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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Die Löwentheorie
Eingestellt am 25. 05. 2004 18:59


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Dreimeier
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Die Löwentheorie
Manfred Meier


Eigentlich wollte er nach der Arbeit nur noch ein Bier trinken und dann nach Hause gehen, so, wie er es öfter tat, seit er wieder solo war - seit seine Freundin ihm erklärt hatte, dass sie von ihm die Schnauze voll habe und er sich eine andere Blöde suchen solle, die sich sein naives Geschwätz anhört.
Anlass war, dass sie ihm Paschaverhalten vorwarf und er daraufhin seine Löwentheorie entwickelte.
Er hatte ihr erklärt, dass die Menschen von Natur aus Rudeltiere seien und sich auch so verhalten müssten. Lediglich eine widernatürliche Entwicklung habe sie falsch geleitet, was mit Sicherheit kein gutes Ende nehmen würde. Bei den Löwen und all den anderen Tieren mit ähnlichem Sozialverhalten habe die Natur eine präzise Aufgabenverteilung geschaffen. Während die Weibchen im Rudel nach Beute jagen, liegt das Löwenmännchen unter einem Baum im Schatten. Nach erfolgreicher Jagd der Damen erhebt er sich, um sich an der Beute satt zu fressen und anschließend wieder den schattigen Platz unter dem Baum einzunehmen.
Dem Protest seiner Freundin, dass dies doch wohl das Übelste sei, was er je von sich gegeben habe, entgegnete er nur mit einem Schulterzucken und der Bemerkung, dass er schließlich nichts dafür könne, wenn es die Natur nun mal so und nicht anders eingerichtet habe. Er nahm ihr ihre Haltung nicht übel, denn schließlich hatte sie sich nie so eingehend mit dieser Materie beschäftigt. Natürlich, dozierte er weiter, hätten auch die Männchen ihren Beitrag zu leisten, indem sie durch Begattung für die Arterhaltung sorgten. Das sei Natur.
Später hatte er seine Ex einmal wieder getroffen. Welche Bemerkung er da konkret gemacht hatte, war ihm nicht mehr in Erinnerung. Er wusste nur, dass er wohl ihren Begleiter übersehen haben musste, denn dieser bewies ihm mit schlagkräftigen Argumenten, dass er bei den Löwen wohl kein Rudelführer geworden wäre und letztendlich froh sein durfte, ein Mensch zu sein.
Dieses Erlebnis hatte ihn zum Einzelgänger gemacht.
Bis zu dem Tag, an dem er also in der Bar saß und nur ein Bier trinken wollte.
Er hatte allein am Tresen gehockt und sich gedanklich den Problemen dieser Welt gewidmet, als sich plötzlich dieses Wunder an Weiblichkeit direkt auf den Hocker neben ihm setzte.
Sie war eine von der Sorte, die die Titelblätter der Illustrierten zieren, alle Männer dieser Welt heiß machen und dann die ganze erigierte Pracht den Ehefrauen oder Freundinnen überlassen.
Und so etwas saß nun direkt neben ihm!
Er traute sich kaum, offenkundige Notiz von ihr zu nehmen. Ein verstohlener Blick in den Spiegel hinter der Bar offenbarte herbe, selbstbewusste, aber dennoch sehr attraktive Gesichtszüge, die eine enorme Erotik ausstrahlten. Blonde Haare fielen in Wellen auf die Schultern und wirkten in dem farbigen Dämmerlicht der Bar geheimnisvoll.
Sie hatte sich also direkt neben ihn gesetzt, obwohl am Tresen noch jede Menge Platz war. Noch bevor er sich der Situation völlig bewusst werden konnte, vernahm er ihre leicht rauchige Stimme, die in ihm augenblicklich Assoziationen von zügelloser Leidenschaft aufkommen ließ.
“Verzeihung.” Ein Augenaufschlag, der lähmen konnte. “Darf ich um Feuer bitten?”
Fast hätte er sein Glas umgestoßen. Sein Feuerzeug lag direkt vor ihm auf dem Tresen, was ihn aber nicht daran hinderte, dreimal danebenzugreifen, bis er ihr endlich die Flamme anbieten konnte.
Im gleichen Moment erschien der Barkeeper, um ihre Bestellung aufzunehmen.
“Darf ich dich einladen?” hörte er sich sagen und wunderte sich über seinen Mut.




Ihr Lächeln war wohl das freundlichste, das ihm seit Ewigkeiten geschenkt worden war und das Grinsen des Kellners eines der dämlichsten seit Urzeiten.
“Oh ja! Gern!” Ihr Lächeln wurde noch eine Spur persönlicher. “Ich würde ein Glas Champagner trinken.” Sie wandte sich ihm jetzt ganz zu, und ihre großen Augen strahlten bedeutungsvoll unter dem Pony.
Ihm war danach, den Kopf in den Nacken zu werfen und ein triumphierendes Brüllen auszustoßen. Kurz flammte der Gedanke auf, dass man die Aufregung eines Löwen auch am nervösen Schlagen mit dem Schwanz erkennen konnte. Aber zum einen beherrschte er diese Fähigkeit nicht, und zum anderen hätte sicherlich schon der Versuch einiges Aufsehen erregt. Außerdem war er kein richtiger Löwe, sondern nur ein Anhänger natürlichen Sozialverhaltens.
Hätte jemand seine Gedanken gelesen, hätte er ihn sicher gefragt, warum er in diesem Moment kurz an sich herabsah.
Er erwiderte ihren Blick, gab sein bestes Lächeln zurück und musterte sie dabei so unauffällig wie möglich.
Eigentlich war sie für seinen Geschmack ein wenig zu stark geschminkt, aber sie wirkte nicht billig, eher auf eine besondere Weise edel. Für Sekunden herrschte zwischen ihnen eine eigenartige Stille, fast wie ein geistiges Abtasten, und hätte in diesem Moment jemand eine Glühbirne dazwischen gehalten, so wäre sie sicher hell aufgeflammt.
Aber urplötzlich entlud sich die Spannung in einem kurzen Auflachen, begleitet von einem leicht verschämten Senken der Lider. Er war rettungslos verzückt.

Der Abend wurde wunderbar. Sie unterhielten sich angeregt, und beide besaßen tiefes Verständnis für die schweren Schicksalsschläge, die ihnen von rücksichtslosen Verflossenen beigebracht worden waren.
Von Löwen war nicht die Rede.
Die Stunden vergingen wie im Fluge, und zu guter Letzt tanzten sie eng umschlungen zu der leisen Musik und den irritierten Blicken der wenigen Gäste, die so spät noch anwesend waren. Einige Male, wenn er nach einer Drehung in Richtung Tresen blickte, was nicht leicht war, denn seine Partnerin erwies sich auf ihren hohen Absätzen ein klein wenig größer als er, verdrehte der Kellner die Augen. Gut, es war keine Tanzbar, aber wenn die Stimmung da ist, sollte man doch einen Tanz dulden.
Die Schöne hatte das Verhalten des Kellners wohl auch bemerkt, denn wie zum Trotz schmiegte sie sich noch enger an ihn. Ein bisschen peinlich war ihm das schon, denn seine sich steigernde Sympathie konnte ihr so nur schwerlich verborgen bleiben.
Ob er es wollte oder nicht, er war schon ein recht aufgeregter Löwe, hatte er doch wohl wieder eine Löwin gefunden..... und was für eine!

Erst spät in der Nacht verließen sie das Lokal, gingen durch die Straßen, unterhielten sich und blieben hin und wieder stehen, um sich zu küssen. Zeit existierte nicht, die Welt umher war ohne Bedeutung.
Irgendwann verharrte sie und deutete auf ein Haus. “Dort wohne ich.”
Er wusste, was er wollte, aber durfte er das auch äußern?
Sie kam ihm zuvor. “Für eine Tasse Kaffe ist es jetzt zu spät.”
Er versuchte, sich die Enttäuschung nicht anmerken zu lassen.
“Aber ein Glas Wein kann ich dir anbieten.”
Die Löwin zeigte dem Löwen seinen Baum und die Welt war in Ordnung.
Sie stieg vor ihm die Treppe hoch, und es machte ihn an, ihre langen Beine unter dem kurzen Rock zu beäugen. Sie waren nicht schlank, aber sehr sportlich und wohl geformt, und das gefiel ihm. Ihn reizte das Spiel der Muskeln, das sich bei jeder Stufe änderte. Angespannte Waden und Schenkel, von kräftigen, knabenhaften Backen dirigiert, lenkten die Phantasie in nur eine Richtung.
Sie betraten die Wohnung im Dämmerschein der Treppenhausbeleuchtung, durchquerten einen kleinen Flur und kamen in ein Zimmer, das bereits diffus beleuchtet war und Behaglichkeit vermittelte.
Als er unschlüssig stehen blieb, war sie direkt hinter ihm. Er konnte ihren Atem an seinem Hals spüren.
“Nimm Platz. Ich werde den Wein aufmachen.”
Nach unendlich langen Sekunden erschien sie mit zwei Gläsern und einer geöffneten Flasche.
Er hatte es sich in den mächtigen Polstern des kissenbeladenen Sofas bequem gemacht, und sein Löwenherz klopfte mächtig, als sie neben ihn glitt.
Vom Wein nahmen sie jeder nur einen Schluck, danach sanken sie sich wie auf ein geheimes Kommando in die Arme.
Die Küsse waren reine Gier, in der sich ihre Zungen wild zuckend vereinigten. Jeden Quadratzentimeter ihrer Haut wollte er erkunden, ihr zeigen, wozu ein starker Löwe fähig war.
Mit hastigen Fingern streifte er die Träger ihrer dünnen Bluse herunter, unter der sich die Knospen bereits hart abzeichneten und nach Befreiung schrieen. Er nahm sie nacheinander behutsam zwischen die Lippen und ließ die Zunge spielerisch gleiten. Das tiefe Stöhnen seiner Löwin trieb ihn nur noch mehr an. Ausgiebig knetete er die kleinen Brüste. Dann suchten auch ihre Hände den Weg zu seinem Körper, knöpften das Hemd auf und begannen das gleiche Spiel bei ihm. Rasch wanderten sie weiter hinunter, landeten zwischen seinen Beinen und begannen dort so gekonnt zu massieren, dass er glaubte, den Verstand zu verlieren. Schon öffnete sie seinen Gürtel, legte die Quaste frei und trieb es noch ekstatischer.
Ihre zarten, aber kräftigen Finger, die schon fast brutal und dann wieder unglaublich zärtlich sein konnten, brachten ihn an den Rand des Höhepunktes.
Aber das wollte er noch nicht. Stattdessen riss er jetzt die Initiative an sich und drückte sie tief ins weiche Polster. Er umfasste ihre festen Schenkel, streichelte sie hinauf bis unter den Saum des Rockes, und weiter, bis er den seidigen Stoff fühlte. Liebkosend wanderte seine Hand zur Innenseite der Schenkel, schlängelte unter den Slip und…. hielt jäh inne.
Es war kein Schrei, der ihm entfuhr, schon gar nicht das Brüllen eines Löwen, eher ein ungläubiges Röcheln. Er versteifte sich, begann zu zittern und schließlich gelang es ihm aufzuspringen.
“Nein.... nein....nein” stammelte er immer wieder, fuchtelte wild mit den Armen und starrte entgeistert in ihr ebenfalls erschrockenes Gesicht.
Das war zuviel.... viel zuviel.... wohl sogar mehr, als er selbst besaß.
Dann schrie er voller Panik. Zweimal drehte er sich um die eigene Achse, stampfte dabei auf und rang nach Worten und Flüchen, aber sie kamen nicht von den Lippen. Alles war blockiert. Sein Handeln, sein Denken.
Er stürmte aus der Wohnung auf die Straße, lief, ohne zu wissen wohin.

Eine gute halbe Stunde später saß er allein in einer heruntergekommenen Kneipe, hatte das dritte Glas Bier geleert und seinen wirren Verstand in feine Watte gepackt. Alkohol machte ihn nicht aggressiv, eher ruhig und verträumt.
Nach weiteren drei Bieren war die Welt wieder ein gutes Stück friedlicher geworden. Und irgendwann an diesem Abend kam ihm der Gedanke: Wenn die Weibchen nicht für ihn jagen wollten, vielleicht wäre dann unter dem Baum genügend Schatten für zwei Löwenmännchen.




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lapismont
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Hallo A.,

ich bin etwas zweigeteilt.
Der Anfang hätte mir besser gefallen, wenn er als echte Handlung geschrieben wäre und nicht als Rückblende.
Das Du die Idee mit der Löwentheorie bis zum Schluss durchgezogen hast, finde ich gut und es ist auch sehr plaziert.
Die Pointe war sehr stark vorbereitet, dadurch wirkt sie nicht mehr so.

Davon abgesehen, so richtig erotisch wars auch nicht.
Aber okay, das liegt in der Natur der Dinge,

cu
lap

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Dreimeier
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Hallo lapismont,
du hast wohl Recht. Die Geschichte könnte etwas weniger vorhersehbar sein.
Was die Erotik betrifft, meine ich, daß da jeder seine eigenen Gefühle hat.
Ich finde zum Beispiel schöne Beine erotisch, wie eine Frau geht kann es sein, auch einfach nur ein Blick.
Andere Leute brauchen da derbere Sachen.
.
Der Duden sagt:
.............
Eritik.
Inbegriff alles dessen, was sich auf die geschlechtliche Liebe bezieht, also nicht nur auf die rein körperliche, sondern auch auf die geistig- seelische Beziehung.
...........

Wenn er also für mich ein Fetisch ist, kann sogar ein Füllfederhalter erotisch sein.
Ist er für mich aber nicht. :-))

Danke fürs Lesen und
liebe grüße
A

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lapismont
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Da liegt das Problem, liebe/r A.,

lange (Frauen)Beine sind erotisch.
Die beide Worte selbst nicht.
Die Erotik muss sich im Text entwickeln, Lotte Werther schrieb es hier irgendwo sehr treffend.

cu
lap
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Dreimeier
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Geschichten malen Bilder in die Köpfe.
Lesen ist der Film im Kopf.
Sonst sind es nur Wörter, egal welche.

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GabiSils
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Allein für den letzten Satz einen Extrapunkt

Vorhersehbar, ja natürlich; aber sehr gut geschrieben. Mir gefällts.

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lapismont
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Ja, der letzte Satz ist gut!

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