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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Die Schamanin
Eingestellt am 16. 10. 2002 01:40


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Tezetto
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Oct 2002

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Musik kann heilen, Musik kann verletzen. Dieses StĂŒck dringt wie ein Messer in meinen Körper ein und zerrt Erinnerungen in die Nacht. >Love breaks the wings of a butterfly on a wheel< Vergessen? Alles schon vergessen? Die Stimmen quellen wie Nebel an mein Ohr, ein Gesicht wie im Traum, Bilder von damals.

Die Party ist in vollem Gange, Mitternacht vorbei. Ich musste hier raus!

16 Stufen Flucht hinauf in die KĂ€lte, das Zimmer ohne Möbel, frisch renoviert. Weit offenes Fenster in die Nacht. Dunkelheit und Stille. Mein Atem zerfliesst, die Lungen fĂŒllen sich mit Eis. Tiefer und immer tiefer hinab in den Hades der Erinnerungen. Frieden? Vielleicht. Irgendwann. Die Augen blind hinter den Lidern und ich tauche ein in diesen undurchsichtigen, trĂŒben Teich der Vergangenheit. Beuge mich immer weiter vor, möchte versinken, hinab in das Nichts.

Dann Aufruhr, Erschrecken.

Zwei HÀnde legen sich von hinten um mich. Die NÀgel auf meiner Brust. Fest und fordernd. Ein fremder Körper schmiegt sich eng an meinen.

»SpĂŒrst Du meinen Atem?«

»Warm und weich.«

Ihre Zungenspitze kreist ĂŒber meiner Haut. Ich schliesse die Augen, lasse mich von diesen feuchten Lippen leiten. HĂ€nde finden den Weg unter mein Shirt, streicheln zart meine Brust, spĂŒre einen Biss in den Hals. Ein Stöhnen flattert mit den Wolken in den Himmel. Mein Nacken biegt sich durch nach hinten und sucht Ihre Lippen, doch immer wieder entkommt sie. FingernĂ€gel krallen sich fest. Erregung breitet sich immer mehr aus in mir. Fast scheint die Hitze in uns den Raum zu erhellen. Wir atmen schneller und schneller. Meine HĂ€nde tasten nach ihrem Hintern, greifen fest zu. Ein Seufzen dringt an mein Ohr.

Die unbekannten HĂ€nde streifen langsam nach unten, beginnen meine Hose zu öffnen, den Knopf, ganz langsam den Reissverschluss, erfĂŒhlen meinen schon harten Schwanz. ZĂ€hne in meiner Schulter. Ich kann Ihre Lust förmlich riechen, ihr Feuer ertasten. Die steifen Nippel bohren sich in meine RĂŒcken.

»Soll ich Dir das Shirt von Leib reissen oder hebst Du mal kurz die Arme?«

Als ob meine Gedanken durch sie hindurch geströmt wĂ€ren, kriecht mein Shirt bereits langsam den Körper herauf. Eis auf blosser Haut. Erschaudern. Erneut ZĂ€hne in meinem Nacken, wilder und lustvoller Schmerz beisst sich die WirbelsĂ€ule herab, wĂ€hrend sie meine Hose herunter zieht. Still und bebend, jede neue Marter erhoffend, jeden Biss. Das Verlangen dehnt sich bis zur Unendlichkeit. Noch als ich aus der Hose steige, leckt und beisst sie sich wieder höher hinauf. NĂ€gel kratzen ĂŒber mein Fleisch. Ein glĂŒhendes FlĂŒstern in meinem Ohr:





»Ich will dich ... «

»Nimm mich... jetzt und hier... jetzt ... «

Zögernd drehe ich mich um, blicke in tiefe und fordernde Augen. So frei, unglaublich frei. Der Stoff ihrer Bluse zerfĂ€llt unter meiner BerĂŒhrung, die Brustwarzen dunkel und voll. Finger, Augen erkunden meine Lippen, tasten mich ab. Kartographen der Gier. Mein Mund umschliesst einen Finger, saugt. Weiche Haut in meinem Gaumen, jagt meine Zunge, spielt mit ihr. Eine Hand zeichnet Spuren den Bauch hinab. SpĂŒrt feuchte Glut zwischen den Schenkeln. Beine schlingen sich um meinen Körper. Lippen an Lippen. Lava im Raum, als unsere Zungen beginnen zu tanzen. Verschmelzen. Öffne ihre Hose, schiebe sie langsam herab. Die KĂŒsse immer wilder, tausend BerĂŒhrungen in unserem Schweiss. Von hinten gleitet meine Hand zwischen ihre Schenkel, fĂŒr Sekunden taucht mein Finger in die dunkle Höhle. Langsam, ganz langsam auf meine Knie.

Fliehendes Seufzen, atemlos schnell, HĂ€nde wie Tau in meinem Haar. Zwischen der Wildnis der BrĂŒste leckend herab, das Meer ihres Nabels umkreisend, die Quelle der Lust voll feuchter WĂ€rme. Ich schwebe ĂŒber den Kitzler hinweg. Wieder ein Stöhnen.

Sie wirft den Kopf in den Nacken, das Haar ein Wasserfall aus tiefschwarzem Rauch. Ein Fuss auf meiner Schulter. Ich trinke die Lust, gleite immer wieder mit meiner Zunge hinein. Ersticke fast an dem Verlangen. Kralle mich in ihren Po. Zitternde, bebende Stimmen aus lÀngst vergessener Zeit. Mein Kopf gehalten in feuchtem, heissen Fleisch. Ahne, wie sie ihren Körper selbst neu entdeckt. Die eigene Hand auf ihrer Brust, ihrem Hals...

Dann zieh ich sie zu mir, lehn mich zurĂŒck, biete mich dar. Die Wildheit erforscht alles an mit. Greift fest meinen Schwanz, die Lippen nĂ€her und nĂ€her, die Zunge kreist sanft um die Eichel. VerstĂ€rkt den Druck, schliesst ihren Mund. Alles verschwimmt, Augen wie leuchtende Kugeln, geblendet. Mal leichtes Saugen, dann wieder fest und brutal. Weiter und weiter fort von aller RealitĂ€t. Weiter weg ins Vergessen. Ich schrie alles heraus. im Netz ihrer Haare gefangen.

»Ich will dich jetzt!«

Befreiung, Erlösung, sie steht auf, lehnt ihren RĂŒcken an die erfrorene Wand. GlĂŒhende Augen.

»Komm her.«

Unendlich langsam greife ich unter die Knie, hebe sie hoch. Kein Gewicht, keine Last. Schwerelos. In Zeitlupe sinkt ihr Leib herab, teilt meine Lust ihre Lippen, dringt ein ins Verlangen. Tiefer Atem, Beine umschlingen mich, beide Körper so nass, verschmolzen, aneinandergekettet.

Ein Takt, ein einziger Rhythmus, Muskeln, die mich umschliessen. Hitze, so grosse Hitze. AllmĂ€hlich schneller. Alles saugt unseren Schweiss in sich auf. Schneller und schneller. Ich verbrenne. Immer schneller. Flammen und Licht. Feuer. Dann Stille. Einzig die Kontrakturen in ihr. Wie eine dunkle Welle bricht es heran. Jede Zelle gespannt, jede Ader mit kochendem Blut. Stille. Langsamer RĂŒckzug, dann stosse ich zu. FĂŒlle sie aus, durch all diese viel zu lang geschlossenen TĂŒren dringt ihr Schrei. Wie Gezeiten brandet mein Leben in dieses Ufer, strömt es aus mir heraus. Vereinigt, zusammen verschmolzen. Nur ein Wesen geboren aus Verlangen und Lust. Sekunden dehnen sich zu Ewigkeiten.

Vergebung, Vergessen. Und ein LĂ€cheln auf den Lippen, als sie durch den Raum schwebt, ruheloser Geist der ErfĂŒllung, der Heilung. Traumgebilde, gewebt aus Nebel und KĂ€lte. Durch die TĂŒr aus meiner Fessel. 16 Stufen hinab, RĂŒckkehr ins Leben. Reden, Lachen, die Nacht endet nie fĂŒr die Suchenden, der Tag kriecht ĂŒber dem Horizont in die Gesichter. Doch nie mehr diese Augen, das Haar, der wilde Klang ihrer Stimme. >Love heels the wings of a butterfly on a wheel< in meinem Kopf. Musik kann verletzen, Musik kann auch heilen. Kein anderer sah meinen Traum.

Doch die Schamanin hat mich seitdem nie wieder verlassen.



__________________
© by Torsten Sammet 1981-2017

"Eine strenge und unumstĂ¶ĂŸliche Regel, was man lesen sollte und was nicht, ist albern. Man sollte alles lesen. Mehr als die HĂ€lfte unserer heutigen Bildung verdanken wir dem, was wir nicht lesen sollten." Oscar Wilde

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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
Autor mit eigener TV-Show

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wow!
Hallo Tezetto,

da kommt man beim Lesen ja völlig außer Atem! Du gönnst dem Leser aber auch nicht die kleinste Pause. Fast schon Telegrammstil: ungewöhnlich, aber zupackend. Auch wenn das wahrlich nicht die Art ist, die mir vertraut ist - ich fand den Text großartig.

Gruß Ralph
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Schreib ĂŒber das, was du kennst!

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Aceta
???
Registriert: Apr 2002

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ich finde es auch gelungen -
stimme Ralph Ronneberger zu, gar und ganz -
die Sprache paßt zum Fortgang der Gedanken einer Leserin/eines Lesers und macht Tempo:
wahrlich also: gelungen!
*lÀchel*

Aceta
__________________
mit dem Herzen sehen ... (der kleine Prinz)

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Tezetto
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Oct 2002

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Hallo Aceta, hallo Ralph,

tut gut, denn ich war mir gerade damit sehr sehr unsicher, da ich sonst eigentlich nur Gedichte schreibe (okay, ein bischen Rhythmus hat es auch, muss ich zugeben) und dies mein erster Ausflug in die, sagen wir mal Kurzform einer Kurzgeschichte war.

Aber wie ihr beide schon sagt, ich schreibe halt aus dem Herzen heraus, was ich kenne.

Alles Liebe
Tezetto


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Renee Hawk
???
Registriert: Jan 2001

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Hallo Torsten,

genau das Tempo ist es was mir gefallen hat. Die Bilder finde ich schön geformt, da hört man den Lyriker *gg*.

liebe GrĂŒĂŸe
ReneĂš


@Ralph: Danke *zwinker* fĂŒr den wertvollen Tipp.

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mod
Hobbydichter
Registriert: Sep 2001

Werke: 13
Kommentare: 65
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Respekt Tezetto/Torsten.

Weit gewagt und nicht in eine Bedienungsanleitung abgerutscht.

Der Traum vieler MĂ€nner: von einer Frau verfĂŒhrt werden und der Alptraum, zu wissen es war wieder nur Phantasie in einer Geschichte vereint.

Hat mich wirklich sehr gefreut, Dich zu lesen. Mal wieder ein Abokandidat. Hoffe Du schreibst öfter was.

mod
__________________
Lebe einsam wild und gefÀhrlich

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