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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Puppe
Eingestellt am 03. 09. 2011 12:23


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Morino
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Aug 2011

Werke: 22
Kommentare: 6
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CafĂ©, Wiener Melange, seine GefĂŒhle im Nachtkanal.
Ihm gegenĂŒber ein Wesen, unglĂ€ubig wie er war, einige SĂŒnden wert. Fluktuierende Blickblitze, er sprĂŒhte Lustfunken, sie
ließ ihn feuerwerken. Man mĂŒĂŸte...was jetzt?

SchlĂ€fen durchsichtig, weißes Chinaporzellan. Lippen, kupferfarben, einen Stich OxidgrĂŒn, Landewiese. Er starrte
jetzt stÀndig, unvermittelt öffnete sie die Augén ... diese Augen sahen nicht ihn an, sahen schamlos durch das Caféfenster
in den Regen.

Es klickte wie aus Feinmechanik, vielleicht von Silberscharnieren, rastete ein. Leopardengelbes, ein wildes Meer. SĂŒdwĂ€rts ging sein Blick, glitt in das tiefgeschnittene
Kleid, die BrĂŒste von antiker Blendung, wie hieß dieser griechische Bildhauer aus der Antike?

Der Mund öffnete sich ausreichend fĂŒr das goldene MundstĂŒck
einer langen Zigarette, die einer Spitze eingesteckt war.
Eine bunte Frau,ihre kurzgeschnittenen zinnfarbenen Haare
scharf nach hinten gezogen. Ein Dschungel unbekannter Blumen,
nur die Kolibris fehlten.

Noch wĂ€hrend sie rauchte stand sie auf, ging auf ihn zu, gespannt der Schritt, fĂŒr den Sprung nahe. Ihn schwindelte.

Bevor sie seinen Tisch erreichte sah er ihr langes gezĂŒcktes Messer, mit einem Schritt weiter glaubte er sie zu riechen. Aber nicht s i e war es, die roch. Es war sein Begehren, das aus ihm hervorbrach, ihn einhĂŒllte. Ein FliegenfĂ€nger hatte sie aus ihm gemacht.

Sie drĂŒckte ihm das Messer in die Hand, er nahm es wie ein Geschenk.

" Schneiden Sie bitte meine GummibĂ€nder durch. Von Zeit zu Zeit mĂŒssen sie neu geknĂŒpft werden. Ich fĂŒhle mich ausgelenkt, ausgelegen, muß wieder aufgezogen werden. Irgendwer muß es mir fachgerecht besorgen. Warum nicht Sie?
Nun machen Sie schon!"

Sie war Kokain. Er sah die Nahtstelle, genau dort, wo der Kopf in den Rumpf mĂŒndete. Er fĂŒhrte das Messer in den schmalen Spalt ein, schnitt rasch, das Messer mit einem langen scharfen Schnitt glatt durchziehend.

Die Frau klappte zusammen,fiel auseinander,Arme,Beine,Kopf, Rumpf, eine schöne Schweinerei. Über alles ihr Kleid, festliches Vatikanrot.

Die GĂ€ste waren aufgestanden und hatten sich um die Gliedmaßen
versammelt. Ein Kind drÀngte sich nach vorne.

" Ist das eine zum Liebhaben gewesen?"

Der Ober trat dazu.

" Seien sie unbesorgt, meine Damen und Herren. Sie kommt jeden Tag um die gleiche Stunde, und bittet einen Gast sie zu zerschneiden. Am nÀchsten Tag ist sie wieder ganz beisammen.
Wenn sie Ihnen nicht gefĂ€llt, dann mĂŒssen Sie ja nicht wieder
kommen. Aber bisher haben sie noch alle mÀnnlichen GÀste zerschnitten. Alle behaupteten spÀter, dass sie es ihr fachgerecht besorgt hÀtten. Aber sie selbst hat noch nie davon erzÀhlt. Sie scheint alle, die sie zergliederten und wieder auffÀdelten, vergessen zu haben. Ihr Angebot gebietet
Ă€ußerste Diskretion.



Version vom 03. 09. 2011 12:23
Version vom 03. 09. 2011 14:05

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