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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Lilalich
Eingestellt am 22. 06. 2003 06:44


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flammarion
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Die Lilalich

Du willst die Geschichte von den Lilalich h├Âren? Na gut, aber ich erz├Ąhle sie nur das eine Mal, klar? Also es waren einmal zwei gute Freunde, die hie├čen Astelan und Bastelan.
Kichere nicht, die Geschichte hat nichts mit dem Alphabet zu tun, die Freunde hie├čen rein zuf├Ąllig wirklich so. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, Astelan und Bastelan. Sie gingen gern zwischen den Kohlefl├Âzen spazieren, wie auch du das gerne tust. Noch lieber aber gingen sie zu den Schwefelfeldern, um die herrlichen Bl├╝ten anzuschauen, die blassgelbe Sulfura sulfunella, die goldgelbe Sulfura Sulfinata und die gerade erst gez├╝chtete rotstichige Sulfura Eosina.
Sie s├Ąttigten sich an der k├╝hlen Quecksilberquelle und legten sich in das weiche Goldbett. Leider konnten sie nicht nebeneinander liegen, so breit war die Goldader nun auch wieder nicht.
Eines Tages belauschte Atintea unbemerkt ihr lustiges Gespr├Ąch. Er wollte auch etwas zur Heiterkeit beitragen und warf einen Klumpen Schlamm nach den Freunden. Auf Bastelan kamen nur ein paar unbedeutende Spritzer, Astelan aber hatte eine ganze Weile zu tun, um den Schlamm loszuwerden. Und als er danach an sich hinunter blickte, bemerkte er, dass sich die Fl├╝ssigkeit, die in dem Schlamm gewesen war, einen Weg in sein Inneres gesucht hatte. Faser f├╝r Faser, Strang f├╝r Strang schimmerte pl├Âtzlich in lila Licht.
Astelan wurde sehr w├╝tend. Er f├╝hlte sich jetzt auch innerlich beschmutzt. Er lief nach Hause und scharrte in gro├čer Eile alle Stoffe zusammen, die man zur Erschaffung eines neuen Siliziden braucht. Er beachtete nur geringf├╝gig die richtige Zusammensetzung, scharrte viele kleine H├Ąufchen zurecht. Er brauchte recht viele Nachkommen, er wollte Atintea restlos zerst├Âren. Er zupfte hastig sein Mastura Nottig aus sich heraus und spritzte es auf die H├Ąufchen. Mit h├Ąmischer Freude sah er zu, wie sich die Mineralien und Metalle mit den anderen Stoffen mischten und vereinten, und bald erhob sich der erste Nachkomme.
Astelan hatte die ganze Zeit ├╝ber gesagt: „Ihr m├╝sst Atintea schlagen, er hat mich beschmutzt von au├čen und von innen, diese Schmach ist nur zu tilgen in seiner restlosen Zerst├Ârung! Wie eine Himmelsgewalt sollt ihr ├╝ber ihn herfallen!“
So fragte der Erstgeborene sofort: „Wo ist Atintea?“
Astelan beruhigte ihn vorerst, denn seine Nachkommen sollten vereint losziehen. Seinen guten Freund hatte er in diesen Tagen nicht gesehen, weil er sich in seiner Wohnung eingeschlossen hatte.
Dann zogen die Kinder Astelans gr├Âlend durch die Gegend, suchten und fanden Atintea, zerschlugen und zertrampelten ihn, sein Haus und alles, was ihm lieb und teuer war. Astelan sah aus der Ferne zu und freute sich, dass gleich der erste Angriff so ├╝beraus erfolgreich war.
Bastelan war auch in der N├Ąhe und er war entsetzt ├╝ber das, was er sah. Er stellte Astelan zur Rede: „Warum tust du das?“
„Weil Atintea mich beschmutzt hat.“
„Was, daf├╝r, dass er einmal einen dummen Scherz gemacht hat, musst du ihn gleich umbringen? Und du tust es nicht einmal selber, sondern stiftest deine Nachkommen dazu an? Das sind doch deine Nachkommen, sie haben ja alle den selben lila Schimmer in ihren K├Ârpern.“
Astelan schrie: „Ja, lila, das ist so gemein, so abscheulich! Ich sehe anders aus als alle anderen, das ist widerlich!“
Bastelan staunte. Er w├Ąre nie darauf gekommen, dass Astelan sich wegen der Farbe so aufregen k├Ânnte. Er versuchte, ihn zu beruhigen: „Sag mal, hast du schon in den Spiegel gesehen? Du siehst hinrei├čend aus! Du bist jetzt etwas ganz Besonderes, alle werden dich beneiden! Das hat doch kein Zweiter, so einen herrlichen lila Schimmer!“
„Meinst du wirklich?“
„Ja! Komm, schau mal in den Spiegel.“
Er zog ihn hin zum klaren Wasser und Astelan erkannte, dass das Lila in seinem Innern wirklich sehr apart war. Er bereute, was er Atintea angetan hatte, erzog in m├╝hevoller Kleinarbeit seine Nachkommen um und seitdem gibt es auf unserem Planeten den Stamm der Lilalich. So, nun wei├čt du es. Merke es dir, damit du es sp├Ąter deinen Kindern erz├Ąhlen kannst.

__________________
Old Icke

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Rote Socke
Guest
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Liebe Oldicke,

eine interessante Zeugungsgeschichte. Prima Einstieg und prima erz├Ąhlt. Was will man mehr!

Humorige Gr├╝├če
Volkmar

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flammarion
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danke,

danke, liebes s├Âckchen. ja, in der geschichte gehts eigentlich mehr um spa├č, den ich allen w├╝nsche.
ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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Maldoror
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Ungew├Âhnlich. Exotisch. Sch├Ân.
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"... beim Anblick dieses Scheusals (Mensch) k├Ânnte ich vor Staunen sterben: man stirbt an weniger." Lautreamont

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flammarion
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DANK; MALDOROR:
LG
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Old Icke

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Ralph Ronneberger
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Also flamme,

deine Geschichtenerz├Ąhlende Oma schreckt auch vor nichts zur├╝ck. Jetzt sucht sie sich schon auf fernen Planeten ihre Zuh├Ârer!
Sei's drum. Ich fand die Mini-Geschichte niedlich.

Gru├č Ralph
__________________
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flammarion
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oh,

vielen dank, lieber ralph. freue mich ├╝ber niedlich.
ganz lieb gr├╝├čt
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Old Icke

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