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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Ohrfeigenanstalt.
Eingestellt am 17. 12. 2002 12:06


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pleistoneun
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Registriert: Apr 2002

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Der dicke, geisteskranke Anstaltspsychologe Dr. MĂ€ander hörte sich die Geschichte, die die beiden NeuzugĂ€nge zu erzĂ€hlen hatten, nicht bis zum Schluss an. Noch wĂ€hrend die beiden ihre Leidensgeschichten erzĂ€hlten, diagnostizierte er "Nicht ĂŒbel, klassische Depression" und verordnete als Therapie Ohrfeigen. Dr. MĂ€ander erhob sich vom Sessel, beugte sich ĂŒber den Tisch und patschte den Patienten seine RiesenhandflĂ€che mit VergnĂŒgen ins Gesicht. "Vor dem Abendessen gibtÂŽs nochmal eine, nicht ĂŒbel, was meine Herren!".

Obwohl die Behandlungsweise auf den ersten Blick völlig in Ordnung schien, war sie doch wenig erfolgreich. Den eingewiesenen Kranken war es mit der falschen Diagnose natĂŒrlich nicht möglich Therapiefortschritte zu verzeichnen oder gar als geheilt entlassen zu werden. Und falls mal wirklich jemand die Anstalt verließ, dann nur als Verletzter mit knallrotem Ohrfeigengesicht.

Der dicke MĂ€ander war deshalb unzufrieden. "Was kann ein genialer Anstaltspsychologe, wie ich es bin, denn noch alles machen?" Ohrfeigen helfen zu vergessen, verdrĂ€ngen den Seelenschmerz, Ohrfeigen schmecken gut (wenn sie fest genug waren) und man hat immer eine bei der Hand. Ohrfeigen gehen einem nie aus, sind international anerkannt und haben Überraschungseffekt. Dr. MĂ€ander betrachtete nachdenklich seine dicke Ohrfeigenhand, mit der er schon abertausende Patienten geschlagen hatte. Und als dann Gedanken ĂŒber die unzĂ€hligen Scheindiagnosen, die er als Vorwand fĂŒr seine Ohrfeigenlust benutzte, aufkamen, plagte ihn gleich ein ganz ganz ĂŒbles Gewissen.

Der ohrfeigen- und geisteskranke Anstaltspsychologe formte langsam seine Hand zu einer Faust und biss kraftvoll hinein. "Nicht ĂŒbel", schmatzte er, biss nochmal ab und war beim Ellbogen. Bissen um Bissen reduzierte er sein Leben, bis nur noch sein Kopf und ein Stumpen Hals existierten. "Gar nicht ĂŒbel", resumierte Dr. MĂ€ander, der geisteskranke Kopf der Anstalt seine Arbeit, ehe man ihn direkt ins S-15 einlieferte.

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vetiver
Guest
Registriert: Not Yet

lieber pleistoneun,

ich gebe zu, ich habe ziemlich lachen mĂŒssen beim lesen. das ist eine geschichte von der art, die unsereins frĂŒher in der schule dazu gebracht hat, dass wir wĂ€hrend der gesamten blöden erdkundestunde haben lachen mĂŒssen, wenn wir uns nur angeschaut haben. und erdkunde war wirklich total langweilig. ich frage mich allerdings, ob dr. mĂ€ander im s-15 richtig ist, er besteht schließlich nur noch aus kopf und hals.

vetiver

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kaffeehausintellektuelle
Guest
Registriert: Not Yet

den titel hast du geklaut. von stermann und grissemann. das sind nÀmlich meine lieblingsmoderatoren und sie sind meine lieblingsmoderatoren, weil sie auch keine tabus kennen.
kennst du diese sensationelle nummer von ihnen, wo sie pflegeheimbewohner mit jungen skins vergleichen? (stöcke, anstalt fĂŒr schwererziehbare senioren, glatzköpfe, immer nur von der guten alten zeit reden, etc..)
ich liebe sie.

trotz dem geklauten titel mag ich solche geschichten.

die kaffeehausintellektuelle

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