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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Die Kuckucksuhr
Eingestellt am 23. 11. 2012 16:32


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Heidemarie Sattler
Festzeitungsschreiber
Registriert: Mar 2005

Werke: 18
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Am Anfang
Vertrauen, kindliche Unbekümmertheit,
die Hand auf meinen Schultern,
ein Klaps auf meinem Po.
Gemeinsame Stunden, Spielerei
und im Zimmer tickt die Kuckucksuhr.

Dann
Fotos, die ich nicht mochte,
die Hand, die jeden Laut erstickt.
Angsterfüllt und voller Schmerz.
Geschenke und erkauftes Schweigen
und im Zimmer schreit die Kuckucksuhr.

Später
Scham und abgrundtiefer Hass.
Geduldet, geschändet und beschmutzt,
der Kindheit betrogen.
Lautloser Schrei der Einsamkeit
stimmt ein in den Takt der Kuckucksuhr.

Nach Jahren
keimendes Vertrauen, zaghafter Lebensmut,
deine Liebe als Balsam auf verbrannter Haut.
Mein Herz in deinen Händen.
Endlich loslassen, tränenüberströmt.

Ich hasse Kuckucksuhren,
aber ich will wieder leben.


__________________
"Vielfältigkeit offenbart sich denjenigen, die den Blick über den Tellerrand erheben."

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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

Registriert: Nov 2005

Werke: 209
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Schwieriges Thema,

da in Ich-Form geschrieben, darf der Ton nicht ins Gesellschaftlich-Moralische abgleiten, wie in Strophe drei. Er muss messerscharf bleiben. Die ersten zwei Strophen sind sehr gut gemacht. So muss es weitergehen. Als Hilfe kannst Du in Strophe drei zum "anonymen du" greifen, das dieses Ich in einen kleinen Abstand zu sich selbst setzt, aber jeder weiß, dass "ich" gemeint ist.


quote:
Später
Scham und abgrundtiefer Hass.
Geduldet, geschändet und beschmutzt,
der Kindheit betrogen.
Lautloser Schrei der Einsamkeit
stimmt ein in den Takt der Kuckucksuhr.

Vielleicht:
Später
Scham und abgrundtiefer Hass.
Den Schmutz, den wäscht du von der Kindheit
niemals ab und hölzern bleibt im Mund
die Zunge dir wie leblos liegen
und im Zimmer schreit die Kuckucksuhr

Dann würde ich zum "Jetzt" in der letzten Strophe springen und als erstes den verdammten Kuckuck aus dem Kasten reißen!

Eigentlich wäre das ein toller Schluss, der das Ende offen ließe, aber gleichzeitig deutlich machte, dass jetzt Kraft genug da ist, das Leben neu zu beginnen.

Das Gedicht hat mit dem Bild des schreienden Kuckucks eine sehr starke Symbolik und Du solltest unbedingt versuchen, den letzten Teil an dieses Niveau anzupassen!

Die Auseinandersetzung mit diesem Text fand ich spannend.

Lieben Gruß,

Elke




__________________
Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

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