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Leselupe.de > Krimis und Thriller
Die Quelle
Eingestellt am 19. 08. 2011 12:32


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Shinji-chan
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„Fabio, können Sie mir bitte noch einen Kaffee bringen?“
Der junge Assistent mit dem sonnengebräunten Teint seufzte zwar und verdrehte – von seinem Vorgesetzten unbemerkt – die Augen, aber er stand trotzdem von seinem Schreibtisch auf, um dem Wunsch Folge zu leisten. Dr. Donna sah nicht einmal auf, sondern hielt seinen Blick auf das Blatt fixiert, das vor ihm lag. Ein anderer hätte darin nur einen Haufen wirrer Zahlen und Rechnungen gesehen, doch für Donna ergab es alles Sinn. Oder eben nicht.
Er fuhr sich durch die Haare und brummte genervt vor sich hin. Bereits gestern hatte er, nach einer mehrere Monate langen Recherche, endlich ein Ergebnis erhalten, aber nachdem es nicht ansatzweise zu den Fakten gepasst hatte, hatte er es verworfen und noch einmal von vorne angefangen. Doch wie er es auch drehte und wendete, es passte nicht. Er musste irgendetwas übersehen haben.
„Dr. Donna? Ihr Kaffee“, merkte Fabio an, der gerade wieder das Büro betreten hatte.
„Hmm“, grummelte Donna nur, was wohl so etwas wie „Danke“ heißen sollte. Er griff nach der Tasse und nahm einen kleinen Schluck.
„Warum passt es nicht?“, fragte er sich leise.
„Was passt nicht, Doktor?“, erkundigte Fabio sich und sah neugierig von seiner Arbeit auf, die ihn sowieso langweilte.
„Alles!“, rief Donna und ließ die Faust auf den Tisch knallen, sodass einige Tropfen Kaffee aus der klirrenden Tasse durch die Luft befördert wurden. „Es passt einfach alles nicht! Wie kann alles nicht passen, wenn ich alles richtig gemacht hab!? VERDAMMT NOCH MAL!“
Fabio zuckte zusammen. Er war es gewohnt, dass der Doktor ab und zu ein wenig lauter wurde, wenn er auf Probleme stieß, aber so eine heftige Reaktion hatte er bei ihm noch nicht erlebt. Vorsichtig – aus Angst davor, sein Gegenüber noch wütender zu machen – fragte er: „Was genau ist denn das Problem?“
„L.E.M.“, sagte der Doktor düster und verschränkte die Arme. „Sie produzieren mehr als 60% des Stroms für ganz Matera. Aber sie haben angegeben, sie besäßen nur Windanlagen und diese kommen allerhöchstens auf eine Energiemenge, die vielleicht 30% des Bedarfs dieser Stadt deckt – davon ausgehend, dass sie jeden Tag auf Höchstlast laufen.“
„Glauben Sie, der Konzern verschweigt irgendwelche Quellen? Warum sollten sie sowas tun? Sie werden doch nicht gegen das Verbot -“
„Atomstrom?“ Donna lachte trocken. „Wo, glauben Sie, sollten sie bitte ein Kernkraftwerk versteckt haben? Unter der Erde?“
Fabio zuckte mit den Schultern. „Was sollten sie sonst für einen Grund haben, eine Energiequelle zu verschweigen? Das bringt doch nur Ärger.“
Donna massierte grübelnd sein unrasiertes Kinn. Fabio, der es nicht mehr wagte, noch etwas einzuwerfen, wandte sich wieder seinen eigenen Aufgaben zu, auch wenn er es nicht verhindern konnte, dass sein Blick ab und zu zum noch immer in Gedanken versunkenen Doktor wanderte.
Mit einem Ruck stand dieser auf, griff sich den Blätterstapel von seinem Schreibtisch und verließ ohne ein Wort das Büro. Fabio blickte ihm verwundert hinterher.

Dr. Francesco Donna war im Alltag kein besonders impulsiver Mensch. Bei vielen Freunden war er sogar für seine Ruhe und Gelassenheit bekannt. Doch wenn es etwas gab, dass ihn aufregte, dann waren es Berechnungen, die keinen Sinn ergaben. Und die Situation, in der er sich gerade befand, war schlimmer als alles, was er in seiner Karriere als Wissenschaftler je erlebt hatte. Deshalb hatte es allerhöchste Priorität, dieses Problem so schnell wie möglich zu beheben, und was läge da näher als ein Hausbesuch beim Hauptsitz der Firma L.E.M., deren Energieproduktion so hoch über dem Möglichen lag, dass Donna nicht einmal den Hauch einer Erklärung dafür finden konnte.
Es dauert gerade einmal fünfzehn Minuten, bis er auf dem Parkplatz eines modernen Bürogebäudes stand, auf dem in leuchtenden Farben die drei Buchstaben des Firmenlogos prangten. Er hatte sich zwar von seinem Navigationsgerät leiten lassen, doch diesen Komplex hätte er wohl auch alleine ohne Probleme gefunden.
Donna steckte sich die Plakette, die der Automat an der Einfahrt zum Parkplatz ausgespuckt hatte, an die Vordertasche seines Hemds. Die LCD-Anzeige darauf zeigte den Schriftzug „Dr. Donna, Forscher des Volta-Instituts“, der ihm hoffentlich ein Gespräch mit einem leitenden Mitarbeiter ermöglichen würde. Dann stieg er aus dem Auto aus und ging auf das große Gebäude zu, das mit seinen mindestens dreißig Stockwerken schon recht beeindruckend war. Auch beim Anblick der Eingangshalle staunte der Doktor, der einiges an Luxus gewöhnt war, nicht schlecht. Sie nahm wohl fast das gesamte Erdgeschoss ein und teilte sich in eine Art Aufenthaltsraum für Besucher und einen gastronomischen Bereich mit einem kleinen Kiosk, einem alles andere als günstig aussehenden Café und ein paar Snackautomaten auf. Donna wurde von einem etwa hüfthohen, rollenden Roboter mit einem freundlichen „Guten Tag“ begrüßt und nach dem Grund für seinen Besuch gefragt.
„Ich möchte mit jemandem aus der Konzernleitung über die Energieproduktion von L.M.E. sprechen“, sagte er laut und deutlich, da er die begrenzte Sprachaufnahmefähigkeit dieser neuen Roboter kannte.
„Ich erkundige mich“, erwiderte der Roboter und begann ein wenig lauter zu surren, während er wohl über ein internes Netzwerk die Terminpläne der in Frage kommenden Mitarbeiter abrief.
„Signor Felice, Leiter der Technischen Abteilung, bietet Ihnen einen Termin in einer halben Stunde, um 16.30 Uhr, an. Ist dies nach Ihren Wünschen?“
Donna nickte, schob dann aber noch ein „Ja“ hinterher, da er sich nicht sicher wahr, inwiefern diese Roboter Gesten verarbeiten konnten.
„Bitte seien Sie zu dieser Uhrzeit in Raum 302 im dritten Stock.“ Noch während er sprach, öffnete sich ein kleiner Schlitz an seiner Brust und ein Zettel kam daraus hervor. „Bitte entnehmen Sie Ihr Informationsblatt.“ Donna nahm ihm das Blatt ab und der Roboter verschwand, nachdem er sich höflich verabschiedet hatte, zu einer kleinen Roboterstation an der linken Wand der Eingangshalle, an der mehrere seiner Gefährten darauf warteten, Besucher willkommen zu heißen.
Der Doktor schüttelte den Kopf über diesen Überfluss an Technik, doch da dies in den meisten größeren Gebäuden bereits Standard war, hatte er keine Lust mehr, sich darüber aufzuregen. Er begab sich zu den edlen Ledersofas, die für Besucher bereitstanden, und ließ sich auf einem von ihnen nieder.

Als es schließlich soweit war und Donna die Tür zum Büro von Signor Felice öffnete, war er froh, von diesem mit einem Lächeln begrüßt zu werden. Wenn er schon von vornherein schlechte Laune gehabt hätte, hätte der Doktor wohl gleich wieder gehen können, da er dann wohl kaum etwas aus ihm herausbekommen hätte.
„Guten Tag“, grüßte er höflich und lächelte ebenfalls.
Felice bat ihn, sich zu setzen und den Grund für seinen Besuch zu erläutern. Dr. Donna begann damit, dass sein Institut ihn damit beauftragt hatte, das Energiekonzept von Matera zu analysieren und Verbesserungsvorschläge dafür zu unterbreiten. Als er dann erläuterte, zu welchem Ergebnis er mit seinen Berechnungen gekommen war, bemühte er sich, auf keinen Fall so zu klingen, als würde er dem Energiekonzern irgendwelche kriminellen Machenschaften unterstellen, doch er war sich keinesfalls sicher, ob ihm das gelang. Auch Felices konzentrierter Gesichtsausdruck gab ihm keinen Aufschluss darüber.
Als er geendet hatte, herrschte einen Moment Stille in dem kleinen Büro, dann breitete sich zu Donnas Erleichterung ein breites Lächeln auf dem Gesicht seines Gegenübers aus.
„Ich glaube nicht, dass Sie bei Ihrer Berechnung einen Fehler gemacht haben. Sie unterschätzen nur die Genialität unserer Ingenieure.“ Felice lachte und Donna sah ihn fragend an. „Wissen Sie, unsere Windanlagen sind im Gegensatz zu gewöhnlichen Vertretern ihrer Art unheimlich effektiv. Sie können fast 90% der Windenergie in Strom umwandeln, was es uns möglich macht, mit nur so wenigen diese Wunderwerke so viel Energie für die Stadt zu liefern.“
Von dieser Antwort alles andere als befriedigt – da er sich nicht vorstellen konnte, wie man eine solche Effektivität erzielen sollte – gab Donna zu bedenken: „Aber was ist mit Tagen, an denen der Wind nur schwach ist? Wenn Sie eine Möglichkeit gefunden hätten, die Energie von ertragreicheren Tagen zu speichern, hätten Sie ja wohl schon einen Preis nach dem anderen abgesahnt. Oder was passiert, wenn auch nur eine ihrer Wundermaschinen ausfällt? Liegt dann gleich die halbe Stadt im Dunkeln?“
Der Leiter der Technischen Abteilung stand auf und sah aus dem Fenster, von dem aus man einen guten Blick über die Stadt hatte. „Natürlich verfügen wir über Ersatzkapazitäten, die es uns möglich machen, mit hoher Sicherheit eine ständige Stromversorgung zu garantieren. Auch die Energiesparprojekte von L.E.M. erzielen in der Bevölkerung große Erfolge.“
„Aber es geht um 60% der Energieversorgung für die ganze Stadt! Das sind fast 400.000 Haushalte! Und dann noch all die großen Produktionsstätten! Und Sie behaupten, Ihre Ersatzkapazitäten können die alle versorgen, wenn wir mal ein oder zwei Tage Windstille haben?!“
Unwillkürlich war der Doktor jetzt ebenfalls aufgestanden und auch etwas lauter geworden, um Felice die Stirn bieten zu können. Dieser drehte sich wieder zu ihm um und sah nun etwas ungehalten aus. „Haben Sie in den letzten zehn Jahren einen einzigen Tag erlebt, an dem ein Haushalt in Matera aus Versorgungsgründen dunkel geblieben ist?“
Donna verzog das Gesicht, musste aber zugeben, dass dem nicht der Fall war. Er wollte noch etwas einwenden, doch Felice sah ihn mahnend an und bat ihn, nun, da alles geklärt war, bitte das Büro zu verlassen, da bereits sein nächster Termin anstand.
Trotz seines aufgewühlten Zustands gelang es Donna, noch ein „Vielen Dank für Ihre Informationen“ zu murmeln, bevor er den Raum verließ, vor dem tatsächlich schon der nächste Besucher stand – anscheinend ein Mitarbeiter von L.E.M. – der ihn ob seiner wütenden Miene einigermaßen verwundert ansah.

Die nächsten Tage waren alles andere als angenehm für jeden, der im Institut mit dem Doktor in Kontakt kam. Mit jeder Minute, die verstrich, ohne dass er der Lösung des Rätsels auch nur einen Schritt näher kam, verschlechterte sich seine Laune noch mehr. Dadurch, dass er nachts nicht oder nur wenig schlafen konnte, weil seine Gedanken die ganze Zeit um die Frage kreisten, wie zur Hölle dieser Konzern an so viel Energie kam, wurde sein Zustand auch nicht unbedingt besser, sodass seine Mitarbeitet bald begannen, ihm so gut sie konnten aus dem Weg zu gehen.
Trotz der Unproduktivität, die Müdigkeit bei ihm auslöste, war er auch an einem verregneten Dienstag, fast vierzehn Tage nach seinem Besuch bei L.E.M., wieder länger in seinem Büro geblieben, um vielleicht doch noch etwas herauszufinden. Doch aus Mangel an neuen Informationen gab er es schon nach einer Stunde auf, seine Berechnungen fortzusetzen. Eigentlich rechnete er sowieso nur noch weiter daran, um den Eindruck zu haben, überhaupt noch etwas zu tun, um endlich zu verstehen, was vor sich ging, aber alles, was er ausrechnete, machte die Sache nur noch mysteriöser. So hatte er zum Beispiel ausgerechnet, wie stark der Wind sein musste, damit bei Anlagen, die ihn zu 100% in Strom umwandelten (was Donna schon für absolut irrsinnig hielt), die Stromversorgung der Stadt gesichert war. Die Windstärke, die er als Ergebnis erhielt, war jedoch höher als alles was bisher außerhalb zerstörerischer Stürme gemessen worden war.
Noch immer über seine Ergebnisse am Grübeln, machte der Doktor sich auf den Heimweg. Da er die Strecke schon seit mehr als fünf Jahren fuhr, achtete er nicht mehr sonderlich auf seine Umgebung. Doch genau dieser Umstand wäre ihm, beziehungsweise dem jungen Mann, der die Straße überqueren wollte, in die Donna gerade einbog, fast zum Verhängnis geworden. Und wäre da nicht auf einmal dieser schwarze Schatten aufgetaucht, um den anderen gerade noch rechtzeitig zurück auf den Bürgersteig zu ziehen, hätte es wohl einen Verletzten gegeben.
Natürlich war Donna jetzt hellwach. Er fuhr sofort an den Straßenrand, stieg aus und rannte auf den Geretteten zu, der von dem Schwung, mit dem der andere ihn nach hinten gezogen hatte, auf sein Hinterteil befördert worden war.
„Geht es Ihnen gut? Oh mein Gott, es tut mir so leid! Ich war in Gedanken“, sprudelte es aus Donna hervor und er bemerkte, wie sein Herz schneller zu schlagen begann, da es nun wohl auch die Tragweite dessen, was hätte passieren können, begriffen hatte.
Der Mann zitterte ein wenig, aber er brachte ein Lächeln zustande. „Keine Sorge, es geht mir gut.“ Er sah zu dem Schwarzgekleideten auf, der ihn ein wenig besorgt ansah. „Das hätte wirklich böse enden können“, sagte dieser.
Donna fuhr sich durch die Haare. „Gut, dass Sie da waren! Oh Gott, ich weiß echt nicht, was passiert wäre, wenn Sie nicht...“
Der Retter lächelte und sagte: „Es ist ja alles gut gegangen.“ Er hielt dem jungen Mann seine Hand hin und fragte: „Können Sie aufstehen?“ Dieser nickte und ließ sich von ihm hochziehen.
Der Mann im schwarzen Anzug musterte ihn noch einmal prüfend, dann wandte er sich zum Gehen. Doch er wurde aufgehalten.
„Warten Sie einen Moment! Ich habe mich gar nicht bei Ihnen bedankt! Bitte -“
Der Mann wehrte dies mit einer Geste ab. „Ach was, das war doch selbstverständlich.“ Dann bog er um die Ecke.
Die beiden Zurückgebliebenen sahen sich verwundert an. Dann sagte der Doktor: „Da haben wir ja wirklich Glück gehabt, dass es noch solche guten Menschen gibt.“
Der andere nickte nur. Dann warf er einen Blick auf die Uhr und sagte: „Ich sollte gehen! Ich war sowieso schon spät dran. Meine Verlobte macht sich sicher schon Sorgen.“
Donna zog eine Visitenkarte aus seinem Portmonee hervor und reichte sie dem anderen. „Falls Sie doch irgendwelche Probleme feststellen sollten, melden Sie sich bei mir. Ich übernehme natürlich die volle Verantwortung.“
Der Mann warf einen kurzen Blick darauf und sagte dann: „Danke, Dr. Donna.“ Lachend fügte er hinzu: „Auch wenn es wohl in unserem Sinne wäre, wenn ich mich nicht melden müsste.“
Er trat mit einem Fuß über die Straße, um sich auf den Weg zu machen, dann drehte er sich noch einmal um und sagte: „Ich heiße übrigens Mirco Ferro.“
Der Doktor sah dem jungen Mann seufzend hinterher. Erst jetzt wurde ihm bewusst, wie dumm es von ihm war, sich Tag und Nacht mit nichts anderem als diesem Energieproblem zu beschäftigen. Eigentlich wusste er sehr gut, dass er unter Bedingungen wie Stress oder Müdigkeit besonders schlecht arbeiten konnte; außerdem konnte er, was die Lösung anging, sowieso nur spekulieren.
Er setzte sich ins Auto und machte sich – äußerst wachsam – auf den Weg nach Hause, wo er eine Tasse Tee trinken, ein heißes Bad nehmen und dann ins Bett gehen würde. Wenn er doch nur aufhören könnte, über diesen Mann in Schwarz nachzudenken, der schon so verdächtig aussah und dann auch noch ganz zufällig zur rechten Zeit am rechten Ort gewesen war...

„Ist Ihnen bewusst, dass wir ganz knapp einer Katastrophe entgangen sind?“
„Sie übertreiben. Dafür haben wir unsere Bodyguards. Ihm kann gar nichts passieren.“
„Bei einem Flugzeugabsturz oder einem Unfall, bei dem er selbst im Auto sitzt, kann ihn auch ein Bodyguard nicht schützen.“
„Er arbeitet in einer Bäckerei in Matera und geht jeden Tag zu Fuß zur Arbeit. Sein Leben ist absolut sicher, dafür haben wir schon gesorgt.“
„Man weiß nie, was passiert. Und was ist mit diesem Doktor vom Volta-Institut? Meint ihr, der hat einfach aufgegeben? Er könnte seine Untersuchungen öffentlich machen...“
„Und was sollen wir jetzt Ihrer Meinung nach tun? Wir sind abhängig von diesem Typen!“
„Ja, verdammt, das weiß ich doch! Aber gerade deswegen sollten wir uns so schnell wie möglich darum kümmern, eine Alternative zu finden.“
„Wir müssen ja auch nur 40% der Stadt mit Energie versorgen. Haben Sie zufällig einen Sponsoren an der Angel, der zusätzliche Windanlagen finanziert und ein paar Häuser einreißt, damit wir sie auch aufstellen können?“
„Ich weiß, dass es schwierig ist! Aber ich hab keine Lust auf böse Überraschungen, also machen Sie sich gefälligst alle an die Arbeit! Oh, und sorgen Sie verdammt noch mal dafür, dass unsere Männer nicht mehr in schwarzen Anzügen rumlaufen. Wissen Sie eigentlich, wie auffällig das ist?“


Alle in Dr. Donnas Abteilung im Volta-Institut waren erleichtert, als er eines Tages wieder ausgeschlafen und mit dem Anflug eines Lächelns im Gesicht im Büro erschien. Besonders er selbst war ausgesprochen froh darüber, nicht mehr ständig unter Stress zu stehen. Natürlich musste er an dem Energiekonzept weiterarbeiten, aber dafür war es keinesfalls nötig, dass er das aktuelle Konzept verstand. Zwar nagte es immer noch an ihm, aber es gelang ihm, es in eine Ecke seines Verstands zu verdrängen.
Damit war es allerdings schlagartig vorbei, als eines Abends das Telefon klingelte. Die etwas nervöse Stimme am anderen Ende kam ihm bekannt vor, doch selbst als der Anrufer sich mit „Mirco Ferro“ vorstellte, brauchte Donna einen Moment, bis er sich an den jungen Mann erinnerte.
„Ah, Sie sind das! Ist etwas passiert?“
„Nein, nein, keine Sorge, Doktor. Jedenfalls hat es nicht direkt etwas mit Ihnen zu tun. Ich wusste nur nicht, mit wem ich sonst darüber reden sollte. Ich wollte meine Verlobte nicht beunruhigen, wissen Sie?“
Der Doktor begann, mit dem Telefon in der Hand unruhig auf und ab zu laufen. „Worum geht es? Oh, und hören Sie bitte auf, mich zu siezen. Ich bin Francesco, okay?“
Ein leises Lachen ertönte. „Alles klar. Dann bin ich Mirco.“ Dann wurde er wieder ernst. „Also, ich weiß nicht wirklich, wie ich es sagen soll... Erinnerst du dich an diesen schwarzen Mann, der mich vor dem Auto weggezogen hat? Er kam mir irgendwie seltsam vor. Und in letzter Zeit bemerke ich auch öfter andere Typen, die mir seltsam vorkommen. Sie sind nicht schwarz gekleidet, aber ich habe das Gefühl, sie beobachten mich. Sie versuchen natürlich, unauffällig zu wirken, aber... na ja, irgendwie merkt man es trotzdem. Oder meinst du, ich bin nur paranoid?“
Donna begann – wie immer, wenn er nachdachte – mit den Fingern sein Kinn zu kneten. Es brauchte einen Moment, bis er antwortete. „Weißt du, Mirco, ich fand diesen Typen auch alles andere als normal... Ich habe mir auch noch ein paar Gedanken gemacht, aber so richtig kann ich ihn nicht einordnen. Wenn du dir mal diese Ecke vorstellst... Der Kerl stand auf der gleichen Straßenseite wie du, also kam ich für ihn auch von hinten. Er muss sich zufällig umgedreht haben, um mein Auto überhaupt zu sehen und dann auch noch auf den Blinker geachtet haben. Und dich muss er ebenso im Blick gehabt haben. Was ich damit sagen will: Ich kann mir durchaus vorstellen, dass er nicht zufällig dort war. Fast wie eine Art Bodyguard... Aber ich nehme mal an, du hast keinen bestellt.“
Mirco verneinte dies. Er wirkte ein wenig verzweifelt, als er fragte: „Warum sollte jemand einen Bodyguard für mich anstellen? Ich arbeite in einer Bäckerei, bin nicht sonderlich reich und auch sonst ist absolut nichts Besonderes an mir.“
„Hmm...“, murmelte Donna grübelnd. „Dieser schwarze Mann ist unser einziger Hinweis. Hatte er irgendetwas Besonderes an sich?“
„Ich fand seine Nase ein wenig auffällig, aber das wird uns wohl kaum helfen, ihn zu finden, oder?“
Donna lachte erst, doch dann blieb ihm das Lachen im Hals stecken. „Seine Nase!“, rief er triumphierend. „Seine Nase!! Mirco, du bist ein Genie! Natürlich!“
„Ähm...“ Bevor Mirco seiner Verwirrung Ausdruck verleihen konnte, erklärte der Doktor schon, was er die ganze Zeit übersehen hatte: „Ich hab diesen Kerl schon mal gesehen. Ich war neulich bei L.E.M., du weißt schon, diesem großen Energiekonzern von Matera. Und nach meinem Termin mit einem gewissen Signor Felice wartete vor der Tür ein anderer darauf, in das Büro gehen zu können. Das war er, hundertprozentig! Irgendwie wusste ich, dass dieser geheimnisvolle Typ mir bekannt vorkam, aber ich konnte ihn nicht einordnen.“
Donna ließ ein befreites Lachen ertönen. „So, und jetzt? Was hast du mit L.E.M. zu tun?“
„Ähm...“ Wieder wusste Mirco nicht so richtig, was er sagen sollte. „Also, wir beziehen unseren Strom von ihnen. Aber die engagieren wohl kaum 'nen Bodyguard für jeden ihrer Kunden.“
„Das wohl kaum. Na ja, hör zu, ich glaube, wir sind dicht dran. Das ist schon das zweite Geheimnis von L.E.M. in kurzer Zeit, das kann kein Zufall sein. Ich denke in Ruhe darüber nach und recherchiere noch ein bisschen. Und du versuchst, noch ein paar Informationen über die Männer zu finden, die dich beobachten.“
„Alles klar. Ich geb' dir am besten noch meine Nummer, damit du dich melden kannst. Und vielen Dank für deine Hilfe.“
Nach dem Gespräch spürte Donna, wie der Ehrgeiz seinen Körper förmlich überrollte. Die Methode, einfach auf einen Zufall zu hoffen, hatte sich tatsächlich als erfolgreich erwiesen. Er hatte das Gefühl, einer ganz großen Sache auf der Spur zu sein. Geheime Energiequellen und mysteriöse Bodyguards... Da musste ein Zusammenhang bestehen, und Donna war sich sicher, dass Mirco eine ganz bedeutende Rolle dabei spielte, selbst wenn es ihm nicht bewusst war.
Er hatte eine Idee und er wusste, dass sie verrückt war, aber er wäre kein Wissenschaftler gewesen, wenn er sich nicht trotzdem sofort daran gemacht hätte, sie in die Tat umzusetzen.

So kam es, dass der Doktor kaum eine halbe Stunde später vor dem zehnstöckigen Gebäude stand, in dessen fünfter Etage Mirco Ferro mit seiner Verlobten wohnte. In einem Zeitalter wie diesem hatte es kaum fünf Minuten gedauert, bis er die Adresse herausgefunden hatte. Er hatte sich seine Kapuze tief ins Gesicht gezogen, denn er war sich fast sicher, dass die Bodyguards von L.E.M. ihn auch im Visier hatten, nachdem er zweimal mit ihnen in Kontakt getreten war. Er befürchtete außerdem, dass sie das Telefonat abgehört hatten, was für ihn noch ein Grund mehr gewesen war, jetzt so schnell wie möglich zu handeln.
Während er sich am digitalen Schloss der Eingangstür, zu schaffen machte, warf er immer wieder Blicke nach rechts und links. Es gehörte zum Plan, dass seine Aktion von den Bodyguards nicht unbemerkt blieb, doch er hoffte, dass sie ihn nicht aufhielten, bevor er sein Ziel erreicht hatte. Dass er dabei seine Karriere aufs Spiel setzte, spielte keine Rolle.
Obwohl er nicht einmal zu den begabtesten Technikern gehörte, dauerte es nicht lange bis er das Schloss geknackt hatte und die Tür sich mit einem leisen Surren öffnete. Nach einem erneuten Kontrollblick betrat der Doktor das dunkle Treppenhaus. Mit der Taschenlampe, an die er zum Glück gedacht hatte, in der Hand, schlich er die Treppe hinauf.
Die Tür zu Mircos Wohnung war mit einem noch einfacheren Schloss gesichert als die große Eingangstür. Donna schmunzelte, als er sie mit einem Trick, von dem er schon als Kind im Internet gelesen hatte, öffnen konnte. Auch diese Tür öffnete sich für ihn, aber das Summen kam ihm viel lauter vor als unten, was wohl vor allem an der unheimlichen Stille lag, die ihn umgab. Als er im Flur stand und die Tür hinter ihm zuschwang, jagte es ihm einen Schauer über den Rücken. Er wusste schließlich nicht, ob der Bodyguard irgendwo in der Wohnung lauerte, auch wenn dies von einem logischen Standpunkt aus eher unwahrscheinlich war. Leise schlich er sich voran und horchte an jeder der Türen, um auszumachen, in welchem Raum Mirco sich befand. Er hatte von unten kein Licht gesehen, also nahm er an, dass seine Zielperson entweder schon schlief oder sich in einem Zimmer auf der anderen Seite aufhielt.
Es war schließlich die letzte Tür, hinter der er ein leises Schnarchen vernehmen konnte. Mit klopfendem Herzen zog er ein Küchenmesser aus seiner Tasche – die einzige Waffe, die er auf die Schnelle hatte finden können – und drückte vorsichtig die Klinke runter. Er wollte gerade die Taschenlampe anschalten, um Mirco und vermutlich auch seine Verlobte blenden zu können, als jemand ihn von hinten zu Boden warf und ihm noch im Sprung das Messer aus der Hand riss. Der Doktor schlug mit dem Kopf auf dem Boden auf, ein Frauenschrei war zu hören, eine kleine Lampe ging an und dann begann Mirco erst laut zu brüllen und verstummte dann, da er vermutlich seinen neuen Freund erkannt hatte, der gerade von einem großen, bulligen Mann auf den Rücken gedreht und mit eisernem Griff gegen den Teppich gedrückt wurde.
„Guten Abend“, sagte Donna und bewunderte sich dabei selbst für seine Ruhe.
„Francesco! Was tust du hier?“, hörte er Mirco fragen, der sich jedoch nicht in seinem Blickfeld befand.
„Du kennst ihn?“, fragte eine verängstigte Frauenstimme.
Der Mann, der den Doktor überwältigt hatte – trotz seiner Zivilkleidung vermutlich ein Bodyguard von L.E.M. - sagte: „Ich habe zufällig gesehen, wie er sich am Schloss zu schaffen machte. Wusste nicht, ob er nur seinen Key verloren hat oder irgendwas im Schilde führt, also bin ich ihm gefolgt. Gute Wahl, wenn ich mir das Messer hier anschaue. Hab eben sicherheitshalber schon die Polizei gerufen.“
Donna musste lachen. „Ist ja auch ganz alltäglich, dass ein vermummter Mann sich ohne Key Zutritt zu einem Haus verschafft und dann mit 'ner Taschenlampe im Treppenhaus rumgeistert. Und woher wussten Sie, dass das hier nicht meine Wohnung ist?“
Der Mann sah ihn böse an und drückte ihn fester auf den Boden. „Wie Sie selbst sagen:Sie waren äußerst verdächtigt.Was sind Sie eigentlich für ein Irrer?“
Donna grinste. Es fühlte sich an wie ein Spiel, deshalb hatte er auch keine Angst vor dem, was ihm passiere konnte, wenn er einen falschen Schritt machte. „Ja, ich muss wohl irre sein, jemanden angreifen zu wollen, der im Auftrag eines Riesenkonzerns wie L.E.M. hin von Profis wie Ihnen bewacht wird.“
„Wovon reden Sie? Ich war zufällig hier“, betonte der Mann, doch er war kein besonders guter Schauspieler.
Wieder war der Doktor zum Lachen verführt. „Ach ja, bestimmt genauso zufällig wie Ihr Kollege, der dem guten Mirco Ferro beim letzten Mal das Leben gerettet hat. Echt tolle Schutzengel haben die da eingestellt. Da bekommt man ja fast das Gefühl, als sei er wichtig für irgendetwas. Zum Beispiel für die Energiezufuhr der Stadt? Und damit quasi für die Gehälter der Chefetage von L.E.M.? So einen Wunderknaben muss man natürlich beschützen!“
„Hören Sie auf so einen Blödsinn zu reden!“, sagte der Mann und Donna hatte das Gefühl, dass er ihm das Blut aus den Armen abquetschte, aber er klang so verunsichert, dass der Doktor einfach weitermachen musste.
„Wahrscheinlich wussten Sie nicht mal davon, oder? Aber richten Sie das doch bitte Ihrem Chef aus: Dr. Francesco Donna, Mitarbeiter des Volta-Instituts, ist hinter das große Geheimnis der Energiequelle gekommen und akzeptiert es nicht, dass der Konzern dafür jemanden ausnutzt, der noch nicht einmal von seiner enormen Wichtigkeit für das System weiß.“
„Was bedeutet das?“, fragte Mirco leise.
„Es bedeutet, dass du aus irgendeinem Grund eine gigantische, wandelnde Energiequelle bist. Frag mich bitte nicht, woher diese Kräfte kommen, aber L.E.M. scheint auf die grandiose Idee gekommen zu sein, dir die Energie einfach abzuzapfen und damit ihre Einnahmen zu steigern“, erklärte Donna. Er wusste, dass er für diese Erklärung keinerlei wissenschaftliche Beweise hatte, aber er war zu dem Schluss gekommen, dass es die einzige Möglichkeit war, alle Punkte zu verbinden.

Es hatte nur noch ein paar Minuten gedauert, bis zwei Polizisten aufgetaucht waren, um die Anwesenden zu befragen und den Doktor in Gewahrsam zu nehmen. Er bestand darauf, nichts zu sagen und auch alle anderen hielten sich mit ihren Aussagen eher zurück, da sie alle nicht so genau wussten, was sie von der Geschichte mit Mircos verborgenen Kräften halten sollten.
Donna verbrachte die Nacht in einer äußerst unkomfortablen Zelle, doch sein Gefühl der Euphorie war noch nicht gänzlich verklungen, sodass er sich einigermaßen sicher war, dass im Laufe des nächsten Tages jemand von L.E.M. hier auftauchen würde.
Und damit sollte er tatsächlich recht haben: Schon um neun Uhr morgens kam ein Wärter vorbei und unterrichtete ihn davon, dass er frei gelassen werde. Im Foyer der Polizeiwache entdeckte er das bekannte Gesicht des Signor Felice, der zusammen mit Mirco dort wartete und aufsprang, als er ihn sah.
„Bitten kommen Sie mit mir, Dr. Donna“, sagte er, ohne Blickkontakt mit ihm aufzunehmen.
Donna warf Mirco, der einigermaßen mitgenommen aussah, einen aufmunternden Blick zu. Er fragte sich, was in dieser Nacht passiert war, doch er war sich sicher, dass er darüber bald Aufschluss erhalten würde.
Schließlich saßen die drei mit noch ein paar weiteren wichtig aussehenden Menschen zusammen in einem Tagungsraum im ersten Stock des L.E.M.-Komplexes. Es war Signor Felice, der schließlich das Wort eröffnete. Es richtete sich an Dr. Donna.
„Sie hätten die Finger von der Sache lassen sollen, nachdem Sie mit mir gesprochen haben. Das hätte es für Sie um einiges leichter gemacht.“
„Ich mag keine ungelösten Geheimnisse“, gab Donna zu und zuckte locker mit den Schultern. Dies brachte ihm von den anderen finstere Blicke ein. Das stachelte ihn jedoch nur dazu an, weiterzureden: „Sie haben Ihr Geheimnis ja nicht einmal besonders gut geschützt. Ihre Ausreden waren mehr als verdächtig, Signor Felice. Aber nun ist es nun einmal so gekommen und ich denke, wir sollten das beste daraus machen. Aber es geht hier natürlich nicht um mich, sondern um Signor Ferro hier, den Sie über Jahre hinweg – wie ich annehme – ausgenutzt haben.“
„Wir brauchten ihn für die Energieversorgung. Es war keineswegs so, dass es ihm schadete, daher -“, begann einer der Männer, aber Donna unterbrach ihn: „Können Sie das beweisen? Ich denke, er ist der erste seiner Sorte. Woher wissen Sie, was es für Gefahren birgt, seine Energie zu benutzen?“
„Wir haben ihn überwacht. Jede Veränderung wäre uns sofort aufgefallen.“
„Und wenn es ganz plötzlich geschehen wäre? Wer weiß, was -“
Doch jetzt wurde Donna von Mirco unterbrochen: „Bitte hör auf. Ich missbillige es auch, was dieser Konzern getan hat. Es gefällt mir überhaupt nicht, dass jeder einzelne meiner Schritte von ihnen überwacht wurde und dass Sie sogar Einfluss auf mein Leben genommen, selbst wenn das von mir unbemerkt blieb. Doch es sollte uns jetzt darum gehen, eine Lösung für die Zukunft zu finden.“
Er blickte in die Runde. „Ich hoffe, Sie haben bereits ein Konzept für den Fall ausgearbeitet, dass mir etwas zustößt.“
In den vorher so harten Gesichtern der Vorstandsmitglieder wurde so etwas wie Verlegenheit erkennbar. „Natürlich haben wir Ansätze, aber die sind noch lange nicht ausgereift...“, gab Felice schließlich zu.
Donna schüttelte den Kopf und verdrehte die Augen, steuerte aber statt eines bissigen lieber einen konstruktiven Kommentar bei: „Dann würde ich Ihnen die Zusammenarbeit mit dem Volta-Institut empfehlen. Ich arbeite gerade an einem revolutionären Energiekonzept, das Ihre Probleme innerhalb von einem oder vielleicht zwei Jahren lösen könnte.“
Mirco lächelte ihm dankbar zu. Dann sagte er: „Wenn Sie diesem Vorschlag zustimmen, werde ich mich selbstverständlich dazu bereiterklären, meine Energie weiterhin der Stadt zur Verfügung zu stellen bis sie nicht mehr benötigt wird.“
Erleichterung machte sich in der Runde breit. Nach einer kurzen Abstimmung unter den Vorstandsmitgliedern wurde die Sitzung für beendet erklärt und dem Doktor und Mirco wurde sogar ein Taxi angeboten. Sie standen auf, um zu gehen, doch Felice bat Donna, noch einen Moment mit in sein Büro zu kommen, um sich etwas anzusehen. Mirco versprach ihm, an der Straße auf ihn zu warten.
„Glauben Sie, Ihr eigenes Konzept ist vielleicht doch nicht so schlecht?“, witzelte Donna, während der Abteilungsleiter seinen Schreibtisch umrundete und eine Schublade öffnete.
„Ich hoffe es“, sagte Felice und richtete eine Pistole auf den Doktor.

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jon
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Der Text lässt sich recht gut runterlesen. Trotzdem war ich am Ende sehr unzufrieden. Es wird zu zeitig klar (spätestens beim kursiven Teil), dass der junge Mann in irgendeiner Form für Energie sorgt – mehr erfährt man dann auch bis zum Schluss nicht. Die Idee, der Mann selbst sei die Quelle und würde angezapft, bleibt extrem dünn. Nicht nur, dass sie an recht schütteren Haaren herbeigezogen ist (ein bisschen mehr über die Natur dieser Energie oder so wäre sinnvoll), sie wird auch nicht wirklich umgesetzt – es gibt nichts, aber auch gar nichts, was auf das "Anzapfen" hindeutet: Keine Technik, keine Hinweise im Verhalten (z. B.: wie war der Kerl, als man ihn noch nicht gemolken hat?) oder sonstwas.

Warum erschießt Felice Donna? Denkt er wirklich, damit sei sein Problem gelöst? Aber das nur am Rande – normalerweise (bei besserer Story) wär der Schluss ok, aber da es vorher schon so viele "Löcher" gibt, kann ich die Frage nicht ignorieren.

Angesichts dieser inhaltlichen Unzulänglichkeit lohnt eine Detailarbeit am Stil noch nicht wirklich – es müsste zum Besserwerden ohnehin umgeschrieben werden.
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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Shinji-chan
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Vielen Dank für deinen ehrlichen Kommentar!
Ich habe von vielen Leuten eine ähnliche Rückmeldung bekommen und bin inzwischen auch selbst der Meinung, dass einiges an dieser Geschichte nicht so ganz durchdacht war. Das liegt vor allem daran, dass die Deadline mir im Nacken saß und ich mich vorher einfach nicht zum Schreiben aufraffen konnte ^^"

Ich glaube, den kursiven Teil kann ich einfach ersatzlos streichen. Ich hatte ihn mir irgendwie geheimnisvoll und bedrohlich vorgestellt, aber nun verrät er wirklich schon alles und trägt nicht zur Spannung bei.
Vorgabe für die Geschichte war übrigens das Thema "Superkräfte" und da diese meistens irgendwie aus dem Nichts kommen, habe ich mir da auch nicht sonderlich viele Gedanken drüber gemacht.
Ich habe mir im Nachhinein überlegt, dass Donna vielleicht bemerken könnte, wie in Mircos Gegenwart technische Geräte verrückt spielen o.Ä. So hätte er wenigstens einen besseren Grund für seine Theorie.

Ob ich die Motivation finde, die Geschichte umzuschreiben, weiß ich noch nicht. Doch da ich auch genug Gutes über die Grundidee und den Text an sich gehört habe, möchte ich es eigentlich ungern auf mir sitzen lassen, dass sie so viele logische Lücken aufweicht...
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Zu Liebesboten taugen nur Gedanken,
die zehnmal schneller fliehn als Sonnenstrahlen,
wenn sie die Nacht von dunkeln Hügeln scheuchen.

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