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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Meerjungfrau macht Licht
Eingestellt am 18. 07. 2001 15:09


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Der kleine Grauhai
Hobbydichter
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Fr├╝her waren alle Meere dunkel und schwarz und seine Bewohner dementsprechend schlecht gelaunt. Das ist genauso eine Tatsache wie der Umstand, da├č zur selben Zeit eine kleine Meerjungfrau im Mittelmeer lebte und sich ganz f├╝rchterlich langweilte. Ihr Name war Lila und sie wohnte in einer 2 Zimmer H├Âhle, die zwar schmal, aber f├╝r die Gegend im Preis g├╝nstig war. Lila war in vielerlei Beziehung eine ungew├Âhnliche Meerjungfrau. Normalerweise wohnen diese n├Ąmlich nicht alleine sondern in 3er Gruppen und au├čerdem sind sie eher gr├╝n als Lila. Desweiteren sind Meerjungfrauen im Allgemeinen sehr scheu und leben in tieferen Meeresregionen, Lila dagegen bevorzugte w├Ąrmeres Wasser und hielt regen Kontakt zu ihren Nachbarn, einem Kofferfisch der im Reiseb├╝ro arbeitete und einer Seegurke die fr├╝her mal bei Celta Vigo gespielt hatte.

Lila fand die st├Ąndige Dunkelheit extrem unangenehm und ├╝berlegte schon seit Jahren, ihrer fr├╝hesten Kindheit, wie sie etwas gegen das Schwarz unternehmen k├Ânnte. Sie hatte es schon mit Buntstiften versucht und mit Plaka Farben, sie hatte versucht Feuer zu machen und die Elekrizit├Ąt zu erfinden aber alles half nicht. Die Farben hielten, genau wie das Feuer, unter Wasser nicht eben gut, bis gar nicht. Und was das Erfinden angeht, nun ja, damit hatte es Lila auch nicht gerade. Sie war eigentlich sogar schon sehr froh und gl├╝cklich, da├č sie bis 3 z├Ąhlen konnte. Aber trotz dem sie nicht sonderlich helle war, verabscheute sie die Dunkelheit. Und als sie 22 wurde, schwor sie einen sehr geheimen Meerjungfrauenschwur, die See zu erhellen und mindestens so bunt zu machen wie sie selbst war, noch bevor das Meerjungfrauenjahr zuende ging. Sie schn├╝rte ihren Kugelfischrucksack, packte die Gehirnkorallenzahnb├╝rste ein und machte sich auf den Weg das Licht zu suchen.

Lilas Reise war sehr m├╝hsam und beschwerlich, es galt viele H├Âhlen zu durchsuchen, unz├Ąhlige Orakel zu befragen, Tiefen zu durchmessen. Und nirgendwo kam sie dem Geheimnis der andauernden Dunkelheit nur das kleinste bi├čchen n├Ąher. Sie war beim bekannten Haiorakel von Delphi gewesen, und beim weniger bekannten Zierfischzauberer von Ponte Vedra, sie war auf den Grund des Marianengrabens getaucht und hatte dort ein anregendes Gespr├Ąch mit Seeungeheuern gef├╝hrt, denen sie versprach beim n├Ąchsten Mal eine Taschenlampe mitzubringen. Nur ihre Meerjungfrauenschwestern, die liessen sich nie blicken und halfen ihr nicht.

Und nach vielen Jahren war nur noch eine kleine Felsh├Âhle ├╝brig in der sie noch nicht gewesen war. Sie lag in einer Art Lagune, im Mittelmeer, in sehr flachem Wasser. Lila schwamm mit gesenktem Haupt hinein, ihr langes, violettes Haar traurig hinter sich her ziehend. Und da, pl├Âtzlich, nahm sie in der hintersten Ecke der H├Âhle ein ganz leichtes, zittriges Leuchten war. Als sie n├Ąher schwamm, fand sie einen Schwarm kleiner, schwach leuchtender, gelb-wei├č gestreifter Fische die alle furchtbare Angst hatten. Lila lief das Wasser im Meerjungfrauenmund zusammen und sie wollte gerade einem Urinstinkt folgen der ihr sagte, `I├č alle kleinen gelb-wei├č gestreiften Fische... I├č alle gelb-wei├č...`, naja, und so weiter. Aber weil Lila keine gew├Âhnliche Meerjungfrau war, sondern eine ganz besondere, violette und nette, streckte sie stattdessen ihre Hand aus und streichelte und tr├Âstete die kleinen Fische, die sich vor Angst inzwischen beinhahe in die gelben Hosen gemacht hatten. Und als Lila die Fische in dem Arm nahm und nett zu ihnen war, da fingen sie noch viel st├Ąrker an zu leuchten, bis sie strahlten wie Halogenlampen und die ganze H├Âhle erhellten. Nachdem die Kleinen sich beruhigt hatten erz├Ąhlten sie Lila warum sie sich so versteckt hatten. Scheinbar waren die gelb-wei├č gestreiften Fische vor langer, langer Zeit das Hauptnahrungsmittel aller Meerjungfrauen gewesen und die hatten sie auf die Art beinahe ausgerottet. Nur eine Handvoll von ihnen war in diese H├Âhle gefl├╝chtet um zu eine ├ťberlebenschance zu haben. Die Meere verloren so ihre prim├Ąre Lichtquelle und waren fortan dunkel und kalt. Mit der Entdeckung der kleinen Fische hatte Lila also das Licht wiedergefunden und sie erkl├Ąrte den Fischen, da├č die Meerjungfrauen nur noch in der Tiefe lebten und da├č die Leuchtfische deshalb ruhig rauskommen k├Ânnten um sich flei├čig zu vermehren damit die Meere wieder heller w├╝rden. Zur Sicherheit schwomm die kleine Meerjungfrau noch mal bei ihren Schwestern vorbei und las ihnen die Leviten.

Danach fand Lila sicher wieder nach Hause in ihre H├Âhle zur├╝ck und freute sich das die Meere wieder sch├Ân hellblau waren, aber nur in den oberen Schichten, denn noch immer trauen sich die Leuchtfische nicht tiefer als drei├čig Meter, wegen der Meerjungfrauen die dort wohnen und sie lecker finden. Lila aber findet die kleinen gelb-wei├čen Dinger nicht zum anbeissen, sondern nur unterhaltsam und sie spielt mit ihnen vor ihrer H├Âhle so oft sie kann. Und sonst freut sie sich noch ├╝ber all die sch├Ânen bunten Farben die man jetzt wieder richtig sehen kann und vor allem dar├╝ber, da├č alle Bewohner des Meeres jetzt wieder bessere Laune haben.
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flammarion
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ja,

das ist wieder eine geschichte ganz nach meinem geschmack. danke, kleiner grauhai! ganz lieb gr├╝├čt
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Old Icke

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La Luna
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Huhu kleiner Hai,

auch diese Geschichte gef├Ąllt mir wieder sehr gut.
All' deine Stories haben so etwas Liebes an sich, das mag ich.


Liebe Gr├╝├če
Julia

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ElsaLaska
Guest
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kofferfische, seegurken und gehirnkorallen

sind sowieso immer gut. auch mir gef├Ąllt die geschichte wieder.
aber: ich habe mal vor s├╝dfrankreichs k├╝sten erlebt, dass das meer ganz und gar nicht dunkel war. ich weiss nicht genau, wie man das nennt, elmsfeuer?
auf jeden fall waren die wellenk├Ąmme ganz leuchtend gr├╝n. und mutig wie wir sind, sind wir rausgeschwommen, obwohl es schon nach mitternacht war. und wenn wir uns damit bespritzt haben, dann waren in unseren haaren und an unseren k├Ârpern lauter glitzernde, feurige tropfen aus leuchtendem gr├╝n. ganz ohne gelb-weisse fische.
das war sch├Ân.
die flachwasserelsa

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Der kleine Grauhai
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Flachwasserelsas

sind tief. Schade das du davon kein Foto gemacht hast. Freut mich sehr das die Geschichte euch gefallen hat, danke ihr 3 lieben Elfen. (Flammarion? Wie war das noch mal mit der Geschichte in der ein Grauhai vorkommt?). Auch einen(extra-) lieben Gru├č f├╝r dich Mondfraujulia.
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flammarion
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mein

lieber grauhai, in der geschichte "Der Engelschor" (wahrscheinlich unter "sonstiges" ist nicht von einem grauhai die rede, sondern von dir und anderen lupianern. w├╝rde mich riesig freuen, wenn du zwei oder drei silben dazu sagst. ganz lieb gr├╝├čt
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Old Icke

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