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Leselupe.de > Science Fiction
Die Reise zum Mars
Eingestellt am 08. 07. 2003 20:17


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Brakwaater
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Das Donnern der m√§chtigen neuen Triebwerke, die den Flug zum Mars in nur 7 Tagen erm√∂glicht hatten, verstummte, als das Forschungsschiff in einen Orbit um den Planeten einschwenkte. Das Wissenschaftlerteam, aus dem sich der Landetrupp zusammensetzte, stand bereits an der Schleuse zur Landungsf√§hre bereit. Es wurde aus einem Vertreter jeder nation gebildet, die am Bau des Forschungsschiffes beteiligt gewesen war. Tse Fung, der japanische Leiter der Landetruppe, bet√§tigte den √Ėffnungschalter der Schleuse und die f√ľnfk√∂pfige Gruppe betrat die F√§hre. Nachdem die Schleuse wieder geschlossen war, z√ľndete Peter Thomas, der Delegierte der Europ√§ischen Union, die Triebwerke und man√∂vrierte das Landungsboot sicher zur Planetenoberfl√§che. Die gesamte Mannschaft betrachtete den Planeten, den sie als erste Menschen betreten sollten, mit Ehrfurcht.

Alle waren voller Fragen: ¬∑ werden wir Lebensformen finden ¬∑ wird das Vorkommen der Bodensch√§tze die Erwartungen erf√ľllen... Nach dem Aufsetzen der F√§hre zogen die Teammitglieder ihre Raumanz√ľge an und betraten die Oberfl√§che. Sie verzichteten auf die in fr√ľheren Jahren √ľbliche Zeremonie, Flaggen der beteiligten Staaten aufzustellen. Wer au√üer anderen Erdbewohnern w√ľrde sie schon zu deuten wissen; und auf der Erde war die Beteiligung der L√§ner hinreichend bekannt- zumal die Vereinigung aus der Amerikanischen Union, der Europ√§ischen Union, Afrikas , Japan und Korea die Russisch-Chinesische F√∂deration nur um Monate in der Durchf√ľhrung des ehrgeizigen Projektes geschlagen hatte.

Das Team √∂ffnete den Laderaum der F√§hre und entnahm ihm einige Bauteile, aus denen mit wenigen Handgriffen ein fahrbares Labor montiert wurde. Sogleich entnahmen sie an Ort und Stelle einige Bodenproben, die in dem vollautomatischen Labor auf das Vorkommen verwertbarer Bodensch√§tze ausgewertet wurden. Jedoch waren die Ergebnisse an der Landungsstelle in h√∂chstem Ma√üe unbefriedigend. Lediglich geringe Mengen nicht verwertbarer Erze wurden festgestellt. Das Team umfuhr den naheliegenden Krater und entnahm am gegen√ľberliegenden Rand die n√§chsten Proben. Als das Ergebnis angezeigt wurde, brach leiser Jubel aus. Sie waren auf enorme Platinvorkommen gesto√üen, ein Material, das mit einem erst k√ľrzlich entwickelten Verfahren in der hier lagernden Menge mehrere Millionenst√§dte √ľber Jahre mit Energie versorgen konnte.

Vier der Teammitglieder waren nach Markierung der Fundstelle bereits wieder eingestiegen und bereit zur Weiterfahrt, als Chao Wang, der Koreaner, sie wieder herausrief.
Thomas fragte ungeduldig: "Was ist denn los, Chao ? Du weißt doch, daß wir einen straffen Zeitplan haben."
"Ja, aber seht Euch doch die Felswand dort genauer an. Das ist eindeutig eine fremdartige Technologie. Entweder sind wir nicht die ersten, oer es gibt hochentwicketes Leben auf dem Mars."
Tats√§chlich war in der Felswand, auf die Wang zeigte, eine Metallplatte mit leuchtenden Objekten und runden Erhebungen eingelassen, neben denen farbige Markierungen angebracht waren, die man ohne weiteres als Schriftzeichen interpretieren konnte. Und bei den runden Erhebungen war die Assoziation mit Schaltern durchaus nicht abwegig. Eine Untersuchung mit dem Analyseger√§t ergab, da√ü die Metallplatte aus einer Legierung von Materialien bestand, die gro√üe √Ąhnlichkeit mit Titan und Platin aufwiesen. Wong streckte bereits die Hand aus, um die Platte zu ber√ľhren, asl Tom Njomani, der Afrikaner, ihn warnte:
"Sei vorsichtig, Di weisst nicht, was das Ding verursacht!".

Doch schon, als Wongs Hand noch Zentimeter von der Vorrichtung entfernt war, wechstelte eines der leuchtenden Objekte, das offensichtlich eine Lampe war, seine Farbe von Rot zu Gr√ľn. Ein kaum h√∂rbares Zischen ert√∂nte und unter dem Forschungsteam √∂ffnete sich der Boden. Die vier M√§nner und die Frau fielen einen Moment ins Leere, bis sie auf einer steilen Rampe aufschlugen, die sie scheinbar endlos herunterrutschten. Nach einer Minute - Sue Starburt, die Amerikanerin hatte nach einer Schrecksekunde die Stopuhr bet√§tigt, nahm die Neigung der Rampe ab, bis sie auf ebener Erde liegenblieben. Als sie sich von ihrem Schreck erholt hatten und aufblickten, sahen sie sich von 15 merkw√ľrdigen Wesen umringt.
"Nostradamus, Nostradamus, hört Ihr uns?", rief er in sein Helmmikrofon. Und obwohl er es nicht geglaubt hatte, erhielt er dank seines extrem leistungsstarken Senders eine Verbindung zum Schiff.
"Hier ist die Nostradamus. Was ist los, Chao?" drang die Stimme in sein Ohr.
"Wir sind eine Rampe heruntergefallen und liegen jetzt unter der Oberfl√§che. Um un herum stehen 15 Wesen. Ich beschreibe: Gr√∂√üe ca. 1,50 Meter. Beine 3, Arme zwischen 5 und 7. Kopfform kreisrund mit 3 Tentakeln und sechs Augen. K√∂rperfarbe r√∂tlich, fast wie die Oberfl√§che. Keine sichtbare Kleidung oder technische Ausr√ľstung. Mein Gott, Mike, das ist...."
Mitten im Satz brach die Verbindung plötzlich ab. Der Funker des Schiffes rief einige Male: "Chao, was ist los? Ich höre nichts mehr. Chao, bist Du noch dran ?"
Er erstarrte, als er Sue sagen hörte: "Stellen Funk ein, Wesen haben Chao getöte. Ende".
Die vier verbleibenden Mitglieder der Landungsmannschaft waren genauso entsetzt wie der Funker - oder mehr noch, sie hatten den Vorfall schlie√ülich beobachtet. Schon als Wang begonnen hatte zu funken, schienen die Wesen miteinander zu kommunizieren, wenngleich nichts zu h√∂ren war. Je l√§nger das Gespr√§ch des Koreaners dauerte, umso aufgeregter wogten ihre Tentakeln auf den K√∂pfen. Schlie√ülich erhob das Wesen mit den meisten Armen einen davon und machte eine blitzschnelle Vorw√§rtsbewegung. Einen Augenblick sp√§ter fiel Chaos Kopf, der vom Rumpf abgetrennt worden war, zu Boden. Tse Fung, der sich am schnellsten von seinem Schreck erholt hatte, spulte das Aufzeichnungsband seiner Helmkamera zur√ľck und lie√ü es mit reduzierter Geschwindigkeit nochmals ablaufen. Auf dem Band sah er, wie sich w√§hrend der Vorw√§rtsbewegung die 8 fingerartigen Gliedma√üen an dem vorschnellenden Arm zu einer stabilen, hauchd√ľnnen rasiermesserartigen Platte verbanden, die dann erst Chao's Anzug und dann seinen Hals durchtrennten. Als die Wiedergabe beendet war, machte er zu seinem Team eine Handbewegung, die ihnen bedeutete, strengste Funkstille zu wahren, bis er einen gegenteiligen Befehl gab.

Das siebenarmige Wesen machte eine Bewegung zu seiner Körpermitte, griff dort in eine Hautfalte und entnahm ein quadratisches Kästchen. Dieses Objekt steckte er in die Kopföffnung, die die Menschen mit einem Mund assoziierten. Es machte noch eine Bewegung mit den "Fingern" und begann dann zum Erstaunen aller verständlich zu sprechen:
"Eindringlinge, schweigt, oder ihr werdet das Schicksal eures Begleiters teilen. Ihr werdet uns bedingungslos gehorchen und uns wiederstandslos folgen."
Fung sah, wie Sue den Mund √∂ffnete und bedeutete ihr mit einer blitzschnellen Geste, zu schweigen. Als auf eine Handbewegung des f√ľhrenden Wesens ein Mitglied seiner Gruppe auf Sue zutrat und zwei seiner Arme um ihren Helm legte, machten zwar alle entsetzte Gesichter, aber mit eiserner Disziplin schwiegen sie. Das Wesen fand schnell die Riegel, die den Helm mit dem Anzug verbanden, l√∂ste sie und ri√ü Sue den Helm herunter. Mit atemlosem Staunen stellte die Landegruppe fest, da√ü ihre Gef√§hrtin m√ľhelos weiter atmete. Daher z√∂gerten sie auch nicht, als der Anf√ľhrer der Aliens ihnen den Befehl gab, ebenfalls die Helme abzunehmen.
"Ihr stellt fest, daß wir dieselbe Luft atmen wie ihr." sagte das Wesen. "Nun folgt uns".
Jedes Mitglied des Foschungsteams wurde von zwei der Fremdwesen rechts und links eskortiert und im G√§nsemarsch folgten sie den Aliens auf dem vorgegebenen Weg. Schon nach kurzer Zeit kamen sie in ein weitl√§ufiges Gew√∂lbe mit Objekten, die scheinbar M√∂belst√ľcke waren, die auf die anatomie der Fremden abgestimmt waren. Die Menschen wurden brutal vor einen Stuhl geworfen, auf dem der Anf√ľhrer der Fremden Platz nahm.
"Nun d√ľrft ihr sprechen und uns Fragen stellen, bevor WIR EUCH befragen. Du", er deutete auf Sue, "wirst f√ľr die Gruppe sprechen."
Sue, die trotz ihrer Nervosität äußerlich einen sehr ruhigen Eindruck machte, begann sofort mit ihren Fragen:
"Warum habt ihr einen von uns getötet?"
Sie bekam zu Antwort: "Niemand darf von uns erfahren. Euer Funker wird feststellen, daß seine Geräte völlig nutzlos sind."
Starburt schoß die nächste Frage ab: "Warum soll niemand von euch erfahren ?"
Der Anf√ľhrer zog seine Mundwinkel tief nach unten - der Anblick erinnerte an en teuflisches Grinsen - und atnwortete: "Wir werden euer Raumschiff √ľbernehmen und erweitern, so da√ü alle unserer Art darauf Platz finden. Dann fliegen wir zu eurem Planeten und werden ihn einehmen. Es herrschen dort bessere Lebensbedingungen als hier."
Njomani konnte nicht l√§nger schweigen. Er schrie zornesrot auf: "Da ihr ja scheinbar √ľber ausreichende Technik verf√ľgt, um unseren Funkverkehr zu blockieren, warum habt ihr nicht selber Schiffe gebaut und unseren Planeten √ľberfallen ?"
"Das ist einfach zu beantworten. Wir sind nicht in der Lage, ausreichend Energie zu erzeugen. Wir sind froh, wenn es f√ľr die Produktion unserer Atemluft und Nahrungsmittel ausreicht. Auch wir lebten einmal auf der Oberfl√§che unseres Planeten. Doch dann ging ein Meteoritenhagel nieder, der die Atmosph√§re vernichtete. Die 500 von uns, die sich in den subplanetaren Produktionsst√§tten aufhielten, waren die einzigen √úberlebenden. Doch nun haben wir endlich die M√∂glichkeit gefunden, wieder ein normales Leben zu f√ľhren, anstatt uns jeden Tag zu fragen, ob am folgenden Tag noch alle √ľberleben werden. Und nun werdet ihr uns alle unsere Fragen beantworten. Tut ihr das, werden wir euch und die restliche Besatzung eures Schiffes in unseren subplanetaren Anlagen lebend zur√ľcklassen. Weigert ihr euch, findet ihr alle auf der Oberfl√§che den Tod. Es w√ľrde zwar lange dauern, bis wir eure Technologie ausreichend studiert haben, um das Raumschiff nutzen zu k√∂nnen, aber nachdem wir bereits 800 Jahre hier unten √ľberdauert haben, hat diese Zeit f√ľr uns auch keine Bedeutung mehr. Zun√§chst werdet Ihr uns √ľber das Leben auf eurem Planeten berichten."
Er drehte seinen Kopf zu Tse Fung, den er eindeutig als Anf√ľhrer ausgemacht hatte.
"Wo sind Eure Produktionsstätten ?"
Fung, der entschieden hatte, daß selbst ein Leben unter der Marsoberfläche dem sofortigen Tod vorzuziehen war, antwortete:
"Alle unsere Produktionsst√§tten, die nicht mit Ern√§hrung zu tun haben, befinden sich auf dem erdnahen Himmelsk√∂rper, den wir Mond nennen. Von dort werden die G√ľter mit einem Materietransportstrahl zur Erde bef√∂rdert."
Fung hatte kaum den Satz beendet, als schon die nächste Frage folgte.
"Habt ihr auf eurem Planeten noch andere Kolonien als die auf der Oberfläche ?"
Der Expeditionsleiter war nun froh, daß der Techniker, den er einen paranoiden Idioten geschimpft hatte, kurz vor dem Einschwenken in den Orbit auf die Idee gekommen war, die Orungssysteme so umzuprogrammieren, daß die geheimen Forschungsstädte unter den Ozeanen nicht angezeigt wurden.
"Man kann nie wissen", war sein lakonischer Kommentar gewesen. So sch√ľttelte Fung nun den Kopf, in der Hoffnung, da√ü keines seiner Teammitglieder eine verr√§terische Reaktion zeigen w√ľrde.
"Nein, nur die Oberfläche ist besiedelt und einige Wohneinheiten reichen in die Erdoberfläche hinein. Außerdem ist unser gesamtes Transportsystem unter der Oberfläche verlegt."
Der Anf√ľhrer der Aliens bewegte alle Tentakeln nach vorne und sagte:
"Und nun schreibt mir noch die chemische Formel einer Substanz auf, die f√ľr alle Lebewesen eurer Art t√∂dlich ist."
Entsetzt √§u√üerte Sue: "Und wof√ľr soll das gut sein ?"
"Das m√ľ√üte Dir auch logisch erscheinen", antwortete das Wesen. "Wir werden uns nat√ľrlich auf eurem Planeten vermehren und brauchen ihn f√ľr uns alleine. Eure Art wird ausgel√∂scht."
"Lieber sterbe ich, als meinen gesamten Planeten zu t√∂ten", br√ľllte Peter Thomas und st√ľrzte sich auf den Anf√ľhrer. Diese Handlung bezahlte er auch unverz√ľglich mit dem Leben.
"Du bist der Anf√ľhrer dieser Gruppe. Alles, was Du wei√üt, werden die anderen auch wissen.", meinte Siebenarm, wie Sue den Anf√ľhrer insgeheim getauft hatte, und deutete auf Fung. Dieser setzte eine Mine der Resignation auf und schrieb die Formeln aller Bet√§ubungsmittels nieder, die ihm bekannt waren. "Siebenarm" schien zufrieden.
"Nun begleite uns zu Deinem Schiff und erkläre uns alle Funktionen", ordnete er an. Fung wurde von drei Aliens zum Landungsboot begleitet und erläuterte ihnen alle Funktionen, wobei er das getarnte Waffenkontrollpult "vergaß".

Die Wesen brachten ihn zur√ľck zu den verbliebenen zwei Mitgliedern seines Landungstrupps und machten ihn genauso bewegungsunf√§hig, indem sie bis zum Hals Steine um ihn schichteten. Da er den Fremden genause verschwiegen hatte, da√ü die an Bord verbliebene Besatzung nur noch aus 4 Personen bestand, zw√§ngten diese sich zu 15 in das Landungsboot, um mit der erwarteten √úbermacht fertig zu werden. Alle 3 zuckten zusammen, als sie h√∂rten, wie die Raketen z√ľndeten und das Boot die Marsoberfl√§che verlie√ü.

Die Mannschaft der Nostradamus war zwar auf √úberraschungen vorbereitet, nachdem der Funkkontakt zum Landetrupp so abrupt abgebrochen war und die F√§hre auf keinen Anruf reagierte, aber mit der √úbermacht, mit der sie nun konfrontiert wurden, hatten sie nicht gerechnet. Pete Mitchel, der Captain der europ√§ischen Union, hatte lediglich Mike Taylor bewaffnet an der Schleuse postiert. Dieser brachte den Elektroschocker in Anschlag, als das Kontrollicht von Rot auf Gr√ľn wechselte und sich die Einstiegsluke √∂ffnete. In dem Moment, als die Tentaklen des ersten Marsbewohners in der √Ėffnung erschienen, feuerte er die volle Ladung von 500.000 Volt ab. Doch zu seiner √úberraschung erwies sich der Energiesto√ü, der selbst einen Elefanten get√∂tet h√§tte, als v√∂llig wirkungslos. Das Wesen, das die Luke durchschritt, wies keinerlei sichtbare Beeintr√§chtigung auf.
Dem ersten Alien folgten weitere. 3 von ihnen umringten Mike und streckten ihre Tentakeln nach ihm aus. In dem Moment, als der Mensch ber√ľhrt wurde, brach er auch schon bewu√ütlos zusammen. Der gesamte Entertrupp bestieg den Schleusenraum, schlo√ü die Aussenluke und √∂ffnete die innere. Alle 15 Aliens verteilten sich im Schiff und fanden schon bald Lin Tai Shang, die japanische Technikerin. Shang, die die Schleuse auf ihrem Kontrollmonitor beobachtet hatte, leistete keinen Widerstand, da sie das in Anbetracht der scheinbar mit Bordwaffen unverwundbaren Aliens f√ľr sinnlos hielt. Sie lie√ü sich mit Dr√§hten aus ihrer Abteilung fesseln und zur Schleuse f√ľhren. Jedoch verweigerte sie hartn√§ckig Auskunft √ľber den Aufenthaltsort der restlichen beiden Besatzungsmitglieder, zumal die Marsianer keinerlei Gewalt anwendeten. Nachdem sie Lin neben Mike zur√ľckgelassen hatten, setzten die Aliens ihre systematische Suche fort. 10 Minuten sp√§ter fanden sie auch L'dong Malawi, den afrikanischen Piloten. Dieser hatte die Schleuse zum Kontrollzenrum blockiert, doch eines der Wesen erwies sich als findiger Techniker, der den Mechanismus schnell kurzgeschlossen hatte.

Malawi begann sofort, mit den Elektroschockern, die er in beiden H√§nden hielt, zu feuern. Und tats√§chlich zeigte der doppelt starke Stromsto√ü bei dem Wesen, das schon in der Einstiegsluke getroffen worden war, Wirkung. Die gesamte Haut des Aliens f√§rbte sich in Sekundenschnelle braun und warf Blasen. Schon nach 5 Sekunden war nur noch ein unappetitliches H√§ufchen braune Masse √ľbrig, das dampfend auf dem Boden lag. Doch diesen Teilsieg bezahlte Malawi unverz√ľglich mit dem Leben- er wurde genauso enthauptet wie Chao. Im Nu fanden die Aliens auch noch Hans Wilke, den deutschen ersten Offizier, der sich im Computerraum versteckt hatte. Doch gegen die systematische Suche der Wesen war er machtlos. Zwei der Marsianer hielten seine Arme fest, w√§hrend ein dritter einen metallenen Ersatzteilbeh√§lter entleerte und ihn dann der L√§nge nach √ľber Wilkes Oberk√∂rper zerrte und ihn so v√∂llig Bewegungsunf√§hig machte. Er wurde von zwei Invasoren zur F√§hre gef√ľhrt, die unverz√ľglich startete, nachdem die Menschen an Bord gezwungen worden waren.

Nachdem die 3 √úberlebenden zu ihren Schickalsgenossen gebracht worden waren, pendelte das Landungsboot zwischen dem Schiff und der Oberfl√§che, bis alle Marsbewohner an Bord waren. Die Menschen blickten sich resigniert an, als sie merkten, da√ü die letzten Aliens den Planeten verlassen hatten und sicher war, da√ü die F√§hre nicht mehr zur√ľckkommen w√ľrde.

In der raumkontrolle Seoul brach Jubel aus, als die vertrauten Umrisse der Nostradamus auf den Bildschirmen der Fernsensoren auftauchten. Nachdem kurz nach dem Einschwenken in den Orbit des Mars jeglicher Funkkontakt abgebrochen war, hatte Sam Hall, der Leiter der Kontrollstelle, das Schiff schon abgeschrieben.
"Nostradamus, hier ist Seoul Kontrolle. Hört Ihr uns?", hallte es durch den gesamten Überwachungsraum.
Die Marsianer, die auf dem Flug in Richtung Erde s√§mtliche Dokumentationen gr√ľndlich studiert hatten, hielten sich an die Standardverfahren und flogen ein langes Dreieck, nach wie vor das international bekannte Signal f√ľr den Ausfall aller Sendeanlagen.
"OK, Nostradamus, wir haben verstanden. Nehmt √ľber Korridor 10 Kurs auf den √§u√üeren Orbit. Wir schicken eine F√§hre, um euch zur Erde zu holen", instruierte Hall das Schiff.
Das gesamte Kontrollzentrum schwieg in atemlosem Erstaunen, als die Nostradamus von dem vorgegebenen Kurs abwich, in den Ortungsschatten des Mondes einflog und von allen Schirmen verschwand. Trotz unaufhörlicher Aufforderungen tauchte das Schiff auch nicht mehr auf.
"Shit, was haben die Idioten vor?" fluchte Hall und warf erbost sein Mikrofon zu Boden.
Währenddessen nahm eine seiner Mitarbeiterinnen - Kim Phuc - Kontakt zur Zentrale der lunaren Fabriken auf. Diese wurden - trotz der politischen Spannungen zwischen den beiden Weltmächten - von einer weltumfassenden Firmengruppe unterhalten.
"Mondbasis Techno V, hier Seoul Control", rief Kim das Kontrollzentrum der lunaren Fabriken.
"Seoul, hier Techno V. Wo brennts denn ?" meldete sich der Diensthabende der Mondkontrolle.
"Techno V, Seoul. Die Nostradamus ist hinter Eurer Gl√ľhbirne im Ortungsschatten verschwunden. Habt Ihr sie auf dem Schirm ?" fragte Kim respektlos.
"Sch√∂n, da√ü die Gl√ľhbirne dem Muttertier mal helfen kann" kam postwendend die Antwort. "Die Nostradamus hat √ľber Computer gemeldet, da√ü der Hauptreaktor √ľberhitzt ist. Euer Blecheimer landet in 10 Minuten neben den Metallwerken."
Hall sprintete mit ungläubiger Mine zu Kim's Funkstation und schnappte sich ihr Mikro.
"Techno, bringt unseren 5 Milliarden teuren Blecheimer ja heil runter, sonst komme ich auf euren Felsklumpen und reisse euch die Köpfe ab".
Zu Antwort bekam er nur ein von lautem Lachen begleitetes "Ja, Erdenwurm".

Mit Hilfe des Computerleitsystems landete die Nostradamus exakt in der Mitte der Landeplattform neben den lunaren Metallwerken. Da die beiden Weltm√§chte nach wie vor ein √§u√üerst gespanntes Verh√§ltnis hatten und die paranoiden Sicherheitskr√§fte der Mondbasis eine √úbernahme des Schiffes durch die Russisch-Chinesische F√∂deration nicht ausschlie√üen wollten, war das Raumfahrzeug bei seiner Landung von Sicherheitskr√§ften umringt. Doch sowohl die Sicherheitskr√§fte als auch das Bodenpersonal als auch das Bodenpersonal erlebten schnell eine unangenehme √úberraschung - da der Mond bereits vor Jahren mit einer k√ľnstlichen Atmosph√§re umgeben worden war, trug niemand einen Raumanzug oder auch nur ein Atemger√§t. Das sollte der Sicherheitsmannschaft zum Verh√§ngnis werden, denn die Marswesen hatten das gesamte Schiff mit Hochdruckd√ľsen ausgestattet, die nun im Umkreis von mehreren Metern eines der Gase verspr√§hten, das die Aliens aufgrund der Fehlinformation von Fung f√ľr t√∂dlich hielten. Durch die hohe Konzentration des Gases fiel die gesamte Sicherheitsmannschaft auch sofort um wie gef√§llte B√§ume.

Das - nur 20 Personen starke - Technikerteam der weitestgehend automatisierten Mondfabriken riegelte daraufhin umgehend das Kontrollzentrum ab, was aber nicht besonders viel Zweck hatte, da die Aliens die technischen Unterlagen studiert hatten und vom Schiff aus per Funkbefehl eine Notöffnung aller Schleusen einleiteten. Die Techniker, die inzwischen die völlige Nutzlosigkeit der von den Aliens blockierten Funkanlage festgestellt hatten, flohen panikartig durch den geheimen unterirdischen Verbindungskorridor in den Bunker der Mondfabriken.
"Techno II, Techno II, hier ist Seoul. Hört ihr uns?", rief Sam Hall immer wieder in sein Mikro.
Da trat der Computertechniker Chuck Allen zu ihm und meinte leise:
"Sir, ich habe hier etwas, das Sie sich ansehen sollten".
Wie sich herausstellte, hatten die Mondtechniker auf einem hochgeheimen Kanal eine Meldung an das Computersystem von Seoul Control geschickt, die in knappen Worten von der Invasion berichtete. Da jedoch niemand die Aliens zu Gesicht bekommen hatte, ging man auch auf dem Mond von einem feindlichen Akt der russisch-chinesischen Föderation aus. Hall reagierte umgehend und sandte eine Warnung an den Sicherheitsrat der AEAAV, wie die Amerikanisch-Europäisch-Asiatisch-Afrikanische Vereinigung kurz genannt wurde.

Die Marsianer, die w√§hrend des Fluges Waffen zum Verspr√ľhen der vermeintlich t√∂dlichen Giftstoffe gebaut hatten, gingen zielstrebig in die Transporterr√§ume der Mondbasis. Auf ein Kommando ihres Anf√ľhrers "Siebenarm" wurden s√§mtliche Transporter gleichzeitig aktiviert und die Invasoren in jedes bedeutende Technikzentrum der Erde bef√∂rdert, wo sie Sekundenbruchteile sp√§ter materialisierten. Angriff der Erde Durch das schnelle Vorgehen der Marsianer wurde die Erde v√∂llig unvorbereitet getroffen. Die Transportertechniker waren so √ľberrascht, da√ü sie keine Gelegenheit zur Verteidigung hatten. Sobald die au√üerirdischen Landetrupps die Transporterstation als gesichert meldeten, wurde sofort ein weiterer Trupp mit einer Ladung Gasbeh√§lter zu jeder Station gestraht. Diese wurden umgehend zu den bereitstehenden Lastenschleppern gebracht und am hinteren Ende der Ladefl√§che befestigt. Anschlie√üend starteten die Invasoren sofort, um ihre Fracht √ľber den Gegenden zu verspr√ľhen, die an die Transporter angrenzten. Auch dieses Gas war so stark konzentriert, da√ü die Menschen in den Stra√üen umfielen, wo sie gerade gingen oder standen. Sogar in die H√§user konnte das "Gift" eindringen, so da√ü bald in den betroffenen Gegenden kein Mensch mehr bei Bewu√ütsein war. Fassungslos verfolgten die Forscher- und Regierungsteams beider Weltm√§chte das von den √úberwachungskameras √ľbertragene Geschehen in ihren unterseeischen Stationen. Beinahe gleichzeitig griffen beide Pr√§sidenten zu den roten Telefonen und konnten doch nicht mehr tun, als sich gegenseitig zu versichern, wie rat- und fassungslos sie waren. Als die Gastanks verspr√ľht waren, zogen sich die Invasoren auf "ihre" Mondbasis zur√ľck und begannen sofort mit der Produktion weiteren Gases.

In der allgemeinen Hektik bemerkte niemand, da√ü Krwaktuwsch, ein Mitglied des Landungsteams auf dem afrikanischen Kontinent, nicht zur√ľckgekehrt war. In der Hoffnung, wenigstens einigen der Menschen in den H√§usern noch helfen zu k√∂nnen, sandten beide Regierungen sofort nach dem R√ľckzug der Invasoren Rettungsteams in die betroffenen Gebiete. Entgegen seinen Anweisungen begann ein Arzt bei seiner Ankunft in Manhattan sofort mit der Untersuchung eines auf der Stra√üe liegenden Menschen. Schon nach einigen Sekunden rief er √ľberrascht aus:
"Hey, der hier lebt, ist nur bewußtlos."
Daraufhin ordnete der Teamleiter an, auch die anderen in der Umgebung liegenden Menschen genau zu untersuchen. Zur allgemeinen Überraschung glich der Zustand aller dem des zuerst untersuchten. So schnell es ging wurden alle Menschen auf Transporter geladen und zu den nahegelegenen Materietransportern gebracht. Von dort aus wurden sie zu den Krankenhäusern der U-Basen befördert.

"Sehr euch das an, die sammeln ihre Toten ein. Mit so sentimentalen Wesen werden wir leichtes Spiel haben", grinste Kaschwaltrk, der Cheftechniker der Marsianer.
"Siebenarm", der eigentlich Qwrklish hie√ü, antwortete: "Ja, am einfachsten wird es sein, ein paar zu vergiften, einen R√ľckzug vorzut√§uschen und zu warten bis sie wieder die Toten einsammeln. Dann erwischen wir direkt die h√∂chsten. Aber zuerst √§ndere mal die Sendefrequenz der √úberwachungssysteme, so da√ü nur wir sehen, was da unten vorgeht. Noch sind wir nicht genug, um den Planeten vollst√§ndig zu √ľbernehmen. Beschleunige das Klonungsverfahren."
"Du wei√üt, da√ü die Klone dann bestenfalls zehn Planetenrotationen √ľberleben", wandte Kaschwaltrk ein.
"Reicht doch, wir können uns immer noch kontrolliert vermehren, sobald wir den Planeten fest in unseren Händen haben", antwortete Qwrklish.
In Lagos, der Hauptstadt des afrikanischen Kontinents, hatte das Rettungsteam inzwischen den zur√ľckgebliebenen Marsianer - oder besser seine Leiche - entdeckt.
"Was wohl mit dem passiert ist" wunderte sich Beverly Trek, die leitende √Ąrztin des Teams.
"Werden wir hoffentlich heraus finden" antwortete General Joe Khan, der nachweislich ein Urenkel des Eroberers Dschingis Khan war.
Und so wurde die Blaugr√ľn verf√§rbte Leiche des Aliens von Soldaten umringt und zur U-Basis gestrahlt, wo sich Trek sofort an die Untersuchung machte. Khan erstattete inzwischen zusammen mit den milit√§rischen Leitern der anderen Rettungsteams Bericht an Gene Roddenberry, den Regierungschef der AEAAV.
"Die √Ąrzte haben festgestellt, da√ü ein Bet√§ubungsgas in hoher Konzentration verwendet wurde. Auf dem afrikanischen Kontinent gab es nur einen Toten, in dessen Datenbank eine Allergie gegen einen Bestandteil des Gases vermerkt ist. Wir haben au√üerdem den Kadaver eines Aliens zur Untersuchung auf U-Basis 15 gebracht."

Die Leiter der anderen Rettungsteams hatten auch nur einige wenige Tote infolge von Sturzverletzungen oder durch die Bewußtlosigkeit verursachte Unfälle zu berichten. Alle anderen Menschen waren unverletzt und inzwischen wieder bei Bewußtsein. Die Leiter der anderen Rettungsteams hatten auch nur einige wenige Tote infolge von Sturzverletzungen oder durch die Bewußtlosigkeit verursachte Unfälle zu berichten. Alle anderen Menschen waren unverletzt und inzwischen wieder bei Bewußtsein.

Auf dem Mars hatte inzwischen die Schiffscrew die Mannschaft des Landungsbootes befreit und das gesamte Team begann eine Inspektion der subplanetaren Anlagen. Nach einigen Stunden fand Lin Tai Shang einen Komplex, der an ein Computerzentrum erinnerte. Vor einem Bildschirm befand sich eine Konsole, die ganz offensichtlich als Tastatur diente. Sofort machte sich das Team an die Entschl√ľ√üelung der Schriftzeichen. Doch nach einer weiteren Stunde st√∂hnten alle entt√§uscht auf, als der Computer keinen ihrer Befehle annehmen wollte. Nur Starburt mit ihrem Dicksch√§del wollte nicht aufgeben. Mit der Tabelle der marsianischen Zeichen studierte sie s√§mtliche Beschriftungen der Anlage, um ein Gesp√ľr f√ľr die Wortkonstruktionen zu bekommen. Nach einiger Zeit stie√ü sie auf eine Platte mit einer Reihe von gr√ľnen und roten Kn√∂pfen, wo alle gleichfarbigen Schalter identische Aufschriften trugen. Sie erinnerte sich, da√ü die Tafel an der Oberfl√§che bei √Ėffnung der Fallt√ľr von Rot auf Gr√ľn gewechselt hatte und folgerte, da√ü auch bei den Marsianern Rot als Synonym f√ľr STOP und Gr√ľn f√ľr START angesehen werden konnte. Versuchsweise bet√§tigte sie einen der gr√ľnen Schalter. Neben ihr √∂ffnete sich eine Klappe und ein gr√ľnes Objekt schob sich nach oben, das gro√üe √Ąhnlichkeit mit einem Petersilienstengel hatte. Das Analyseger√§t zeigte dann auch eine hohe Konzentration Chlorophyll an, womit es sich eindeutig um eine Pflanze handelte. Nachdem sie keine f√ľr Menschen gef√§hrlichen Stoffe fand, lie√ü sie sich von ihrem Hunger leiten und bi√ü ein St√ľck ab.
"Schmeckt wie eine Mischung aus Apfel und Wassermelone", meinte sie zwischen zwei weiteren Bissen.
Da gab es f√ľr die restlichen, genauso hungrigen, Teammitglieder kein Halten mehr. Sie bet√§tigten wiederholt den Schalter, bis jeder einen "Petersilienstengel" kaute. Bald stellten sie fest, da√ü eine dieser Pflanzen so stark s√§ttigte wie eine vollst√§ndige Mahlzeit. Kaum hatte Sue den letzten Bissen geschluckt, drehte sie sich zur Computerkonsole und tippte die Zeichenkette ein, die neben dem gr√ľnen Schalter stand. Umgehend flackerten zahlreiche Bildschirme auf.

Zur gleichen Zeit konferierten auf der Erde die beiden Pr√§sidenten miteinander. Nach einer l√§ngeren Diskussion gab der AEAAV-F√ľhrer dem Ersuchen des Chinesen nach, die besten russischen und chinesischen Wissenschaftler an der Untersuchung des Aliens teilnehmen zu lassen. Im weiteren Gespr√§ch stellte sich heraus, da√ü auch auf dem russischen Kontinent nur wenige Todesopfer durch Unf√§lle zu beklagen waren, alle anderen aber langsam das Bewu√ütsein wiedererlangten. Zufrieden meinte Kim-Sung, der russisch-chinesische Pr√§sident:
"Damit haben sich unsere Rettungsaktionen ja gelohnt."
Die Zufriedenheit schlug jedoch schnell in Wut um, als Roddenberry ihm mitteilte: "Wir m√ľssen sie jedoch vor weiteren Rettungsversuchen warnen."
Er schilderte dem Chinesen das Gespräch zwischen den Invasoren, das die lunaren Techniker abgehört hatten.
Zornig √§u√üerte Sung: "Dann wird unsere Aufgabe ja um so dringlicher, herauszufinden, woran das Alien gestorben ist. Vielleicht haben wir dann ja etwas gegen sie in der Hand. Au√üerdem sollten wir die Transporterstationen stillegen. Die haben scheinbar noch nicht herausgefunden, da√ü keine Empfangsstation f√ľr die Transporter n√∂tig ist."

Auf U15 hatte Beverly Trek inzwischen die erste √§u√üerliche Untersuchung des Marsianers abgeschlossen und legte gerade Schutzkleidung an, als die russischen Wissenschaftler materialisierten. In seiner √úberraschung dar√ľber, da√ü es tats√§chlich "Marsm√§nnchen" gab, an die auf der Erde schon lange keiner mehr geglaubt hatte, fragte er:
"Wozu der Anzug ? Glauben Sie, das tote Kerlchen beißt noch ?"
"Nein, aber es k√∂nnte ja immerhin sein, da√ü seine K√∂rperfl√ľssigkeit oder eventuell im K√∂rper enthaltene Gase f√ľr Menschen giftig sind", antwortete Beverly bissig.
"Entschuldigen Sie, Doktor, ich wollte bestimmt nicht Ihre Kompetenz in Frage stellen. Erlauben Sie mir, den Kadaver auch noch äußerlich zu untersuchen, bevor wir ihn öffnen?" zog sich Wolkov mit ausgesuchter Höflichkeit aus der Affäre.
"Nat√ľrlich, Doktor. Bei so einem bedeutenden Fund m√ľssen Sie Ihrer Regierung sicher genauso detaillierte Berichte abliefern wie ich. Nessie steht zu Ihrer Verf√ľgung.", antwortete Trek in Anspielung auf das Ungeheuer, das nach wie vor jede Saure-Gurken-Zeit der Medien belebte, obwohl es noch nie wirklich gesehen worden war.
So blieb dann auch Wolkov die bedeutende Entdeckung vorbehalten, die er durch eine besonders gr√ľndliche Untersuchung machte. Eigentlich sorgf√§ltiger, als er vorgehabt hatte, um seinen anf√§nglichen Fehler durch den Eindruck besonderer Kompetenz wieder wettzumachen.
"Was haben wir denn hier ?", fragte er, vom Vergrößerungsglas aufblickend, "sieht aus wie ein Insektenstich."
"Ja," best√§tigte Beverly, "m√∂glicherweise von einer Biene. Gratuliere, Doktor, das habe ich √ľbersehen. Reichen Sie mir bitte eine Pinzette Nummer 3, ich habe vermutlich den Stachel entdeckt."
Einen Moment sp√§ter zog sie tats√§chlich einen Bienenstachel aus einer winzigen Wunde, die sich schwarz anstatt Blaugr√ľn verf√§rbt hatte.
"Nat√ľrlich m√ľssen wir das noch durch weitere Tests verifizieren, aber scheinbar sind die Jungs leicht gegen Bienengift allergisch", √§u√üerte Wolkov.

Nach Stunden des erfolglosen Herumprobierens gab Sue Starburt schließlich entmutigt auf. Der Computer funktionierte nur mit marsianischer Sprache, die man aus den vorhandenen Schriftzeichen nicht ausreichend interpretieren konnte. Sie legte resigniert den Kopf auf die Konsole. Plötzlich zuckte sie zusammen, als sie von hinten an die Schulter gefaßt wurde und eine bekannte Stimme mit völlig fremdartigen Worten zu ihr sprach. Blitzartig drehte sie sich um und sah Ndjamani, der immer noch sprach. Sie riß die Augen auf und fragte erstaunt:
"Stehst Du jetzt völlig neben Dir oder was ist los?"
Tom griff in seinen Mund, verbarg etwas in der hohlen Hand und antwortete:
"Sieht wohl so aus, als wäre ich erfolgreicher als Du, Lockenkopf. Ich habe einen Übersetzer gefunden."
Er steckte das Ger√§t wieder in den Mund und sprach √ľbersetzt weiter:
"Wäre nur gut, wenn man den Computer in einer anderen Sprache programmieren könnte."

Beide waren gleicherma√üen √ľberrascht, als von der Konsole eine Stimme ert√∂nte, die allerdings nur Tom verstand:
"Sprachmuster eingeben. Mindestens 200 Worte erforderlich." Ndjamani √ľbersetzte f√ľr Sue und beide unterhielten sich weiter, bis nach einiger Zeit die Computerstimme auf Englisch sagte:
"Spracherkennung abgeschlossen. Erwarte Befehle". Beide brachen in Jubel aus, was der Computer mit einem lakonischen
"Mit diesem Befehl bin ich nicht vertraut. Bitte neu formulieren" quittierte.
Starburt drehte sich um und sagte schlicht: "Standby".

Beverly und Wolkov sanken ersch√∂pft auf die St√ľhle vor dem Kommunikationsterminal und baten u eine Konferenzschaltung mit den Pr√§sidenten der AEAAV und der RF. Als diese zustande gekommen war, berichtete Beverly:
"Nach ausf√ľhrlichen Tests konnten wir zweifelsfrei feststellen, da√ü Bienengift auf die Physiologie der Aliens t√∂dlich wirkt."
Sarkastisch antwortete der Präsident der RF:
"Eine wahrlich gute Nachricht. Nun m√ľssen wir nur noch die Bienen √ľberreden, die Marswesen zu stechen."
Verärgert antwortete Trek:
"Erfreulicherweise wird das nicht n√∂tig sein. Wir haben gro√üe Vorr√§te an Bienengift zu therapeutischen Zwecken gelagert. Und nach R√ľcksprache mit unserem Transporterchef kann ich Ihnen mitteilen, da√ü es m√∂glich ist, die Substanz beim Rematerialisieren in den Organismus einzuf√ľgen. Die Aliens erhalten also bei jedem Transport eine kostenlose Impfung. Da Ihre Transporter mit unseren baugleich sind, sollte das auch bei Ihnen durchf√ľhrbar sein."
Der Präsident der AEAAV gab zu bedenken:
"Nun kommt aber nur ein Teil der Marsianer per Transporter auf die Erde. Bleibt noch die Frage, wie wir uns der verbleibenden auf dem Mond entledigen."
Aus dem Hintergrund mischte sich der Berater des russischen Präsidenten ein:
"Der Kommandobunker, in dem sich das lunare Personal derzeit befindet, ist autark. Wenn wir nun das Bienengift in gasf√∂rmigen Zustand versetzen und in die L√ľftung der Mondwerke einleiten k√∂nnten..."
Wolkov antwortete: "Das war ein Punkt, den ich mit Ihnen klären wollte. Wir haben bereits Gas in der erforderlichen Menge und Konzentration hergestellt und brauchen es nur noch mit den entsprechenden Anweisungen hochzustrahlen."

Die auf dem Mars gefangene Besatzung war inzwischen nicht untätig gewesen. Sie hatten den Computer mit allen notwendigen Daten programmiert und warteten nur noch auf das Zustandekommen einer Verbindung mit Seoul Control. Der Monitor flackerte kurz auf und dann erschien das vertraute Gesicht von Sam Hall.
"An die Person, die diese Kommunikationsverbindung aufgebaut hat. Sie befinden sich auf einer....."
"Halt die Luft an, Sam. Das wissen wir.", unterbrach ihn Starburt. "Verschaffe uns eine gesicherte Leitung zum Präsidenten."
"Falls Ihr ihm sagen wollt, da√ü kleine gr√ľne M√§nnchen euren Blecheimer geklaut haben, das wei√ü er schon. Bisher gehen etwa 350.000 Opfer auf Euer Konto." antwortete Sam.
"Verbinde uns trotzdem, er weiß noch nicht alles." fuhr ihn Sue an.
Auf dem marsianischen Monitor erschien einen Augenblick später das Logo der AEAAV mit der Nachricht:
"Besten Dank f√ľr Ihren Anruf. Sie werden in K√ľrze auf einen freien Kanal geschaltet."
Nach etwa 5 Sekunden erschien Roddenberrys Gesicht. Er l√§chelte etwas bedr√ľckt und begr√ľ√üte Pete, der inzwischen den Platz vor der Konsole eingenommen hatte:
"Captain Mitchel. Wie bedauerlich, daß wir uns unter diesen Umständen wiedersehen. Inzwischen haben wir jedoch die Situation weitestgehend unter Kontrolle. Wir sollten in der Lage sein, die Nostradamus in spätestens 48 Stunden wieder zum Mars zu schicken. Sind Sie auf die geniale Idee gekommen, den Marsianern nur Betäubungsmittel als Gifte zu nennen ?"
"Nein, das geht auf Fung's Konto" antwortete Pete.
"Nun, diesem Umstand ist es zu verdanken, daß es weltweit kaum mehr als 30 Todesopfer gegeben hat. Ist denn Ihr Team wohlauf ?"
Mitchel sch√ľttelte den Kopf und antwortete:
"Auch wir hatten leider 3 Todesopfer zu beklagen."
Roddenberry sch√ľttelte betr√ľbt den Kopf.
"Offensichtlich mu√ü ich Ihnen im Nachhinein doch Recht geben, da√ü diese Mission etwas √ľbereilt geplant wurde. Wir sehen uns bald wieder."
Die Verbindung wurde getrennt und die Besatzung brach in Jubel aus.

Jack Burns, Cheftechniker der Mondwerke, begann mit dem Einspeisen des Giftes in die Lufterneuerungsanlage der lunaren Betriebe. Als er den halben R√ľckweg zum Kommandobunker hinter sich gebracht hatte, stand er pl√∂tzlich einem der Marsianer gegen√ľber, der um die Ecke kam. Mit einer blitzschnellen Bewegung wurde Burns get√∂tet, ohne noch einen Laut von sich geben zu k√∂nnen. Doch seine Kollegen konnten wenige Augenblicke sp√§ter √ľber seine immer noch aktive Helmkamera verfolgen, wie sich der Marsianer rapide schwarz verf√§rbte und umfiel. Das gleiche Bild wurde auch von den Kameras des Kontrollraumes √ľbertragen, wo sich immer noch alle Aliens aufhielten. Einer nach dem anderen griff sich an seine Mund√∂ffnung und fiel kurz darauf um wie ein gef√§llter Baum.

Vierzehn Tage sp√§ter wurde die Nostradamus in Seoul unter gr√∂√ütem Jubel von beiden Regierungschefs empfangen. Diese hatten sich, angeregt durch die gute Kooperation w√§hrend der Krise, auf einen Zusammenschlu√ü der beiden Weltm√§chte geeinigt, der durch einen Volksentscheid von 89% der gesamten Weltbev√∂lkerung gebilligt worden war. Nun stand nur noch die weltweite Wahl eines neuen Pr√§sidenten f√ľr die vereinte Welt aus. Diese Wahl gewann Roddenberry 5 Monate sp√§ter mit einem Vorsprung von nur 9 % gegen√ľber seinem russischen Kollegen. Eine neue √Ąra war angebrochen.
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Gibts gegen dein erbarmungsloses Walten,
Denn keine Macht, um dich in Furcht zu halten?
Dante, Zwanzigste Kanzone

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