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Leselupe.de > Kurzprosa
Die Rote Glut
Eingestellt am 07. 05. 2003 22:27


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bluesnote
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: May 2002

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... du wachst auf in der Nacht,
gehst auf die Toilette und
steckst dir ne’ Zigarette an.
Mann! Die rote Glut...
Und die ganze Welt kann
dich mal am Arsch lecken!

Dialog aus einer TV-Dokumentation.


Die Rote Glut

Wieder ein PĂ€ckchen leer. So oft versucht, aufzuhören. Vergebens, wozu auch! Ausreden gibt’s doch genug.
Die Nacht so einsam, das schwarze Band unter den RĂ€dern, nur der weiße Mittelstreifen zeigt die Bewegung an. Im Morgengrauen pĂŒnktlich auf die FĂ€hre nach BrunsbĂŒttel, zum Kunden, dann weiter nach Kiel, Hamburg. Das Projekt mußte klappen, seine Anwesenheit war befohlen.
Mann! Die rote Glut
Schon wieder eine Kippe ins Gesicht gesteckt, seit Jahren quoll der Ascher öfter ĂŒber.
Augen auf. Fenster runterkurbeln. Wo ist das nĂ€chste PĂ€ckchen. Schnell aufgerissen, in Gedanken bei der Frau zuhause. Ihr sorgenvolles Gesicht – laß es, du bringst dich um. Seinen Kindern ein Vorbild sein, das wollte er, alles in den Wind...
Mann! Die rote Glut
Heftiges Kribbeln im linken Arm. Druck auf der Brust.
Scheiß drauf, den Fuß aufs Gas, der Termin darf nicht platzen. Das Feuerzeug flammt auf.
Mann! Die rote Glut.
Atemnot, Hand aufs Herz. Achtung! Der BrĂŒckenpfeiler. Die EG-Gesundheitsminister warnen – ach was, ich bin nicht anwesend! Der Wagen rast weiter lĂ€ngs dem Mittelstreifen. Markierung um Markierung, Zug um Zug dem Ende entgegen. Was, jetzt schon?
Die Abfahrt hinunter, rauf auf die FĂ€hre. Geschafft! Fertig fĂŒr’s Übersetzen zum Ziel.
Mann! Die rote Glut
Der Finger raschelt hektisch im PĂ€ckchen. Leer!
Der FĂ€hrmann kommt nĂ€her, erscheint aus dem Dunst. Die Haut faltig, der Körper dĂŒrr, wie mumifiziert.
> Willkommen an Bord. Bist ne’ Weile ĂŒber deine letzte ZigarettenlĂ€nge hinaus, Kumpel. Jetzt fahr ich dich dorthin, wo all die anderen sind, die nicht aufhören wollten. <
..................!

... alles in den Wind. Ich sollte es endlich besser wissen.


Bis bald!

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Joneda
Festzeitungsschreiber
Registriert: Dec 2002

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der langsame Tod

Hallo bluesnote,

ein sehr interessantes Thema und Du hast eine so schöne Geschichte dazu geschrieben, mein Kompliment an Dich.
Es offenbart sich die Sinnlosigkeit dieser Droge und ihr folgenschweres VerhĂ€ngnis, das sie mit sich fĂŒhrt.

LG Joneda
__________________
Das Leben ist voller Wunder.

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bluesnote
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: May 2002

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nichts als Rauch

Hallo Joneda

Vielen Dank fĂŒr deinen positiven Kommentar.
Ich war selbst ĂŒberrascht, das mir zum Thema Rauchen doch noch etwas eingefallen ist. WĂŒrde mich freuen, wenn diese paar Zeilen den einen oder anderen zum Nachdenken anregen. Besonders mir, bin selbst starker Raucher.

Viele GrĂŒsse.

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majissa
Autor mit eigener TV-Show
Registriert: Jan 2002

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flott flott

Liebe/r bluesnote,

erstmal fiel mir auf, dass du flĂŒssig schreibst. Ich fand keine Holperstelle. Fein gemacht auch die "Fahrt in den Tod", der sogar am Ende in Gestalt des FĂ€hrmannes persönlich auftaucht. Das war schon erschreckend. Nur gefiel mir persönlich die hĂ€ufige Wiederholung der roten Glut nicht sonderlich, auch wenn du damit vermutlich die Zeitpunkte markieren wolltest, bei denen dein Protagonist mal wieder zur Zigarette griff. Nach dem dritten Mal wirkte es störend. Weniger ist da mehr.

Liebe GrĂŒĂŸe
Majissa (raucht auch gern)

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bluesnote
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: May 2002

Werke: 23
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Stimmt!

Hallo majissa.

Danke fĂŒr deine Antwort.
Jetzt, nach nochmaligen Lesen aus der Distanz betrachtet, muss ich dir recht geben. Damals sollte das aber unbedingt so. War es doch bekrĂ€ftigend, alle Bedenken ĂŒber Bord zu schmeissen und die Sucht erneut zu befriedigen.

Viele GrĂŒsse.

Udo

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