpersteinchen gestolpert bin. Endlich mal Kritik anbringen können, ist das nicht toll?
Die Adjektive. Ich sitze gerade an einer Geschichte, in der sie sich gnadenlos aufdrĂ€ngen und ich alle MĂŒhe habe, sie zurĂŒckzuschlagen. Deshalb kann ich verstehen, dass es manchmal schwer ist, sie mit voller HĂ€rte zu eliminieren. Aber: "hellen Hintergrund, den der heutige blaue Himmel bildet" - "h-h-h-h", dazu heutig; das zumindest hĂ€tte ich gestrichen oder einfach heute genommen.
"Unsere schönsten Aufnahmen vom gemeinsamen Ausflug waren anscheinend allesamt ruiniert" - Damals gabs nur Filme, also werden wohl definitiv alle ruiniert gewesen sein, nicht nur anscheinend und nicht nur die schönsten; steht ja auch am Ende, und dass der Ausflug gemeinsam war, versteht sich von selbst.
Im ĂŒbernĂ€chsten Abschnitt, klar, es ist das Spiel mit den Farben, aber muss es so dick aufgetragen sein? Und was eine "transzendentale Illusion" ist, darĂŒber hat mir unser allseits geliebtes google keine Auskunft geben können. Die Kantsche Bedingung der Möglichkeit einer SelbsttĂ€uschung? Dann: "Zu einem Kunstwerk wurde es jedoch erst, als Sheelas TrĂ€nen tatsĂ€chlich dazu befĂ€higt waren, zahlreiche rötliche Farbflecken in dieses Meer von Braun hineinzubrennen." Wunderschön, aber ich hĂ€tte es gestaucht; wozu "tatsĂ€chlich dazu befĂ€higt waren", wenn ohne auch geht, ĂŒbrigens auch ohne "jedoch".
Doch genug des RumgemĂ€kels (ein paar Zeitenfolgen schenke ich mir und dir). Ich hab doch gesagt, die Geschichte ist super. Die erste Trennung war noch nicht so ĂŒberwĂ€ltigend, aber die zweite, Klasse. Noch besser die letzte, entscheidende. Die Details: die TausendblĂŒten, die Slips, einfach nur gut. Vom Gesamtaufbau ganz zu schweigen.
Was mir allerdings zu denken gegeben hat: Es geht ja diesmal sozusagen gut aus. Was ist da passiert?

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Ralph Ronneberger
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Hallo Jo,

bevor hier unter UmstĂ€nden jemand auftaucht, dem diese Geschichte nicht erotisch genug ist und dann womöglich ein Exkurs ĂŒber das FĂŒr und Wider entsteht, möchte ich rasch einen Satz unter deinen Text werfen, mit dem meine geschĂ€tzte Redakteurskollegin „flammarion“ ihrer Begeisterung hĂ€ufig Ausdruck verleiht.

„Es ist zum Heulen schön.“

Nein – ich habe beim Lesen nicht geheult, aber die von dir vorgestellte Episode als außergewöhnlich gut empfunden.
Das ist zu pauschal – ich weiß. Aber was soll ich machen? Hier wenigstens ein paar Details, die das Außergewöhnliche dieses Textes aus meiner Sicht unterstreichen sollen.

1. Den Titel „Die Kirschen in Nachbars Garten“ fand ich zunĂ€chst alles andere als originell.

‚Ach, das Übliche‘, dachte ich. ‚Die schöne Nachbarin hinter dem Gartenzaun. Vielleicht ein wenig Voyeurismus und die zwei Möglichkeiten „Sie kriegen sich“ oder „sie kriegen sich nicht“.
SpÀtestens nach dem zweiten Lesen war mir klar, einen anderen Titel kann es eigentlich gar nicht geben.


2. Der Plot „Mann trifft seine Jugendliebe, erkennt, dass er eigentlich immer nur „sie“ wollte und kriegt sie nun nach fast zwanzig Jahren“ ist auch nicht gerade neu.
Ergo – eine Geschichte wie viele viele andere auch?

Von mir ein definitiveres „Nein“. Denn es kommt (wie bei jeder Geschichte) vor allem darauf an, wie sie erzĂ€hlt wird. Und da gibt es aus meiner Sicht so gut wie keine Abstriche.
Die Idee mit dem Erteilen der Absolution durch krĂ€ftiges Ziehen an den OhrlĂ€ppchen halte ich fĂŒr genauso amĂŒsant wie das hintersinnige (anfangs leider vergebliche) Kirschkern-Ziel-Spucken. Darauf muss man im Zusammenhang mit Liebe und Erotik erst einmal kommen.


3. Stilistisch halte ich den Text fĂŒr fast schon lehrbuchreif. Neidvoll muss ich anerkennen, wie eine mit relativ sparsamen Strichen vermittelte Handlung derartig mitreißend wirken kann. In nur wenigen SĂ€tzen werden alle Informationen rĂŒber gebracht, die der Leser im betreffenden Moment braucht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.


4. Du arbeitest mit sehr vielen RĂŒckblenden, was hĂ€ufig ermĂŒdend wirken kann. Sie sind hier aber nötig. (Auch wenn ich Bombay und Brazzaville als einen Tick zu ausfĂŒhrlich empfand)
Was ich in Bezug auf die RĂŒckblenden besonders gelungen fand, sind die ÜbergĂ€nge von der Vergangenheit in die Gegenwart. Nahtlos, fĂŒr das ich folgendes Beispiel anfĂŒhren möchte:

quote:
Mein innerer Widerstand war grenzenlos. BefĂŒrchtungen, RĂŒckblenden, unendlich große Fehler und dann all diese unverdrĂ€ngten Erinnerungen. „Sie“ wĂŒrde auch kommen, und noch einige mehr. Das war genau das Dilemma. Mit Absagen hatte ich nie ein Problem gehabt. Bei meiner Mutter, da schaffte ich das nicht. Sie steht mit einem Glas Sekt in der Hand neben einer jĂŒngeren Frau und versucht durch Winken meine Aufmerksamkeit zu erregen.

Ich habe mir den Text ausgedruckt und all das rot markiert, was mir als besonders bemerkenswert oder gelungen aufgefallen ist. Aber das alles hier anzufĂŒhren, hieße zwei Drittel des Textes in diesen Kommentar hinein zu kopieren. Also lasse ich das. Weniger gute Texte zu kommentieren ist halt viel leichter.

Im Übrigen bin ich froh, dass Susi, die deine Geschichte fĂŒr „saugut“ hĂ€lt, trotzdem ein paar Stolpersteine gefunden hat. BetrĂŒblich ist, dass sie mehr heraus gepolkt hat, als mir aufgefallen sind. Zum GlĂŒck waren die dann aber nahezu deckungsgleich. (Außer die "Kritik" am happy end, denn ich mag es, wenn Geschichten ein versöhnliches Ende nehmen)

Abschließend möchte ich sagen, dass ich ein wenig ĂŒber die geringe Resonanz bei den LL-Mitgliedern enttĂ€uscht bin. Aber vielleicht Ă€ndert sich das noch.

Gruß Ralph

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Jo Phantasie
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Hallo Ralph,

da ich ohne große AnsprĂŒche auf Absolution schreibe, freue ich mich ĂŒber dein Lob besonders. Meine Defizite kenne ich, diese Geschichte hier wurde „naturbelassen“ von mir gepostet. Mein Hang zu opulenten Adjektiven ist mir bekannt, daran arbeite ich noch. Es ist klar, dass ein Titel natĂŒrlich auch ĂŒber die Leseranzahl bestimmen kann. Manchmal nutze ich das auch, aber hier habe ich bewusst drauf verzichtet und diesen „Oldtimer“ verwendet.
Die RĂŒckblenden sind etwas ausfĂŒhrlicher ausgefallen, dafĂŒr gibt es aber (m)eine BegrĂŒndung. Wenn der Stil gefĂ€llt, gibt das natĂŒrlich neue Tinte, denn den lehrbuchhaften Weg einer Kurzgeschichte beschreitet der ja keineswegs. Bei mir eigentlich nie!
FĂŒr Anregungen bin ich immer aufgeschlossen, auch wenn die zahlreichen Leser hier diese Möglichkeit auch ruhig verstĂ€rkt nutzen sollten.

Danke
Jo

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Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.

Albert Einstein

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Ralph Ronneberger
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Hallo Jo,

ich vermute einmal, dass es dich nicht allzu sehr ĂŒberrascht, wenn du den Stempel „Werk des Monats“ auf deinen „Kirschen aus Nachbars Garten“ entdeckst.
Der Begriff „Werk des Monats“ ist dann richtig gewĂ€hlt, wenn man davon ausgeht, dass monatlich ein Werk aus einer Rubrik ausgewĂ€hlt wird. Betrachtet man jedoch die einzelnen Werke-Kategorien, so stellt man fest, dass nur jede Rubrik bzw. jeder Redakteur einmal im Jahr dran kommt.

Immer im MĂ€rz (weil da die SĂ€fte zu steigen beginnen) ist es an der Zeit, ein „Erotik-Werk des Monats“, das aber eigentlich die Erotikgeschichte des Jahres ist, aus den vielen Angeboten auszuwĂ€hlen.
Ich habe zusĂ€tzlich das Problem, aus zwei Rubriken – nĂ€mlich „Erotik“ und „ErzĂ€hlungen“ - auswĂ€hlen zu mĂŒssen. Im vorliegenden Fall besaß ich das GlĂŒck, einen Text zu finden, der beide Elemente wunderbar miteinander vereint. Im Vordergrund stehen die erzĂ€hlerischen Elemente, und die „Erotik“ hĂ€lt sich dezent im Hintergrund.

Trotzdem fiel mir die Wahl schwer, da es fĂŒr mich zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den die OhrlĂ€ppchen traktierenden Kirschkernspuckern und dem MĂ€dchen mit den Schwefelhölzern kam. Also Jo kontra Jo. Ich hoffe, der Unterlegene ist nicht sauer.

Leider darf ich den Stempel nur einmal im Jahr benutzen. Dabei gibt es noch eine Reihe von Texten, denen ich gern so einen Aufdruck verpasst hĂ€tte. Ich finde es an dieser Stelle durchaus fĂŒr angebracht, diejenigen Autoren hier nachfolgend zu nennen, die in den letzten ein bis zwei Jahren zumindest nach meinem Geschmack mit zu den Erbauern von „Lupen-LeuchttĂŒrmen" zĂ€hlen durfte.

Da wÀren:

Erotik


- Jo Phantasie : Das kleine MÀdchen mit den Schwefelhölzern
- Susi M. Paul: Erotisches Improtheater absurd
- Susi M. Paul: Von den Wonnen des OnlineĂŒbersetzens
- Michael Kuss: Broadway-Blues (New Yorker NĂ€chte)
- Karn Hardt: Saunaspanner
- Vagant: Am Morgen
- Vagant: Breitners Bart
- Bertl Schreiner: Frau aus dem Netz

ErzÀhlungen


- Vessel: Die kalte Zeit
- Rothsten: Kleinöde
- CPMan: Der Autist
- Rafi: Mein Vater und der Alte
- Mistralgitter: Besichtigung
- Hagen: Begegnung mit Jane Russel
- Ji Rina: Bleibtreustr.12
- TaugeniX: Strafe muss sein

Derartige Redakteurswertungen sind zwar nicht ĂŒblich, aber mir war einfach mal danach.


Gruß Ralph

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Jo Phantasie
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Angenehm ĂŒberrascht sah ich den Stempel und deine BegrĂŒndung dafĂŒr, lieber Ralph, hat mich sehr gefreut. Herzlichen Dank fĂŒr Aufmunterungen. Eine gute Idee finde ich allerdings auch deine Liste der „Nominierten“, die ja an sich schon eine Auszeichnung darstellt. Voll einverstanden, jeder von ihnen hĂ€tte es genauso verdient!
Nur einen Erotikstempel pro Jahr? Das ist ja, als wenn man nur einmal pro Jahr ...
Hoffentlich geht mir der Vergleich wieder aus dem Kopf!

Insbesondere möchte ich mich aber auch noch bei Susi, Metino und Vagant bedanken, eure Kommentare haben mich hier immer wieder aufgebaut, wenn es manchmal etwas dicke kam. Ihr wisst schon, was ich meine.
Die LL soll ja auch ein Forum sein, in dem konstruktive VorschlĂ€ge zu Verbesserungen fĂŒhren. Da bin ich jedenfalls dabei und werde es auch in Zukunft sein.

Zwei angefragte ErlĂ€uterungen zu den „Kirschen“ habe ich bereits im Kopf, werde sie jedoch spĂ€ter nachreichen, um die momentane festliche Stimmung aufrecht zu erhalten.
Aahh! Schöön!

Danke auch an alle meine unermĂŒdlichen Leser, eure Klicks stellen ja auch eine nicht unerhebliche WĂŒrdigung meiner Geschichten dar.

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Albert Einstein

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Metino
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Registriert: Not Yet

Insbesondere möchte ich mich aber auch noch bei Susi, Metino und Vagant bedanken, eure Kommentare habenWOW Danke, ist ja fast schon ....

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