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Leselupe.de > Kurzprosa
Die Nacht
Eingestellt am 19. 05. 2000 00:00


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madonna
???
Registriert: Jul 2002

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Die Nacht
Weit aufgerissene Augen starrten sie an aus dem Spiegel. Sie konnte es nicht fassen.... Wohin war die Sanftmut ihres Antlitzes, die es fr√ľher ...gestern noch so sch√∂n aussehen liess? Der Kerzenschein, einzige Lichtquelle in dem Raum, zeichnete tiefe Schatten wie Narben auf ihr blasses Gesicht...sie erkannte sich nicht. Trotz des flackernden Lichtes war nicht hinwegzusehen √ľber die Gesichtstarre, die ihre Z√ľge verzerrte. Sie war unf√§hig sich zu r√ľhren. Blankes Entsetzen l√§hmte sie... Von irgendwoher erklang sich immerwiederholend, neu ansetzend eine Melodie. Ganz langsam, schwerf√§llig als litte sie unter Gicht, bewegte sich die Frau. Von ihrem Scho√ü nahm sie behutsam ein Neugeborenes in ihre Arme, wiegte es und summte dabei leise vor sich hin . Ganz still lag das Kind an ihrer Brust. Die Frau erhob sich, h√ľllte das Kind in einen warmen Schal und verlie√ü die dunkle Kammer. Als sie T√ľr hinter sich schlo√ü fiel ein Hut vom Haken... Vor dem Haus zitterte sie vor K√§lte. Ein schmaler Holzweg f√ľhrte durch ein dunkles W√§ldchen zum Strand hinunter . Sehr langsam aber zielsicher schlug die Frau diesen Weg ein. Der Herbststurm zerrte an ihren Kleidern und ihre dunklen sich schl√§ngelnden Locken wehten ihr vor das Gesicht. Die Frau h√∂rte weder das Gewisper der Nacht noch die Eulenrufe. Sie folgte dem vom Mondlicht begl√§nzten Weg bis zu einem kleinen Tempel, der am Ende des W√§ldchens, fast am Stand stand. Hier hielt sie inne. Sie dr√ľckte ihr Kind noch einmal an ihr Herz, dann legte sie es nieder und l√§utete an der Tempelpforte. Sie wartete nicht bis jemand √∂ffnete, sondern wandte sich ab und ging hinunter zum Meer... der Sturm peitschte das Wasser und in der Luft war der Geschmack von Salzwasser. Am Horizont war ein Himmelsri√ü zu sehen...ansonsten war stockfinstere Nacht ..der Mond war untergegangen.
Die Sonne schien in das Zimmer, in dem die junge Frau auf dem Diwan schlief. Sie erwachte als die Sonnenstrahlen ihr Gesicht streiften. Sie blinzelte, wollte die Augen nicht √∂ffnen. Einen Moment sp√§ter wurde sie jedoch schlagartig wach, als sie einen r√ľcksichtslosen Stoss gegen die Bauchdecke sp√ľrte. Sie legte ihre Hand auf ihren Leib gegen das rumpelte Etwas. "Hallo, Kleines" sagte sie " es ist noch nicht so weit", und l√§chelte. Drau√üen vor dem Fenster bl√ľhte der Hibiskus und die Kirschb√§ume verloren bereits ihre Bl√ľten. "sieht aus wie ein Schneegest√∂ber" dachte die junge Frau. Noch immer ert√∂nte von irgendwo das Kr√§chzen einer in einer Endlosschleife sich drehenden Schallplatte.


(√úbernommen aus der 'Alten Leselupe'.
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