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Leselupe.de > Horror und Psycho
Die Partybox
Eingestellt am 31. 05. 2012 22:16


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Gonzo Gonzales
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Mar 2003

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Die Partybox von Markus Plie├čnig


Beinahe den gesamten Abend ├╝ber irrten Simone und ihre Freundin Joey nun schon durch diesen Wald. W├Ąhrend sich die Sonne immer weiter senkte und langsam hinter den Baumwipfeln der h├Âchsten B├Ąume zu verschwinden drohte, schlich sich bei den beiden der durchaus nachvollziehbare Gedanke ein, dass es bald schon v├Âllig umsonst sein w├╝rde noch weiter zu suchen. In absehbarer Zeit n├Ąmlich, w├╝rde das Tageslicht der Dunkelheit gewichen sein und eine weitere Suche ad absurdum f├╝hren. Aus diesem Grund stand ihnen ihre innere Anspannung mehr als sichtbar ins Gesicht geschrieben - und pl├Âtzlich fuchtelte Simone wild mit dem Grund ihres kleinen Ausfluges, dem zweiten Partyflyer, den sie noch in ihrer Tasche hatte und gl├╝cklicherweise nicht ebenfalls in ihrem Zorn bei Muktada in der Wohnung liegen gelassen hatte, vor Joeys Nase herum.
"Was f├╝r ein Mist Sch├Ątzchen! Wenn wir dieses Ding nicht bald finden, lohnt es sich ja am Ende gar nicht mehr ├╝berhaupt bei diesem Festchen mitzumischen!"
Joey nickte zustimmend und zog sogleich den Reisverschluss ihrer pinken Zippjacke ein kleines St├╝ck weiter nach oben. "Ja, und kalt ist mir au├čerdem auch schon Simi! Glaubst du nicht, dass dieser Flyer einfach nur ein Fake ist? Klingt ja auch irgendwie komisch. Partybox, feiern bis zum n├Ąchsten Tag! Let your Eggs rock! Wer schreibt den so einen M├╝ll auf einen Partyflyer!?"
Die beiden schauten sich einen Augenblick lang fragend an.
"Keine Ahnung!", entgegnete Simone nunmehr in einem scharfen Ton. Denn wer war Joey eigentlich diesen Ausflug zu dem sie diese mitgenommen hatte so schlecht zu reden.
"Jedenfalls klingt es einmal anders als sonst.", ├Ątzte sie daraufhin.
"Ja, aber wo findet diese Party denn statt? Laut dieser dummen Beschreibung m├╝sste das doch hier irgendwo sein, nicht? Es ist doch v├Âllig bescheuert ein Fest zu organisieren, das man ├╝berhaupt nicht finden kann. Da ist ja dann sowieso ├╝berhaupt nichts los. Tote Hose sage ich dir...", Joey war jetzt schon extrem genervt und schoss mit ihren Worten, f├╝r Simones Geschmack, doch schon ein wenig ├╝ber das Ziel hinaus. Das veranlasste sie dazu gleich noch ein paar Scheite nachzulegen, damit der Kessel auch ja sch├Ân ├╝berkochen konnte (nur war es in diesem Fall wohl eher ihr eigener Kessel)! Was sollte dieser Satz mit: Wieso kann man es denn nicht finden und so. Immerhin war es ja der Sinn einer illegalen Party, dass sie nicht jeder Dahergelaufene gleich finden konnte. Au├čerdem wollte man ja auch nicht, dass die Bullen aufkreuzten und alles verderben konnten. Also fauchte sie: "Jetzt pass mal auf Joey! Erstens habe ich dich nicht gezwungen mich zu begleiten und zweitens werden wir schon noch hinkommen und drittens..."
Bevor Simone ihre Aufz├Ąhlung noch weiter ausdehnen konnte, war ein leises, den beiden jedoch sehr vertrautes Dr├Âhnen zu h├Âren. Es schien ganz in der N├Ąhe zu sein. Simone und Joey sahen sich wissend in die Augen. Beide werteten dieses Dr├Âhnen richtig als das tiefe Grummeln einer Bassdrum.
"Bingo Sch├Ątzchen! Ich sagte es dir doch, wir kommen da hin!", triumphierte Simone und der ganze ├ärger von eben war Vergangenheit. Hektisch fingerte sie in ihrer wei├čen "Pradahandtasche" nach ihren Zigaretten und fragte Joey nach einem Feuerzeug.
"Wei├čt du was Joey?", sagte Simone w├Ąhrend sie sich ihre Zigarette anz├╝ndete, "Ich sage dir, dass wird sicher geil heute, wetten?"
Joeys blauen Augen blitzten im Feuerschein kurz auf und Simone war sehr zufrieden als sie diesen ber├╝chtigten "Na klar!" Blick ihrer Lieblingspartyfreundin Joey registrierte. Denn zum Feiern war Joey einfach die Beste. Nicht nur , dass mit ihr jede Menge Spass haben konnte, sie war auch ein wahrer M├Ąnnermagnet. Dieses blonde Luder, dachte sich Simone. Und das war wesentlich, denn Simone musste sich schon geh├Ârig die Nase pudern um einen Typen aufzurei├čen. Nicht das Simone nicht gut aussah. Nein, sie sah sogar verdammt gut aus, das w├╝rde jeder Mann sofort best├Ątigen. Nur neigte sie leider dazu ein wenig arrogant zu wirken - auf die M├Ąnnerwelt, unnahbar geradezu. Deshalb traute sich keiner sie anzusprechen. Nicht so bei Joey, denn die brauchte man gar nicht erst anzusprechen. Ohne sich gro├č Gedanken zu machen warf sie sich in die Menge, tanzte einfach so irgendwelche gut aussehenden Typen an und am Ende war auch f├╝r Simone einer dabei. Praktisch.
"Siehst du das Simi? Siehst du das?", r├Âhrte Joey aufgeregt. Ja, Simone konnte es sehen. Mitten im Wald stand ein ca 15x15 Meter gro├čer schwarzer W├╝rfel. Einfach so.
"Das muss es sein Simi!", Joeys Stimme hatte einen geh├Ârigen "Overflow" und klang somit extrem schrill. W├Ąhrend Simone bewusst gelassen den letzten Zug von ihrer Zigarette nahm, zog sich Joey ihre w├Ąrmende pinke Zippjacke aus und sch├╝ttelte ihre blonde M├Ąhne einmal kr├Ąftig durch. Simone staunte nicht schlecht, als unter der Jacke das wahrscheinlich knappste Oberteil der Welt zum Vorschein kam. Nicht schlecht, dachte sie sich. So wie Joey angezogen ist wird das bei ihr heute sicher noch was mit dem Poppen...
Simones Blick verweilte noch eine Zeit lang gebannt auf Joeys riesigem Ausschnitt. Also, wenn sie ein Mann w├Ąre...
Aber dann streifte ihr Blick wieder dieses riesige Ding hier mitten im Nirgendwo. Mitten im Dschungel konnte man sagen. Irgendwie war das schon unheimlich.
Denn was sollte bittesch├Ân dieser riesige schwarze Block hier im Wald? Welcher gottverdammte Freak w├╝rde sich denn so etwas antun? Das sah nach einer Menge Arbeit aus. Wie lange man wohl dazu gebraucht haben mochte dieses riesige Teil hier aufzubauen? Und das f├╝r eine illegale Party. Schon verr├╝ckt!
Doch bevor Simone ihre Bedenken ├Ąu├čern konnte stand Joey schon direkt vor diesem monstr├Âsen Ding und suchte schnurstracks nach dem Eingang.
"Hey Simi! Wie man da wohl reinkommt? Ist ja voll irre, das Teil!", kr├Ąchzte Joey. Ihre Stimme wurde vor lauter Aufregung immer schriller und dieser arge schr├Ąge Unterton schien sich in ihren Stimmb├Ąndern eingenistet zu haben. F├╝r Simone aber, war das v├Âllig normal. Schlie├člich kannte sie ja ihre Joey. Diese Frau war so abgedreht, das gab es kein zweites Mal. Nicht au├čergew├Âhlich, dass die sich nicht wunderte so ein abgefahrenes Teil hier anzutreffen.
"Keine Ahnung Schatz, geh doch einfach mal drum herum!", riet Simone vorsichtshalber. Eine innere Stimme gebot ihr, dass es besser w├Ąre einfach hier stehen zu bleiben. Man konnte ja nicht sagen was hier wirklich los war. Freilich es klang alles verdammt nach Party, aber...
"Hey Simi! Hier dr├╝ben kommt man rein, du wirst nicht glauben wer hier ist! Hey Simi, los komm schon her du Angsth├Ąschen!"
Mit einem leicht mulmigen Gef├╝hl im Bauch kam Simone der schrillen Aufforderung ihrer Freundin nach. Als sie schlie├člich vor dem Eingang angekommen war staunte sie nicht schlecht. Zun├Ąchst einmal war sie ├╝berw├Ąltigt von der schieren Gr├Â├če dieses Kastens, der sogleich man vor ihm stand noch viel riesiger wirkte als man es aus einiger Entfernung f├╝r m├Âglich gehalten h├Ątte. Und au├čerdem war der T├╝rsteher (oder Ticketverk├Ąufer) oder sonst was, niemand geringerer als Brad Pitt. Oder t├Ąuschte sie sich da! Zugegeben, eine ziemlich "strange" Version von Brad, aber: War er das nicht?
Brad schien irgendwie bemerkt zu haben, f├╝r wen Simone und Joey ihn hielten. Also bem├╝hte er sich gleich darum reinen Tisch zu machen.
"Hey ihr zwei M├Ądels, ich wei├č genau was ihr jetzt denkt! Aber nein, ich bin nicht Brad Pitt! Ich sehe ihm nur verdammt ├Ąhnlich, wisst ihr!"
Verflucht ├Ąhnlich fand Simone. Von seinen vielen Piercings und dem schr├Ągen Outfit einmal abgesehen. Als Simone dieses brillant gute Brad-Double genauer musterte und seine seltsame rosa Glockenhose bemerkte, musste sie beinahe lachen. In allerletzter Sekunde verbiss sie sich diese unh├Âfliche Ausdrucksform und fingerte sozusagen um sich selbst abzulenken in ihrer Handtasche nach den Zigaretten. Joey griff gleich ebenfalls nach einer Kippe und bot Simone abermals ihr Feuerzeug an. Brad beobachtete sie genauestens und konnte es nicht unterlassen sich begierig ├╝ber die Lippen zu lecken als er sich in Joeys Ausschnitt verlor.
"Ja, ├Ąhm, M├Ądels! Dann mal rein mit euch w├╝rde ich sagen! Nicht?", Brad musste sich r├Ąuspern als sich Joey ein klein wenig weiter nach vorne beugte um einen der Flyer auf dem Tisch hinter dem Brad l├Ąssig posierte genauer zu betrachten.
"Aber ├Ąhm, seht her meine S├╝├čen! Bevor ich euch reinlassen kann, m├╝sst ihr euch noch einen Willkommensdrink genehmigen!", Brad griff unter den Tisch und stellte den M├Ądels unerwarteterweise 2 Getr├Ąnkeflaschen hin. So ein eklig aussehendes gr├╝nes Zeug. Simone war bei diesem Anblick nicht so ganz wohl zumute. Es sah einfach total abartig aus, irgendwie gef├Ąhrlich gr├╝n. F├╝r sie zumindest - bevor sie jedoch auch nur daran denken konnte sich zu erkundigen, worum es sich bei diesem Getr├Ąnk denn handelte, hatte Joey auch schon die Flasche ge├Âffnet und nahm einen ausgiebigen Schluck von deren Inhalt. Ohne mit der Wimper zu zucken. Verflixt noch mal, durchfuhr es Simone, dieses Weib war doch so unvorsichtig und so un├╝berlegt.
"Was ist den mit dir meine S├╝├če?", Brads beinahe schon strenger Blick fixierte die Flasche welche f├╝r Simone bestimmt war und noch unber├╝hrt vor ihr am Tisch stand:" Wird das heute noch was?", forderte er in einem Tonfall der Simone ganz und gar nicht gefallen wollte. Dazu grinste dieser Brad-Typ auch noch so derma├čen bl├Âd, dass sich Simone dazu hingerissen f├╝hlte ihm eine zu knallen. Und was war mit diesem Kerl eigentlich los. Sah aus wie Brad Pitt und machte hier einen auf Vollidioten. Was konnte er denn sonst sein? Kein normaler Typ w├╝rde ein M├Ądchen so bescheuert dazu auffordern aus einer Flasche zu trinken. Und dazu noch in diesem barschen Befehlston.
"Was ist denn das eigentlich da in dieser Flasche?", h├Ârte sich Simone fragen.
"Ach mach dir keinen Kopf Simi, schmeckt total lecker!"
Ah ja Joey war ja auch noch da. Aber auf deren Urteil wollte sich Simone nun wirklich nicht verlassen. Alles hier war einfach zu schr├Ąg, zu irre, um nicht skeptisch zu werden. Irgendwie bereute sie es in diesem Moment ein wenig jemals hierher gekommen zu sein. Aber: Was Simone in diesem Augenblick noch nicht wusste war, dass es zumindest in diesem Moment alles noch recht gut lief f├╝r die beiden M├Ądels - von einem gewissen Standpunkt aus betrachtet.
"Hey S├╝├če! Das ist unsere Eintrittskarte! Das musst du einfach trinken wenn du in die Box rein willst!"
"Aja, aber das beantwortet nicht meine Frage!", Simone nahm einen tiefen Zug von ihrer Zigarette und pustete den Rauch provozierend in das Gesicht dieses Brad-Typen.
"Und was ich noch wissen will! Was treibt jemanden dazu f├╝r eine illegale Party so einen irrsinnigen Aufwand zu betreiben!", als Simone so sprach, bemerkte sie im Augenwinkel, dass Joey einen leichten Ausfallschritt machte und sich an die Schl├Ąfe fasste.
"Hey Simi! Das Ges├Âff ist der reinste Wahnsinn, ach trink doch auch was davon, ist totaaal gut!". Joeys darauf folgendes Lachen erinnerte stark an das einer manischen Frau auf Extasy befand Simone. Bei Joey nichts Ungew├Âhnliches! Nur nicht nach dem Konsum eines alkoholischen Getr├Ąnks! Und Pillen hatte sie ja auch keine genommen, oder?
Verflucht auch. Aber als Simone sich gerade an ihre Freundin wenden wollte beantwortete Brad ihre Frage. In einem ruhigen und beinahe z├Ąrtlichen Tonfall:" Bist du dir sicher, dass du hier bist um mal so richtig und noch dazu auf h├Âchstem Niveau abzufeiern? Dieses Getr├Ąnk nennt sich "Tunnelbreaker" Schnucki. Und wie du bei deiner Freundin gut sehen kannst ist der Name Programm!"
Simone hasste Leute welche sie nicht kannten und gleich als "Schnucki" bezeichneten.
Und Brad stockte kurz als ihn Simone daraufhin mit einem geringsch├Ątzigen Blick abstrafte.
"Also gut S├╝├če! Das Zeug ist in etwa mit Absinth zu vergleichen! Mit einer derben Mischung - ist unser Special hier! Wart mal ab bist du siehst wie die Tussies da drin - ├Ąh ich meine die Leute da drin abgehen.!", Brads Augen funkelten geheimnisvoll auf.
"Nun ja, dann gib mir halt die Flasche!", zischte Simone. Als Spielverderberin wollte sie nicht dastehen. Obendrein war sie es doch, die daf├╝r gesorgt hatte, dass sie und Joey jetzt hier vor diesem schwarzen Unget├╝m standen. Mit triumphierender Geste h├Ąndigte ihr Brad die Flasche mit dem gef├Ąhrlich gr├╝nen Inhalt aus und grinste als Draufgabe nochmals besonders d├Ąmlich. Simone war angewidert von dessen abnormaler F├Ąrbung, deshalb vermied sie es noch, gleich davon zu kosten.
"Aber wer steckt hinter dieser ganzen Veranstaltung? W├╝rde mich nur interessieren."
"Ja ├Ąh, woher wei├čt du denn von der Party!", erkundigte sich der Brad Pitt Verschnitt in einem geradezu unschuldigen Tonfall.
"Von einem Typen auf der Stra├če, de gab mir so `nen Flyer und..."
"Hey S├╝├če! Wir sind jetzt schon so was wie eine lebende Legende wenn es um illegal Festchen geht, verstehst du? Wenn du zuhause bist schau doch mal im Internet nach, ja!", Brad hatte scheinbar so was wie ein geniales Geschick daf├╝r auf gezielte Fragen keine pointierte Antwort geben zu k├Ânnen. Simone nervte der Typ schon gewaltig. Aber die Internetadresse wollte sie dennoch haben und gleich testen. Der Typ schien scheinbar nicht zu wissen, dass man heutzutage ein Smartphone dabei hatte und nicht erst daheim sein musste, um ins Netz gehen zu k├Ânnen. So erkundigte sie sich nach der Adresse, warf ihre Zigarette vor dem Typen auf den Boden und zerrte Joey an Brad vorbei ein St├╝ck weit vom W├╝rfel weg. Die Flasche und Joey in der einen Hand das Handy in der anderen.
"Vergiss nicht S├╝├če, du h├Ąltst deine Eintrittskarte in den H├Ąnden und ich kann dich sehen! Also nicht wegsch├╝tten!", h├Ârte Simone Brad noch rufen.
"Ja ja du Freak...", grummelte Simone als sie die Internetadresse eingab.
"Mist Joey! Ich krieg hier keine Verbindung in diesem schei├č Wald..."
"Waaas? Keinen Anschluss? Hihihi! E.T will heim was?"; Joey beendete diesen Satz mit einem irren Lachen. Simone bereute es immer mehr hier zu sein. Irgendwie bekam sie heute keine Stimmung zusammen. Aber vielleicht w├╝rde sich das ja noch ├Ąndern, wenn sie einfach dieses gr├╝ne Zeugs da in sich hineinkippte. Sie drehte sich so, dass Brad sie sehen konnte, fasste allen Mut zusammen, ├Âffnete die Flasche und kippte das Zeug in ihren Rachen. Alles auf einmal. Und: Ja - es war in der Tat k├Âstlich und just ein paar Sekunden sp├Ąter machte sich eine Leichtigkeit in ihr breit wie sie sie noch niemals zuvor in ihrem Leben empfunden hatte. Easy living!!!
Simone bemerkte gar nicht, dass Brad, der sie dabei genauestens beobachtete, sich zufrieden ├╝ber seine blassen Lippen leckte. Ja: Zufrieden konnte er sein! Wieder ein paar M├Ądels f├╝r die W├╝rfelpartie! F├╝r die Partybox - 2 leckere, fruchtige Edeltussies.
"Let your Eggs rock!"

Im Partyw├╝rfel...

Kurz darauf torkelten Joey und Simone auch schon gemeinsam, sich gegenseitig Halt gebend, durch den schmalen Korridor des Eingangsbereiches des gro├čen schwarzen W├╝rfels. Dicht gefolgt von Brad, der mit einer Art ├╝berdimensionaler Fernbedienung in der Hand auf ein gro├čes rotes Symbol (welches stark an die Zeichnung am Hinterleib einer schwarzen Witwe erinnerte) direkt vor ihnen auf der schwarzen Wand oberhalb eines massiven Stahltores, zielte. Hinter diesem schweren Tor dr├Âhnte und poltere es gewaltig. Ja, man konnte es h├Âren, da drin wurde ordentlich gefeiert, dachte sich Simone und war inzwischen etwa in der gleichen Verfassung wie ihre Lieblingpartyfreundin Joey und begann jedes mal wenn sie diese auch nur fl├╝chtig ansah, lautstark und schrill zu lachen. Ein deutliches Indiz daf├╝r, dass auch der Rest ihres Verstandes gerade dabei sich eine kleine Auszeit zu g├Ânnen. Adieu!!!
"Hey Sch├Ątzchen, mein Knuddelwuddel - Tussieb├Ąrli, hahahah...!", gr├Âlte Simone w├Ąhrend sich vor ihnen das schwarze Tor ├Âffnete. Langsam kletterte es nach oben und mit jedem Zentimeter den es sich hob, trat mehr Licht in den Korridor und die Musik wurde immer lauter. Beinahe schon unertr├Ąglich laut. In Simones Kopf begann es leicht zu pochen. Aber der Tunnelbreaker in ihrer Blutbahn erm├Âglichte es ihr, diese Tatsache gekonnt zu ignorieren - vorerst. Simones Blick war starr nach vorne gerichtet und hinter diesem Tor, im Inneren des Partybox konnte Simone schemenhaft dutzende wild tanzende Menschen erkennen. Als beide unter dem Tor durch waren, standen sie nun ├╝berw├Ąltigt und beinahe atemlos mitten in einem grellen, mit unz├Ąhligen Scheinwerfen best├╝ckten Partyraum, welcher einem einfach keinen Grund zum Meckern gab. Party Deluxe!
"Viel Spass meine Schnuckis!", rief ihnen Brad lakonisch grinsend zu und das Tor senkte sich wieder langsam. Warum es sich senkte und aus welchem Grund es ├╝berhaupt existierte war beiden M├Ądels so ziemlich egal und w├Ąhrend es schlie├člich von einem tiefen Knarren begleitet im Schlie├čmechanismus der Bodenplatte unter dem Tor einrastete, glaubte Simone im Paradies angelangt zu sein. Jawohl, Simone und Joey waren nun endlich da wo sie hinwollten und f├╝hlten sich wie der Mittelpunkt dieses Partyuniversums. "Es hat sich doch ausgezahlt!", kreischte eine hoch erregte Simone die sich daran aber schon bald nicht mehr erinnern w├╝rde k├Ânnen. Joey sah sie an und beide wussten sofort was zu tun war. Die Bar musste gefunden werden um sich noch einen von diesen leckeren Tunnelbreakern zu ergattern. Simone fand, ebenso wie Joey, dass dieses Getr├Ąnk der volle Bringer war. Echt total k├Âstlich und man wurde so herrlich breit davon. Aber nicht auf einen unangenehme Art. Simones Augen wanderten suchend durch die Box und genau in dem Moment, da sie glaubte die Bar gesichtet zu haben, wurde eine gigantische Nebelmaschine bet├Ątigt und der gesamte Raum f├╝llte sich binnen einiger Sekunden vollends mit dickem blauen Nebel. Beinahe gleichzeitig ging ein wahres Trommelfeuer von Laserlichtern durch den gesamten Discobereich. Es war nunmehr geradezu unm├Âglich auch nur noch irgendwas zu erkennen - es herrschte h├Âchste Epilepsie-Warnstufe. Und Simone hatte die Bar nat├╝rlich aus den Augen verloren. Trotzdem meinte sie noch die ungef├Ąhre Richtung zu kennen, packte Joey am Arm und schleppte sie kurzerhand mit, quer durch die tanzende Menge hindurch. Ohne Vorsicht walten zu lassen, denn dazu war sie nicht mehr f├Ąhig. So sehr beeintr├Ąchtigte dieses gef├Ąhrliche gr├╝ne Zeugs ihre Wahrnehmung und ihren Gleichgewichtssinn. Aber es war ihr egal. Die Kollisionen mit diversen K├Ârperteilen unterwegs sp├╝rte sie sowieso nicht mehr und einen gewaltigen Vorteil hatte das alles ja. Weil es ihr ohnehin nicht gelingen wollte sich gerade und ohne umzukippen fortzubewegen, wurde sie auf dem Weg zur Bar wenigsten von den K├Ârpern der tanzenden Leute abgefangen. Joey erging es ├Ąhnlich. Es schien so als w├Ąren hier alle so drauf wie die beiden M├Ądels. Gemeinsam bildeten sie ein instabiles Gebilde aus tanzenden Dominosteinen welches, w├╝rde man auch nur einen oder zwei entfernen in sich zusammenfallen w├╝rde. Eine Kettenreaktion mit ungewissem Ausgang w├Ąre wohl die Folge. Nach schier endlosen Augenblicken erreichten die beiden allen Widrigkeiten zum Trotz unbeschadet die lange Bar am hinteren Ende des W├╝rfels. Gut, dachte sich Simone. Hier ist es ja. Mit zielgerichtetem Blick und den schemenhaften Umriss des Barmannes im Auge, wankte sie mit Joey in der Hand schnellen aber unbeholfenen Schrittes auf das Zielobjekt zu, etwas zu flott und schlug mit ihrer Stirn auf der gro├čen Theke vor der Bar auf und blieb einige Augenblicke reglos an der Theke h├Ąngen. Das Ganze hinterlie├č eine kleine Schramme oberhalb ihres linken Auges. Komisch zu beobachten war au├čerdem, dass es auch Joey so erging. Nur hatte die das Gl├╝ck , auf Simones Schulter aufzuschlagen. Im selben Moment lichtete sich der blaue Nebel und die Laserlichter erloschen. Der Barmann, der Simones st├╝rmische Ankunft mitverfolgt hatte trat vorsichtig einige Schritte n├Ąher an die beiden "Damen" heran.
"Aber hallo, hallo!", br├╝llte dieser mit extrem lauter und einer sehr bekannten Stimme. Aber Simone und Joey nahmen vorerst noch keine Notiz von ihm.
"Irre Siiimiii, Irrre, ja, ja ,ja...!", kreischte Joey und zog Simones Kopf an ihrem langen feuerroten Zopf unsanft von der Oberfl├Ąche der Theke nach hinten sodass diese sehen konnte was Joey gerade ersp├Ąht hatte.
"Guck dir diese Typen an, Simi, schau nur, schau! Alles voll die Chippendales! Hast du so was schon jemals gesehen auf einer Party?"
Unter normalen Umst├Ąnden h├Ątte Simone Joey, ob des Schmerzes den deren Haarrei├čaktion mit sich bringen h├Ątte sollen, eine geknallt. Aber sie sp├╝rte den Schmerz ja nicht, also waren es keine normalen Umst├Ąnde. Sie f├╝hlte beinahe nichts mehr, schon gar nicht das Blut welches ihr in einem d├╝nnen Rinnsaal ├╝ber die Stirn lief und sich in ihrer linken Augenbrauen sammelte. Nur ein warmes Kribbeln in ihrem Unterleib als sie sah, was Joey meinte. Auf dieser Party schienen beinahe ausnahmslos nur M├Ąnner zu sein und das von einem Kaliber, dass jeder halbwegs normalen Frau H├Âren und Sehen h├Ątte vergehen k├Ânnen. Der pure Wahnwitz!
"Hallo meine Damen!"
Jetzt erst nahmen sie die eigenartig vertraute Stimme des Barmanns wahr und es durchfuhr sie wie die Offenbarung des Johannes. Es war - nein, ja...
Das war er! Johnny Depp! Als Barmann! War das nicht des Zufalls zuviel? Zuerst Brad Pitt und jetzt - Johnny Depp!
Simone konnte es trotz des starken Einflusses des Tunnelbreakers nicht so recht glauben. W├Ąre sie nicht so angetrunken gewesen h├Ątte sie sp├Ątestens jetzt eine Panikattacke bekommen. So war sie nur angenehm ├╝berrascht und fand es sogar sehr aufregend. Joey erging es ebenso.
"Ist das hier eine Verarsche?", fragte Simone in einem belustigten Tonfall. "Sag mir, wo habt ihr alle diese schr├Ągen Verkleidungen her. Oder nein - hihihi! Ich wei├č schon, du bist der Bruder von diesem Brad-Freak, stimmts!", sagte Simone und war versucht ihre Erregung mit dem Griff nach einer Zigarette zu ├╝berspielen, unterlie├č es dann aber. Johnny zog nur die Augenbrauen nach oben und meinte trocken, dass er nicht der Bruder des erw├Ąhnten Freaks sei und das er keineswegs nachvollziehen konnte wie sie ihn mit diesem in Verbindung bringen konnte. Aber ein gutes Getr├Ąnk k├Ânne er ihnen anbieten. W├Ąhrend er das sagte, l├Âste sich ein kleiner Blutstropfen von Simones Augenbrauen und fiel in Zeitlupentempo auf die spiegelglatte Thekenoberfl├Ąche vor Johnny. Sein Blick wurde d├╝ster und f├╝r einen kurzen Moment konnte man seine wahre Natur erkennen, hinter der Fassade seiner Augen - glanzlos, animalisch und schrecklich.. Doch bevor die beiden dies bemerken konnten, schloss er sie schnell, atmete tief durch und versuchte wieder freundlich und wie der echte Johnny zu wirken. Diese Vorgehensweise w├Ąre jedoch im Prinzip nicht n├Âtig gewesen, denn Joey und Simone waren ohnehin nicht in der Lage noch irgendwas zu bemerken, au├čer das warme Ziehen zwischen ihren Schenkeln wenn sie sich hier drinnen umsahen. Aber noch musste Johnny ein wenig Vorsicht walten lassen, noch waren die beiden M├Ądels nicht so weit...
"Ja- hihihi! Wir h├Ątten glaube ich gerne noch einen Tunnelbreaker, ├Ąhm Johnny! Hihi...!", lallte Joey und st├╝tzte sich unbeholfen an der Bar ab. Sie wirkte dabei so als h├Ątte sie gerade ein Bet├Ąubungspfeil getroffen. Und es stimmte, w├Ąre sie irgendwo im offenen Raum gestanden h├Ątte es sie vermutlich umgehauen.
"Tut mir leid meine Damen!", meinte Johnny h├Âflich. "Tunnelbreaker gibts nur vorne am Eingang, wir haben hier nur "Bloodtwister". Wollen sich die Damen vielleicht einen genehmigen?" In Johnnys Stimme machte sich ein bedrohlich lauernder Unterton breit. Doch um diesen wahrnehmen zu k├Ânnen, h├Ątte man keinen Tunnelbreaker in der Blutbahn haben d├╝rfen. So nickten die beiden "Damen" nur zustimmend und Joey machte einen kleinen Freudensprung: "Oh ja! Bloodtwister! Wie das schon klingt! Aufregend...!" Als ihre Beine wieder den Boden ber├╝hrten hatte sie verfluchtes Gl├╝ck, dass ihre weichen Knie zuf├Ąllig dazu in der Lage waren den Sprung noch halbwegs abzufedern. Lediglich ein kleiner unbeholfener Griff nach Simones rechtem Arm gen├╝gte, um nicht auf dem Boden zu landen. Johnny beobachtete das sehr genau und leckte sich voll Vorfreude ├╝ber seine blassen Lippen. Ja, er konnte wirklich froh sein, dass heute alles so reibungslos funktionierte. In der Box war eine nicht unwesentliche Anzahl k├Âstlich knackiger Tussies vertreten. Seltsamerweise waren diese beinahe alle nicht mehr auf der gerade gr├╝n leuchtenden Tanzfl├Ąche anzutreffen! Aus zwei bestimmten Gr├╝nden. Den zweiten Grund stellte er den beiden M├Ądels gerade auf die Theke.
"Bitte sehr meine Damen! Lasst es euch schmecken!"
Doch Johnnys Gl├╝ck und Vorfreude wurden pl├Âtzlich und v├Âllig unerwartet einfach weggeblasen. Exakt in dem Moment als Joey schon das halbe Glas mit dem gef├Ąhrlich roten Inhalt geleert hatte und Simone es gerade an ihre feuerroten Lippen f├╝hrte, fiel das Glas ohne Vorwarnung aus deren Hand und Simone sackte blitzschnell in sich zusammen und landete ungebremst auf dem harten Boden vor der Bar, jedoch ohne das Bewusstsein zu verlieren. Der kleine Aufprall an der Theke zuvor war eben nicht ohne Folgen geblieben. Simones Gehirn war inzwischen leicht angeschwollen, ihr war schwindlig und ihr war, wie jeder sehen konnte, kotz├╝bel; denn sie hatte eine Gehirnersch├╝tterung. Dieser Umstand f├╝hrte dazu, dass sich ihr gesamter Mageninhalt vor der Theke auf den Boden ergoss und diesen an der betreffenden Stelle giftgr├╝n einf├Ąrbte. Das war beinahe der gesamte Tunneltwister vor welchem Simone nun hockte und pl├Âtzlich von schlimmen Kopfschmerzen geplagt wurde. Mit den Kopfschmerzen machte sich auch wieder eine gewisse Klarheit in ihren Gedanken breit. Bevor diese Klarheit jedoch ein wenig Licht in ihren Verstand bringen w├╝rde, zog sie sich an der Theke nach oben und teilte einer inzwischen schon unzurechnungsf├Ąhigen Joey und einem erschrocken aussehenden Johnny mit, dass sie schnell die Toilette aufsuchen w├╝rde um sich kurz zu erfrischen. Als sie sich wie in Trance von der Bar abwenden wollte beugte sich Johnny, der die Situation noch irgendwie retten wollte, ├╝ber die Theke und versuchte sie an der Schulter zur├╝ckzuhalten.
"Hey meine Dame!" Hier nimm doch diesen Tunnelbreaker den ich eigentlich f├╝r mich zur├╝ckbehalten habe! Nimm ihn, dann wird es dir gleich wieder besser gehen!"
Aber jenes gerade wieder aktiv gewordene Gehirnareal in Simones Kopf dachte nicht im Traum daran. W├╝tend riss sie sich los und pr├Ąsentierte Johnny, einem starken inneren Bed├╝rfnis folgend, den erhobenen Mittelfinger ihrer Linken Hand. "Das kommt von Herzen Arschloch!", keifte sie und wandte sich von ihm ab.
Ja, Simone war beinahe schon wieder sie selbst wie Johnny zu seinem Unbehagen feststellen musste. Er konnte nichts machen, zun├Ąchst einmal, aber dieses M├Ądel musste von nun an im Auge behalten werden. Als Simone wankend im tanzenden M├Ąnnerrudel verschwand bet├Ątigte er eine roten Knopf unter der Thekeninnenseite und wandte sich gleich wieder der anderen Tussie zu - Joey. Blauer Nebel stieg auf und die Laser durchschnitten wieder den gesamten Raum...

Das Erwachen...

Mit getr├╝btem Blick und einem starken pulsierenden Schmerz in ihrem Kopf stand Simone v├Âllig aufgel├Âst und zutiefst ├╝berrascht auf der ├╝bertrieben sauberen Damentoilette dieses riesigen Undings. Mit h├Ąngendem Kopf beugte sich ├╝ber das unbenutzt aussehende Waschbecken um sich abermals zu ├╝bergeben. Sie w├╝rgte den letzten Rest des Tunnelbreaker hervor und fasste sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an die Stelle wo ihr Kopf vor einigen Minuten auf der Theke aufgeschlagen war. Es f├╝hlte sich nass an und sie bemerkte erst in diesem Augenblick die Wunde ├╝ber ihrem linken Auge. Erstaunt begutachtete sie den kleinen Riss aus dem noch immer ein wenig Blut str├Âmte im Spiegel und musste erschrocken feststellen, dass ihre Gesichtsmuskeln wie gel├Ąhmt zu sein schienen. Im grellen Licht der Damentoilette ├Ąhnelte das ganze stark dem Antlitz einer schlecht gemachten Porzellanpuppe, selbst ihre Augen gl├Ąnzten auf diese leblose stundenglasartige Art und Weise. Sie sah aus wie ein Zombie. All ihre Attraktivit├Ąt war wie weggewischt. Fort! Was war nur los mit ihr, fragte sie sich. Die vergangene Viertelstunde war pl├Âtzlich so we├şt entfernt und sie konnte sich nur noch bruchst├╝ckhaft an diesen Zeitabschnitt erinnern. Nur eine Sache konnte sie noch mit Gewissheit sagen. Dieses gr├╝ne Ges├Âff war brandgef├Ąhrlich. Sie erinnerte sich nur noch dunkel daran wie bei ihr schon einige Sekunden nach dessen Konsum alle Lichtlein ausgegangen waren und sie wie eine leere willenlose H├╝lle von diesem Brad-Typen, der sie "Schnucki" genannt hatte, in die Box geschleust wurde, zusammen mit Joey - danach wurde es dunkel. Wie sehr sie sich auch anstrengte, an die Ereignisse danach hatte sie absolut keine Erinnerung mehr. Nicht an die Bar, nicht an Johnny und an Joey, die wie eine irre Glucke und mit gierigem Blick die M├Ąnner ringsum be├Ąugte. Alles war wie weggeblasen. Es war schrecklich! Sie wusste, dass etwas nicht stimmte und ein unbestimmtes Gef├╝hl sagte ihr, dass Joey in Gefahr war. Aber wo war Joey ├╝berhaupt? Simone wusste es nicht. Ihr Erinnerungsverm├Âgen setzte erst ab dem Moment wieder ein als sie die Toilette erreicht hatte. Was war nur los? Panik machte sich in ihr breit und sie beschloss erstmal gar nichts zu tun und sich einfach nur auf den blitzblanken fast peinlich sauberen schneewei├čen Toilettenboden hinzusetzten. Durchatmen musste sie, einfach durchatmen und entscheiden was sie als n├Ąchstes tun sollte. W├Ąhrend sie das tat, drehte sich die kleine Kamera in einer der Deckenleuchten so, dass sich Simone wieder in deren Fokus befand. Ihr blieb das jedoch verborgen. Angestrengt versuchte sie sich daran zu erinnern was passiert war. Nach endlos scheinenden Minuten entschloss sie sich schlie├člich dazu, trotz ihrer immensen Kopfschmerzen wieder in den von lauter Musik durchdrungenen Raum jenseits der wei├čen Toilettent├╝re zu wagen. Sie musste ja schon einmal dort gewesen sein, dachte sie sich, sonst w├Ąre sie ja jetzt nicht hier auf dem WC. Insgeheim hoffte sie, dass die Wunde auf ihrer Stirn der Grund f├╝r ihre Amnesie war. Alles w├╝rde sich in Wohlgefallen aufl├Âsen. Das war ein arger Trugschluss.
Als sie die Toilette mit schweren Schritten ein St├╝ck weit hinter sich gelassen hatte und aus dem Gang, welcher zu dieser f├╝hrte, wieder in den gerammelt vollen Partybereich trat, stach ihr gleich ins Auge, dass sich hier drinnen scheinbar ausschlie├člich nur gut aussehende M├Ąnner tummelten. Sollte das ein schlechter Scherz sein! War dies eine Modelparty - nur f├╝r m├Ąnnliche Models? Es stockte ihr der Atem als George Clooney mit einem breiten aber doch nicht freundlichen Grinsen an ihr vor├╝ber schritt. Sie konnte nicht umhin ihm nachzugaffen. Mit offenem Mund. "Okay S├╝├če! Drau├čen Pitt, hier Clooney...! Das ist mehr als nur ein Zufall!", dachte sie erstaunt. Zu ihrem Gl├╝ck konnte sie sich an Johnny nicht mehr erinnern. Als sie daraufhin die sie umgebenden anderen M├Ąnner genauer inspizierte beschlich sie das Gef├╝hl, dass hier alles so war um ihr, um allen Frauen auf dieser den Kopf zu verdrehen. Lauter gest├Ąhlte und durchtrainierte M├Ąnnerk├Ârper, wohin man den Blick auch schweifen lie├č. Alle h├╝bsch, alle sexy. Zum Dahinschmachten. Simone hatte zwar den Verdacht aber noch nicht die Gewissheit, dass hier etwas gewaltig nicht stimmte. Und sie hatte recht. Und dies hier war nat├╝rlich alles kein Zufall, es geh├Ârte zum Plan - au├čer einer winzig kleinen Sache. Und diese Sache war n├Ąmlich die, dass sie beinahe wieder v├Âllig n├╝chtern und mit relativ klarem Verstand hier durch diese schwarze Box wandelte. Als sie noch ein St├╝ck weiter gegangen war und die Musik noch lauter wurde als sie das jemals erlebt hatte, glaubte sie, dass ihr jeden Moment der Sch├Ądel bersten w├╝rde. Sie konnte kaum noch etwas sehen und ihr wurde abermals ├╝bel. So sah sie sich pl├Âtzlich dazu gezwungen so schnell es nur irgendwie ging einen Sitzplatz zu finden. Irgend einen! Egal welchen! Der Zufall wollte es so, dass sie jedoch nicht weit zu gehen brauchte. Im hinter Teil der Box, in Toiletten├Ąhe, wo sie sich gerade befand, gab es eine gro├če Anzahl von kleinen niederen Sofast├╝hlen mit dazu passenden runden Beistelltischchen. Diese sahen zwar so aus als w├Ąren sie nicht zum l├Ąngeren Verweilen bestimmt, aber f├╝r Simones Zweck waren sie genau richtig. Bevor sie glaubte vor Schmerzen ohnm├Ąchtig zu werden, erreichte sie einen freien Platz und lie├č sich ohne ihr Gewicht zu bremsen einfach in einen der Sofasessel plumpsen. Und da hockte sie nun. Gleich als sie sich gesetzt hatte wurden ihre Kopfschmerzen einen Grad besser und sie war wieder dazu in der Lage die Umgebung ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. Abermals erschrak sie. Auf den Sitzpl├Ątzen sa├čen nur lauter Frauen, auch neben ihr am Tisch. Bei n├Ąherer Betrachtung stieg pures Entsetzten in ihr hoch. Diese und scheinbar jede andere dieser Frauen hatte einen Gesichtsausdruck wie sie bei sich selbst am Klo bemerkt hatte. Nur lief ihnen zus├Ątzlich wei├čer Sabber aus den nach unten gezogenen Mundwinkeln, so als h├Ątten sie Tollwut. Was Simone nicht wissen konnte: Das war das Ergebnis des Bloodwisters, der zweiten Stufe des ihr unbekannten Planes. Zudem dr├Ąngten sich ihr nun sowieso immer mehr Fragen auf welche dringend beantwortet werden wollten. Beispiel: Zum ersten: "Was ging denn hier ab?" Zum zweiten: " Wo zum Kuckuck war Joey?" Die Tussies ringsum, dessen war sie sich 100%ig sicher, brauchte sie erst gar nicht um eine Antwort auf eine der unz├Ąhligen Fragen, welche ihr in diesem Moment durch den dr├Âhnende Sch├Ądel schossen, zu bem├╝hen. Als ihr Blick beil├Ąufig an ihrer sabbernden Tischgenossin vorbei, r├╝ber zur Tanzfl├Ąche h├╝pfte und dabei einen Tisch unweit von dem ihren, fl├╝chtig streifte, musste sie mit noch gr├Â├čerem Entsetzten feststellen, dass dort Leonardo di Caprio mit einer dieser Frauen am Tisch sa├č und dass er nunmehr sie mit einem wilden, Furcht einfl├Â├čenden Blick anstarrte. Nur wenige Augenblicke konnte Simone diesem wilden Blick standhalten. Mehr war auch nicht n├Âtig um ein paar kleine Einzelheiten aufzuschnappen. Sie sah, dass seine H├Ąnde zwischen den Beinen dieser sabbernden Tussie rumfummelten und kurz nach dem Simone ihren Blick abgewendet hatte, erhoben sich die beiden Turtelt├Ąubchen und verlie├čen den Partyraum durch eine schwarze Nebent├╝re unweit von ihr. Es war das selben rote Symbol auf der Au├čenseite zu erkennen wie anfangs auf dem Eingangstor. Im selben Moment da sie sich fragen wollte wohin die denn nun gegangen waren, setzte sich niemand geringerer als Johnny Depp zu ihr an den Tisch und stellte ihr ein Glas mit giftgr├╝nem Inhalt unter das erschrockenen Gesicht. "Genug!", dachte sich Simone. Das war zu viel. Obwohl sie sich nicht mehr an vorhin an der Bar erinnern konnte, wusste sie sehr wohl worum es sich bei diesem gr├╝nen Ges├Âff handelte. Johnnys durchdringender Blick schien ihr klar zu verstehen zu geben, dass sie dies nun zu trinken hatte. Simone wollte nicht, stand blitzartig auf und torkelte so schnell sie ihre Beine tragen konnte und ohne das sich Johnny die M├╝he machte ihr zu folgen, wieder in Richtung Damentoiletten. Die Kopfschmerzen kehrten zur├╝ck und pendelten sich unvermittelt auf Ausgangsniveau ein und bevor sie die T├╝re erreicht hatte ergoss sich ein, von einem s├Ąuerlichen Geschmack begleitetes, ├╝belriechendes Gemisch aus Magensaft und Galle direkt auf ihre teuren Lackstiefeletten. Diese Tatsache konnte sie nicht mehr aus der Fassung bringen. Sie, die im normalen Alltag allergisch auf jede auch noch so geringe Verunreinigung ihrer Kleidung reagierte, stolperte dem gegen├╝ber vollkommen gleichg├╝ltig, mit getr├╝btem Blick in das grell beleuchtete, von ihrem letzten Besuch besudelte aber ansonsten unber├╝hrte WC dieser Horrorbox. Genau das dachte sie - Horrorbox. Im selben Zeitraum da sie sich ihr weiteres Vorgehen ├╝berlegte erbrach sie noch weitere 2 mal, sich zitternd am Waschbecken abst├╝tzend in selbiges und kam letztlich zu dem Schluss, dass sie unbedingt hier raus musste. Schnell weg. Sie wollte keinem Richard Geere begegnen, keinem Heathe Legder oder sonst wem. Sie wollte ihre ├╝berdrehte Freundin finden und dieses Gruselkabinett so schnell wie m├Âglich hinter sich lassen. Ihren Enkelkindern wollte sie davon erz├Ąhlen k├Ânnen, aber nicht hier drinnen draufgehen. Der letzte Gedanke erschien ihr selbst unweigerlich seltsam, jedoch war es so, dass es sich bei diesem Gedankenspiel keineswegs um ein abwegiges handelte. Sie war dem Tod n├Ąher als sie dachte. Einem absonderlich grausamen Tod, jedoch noch nicht so nahe wie ihre Freundin Joey, wie sie in naher Zukunft feststellen w├╝rde. Abermals fasste Simone ihren gesamten Mut zusammen, wankte zur├╝ck zu jener wei├čen T├╝re welche sie vor diesem Wahnsinn da drau├čen abschirmte und wagte es, als sie dort war, diese nur einen winzigen Spalt weit zu ├Âffnen. Unterdessen schwei├čgebadet lugte sie durch den kleinen Spalt und versuchte zu eruieren, ob dieser Johnny noch auf ihren Platz sa├č. Er war nicht mehr dort, konnte sie zu ihrer Beruhigung feststellen. Nur das Glas mit dem giftigen Inhalt stand noch einsam dort und als sie den ersten zaghaften Schritt zur├╝ck in die Partyzone setzte, sah sie noch beil├Ąufig wie dieser Johnny-Typ gemeinsam mit einer sabbernden Joey eilig durch diese schwarze Nebent├╝re, durch die schon Leonardo seine Abgang gemacht hatte, verschwand. Dann stieg wieder blauer Nebel auf und unglaublich viele Laserlichter durchschnitten die Luft. Simone beschloss, Joey zu folgen...

Let your Eggs rockt...

Die schwarze T├╝re lag nun hinter ihr und Simone befand sich v├Âllig ├╝berraschend auf einem Gang der so lang war, dass wenn man von den Au├čenabmessungen diesen Undings ausging, nicht so sein konnte wie er eben war. Waren es 100 Meter? Waren es 200 Meter? Egal, dachte sich Simone. Es schien nun unwichtig wie lange er war, warum er so war, es z├Ąhlte nur noch, dass er so war. Unm├Âglich lang. 100te ebenfalls schwarze T├╝ren mit dem Symbol der Schwarzen Witwe verziert, zweigten links und rechts vom Gang ab. Ein dumpfes Pochen in ihrem Kopf k├╝ndeten von einem Ereignis, welches ihr den Bruchteil einer Sekunde sp├Ąter abermals die Stiefeletten hinab lief. Sie ├╝bergab sich schon wieder. Und pl├Âtzlich waren die Kopfschmerzen verschwunden. Ehe sie sich dar├╝ber freuen konnte, vernahm sie ein Ger├Ąusch welches irgendwie und auf schreckliche Art und Weise an das Platzen eines K├Ąfers erinnerte. Simone kannte dieses Ger├Ąusch noch aus ihren Kindheitstagen, als sie zusammen mit ihrem kleinen Bruder dutzende Junik├Ąfer in einem Nylonstrumpf gegen eine Hausmauer schnalzen lie├č. Ein ekliges Ger├Ąusch und es kam von der T├╝re neben der sie gerade stand. Von der linken T├╝re. Eine unb├Ąndige Neugierde erwachte in ihr und seltsamer Weise v├Âllig furchtlos, legte sie ihre linke Hand vorsichtig auf die silberne Klinke der schwarzen T├╝re und dr├╝ckte sie ger├Ąuschlos nach unten. Dann beugte sie sich ein wenig nach vorne, gerade so weit, dass sie einen kleinen Blick in das omin├Âse Zimmer dahinter werfen konnte. Was sie dann sah, lie├č ihr Herz einen kleinen Sprung machen...
Ein keuchender Leonardo lag scheinbar v├Âllig ersch├Âpft und auf bemerkenswerte Art aufgebl├Ąht vor dieser sabbernden Tussie von vorhin auf einem blut├╝berstr├Âmten Fliesenboden. Simone konnte gar keinen Gedanken mehr darauf verwenden sich zu fragen, welch ein Zufall hierbei wohl mitspielte, dass sie genau jenes Zimmer mit Di Caprio erwischt hatte. Abwechselnd starrte sie fassungslos auf Leonardo, dessen Hinterteil sich immer weiter aufbl├Ąhte und auf diese Tussie deren Bauch sich schon so weit aufgebl├Ąht hatte, dass er eben jenes Ger├Ąusch produziert hatte, welches sie angelockt hatte und somit daf├╝r verantwortlich war, dass sie sich das hier mit ansehen musste. Simones l├╝ckenhaftes Verst├Ąndnis von der Natur und ihren mannigfaltigen Erscheinungsformen war in ihren Grundfesten ersch├╝ttert. Mehr noch, sie glaubte sie h├Ątte nie eines gehabt. Um diese Erkenntnis zu untermauern explodierte Leonardos Kopf und etwas neues, nie gekanntes, thronte anstatt Leonardos Kopf auf dem kl├Ąglichen Rest des nunmehr immer weniger einem Menschenk├Ârper ├Ąhnlich sehenden, pulsierenden - Hinterleib!!!
"Joey!", dachte Simone.
Dann platzte der Bauch der sabbernden Tussie vollends auf und dutzende handballengro├če schwarze Spinnen drangen aus ihrem Leib. Simones unermessliche Angst hinderte sie daran zu kotzen. Sie stand einfach wie angewurzelt da und musste ungl├Ąubig mitansehen wie sich diese kleinen Biester hungrig und scheinbar uners├Ąttlich ├╝ber den Rest der Frau und Leonardo hermachten. Dabei quietschten und schmatzten sie auf unertr├Ągliche Art und Weise. Und w├Ąhrend sie das taten starrten sie Simone dabei an, so als h├Ątten sie ihr n├Ąchstes Opfer bereits gefunden. Diese nichtsagenden Spinnenblicke lie├čen Simone wieder zu sich finden. Schnell schlug sie die T├╝r ins Schloss, lie├č die Spinnen zur├╝ck und rannte so schnell wie noch niemals zuvor in ihrem Leben. L├Ąngst war ihr klar geworden, dass Joey verloren war, l├Ąngst hatte sie eingesehen, dass dies h├Âchstwahrscheinlich auch ihre letzte Party gewesen war. Als sie keuchend in den Partyraum zur├╝ckkehrte, sprintete sie einfach weiter, auf direktem Weg zum Eingangstor. Von dutzenden argw├Âhnischen und hasserf├╝llten Blicken verfolgt, erreichte sie es. Simone schrie, Simone setzte ihre gesamte Kraft ein. Doch egal wie sehr sie es auch wollte, die T├╝r lie├č sich von innen nicht ├Âffnen. Sie begann noch lauter kreischen und zu toben. Und in ihrer finalen Verzweiflung fing sie damit an, gegen dieses schei├č Tor zu h├Ąmmern, mit den H├Ąnden mit den F├╝ssen, mit all ihrem Eifer - vergebens. Dann als sie von innerer Panik angetrieben, dazu ├╝ber ging, sogar mit dem Kopf gegen die T├╝re zu schlagen, sp├╝rte sie auf einmal eine w├Ąrmende Hand auf ihrer Schulter. So als wollte diese ihr Trost spenden. Dann drehte sie sich um und begann zu weinen...
" Bist du dir nicht sicher, dass du hier bist um mal so richtig und noch dazu auf h├Âchstem Niveau abzufeiern? Dieses Getr├Ąnk nennt sich "Tunnelbreaker" Schnucki. Tunnelbreaker...", sagte eine sehr bekannte Stimme und Brads d├Ąmliches Grinsen brannte sich in Simones Gehirn. Ihre Augenlieder schlossen sich und ein schreckliches Kreischen war das Letzte, was sie von dieser Welt h├Ârte. Es war ihr eigenes Kreischen. Ein spitzer scharfer Schmerz folgte und dann wurde alles schwarz. F├╝r immer...
Let your Eggs rock!









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Marcus Richter
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Hi Gonzo,

deine Geschichte mag jetzt vielleicht nicht ├╝berragend sein, aber der Stil ist gut, l├Ą├čt sich dufte lesen(um den Lesefluss mal zu charakterisieren), und eigentlich stimmt alles so, dass man am Ende sagt - jup, das ist eine Horrorkurzgeschichte, von der es hier im Forum viel zu wenige gibt.
Klar ist deine Geschichte voller Rechtschreib- und Fl├╝chtigkeitsfehler, st├Ârt hier aber nicht so sehr, weil die Handlung zieht. Auch klar, dass der Inhalt jetzt nicht der ganz gro├če Knaller ist - aber das passt schon. Ich hab mich jedenfalls gut unterhalten gef├╝hlt.
Vom ganzen Drumherum m├╝├čte man sagen, der Text kriegt ne Acht, weil er so ganz sch├Ân ist, ihm aber noch das ganz gro├če Lichtgetanze fehlt, wie zweite Ebene etwa oder auch eine richtige Pointe, will hei├čen, dass man am Ende sagen kann, ich wei├č, was wirklich passiert ist(was nat├╝rlich nicht immer notwendig ist - wie in deiner Geschichte). Trotzdem ist aber mit einer Acht dem Arbeitsaufwand nicht gen├╝ge getan, denn eine Geschichte von diesen Ausma├čen durchzuziehen ist schon was anderes, als ne ganz nette Kurzprosa zu schreiben. Da mu├č man also noch einen drauf setzen. Deshalb gibts von mir die Neun - ist halt ne sch├Âne, genrekonforme Umsetzung.
Gl├╝ckwunsch.

Gr├╝sse, Marcus
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Gonzo Gonzales
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Hallo Marcus

Danke f├╝r deine aufbauenden Worte.

Hab mir n├Ąmlich gedacht, dass die Geschichte viel zu lange und au├čerdem auch zu langweilig ist...

Wenn man so wie ich wei├č, wie die Geschichte ausgehen wird...

Ist immer schwierig sowas selbst einzusch├Ątzen!

PS: Hast mich wirklich aufgebaut - unerwarterweise...


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Marcus Richter
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Naja, Gonzo, langweilig ist sie ganz und gar nicht, sonst h├Ątt ich sowas gesagt wie hier musst du das oder da das. Na klar fand ich den Anfang nicht so genial, aber er gen├╝gte, um reinzukommen, und dann kamst du mit deiner wirklich sch├Ânen, geradlinigen Schreibe, an der nun wirklich gar nix(au├čer der Rechtschreibung!!) auszusetzen ist - man kann so richtig sch├Ân durchlesen(das ist f├╝r mich das wichtigste) und fragt sich nat├╝rlich - na ok, wie will er den ganzen Mist zu Ende bringen?
Naja, und du machst das eigentlich ganz in Ordnung, der Schluss ist so wie manche Schl├╝sse eben sind - man wird mit eine Arschtritt hinaus bef├Ârdert. Aber so ist das manchmal bei Geschichten. Manche m├╝ssen so enden, andere anders. Und da ich schon so einige "langweilige" Geschichten in Anthologien gelesen habe, kann ich einfach sagen, Deine ist v├Âllig ok, unterhaltsam, ein bisschen schr├Ąg - was, frage ich, will man mehr?

Also kurz - es gibt jede Menge Mist in dem Genre, und deine Geschichte geh├Ârt definitiv zu dem gelungenen Mist.

Gr├╝sse, und beizeiten mehr davon,
Marcus
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Gonzo Gonzales
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Rechtschreibung


Hab eigentlich in der Schule nie Probleme wegen meiner Rechtschreibung gehabt - ganz im Gegenteil! Aber hier in der Lupe h├Âre ich das jetzt ├Âfter. Hab mir die Geschichte nochmal durchgelesen und 3 Fehler entdeckt!
Aber: Sind da wirklich so viele - ist es so schlimm?


LG

Markus
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Marcus Richter
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Hi Markus,
also diese Frage will nat├╝rlich beantwortet werden. Dass du in der Schule keine Probleme mit der Rechtschreibung hattest, mag stimmen - die hatte ich damals auch nicht, weil ich erstens im Stoff stand und zweitens, es so einen Fehlerquotienten gab, bei dem man so und so viele Fehler pro Seite machen konnte, ohne, dass es in die Notenwertung einfloss - waren es neun? Jedenfalls waren es so viele, dass man eigentlich gar nicht mehr so viel ├╝ber Rechtschreibung nachdenken mu├čte. Also, jedenfalls hab ich mir mal so eine halbe Seite deines Textes rausgegriffen, und siehe da, eigentlich hast du fast nur eine Kommaschw├Ąche und vor allem eine mit dem Infinitiv mit zu, der immer mit Komma angeschlossen wird - also wie: Ich hatte versprochen, den Ball zu holen - oder um es Genrekonformer auszudr├╝cken: Hannibal Lecter hatte sich vorgenommen, die Zunge des Professors zu konservieren.

So, aber trotzdem, auf der halben Seite hab ich 12 Fehler gefunden, davon 7 mit besagtem Infinitiv. OK, mancher ├╝berliest Kommafehler, aber ich nicht. Man sieht sie einfach aus dem Augenwinkel, und dann hat man am Ende des Textes einfach das Gef├╝hl, ok, hier sind jede Menge Fehler drin, aber ich habe gerade nicht die Zeit, jeden einzelnen zu beweisen(mhm, das h├Ârt sich irgendwie nach jenem ber├╝chtigten Zitat von Pierre de Fermat an, das glaub ich ungef├Ąhr lautete, Ich habe einen wunderbaren Beweis, aber es ist nicht gen├╝gend Platz, um ihn ausf├╝hrlich aufzuschreiben.)

Naja, jedenfalls hier noch mal die Fehler in ROT. Ich sch├Ątze oder hatte jedenfalls das Gef├╝hl, das geht dann in deinem Text so weiter, immer mal wieder ein paar mehr, dann wieder ein paar weniger Fehler, aber eben sch├Ân breitfl├Ąchig verstreut.
Ich hoffe, dass du jetzt einen ├ťberblick hast - Rechtschreibung ist ein gottverdammtes Monstrum, sag ich dir, es ist eine Hydra, von der du glaubst, alle K├Âpfe abgeschlagen zu haben, und gerade wenn der letzte Kopf f├Ąllt, drehst du dich um -
und einhundert neue K├Âpfe fauchen dich an.
Ein treffender Vergleich, findest du nicht.
OK, mach dir nichts draus, Gr├╝sse,
und viel Gl├╝ck mit der Hydra, Marcus



Auszug:

Beinahe den gesamten Abend ├╝ber irrten Simone und ihre Freundin Joey nun schon durch diesen Wald. W├Ąhrend sich die Sonne immer weiter senkte und langsam hinter den Baumwipfeln der h├Âchsten B├Ąume zu verschwinden drohte, schlich sich bei den beiden der durchaus nachvollziehbare Gedanke ein, dass es bald schon v├Âllig umsonst sein w├╝rde, noch weiter zu suchen. In absehbarer Zeit n├Ąmlich, w├╝rde das Tageslicht der Dunkelheit gewichen sein und eine weitere Suche ad absurdum f├╝hren. Aus diesem Grund stand ihnen ihre innere Anspannung mehr als sichtbar ins Gesicht geschrieben - und pl├Âtzlich fuchtelte Simone wild mit dem Grund ihres kleinen Ausfluges, einem Partyflyer, welchen ihr ein bemerkenswerter Unbekannter ein paar Tage zuvor in der Fussg├Ąngerzone in die Hand gedr├╝ckt hatte, vor Joeys Nase herum.
"Was f├╝r ein Mist Sch├Ątzchen! Wenn wir dieses Ding nicht bald finden, lohnt es sich ja am Ende gar nicht mehr, ├╝berhaupt bei diesem Festchen mitzumischen!"
Joey nickte zustimmend und zog sogleich den Reisverschluss ihrer pinken Zippjacke ein kleines St├╝ck weiter nach oben. "Ja, und kalt ist mir au├čerdem auch schon Simi! Glaubst du nicht, dass dieser Flyer einfach nur ein Fake ist? Klingt ja auch irgendwie komisch. Partybox, feiern bis zum n├Ąchsten Tag! Let your Eggs rock! Wer schreibt den so einen M├╝ll auf einen Partyflyer!?"
Die beiden schauten sich einen Augenblick lang fragend an.
"Keine Ahnung!", entgegnete Simone nunmehr in einem scharfen Ton. Denn wer war Joey eigentlich, diesen Ausflug, zu dem sie diese mitgenommen hatte, so schlecht zu reden.
"Jedenfalls klingt es einmal anders als sonst.", ├Ątzte sie daraufhin.
"Ja, aber wo findet diese Party denn statt? Laut dieser dummen Beschreibung m├╝sste das doch hier irgendwo sein, nicht? Es ist doch v├Âllig bescheuert, ein Fest zu organisieren, das man ├╝berhaupt nicht finden kann. Da ist ja dann sowieso ├╝berhaupt nichts los. Tote Hose, sage ich dir...", Joey war jetzt schon extrem genervt und schoss mit ihren Worten, f├╝r Simones Geschmack, doch schon ein wenig ├╝ber das Ziel hinaus. Das veranlasste sie dazu, gleich noch ein paar Scheite nachzulegen, damit der Kessel auch ja sch├Ân ├╝berkochen konnte (nur war es in diesem Fall wohl eher ihr eigener Kessel)! Was sollte dieser Satz mit: Wieso kann man es denn nicht finden und so. Immerhin war es ja der Sinn einer illegalen Party, dass sie nicht jeder Dahergelaufene gleich finden konnte. Au├čerdem wollte man ja auch nicht, dass die Bullen aufkreuzten und alles verderben konnten. Also fauchte sie: "Jetzt pass mal auf Joey! Erstens habe ich dich nicht gezwungen, mich zu begleiten, und zweitens werden wir schon noch hinkommen, und drittens..."

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Gonzo Gonzales
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Hi!!!

Danke f├╝r deine Hilfe, werde den Text noch einmal eingehender ├╝berpr├╝fen.


LG Markus
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