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Leselupe.de > Ungereimtes
Die Nacht vor dem Jüngsten Gericht
Eingestellt am 27. 09. 2006 15:28


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Rhea_Gift
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Die Nacht vor dem Jüngsten Gericht

Der Himmel sieht heute seltsam aus
von mattem schwarz
wie Fotopapier
wölbt er sich mit hartem Druck
über der stillen Stadt

Die Laternen werfen fade Schleier
von grauem Dreck
in das matte Schwarz
wie trüber Staub
verschmierte Asche
die man nicht mehr wegpusten kann

Ich muss an Tod und Vergängnis denken
an die Nacht vor dem Jüngsten Gericht
an das ich nicht glaube -
Der Himmel sieht heute seltsam aus

Ich blättere ein paar Seiten vor
hellblauer Himmel
Wolkenfetzen über der grauen Stadt
wie immer
nichts hat sich verändert
die Autos brummen
die Bienen summen
geschäftig durch die Strassen
der Weg ist das Ziel
so sagt man doch

Doch vielleicht ist die Hölle
so ein blauer Tag
in einer grauen Stadt
und ich weiß es nur noch nicht
Es geschehen keine Wunder mehr
sagen die Leute
Wunder gibt es schon lange nicht mehr -

Doch dann blättere ich zurück
in meinen Notizen
und lese von Wundern
hier und da
ich lache in den Himmel
das Leben ist schön
und hin und wieder
auch wunderbar
solange es Augen und Herzen gibt
die sich noch wundern können
über sich
über dich
und eine schwarze Nacht
und einen blauen Tag
in einer grauen Stadt.

__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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JoteS
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Die Laternen werfen fade Schleier
von grauem Dreck
in das matte Schwarz
wie trüber Staub
verschmierte Asche
die man nicht mehr wegpusten kann

Ich muss an Tod und Vergängnis denken
Ich denke an Tod und Vergänglichkeit
an die Nacht vor dem Jüngsten Gericht
an daswelches ich nicht glaube -
Der Himmel sieht heute seltsam aus

Ich blättere ein paar Seiten vor
hellblauer Himmel
Wolkenfetzen über der grauen Stadt
wie immer
nichts hat sich verändert
die Autos brummen
die Bienen summen
geschäftig durch die Strassen
???
der Weg ist das Ziel
so sagt man doch

ich lache in den Himmel (wieso dorthin?)

Mit ein klein wenig Kosmetik wird's ein schöner Text!

Gruss

Jürgen
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Oh lodernd Feuer! (Ustinov als Nero)

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Rhea_Gift
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Hi JoteS,

danke für deine Vorschläge, aber der Text bleibt wie er ist -
Tod und Vergängnis klingt besser als Vergänglichkeit und läßt das "Verhängnis" mit anklingen, Asche, die man nicht mehr wegpusten kann ist mir in dieser Bedeutung wichtig als einfach nur Asche und Dreck - "welches" klingt nicht gut, zudem hat mein Deutschlehrer es damals gern unterkringelt, wozu gibt es der, die das??? Welche/welcher/welches mehr für in Aussagesätze verwandelte Fragesätze geeignet...
Die Bienen summen geschäftig, weil man den Link zu den "Arbeitsbienen" ziehen soll, also Menschen. Und ich lache in den Himmel, da ich dabei den Kopf in den Nacken werfe (was nicht gesagt werden muss) und es einen Kontrast zum schwarzen Himmel, der seltsam aussieht und mich an Tod denken läßt, bildet... drum bleibt alles wies ist, aber danke fürs Gedanken machen

LG, Rhea
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lapismont
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Hallo Rhea,

ich mag besonders:
"Doch vielleicht ist die Hölle
so ein blauer Tag
in einer grauen Stadt"

Das kann für sich alleine stehen, so viel drückt es aus.

Ansonsten bist Du mir an einigen Stellen zu festgelegt, wirkt es zu sehr autobiographisch, ausschliessend.
Trotzdem ist es zu auktorial für einen Monolog.
Etwa
"an das ich nicht glaube -"
das ist eine Erklärung für den Leser, die so nichts bringt.
Ich selbst muss sich das nicht erklären.
Begründen schon eher.

cu
lap

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Kunst passiert.

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JoteS
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Hallo nochmal

Ich war einfach der Meinung, dass das Gedicht so keinen Stil hat. Sehr poetische, schöne Bilder (Fotopapier-Himmel...) welchseln sich willkürlich mit einer geradezu kindlichen Sprache ab.

So wie jeder Mensch seinen Sprachstil, seinen Tonfall hat, so sollte das auch für jedes Gedicht gelten - es sei denn, ein Wechsel im Tonfall wird bewusst und deutlich erkennbar als Stilmittel eingesetzt. Dies habe ich hier nicht vorgefunden....

Gruss

Jürgen
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Rhea_Gift
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Hi lap,

es ist autobiographisch, warum auch nicht (der Himmel sah wirklich seltsam aus) - und ich habe es wirklich so erlebt und gedacht, auch das "an das ich nicht glaube", weil ichs in dem Moment witzig fand, dass ich an so etwas denke - die liebe Prägung - obwohl ich nicht an so etwas glaube. Und warum soll ich das dem Leser, den ich am Ende mit "sich wundern über dich", anspreche, nicht mitteilen? Es sind Gedanken und Wahrnehmungen über das Leben, ausgehend von einem Moment, der mich dann aber vor- und zurückdenken ließ - und die Gedanken fand ich durch aus mitteilungswert... am Ende steckt schließlich ne Botschaft drin, die aus den vorherigen Gedanken sich ergibt.

LG, Rhea
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