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Leselupe.de > Humor und Satire
Die Kunst, Gewinne zu machen.
Eingestellt am 14. 01. 2002 15:05


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M├Â├čner, Bernhard
Routinierter Autor
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Die Kunst, Gewinne zu machen.
"Alle Welt macht Gewinne und unser Konto rutscht immer tiefer in die Minuszahlen," so empfing mich heute die treu-sorgendste aller denkbaren Ehefrauen an der Haust├╝r. Sie trug schon das dritte Mal in dieser Woche das Blassrote, das sie im Versandhaus erstanden hatte, weil der Preis halbiert war.
Dies, und der Tonfall in ihrer Stimme, der mir noch nicht aufgefallen war, als wir uns vor einem Vierteljahrhundert kennengelernt hatten, lie├č mich aufhorchen. "Welche Welt macht Gewinne?", fragte ich v├Âllig sachlich. "Alle Welt", entgegnete die von mir Hochverehrte sybillinisch, "die Kichen, die Konzerne, die Gewerkschaften, unser Kartoffel-lieferant, die Firma, in der du besch├Ąftigt bist, aber vor allem die Banken." Da gab ich ihr recht. "Die Banken", kl├Ąrte ich sie auf, "die Banken machen Gewinne, weil sich viele, so wie ich, marktwirtschaftlich richtig verhalten und ihr Konto ├ťberziehen. So kann die Bank Zinsen berech-nen, die in ihrer Bilanz als Gewinn erscheinen". Die Gattin schien von meiner Logik noch meilenweit entfernt zu sein und begehrte zu wissen, wieso die Bank Zinsen berechnen, wo sie doch sowieso an uns verdiene.
Ich wollte schon aufgeben, doch unser Filius, den eine
"Zwei" in Wirtschaftskunde als Experten ausweist, versuch-te mir beizuspringen: "Der Gewinn liegt im Einkauf, ihr
m├╝sst vor allem gro├če Mengen einkaufen! So kauft ihr min-destens zum halben Preis", dozierte er. Mir leuchtete das ein. "Ich werde mir ein Weinfass zulegen, dann muss Mutti nicht mehr zu jedem Wochenende eine s├╝ndhaft teure
Flasche einkaufen", schlug ich vor.
"Du w├╝rdest dann doppelt so viel trinken!" So wies meine unbelehrbare Gattin diesen f├╝rsorglichen Gedanken schn├Âde zur├╝ck.
Unser Sohn meinte, er h├Ątte dabei mehr an Grundnahrungs-mittel gedacht, wie zum Beispiel an Kartoffeln. "Wenn ihr eine Fuhre davon kauft, bekommt ihr sie bestimmt halb ge-schenkt", bemerkte unser Nachwuchs-Experte.
Der weibliche Mittelpunkt meiner Familie reagierte zuneh-mend unsachlicher: "Die Kartoffelmiete richten wir in deinem Zimmer ein, dort sieht es seit langem aus, wie auf einem Kartoffelacker". Darauf maulte unser Sohn, die Unord-nung sei das Einzige, was er sich von unserem Taschengeld leisten k├Ânne.
So beschloss ich, einen neuen Gedanken in die Debatte ein-zubringen: "Die Firma, in der ich besch├Ąftigt bin, kann ihre Gewinne nur machen, weil meine Kollegen und ich, jeder einzelne von uns, ein Gewinn ist f├╝r den Chef. Das summiert sich am Ende ganz nett f├╝r ihn."
Da endlich bekam meine Gattin wieder strahlende Augen:
"Gleich morgen musst du mit deinem Chef reden, f├╝r den du ein gro├čer Gewinn bist. So k├Ânnen wir am besten unsere Situation verbessern".
Sie war wieder einmal richtig stolz auf mich! "Denk daran,
Weihnachten steht vor der T├╝r", fl├Âtete sie noch und ging, um das blassrosa Kleid gegen ein Gebl├╝mtes auszuwechseln.
Mein Chef, der unser Gespr├Ąch anfangs noch als Gewinn f├╝r uns beide bezeichnete, war ganz Ohr, als ich ihm die kompli-zierte Gewinnverflechtung in unserem Unternehmen auseinan-dersetzte. Mehrmals nickte er sogar mit dem Kopf.
Nur seine abschlie├čende Bemerkung irritierte mich etwas: Dass sein Unternehmen die befriedigenden Gewinne im letzten Jahr nicht durch, sondern trotz meiner Mitarbeit erreicht habe.


__________________
-Bernhard M├Â├čner-

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Sansibar
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Registriert: Not Yet

Ha

gr├╝├č dich,
gerade dein letzter Satz ist doch herb. Hast du da nicht geweint - und erst deine Holde?
Gru├č SaS

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Psyche
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Dec 2001

Werke: 10
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....k├Âstlich, k├Âstlich.
Hab mich sehr am├╝siert.
Vielen Dank f├╝r diesen Beitrag.


Liebe Gr├╝├če Psyche
__________________
Psyche

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M├Â├čner, Bernhard
Routinierter Autor
Registriert: Dec 2001

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Die Kunst, Gewinne zu machen

Danke, Kollege/in, f├╝r eure Antwort.
Ich werde eure Beitr├Ąge auch aufmerksam
verfolgen, was mir meistens Vergn├╝gen bereitet.
PS. Sansibar: Meine Holde kennt ihren Pappenheimer!
__________________
-Bernhard M├Â├čner-

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Sansibar
Guest
Registriert: Not Yet

noch einmal

Morgen Bernhard
auf der Lupe um vergn├╝gliches zu finden und daher deine Geschichte noch einmal gelesen. Einiges komt mir sehr bekannt vor, z. B. das "Kartoffelackerzimmer."Eine Frage qu├Ąlt mich allerdings: Hat deine Holde dir inzwischen nicht beigebracht, das man teuer kaufen mu├č, weil das im Endefekt billiger ist? Statt Kartoffeln 1 Kilo Tr├╝ffel. Statt Bl├╝mchenkleid aus dem Sonderangebot ein Seidenfummel von Lagerfeld. Die Begr├╝ndung wird dich, weil du Humor hast, nicht umhauen. Sie wird steif und fest behaupten, das hielte mindestens 20 Jahre. Glaube mir, ich kenne die Frauen!!! grins
dir einen vergn├╝gten Tag, ob mit oder ohne Familie
saS

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