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Leselupe.de > Ungereimtes
Die Nacht der alten Frauen
Eingestellt am 28. 11. 2003 22:59


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Mara Krovecs
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Die Nacht der alten Frauen



Kurz vor Mitternacht
weckte mich Fledermausflug
meine Haut schimmerte wei├č
im milchig vollen Mondenschein
ich schlief im Sommergarten
ein Windlicht flackerte
knisternd sein Leben aus
da trat sie wie schwebend
aus unserem schlummernden Haus

die Haare bis in die Knie
silbern - mit Margeriten darin
im wei├čen Nachtgewand
die alte Frau aus Sibiriens Herz
ich folgte ihr - wir kamen zum Wald
wir kamen zur Quelle - dort stieg
sie sacht die Stufen zum Wasser hinab
da standen auch die anderen
wuschen sich die faltigen Gesichter
die schwieligen H├Ąnde
die verhornten F├╝├če
von Fackeln wehten die Lichter
spukten Schatten auf ihre
schweigenden Gesichter

ich versteckte mich hinter
einer gro├čen Fichte
Herzklopfen bis in
die Wimpern - mein Herzschlag schneller
als Vogelschwingen flatterten
Eulen riefen meinen Namen
Zweige knackten unter meinen F├╝├čen
ich stand und starrte gebannt
denn inzwischen waren
es drei├čig alte Frauen
sie stiegen die Stufen
wieder empor - die Lichter in ihren H├Ąnden
gingen tiefer in den Wald hinein
bis zur Lichtung - bis zum See

was wollten die Alten im Wald -
mit Bl├╝ten im wei├čen fliegenden Haar ?
Sie fassten sich an den H├Ąnden
Mondwind wehte leicht - sie tanzten im Kreis
sangen wie Nachtviolen - wunderwahr
Tannenduft schlich in ihre Falten
Augen gl├╝hten im Feuergesang
ich wei├č nicht - wie lang sie sangen und tanzten
doch dann streiften sie ihre Kleider ab
sprangen lachend in den See
sie tauchten und planschten mit nackten Leibern
schwammen wie Nymphen im Mondenscheinsilberschnee
ein Reiher erhob sich - gest├Ârt durch den L├Ąrm
flog schwere Fl├╝gel schwingend ├╝ber schweigendes Schilf
in unserer Milchstra├če - in geheimnisvoller Galaxie
ich entschloss mich zu gehen - der Wald war dunkel - still
den Reigen der Alten wie Geisterspuk in meinem Sinn
zog es mich noch einmal zu ihrer Lichtung hin
dort fand ich im hohen Gras - Margeriten ohne Zahl
wei├č gewachsen - zitternd im Silbermondenstrahl.

Nun ist die Nacht lange vorbei
meine Tage im Garten sind sch├Ân
Sonne strahlt W├Ąrme in meine Seele
und die Feuer der Alten - sind sie erloschen ?
Wie durch Windhauch bewegt sich eine Gardine im Haus
in dem Fenster steht die alte Russin und winkt
winkt mir zu und lacht.






Version vom 28. 11. 2003 22:59

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wondering
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ein Werk, das vermutlich nur zwei M├Âglichkeiten zul├Ą├čt:
man mag es sehr
oder gar nicht.

...und das liegt nicht an der Form, sondern am Inhalt.

ganz unten w├╝rde ich f├╝r noch gr├Â├čere Spannung so schreiben:

"und die Feuer der Alten sind erloschen...
...doch wie durch Windhauch bewegt sich eine Gardine im Haus"


Ich mag's sehr.
LG wondering
__________________
Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, ist es umsonst, sie woanders zu suchen.

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Mara Krovecs
Routinierter Autor
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Hallo Wondering,

ich danke Dir herzlich f├╝r Deinen Besuch und Deinen Kommentar dazu, ├╝ber den ich mich sehr freue

Dein Vorschlag bringt mich in die Schwierigkeit, dass ich dann nicht mehr ausdr├╝cke, dass die Feuer n i c h t erloschen sind, im ├╝bertragenen Sinn nat├╝rlich........

Ich schreibe zwar etwas sp├Ąter : " ihre Feuer k├Ânnten einst die meinen sein" w├╝rde aber die Feuer ungern verbal erst einmal erl├Âschen lassen.

Ich w├╝nsche Dir einen sch├Ânen lichten 1.Advent
Liebe GR├╝├če Mara

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lapismont
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Hallo Mara,

mich st├Ârt, das Du am Schluss den Text erkl├Ąrst.
Dieses "-ich verstehe-" belastet das Werk doch recht schwer.

cu
lap
__________________
Kunst passiert.

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Mara Krovecs
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Hallo lieber Lapsmont,


ich hab schon ein wenig herumprobiert um den Schlu├č so zu ver├Ąndern, dass ich den gr├Â├čten Teil weglasse.
Aber zufrieden bin ich so noch nicht..........
so also zun├Ąchst nur meine Antwort ohne Ver├Ąnderung .

Herzlichen Dank f├╝r Deinen Hinweis Lapismont und hab eine sch├ÂneZeit Mara

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peter
Guest
Registriert: Not Yet

der leicht negrophile unterton macht mir ein bisschen angst...(: denn wegrennen w├Ąre in so einer situation f├╝r mich das naheliegendste.
aber bitte, nur spass... ich weiss einfach nicht was du damit sagen m├Âchtest

gruss, peter

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