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Leselupe.de > Science Fiction
Die Kreise
Eingestellt am 19. 01. 2004 23:36


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Leon
???
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Aus dem Roman:
Das Kommende Reich

Eine […] Gesellschaft, die es wagt, ihre […] Energien
aus dem Animalischen zu schöpfen, überquert die Schwelle
[…] zu einer magisch-esoterischen Ordnung.


Zivilisation ist eine Pufferzone zur Ăśberwindung
der biologischen Kluft zwischen Trennung und Verschmelzung.


Die Kreise

Prinz drehte geschickt Kreise auf dem kunstvoll zerknitterten Blatt Papier – nach links und nach rechts; er war konzentriert, aber räumlich abwesend, wie es sich dabei gehörte, in der Gedankenleere.
Diese Tätigkeit wurde zum Lottospiel der Neuzeit: Man drehte die Kreise ohne einer konkreten Erwartung. Ein Schimmer Hoffnung reichte. „Das Drehen“ wurde auch zum Begriff für Hoffnung für eine Milliarde Veteranen, die mit einem Fuß in der Vergangenheit hafteten.

Ihre Häuser waren eckig, mit viel Metall und einer Menge Kram im Haushalt. Die Aura um ihre Siedlungen herum war für normale Menschen schwer zu ertragen; für einigen wenige, deren Kreisen Früchte brach, wurden am Rande der Siedlungen deshalb Transportfelder installiert, damit die Erlösten nicht leiden mussten.

Das Leben von Prinz war triste: die Hoffnung allein reichte nicht, um jegliche Fülle oder Freude zu empfinden; seine Grosseltern haben es noch gekonnt, weil die Erlösung fern war. Er begriff sich als fortgeschritten, hatte eine Menge Zeichen dafür bereits erlebt, aber es kam noch nie zum Katharsis: und er kannte keinen, der ohne ihn brüten konnte. Drehen und Brüten waren Begriffe, die störten, weil sie die Armseligkeit des Lebens nur untermauerten; aber er wusste nicht anders, denn sein Verstand haftete an Begriffen. Um etwas zu kapieren musste er es benennen, darin bestand für die meisten Veteranen das Problem, und keiner konnte helfen. Viele versuchten es, aber die Wirklichkeit zeigte stets, dass externe Hilfe nur schadete.

Die beinahe perfekten Kreise vom Prinz fingen an zu verlaufen, es klingelte: Saraya Aabt stand hinter der Tür, Prinz spürte ihr bestandreiches Körper. Er presste den Knopf und es kreischte im Flur. Sie kam von außerhalb, aus der realen Welt, um beizustehen. Der Hauch einer tiefen hellblauen Kläre brieste hinein, Prinz atmete auf. Saraya war immer da, auch wenn ihr Körper nicht bei ihm verweilte. Wie alle Veteranen liebte er Menschen der Welt für ihre Präsenz.

Sie sprachen nie miteinander, Saraya war schüchtern und liebte keine Verbalitäten; sie zog sich aus, schaute in seine Augen, setzte sich auf den Parkett und konzentrierte ihr Blick. Sie war anwesend, mehr als alles um ihn herum. Sein Körper fing an, leicht zu zittern, als Energieausgleich, denn beide mussten Verschmelzung vermeiden. Nur nach dem Brüten konnte Prinz auf eine Liaison hoffen: Saraya war auch jetzt schon zufrieden. Auch er war von Anfang an mit allem einverstanden, außerdem musste er nicht viel labern, wie mit Frauen aus Nachbarschaft, durfte sein Wesen behalten; er dachte in diese Momente nicht an haben, auch nicht an sein, weil er es nicht konnte. Er schaute Saraya an und lächelte blöd, und es war wunderprächtig!

Saraya wanderte weg, Prinz verspürte die Leere, wie seit frühster Kindheit nicht mehr, als er von seiner Mutter getrennt war. Es blickte sehnsüchtig aus dem Fenster: Das zärtliche Wesen entfernte sich, jede Bewegung räsonierte in seinem Herzen. Der Rauch stieg majestätisch vom kochenden See hinter dem Hürde hinauf in die klare kalte Luft der Ferne. Er blickte jeden Tag mehrmals in Richtung des goldblauen Wassers. Die Farben der Oberfläche vermischten sich nicht ins Grüne, sondern spielten mit allen Tönen und Funken miteinander, die Trennung bestimmte sie. Es war wohl das einzige spürbare Sinnbild jener Welt, die ihm bislang unzugänglich blieb. Das goldblaue Wasserspiel verkörperte seine Sehsucht nach dem realen Leben.

Er setzte sich auf sein Sofa aus dem kĂĽnstlichen Leder, nahm den Blatt, zerknitterte es liebevoll mit zitternden Fingern: Seine Kreisen wurden bald schwer und versanken in schimmernden Falten der Leere.

bei motivierender Bewertung folgt die Fortsetzung!

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jon
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Entschuldige, aber ich verstehe nicht im Geringsten, was hier passiert. Und das wird wohl auch selbst nach dem Beheben diverser Grammatik-Fehler nicht besser – es scheitert daran, dass ich keine Ahnung habe, was das für Veteranen sind, wer wann wie warum körperlich oder nichtkörperlich ist und was er in diesem Zustand tut oder nicht tut, was Brüten ist, was das für Kreise sind, was für eine Erlösung ihm nah aber den Großeltern noch fern ist/war…

Ich gebe zu, ich habe den Eindruck, da will einer was sagen. Ich habe sogar den Eindruck, da beherrscht einer Sprache. Obwohl das nicht sein kann bei all den Fehlern, die drin sind. Und je intensiver ich nach dem Inhalt (oder einfach mal nur der Handlung) suche, desto sicherer werde ich mir, dass ich mich vom sphärischen Klang täuschen ließ und hier wohl doch eher Musik als Text gemacht wurde…

Bestes Beispiel für den für diesen Text typischen „schönen Klang ohne erkennbaren Inhalt“ ist schon der Satz. „Zivilisation ist eine Pufferzone zur Überwindung
der biologischen Kluft zwischen Trennung und Verschmelzung.“ – Was um Himmels willen ist das für eine biologische(!) Kluft und seit wann dienen Pufferzonen der Überwindung(!) von irgendwas?

Noch ein Beispiel: „… für einigen wenige, deren Kreisen Früchte brach, wurden am Rande der Siedlungen deshalb Transportfelder installiert, damit die Erlösten nicht leiden mussten." Was für Früchte bricht das Kreisen (Kreise malen? Im Kreis laufen? Im Kreis denken?) und wie? Und warum brauchen die mit den (auf?)gebrochenen Früchten Transporter? Was für Transporter – LKWs oder Beam-Anlagen oder eine Art „Fahrstuhl in die nächste Daseinsebene"? Und wieso müssen Erlöste (wovon erlöst?) leiden, wenn sie nicht schnell weg (wohin?) transportiert werden…?

Die seltsame Mischung zwischen hochpoetischem Getön und Alltagssprache nur knapp über den Slang (Kram, kapieren, labern, wunderprächtig…) ist hoffentlich begründet – wäre schön, wenn die Begründung erkennbar wäre.

Frage: „Der Rauch stieg majestätisch vom kochenden See…" – Brennt da was auf dem Wasser?

Frage: „…goldblauen Wassers. Die Farben der Oberfläche vermischten sich nicht ins Grüne,…" – Warum sollten sie das auch tun?

Und zum Abschluss noch eine Stilblüte: „Saraya Aabt stand hinter der Tür, Prinz spürte ihr bestandreiches Körper. Er presste den Knopf und es kreischte im Flur. Sie kam von außerhalb…." – Was bitte ist ein „bestandreicher Körper“ (klingt irgendwie nach "fett") und wieso kreischt Saraya, wenn Prinz den (welchen?) Knopf drückt?


Ich hoffe ich kann dich motivieren, Leon. Motivieren, den Text sowohl grammatikalisch als auch in seiner Darstellungskraft zu überarbeiten…

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Leon
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das magische frische und der zwang des muttersprachlichen

hi, jon: herzlichen dank für die in der tat motivierende kritik, die ja in teilen durchaus konstruktiv ist; der autor ist kein muttersprachler (hat auch keine Beziehungen zu guten muttersprachlichen Lektoren, die auch mental etwas taugen oder mindestens fantasie haben; ausserdem hätte man nicht genug zahlungsmittel, um die letzteren zu engagieren)- daher die stilistisch-grammatikalische problematik; die restlichen fragen würden sich relativ zügig in der weiteren entfaltung des fabels klären (sonst wäre es ja wohl weniger spannend, wenn alles zu anfang im klartext erklärt wäre) - generell handelt es sich um eine magische zivilisation, eine art utopische zukunftskonstruktion, die ja eine menge andersartiger alltäglichkeiten impliziert und daher nicht ohne weiteres zu begreifen ist; reicht die erklärung? wenn nicht, beantworte ich bald gerne jede einzelne frage!(was zitaten angeht, so könnte man doch mit zwei banalen gegensätzen wie trennung und verschmelzung - z.b. auf der beziehungsebene - durchaus was anfangen, oder?) leon der autor

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jon
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Hallo Leon,

bei "magischer Zivilisation" kommt mir als Moderator sofort der Gedanke, das Ganze in das Forum "Fantasy" zu schieben. Noch will ich mal abwarten, wie sich die Sache entwickelt. Es sei denn, du sagst selbst: "Meine Figuren zaubern wirklich" – dann gibt mir Bescheid, damit ich den Text verschieben kann.

Was das Lektorieren angeht: In der Leselupe findest du Leute, die dir eventuell kostenlos helfen würden – klick mal in der linken Spalte unter "LL-Service" auf "Lektorat".

Soweit zu den Hinweisen, die ich dir als Moderator geben möchte.



Als Leser möchte ich "sehen", was passiert. Man muss nicht bei allem sofort wissen, warum es geschieht, aber man muss erfahren was geschieht.
Stell dir das Ganze wie ein Film vor: Man kann in den ersten Sekunden verschwomme Bilder durchaus ertragen – aber wenn nicht allerspätestens nach einer Minute irgendwas zu sehen ist, das ich kenne, das mir auch nur annähernd das Gefühl gibt, ich hätte eine Chance, mich zu orientieren, dann schalte ich ab. Oder wenn ich als Deutscher in eine Lesung mit Holländischen Texten gerate – irgendwie klingt es vertraut, aber nach zehn Sätzen weiß ich, dass ich es sowieso nie verstehen werde. Und genau den Eindruck – dass ich es sowieso nie verstehen werde – erzeugt dieser Anfang.
In diesem Stück Text wird gesagt: Prinz kreist – ohne zu sagen, was das konkret ist. Es wird von Brüten gesprochen – ohne zu sagen, was das ist, ja sogar ohne zusagen, was es nicht ist (– es könnte durchaus einfach nur das Bebrüten von Eiern gemeint sein). Es ist von Erlösung die Rede, ohne dass man erfährt, wer wie wovon erlöst wird. Es wird nicht klar, wer Prinz ist und wo (oder wann) er ist. Man tappt vollständig um Dunkeln daürber, was passiert, als Saraya kommt – sogar ob sie überhaupt kommt, darf bezweifelt werden. Kurz: Alles, wovon hier die Rede ist, bleibt unvorstellbar, nicht nachvollziehbar, nicht verstehbar oder/und nicht sichtbar…

Ich sage jetzt mal etwas Ketzerisches: Versuche bitte, weniger „russisch“ zu schreiben. Versuche, weniger zu abstrahieren, weniger zu umschreiben. Versuche, mehr so zu schreiben, dass man es SEHEN kann – und zwar mit den Augen und nicht mit dem Herzen. ZEIGE, was passiert und lass dir die Poesie für die Stellen, an denen es wirklich poetisch wird.
Beispiel: ZEIGE, was zwischen Saraya und Prinz passiert – dann kommt auch die Poesie des Teils „… er dachte in diese Momente nicht an haben, auch nicht an sein, weil er es nicht konnte. Er schaute Saraya an und lächelte blöd, und es war wunderprächtig!“ gut zur Geltung.

Übrigens: Natürlich kann ich mit den Begriffen „Trennung“ und „Verschmelzung“ etwas anfangen. Ich kann auch mit den Worten “Kluft“, „biologisch“, „Pufferzone“, „Zivilisation“ und „Überwindung“ etwas anfangen. Und ich habe sogar eine Idee, was der Satz sagen soll und ich finde diese Idee falsch (, aber vielleicht irre ich mich ja und der Satz soll was ganz anderes sagen…). Aber wenn ein Baby, das ich kenne, "fafa" sagt, und ich weiß, dass es jetzt sein Nuckel will, heißt das noch lange nicht, dass "fafa" in der deutschen Sprache heißt "Ich will mein Nuckel!"
Es gibt einen Unterschied zwischen Trennung und Verschmelzung und tun wir mal so, als ob man einfach so "Kluft" dazu sagen könnte. Aber das ist kein biologischer Unterschied (- ein biologischer Unterschied ist, dass Männer anders aussehen als Frauen und die meisten Afrikaner schwarz oder braun und die meisten Europäer weiß sind). Und man kann diesen Unterschied nicht überwinden – Trennung und Verschmelzung werden NIE das Gleiche sein. (Man kann die beiden Seiten höchstens austarieren, in ein Gleichgewicht bringen.) Pufferzonen dienen nie der Überwindung von Gegensätzen sondern sind Zonen zwischen zwei Dingen, die sich ohne die Zone aneinander aufreiben würden. Das würde für das Zitat heißen: „Rechts ist Trennung, in der Mitte ist Zivilisation, links ist Verschmelzung." – das ist ja wohl nicht gemeint, oder? Mal ganz abgesehen davon, dass Zivilisation überhaupt keine Zone sondern ein Zustand (ein Synonym für sich vom rein biologisch Determinierten entfernt habende Gesellschaft) ist…
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