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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Schlacht um die Aqua Vestalis
Eingestellt am 27. 08. 2005 10:07


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Wizzard
Hobbydichter
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Die Schlacht um die Aqua Vestalis



Astelos stand, seinen Wurfspeer, den Pilum, in der einen Hand und sch├╝tzte mit der anderen seine Augen vor der aufgehenden Sonne. Er genoss die W├Ąrme der ersten Sonnenstrahlen. Freiwillig hatte er sich f├╝r die letzte der acht Wachen, die Diluculum, gemeldet um das zu erleben. Um ihn herum wachten langsam seine Kameraden auf. Astelos ging in sein Zelt, legte seine schwere R├╝stung und die Waffen ab und ging die Wasserleitung, das Aqu├Ądukt, entlang bis zu einem freien Platz. Dort standen keine Zelte, sondern ein gro├čer Holztrog, den einige Sklaven gerade mit Wasser f├╝llten. Er brauchte nicht lange zu warten bis er sich notd├╝rftig Arme, H├Ąnde, Gesicht und Haare waschen konnte, denn au├čer ihm befand sich nur der zweite wachhabende Legion├Ąr auf dem Waschplatz. Er verschwand kurz nachdem Astelos eintraf. Dies war ein guter Tag, das sp├╝rte er und zum zweiten Mal genoss er die Vorz├╝ge der letzten Wache. Das Wasser, jetzt noch kalt und nach den Bl├Ąttern der wilden Blumen duftend, die die Sklaven hinein geworfen hatten, w├╝rde bald nach dem Schwei├č von zweihundert Legion├Ąren riechen und erw├Ąrmt sein von ihren Gliedern. Obwohl es noch fr├╝h am Morgen und die Neumondnacht sehr kalt gewesen war, schwitzte Astelos als er zur├╝ck zu seinem Zelt ging um seine R├╝stung anzulegen. Diese R├╝stung war sein wertvollster Besitz und er trug sie nun schon zw├Âlf Jahre. Nie, nicht in den schlimmsten K├Ąmpfen hatte der Ringpanzer eine feindliche Klinge an seinen K├Ârper gelassen und in seinem Schwert hatte noch jeder Angreifer seinen Meister gefunden. Er zog ein rotes Unterhemd aus Leinen an und streifte sich dann die R├╝stung wie ein Hemd ├╝ber den Kopf. Mit der Hilfe seines spanischen Kampfgef├Ąhrten Soltelaunus verschloss er die Schnallen auf Brust und R├╝cken und zog seine mit Eisen beschlagenen Marschsandalen an. Dann nahmen sie Waffen und Schilder und folgten dem Strom der anderen Legion├Ąre der sich in den Appellplatz am n├Ârdlichen Ende des r├Âmischen Lagers befand. Dort sammelten sich bereits die ersten 50 Soldaten der Zenturie der die Beiden angeh├Ârten. Sie sollten unter der F├╝hrung des Aquarius und Optio Ansemnius dem Aq├Ądukt folgen und ihm und seinen Gehilfen Schutz gew├Ąhren, w├Ąhrend Zenturio Desotranus mit den restlichen Soldaten das Lager abbrechen und ihnen dann folgen wollte. Um sich im Notfall benachrichtigen zu k├Ânnen, wurde die Gruppe der Kavallerie auf die beiden Abteilungen aufgeteilt. Nur die 20 Artilleristen sollten sich ganz bei der Vorhut befinden, was Desotranus zwar missbilligte, Asemnius aber durchsetzen konnte mit dem Argument, dass weniger als 20 Bogensch├╝tzen im Falle eines Angriffs wohl nichts w├╝rden ausrichten k├Ânnen.

Als dieser Aqu├Ądukt erbaut worden war, befand er sich in sicherem r├Âmischem Hoheitsgebiet. Seit aber die Germanen von Norden her immer weiter vordrangen, mu├čte hier st├Ąndig mit ├ťbergriffen gerechnet werden. Einst hatte sich das R├Âmische Reich bis an die Nordsee und durch ganz Germanien erstreckt. Doch nun wurde von Tag zu Tag gewisser dass das R├Âmische Reich dem Untergang geweiht war. Seit fast einem Jahrzehnt brachen die W├Ąlle an den Grenzposten immer ├Âfter und vor einem Jahr war sogar der gro├če Grenzwall Limes gefallen, der doch eigentlich als uneinnehmbar galt. Nun waren die tapferen Legion├Ąre bereits bis an den Rand der Alpen getrieben worden und das Gebirge sa├č wie ein Deckel auf der Landzunge die Italien war.

Vorgestern nun war die Aqua Vestalis urpl├Âtzlich versiegt und es stand zu bef├╝rchten, dasAA ein Sabotageakt der Germanen dies verschuldet hatte. In F├╝nferreihen marschierten die Soldaten eine nat├╝rliche Schneise im Wald entlang. Vorne der Optio Asemnius mit seinen Gehilfen und Leibeigenen, dahinter zehn Reihen Legion├Ąre, gefolgt von vier Reihen Sch├╝tzen und als Schlusslicht die f├╝nf F├╝nferreihen der Kavallerie und zum Krieg einberufene B├╝rger die sich ein Pferd zum Kampf leisten konnten.
Sie waren schon viele Kilometer in voller R├╝stung marschiert und machten gerade an einem Flusslauf Rast, als der Bogensch├╝tze Alites ein Gespr├Ąch zwischen Astelos und seinem Freund Soltelaunus mith├Ârte.
ÔÇ×Beschissene R├╝stung, ich kann das Ding nicht ausstehenÔÇť sagte der Spanier, ÔÇ×und warum d├╝rfen wir sie beim marschieren nicht ablegen?ÔÇť
ÔÇ×Weil wir jede Sekunde mit einem Angriff dieser germanischen Barbaren rechnen m├╝ssen, bis unser junger Wasserbaumeister und Optio Asemnius das Leck in unserer ÔÇ×WasserleitungÔÇť gefunden und repariert hat. Und sei au├čerdem froh, das wir zur Vorhut geh├Âren und daher schnell voran kommen m├╝ssen. Unser Zenturio meint es gut mit uns, er k├Ânnte uns unsere Sachen auch selbst tragen lassen und uns dann zur Eile treiben, statt dessen bringt er unsere Habe, die Verpflegung und die Baustoffe des Aquarius auf seinen Ochsenkarren nach.ÔÇť Damit war das Gespr├Ąch beendet und bald marschierte man wieder in der alten Formation die Waldschneise am Aqu├Ądukt entlang. Sie passierten gerade eine Lichtung, als kurz nach Eintritt der D├Ąmmerung einer der von Asemnius ausgesandten Sp├Ąher ihnen auf einem schwarzen Pferd entgegen gesprengt kam und schlitternd vor dessen stolzem, wei├čem Pferd zum stehen kam.
ÔÇ×Das ist eine Falle, sie haben meine Begleiter Melotonis und Sapotis ... es m├╝ssen mindestens 200 wilde Germanen sein ... konnte gerade noch entkommen und ...ÔÇť Er f├╝hrte den Satz nie zu Ende, denn ein halbes Dutzend grober Pfeile bohrte sich durch sein d├╝nnes Kettenhemd und warf ihn vom Pferd, das wiehernd durch die Reihen der Legion├Ąre brach und im Wald hinter ihnen verschwand. Sofort befahl Asemnius die Verteidigungs-, die Schildkr├Âtenformation.
Astelos, Soltelaunus und ihre Gef├Ąhrten bildeten ein solides Rechteck, dass zu den Seiten und nach oben hin mit den Schildern der Insassen gesch├╝tzt war. Die Speere der vordersten Reihe ragten gerade auf den Feind zu und an den Flanken ragten sie schr├Ąg nach vorne. Die restlichen Speere stachen steil in den dunkler werdenden Himmel. Die Formierung hatte nicht mehr als eine Minute gedauert. An beiden Seiten der ÔÇ×Schildkr├ÂteÔÇť standen die in zwei Gruppen geteilten Kavalleristen und hinter der Wand aus Schilden wahren die Sch├╝tzen verborgen. Auch die Germanen entwickelten eine Art Kampfordnung, wenn sie auch nicht so diszipliniert verlief wie die der R├Âmer. Sie ballten sich zu einem Haufen und schwangen br├╝llend ihre Streit├Ąxte. Jedem einzelnen der r├Âmischen Legion├Ąre war die Taktik des Optio sofort klar und sie wurde auch sofort ausgef├╝hrt: Die Sch├╝tzen spannten sofort ihre B├Âgen und schossen einen t├Âdlichen Pfeilhagel auf die anst├╝rmenden Germanen ab, die Reiterei tat ihre Arbeit. Die Pferde galoppierten los, die Reiter Erschlugen die Barbaren an den Flanken und kreisten den Feind von hinten ein. Gleichzeitig r├╝ckten die beiden letzten Reihen Fussoldaten ebenfalls an die Front und die Flanken wichen etwas zur├╝ck um in dem verbliebenen Halbkreis die Sch├╝tzen besser sichern zu k├Ânnen.
Pfeile zischten ├╝ber Astelos Kopf und rissen viele der anst├╝rmenden Feinde von den F├╝├čen und schon traf die wogende Menge wild st├╝rmender Germanen auf die ÔÇ×Schildkr├ÂteÔÇť. Ein gewaltiger Ruck ging durch die Soldaten und Astelos, der in der ersten Reihe stand, lie├č seinen Speer fallen, an dem gleich zwei Wilde ihr Ende gefunden hatten und zog sein Schwert. Ein Axthieb traf sein Schild und warf ihn zur├╝ck doch er raffte sich wieder auf und mit den anderen langsam und vorsichtig auf den Feind zu. Von hinten dr├Ąngten die Reiter auf die Feinde ein, vorne prallten sie gegen einen festen Wall aus Schilden und gezogenen Schwertern und von oben rissen Schauer aus Pfeilen alle paar Sekunden tiefe L├Âcher in die Mitte der Masse.
Soltelaunus und Alstelos k├Ąmpften bald R├╝cken an R├╝cken, dann mal wieder weit auseinander. Beide hatte jegliches Zeitgef├╝hl verloren mussten alles an Kr├Ąften aufbringen was sie aufbringen konnten.
So wogte der Kampf lange hin und her, bis es den Angreifern um ein Haar gelang, die Schlacht f├╝r sich zu entscheiden: Einer der Germanen schaffte es, einen der vordersten Leute zu t├Âten und in das Rechteck einzudringen. Dort schwang er seine Axt so gewaltig, das er zwei weitere Legion├Ąre glatt in der Mitte zerteilte und einem weiteren eine tiefe Wunde beibrachte. Doch der Gewalt der Schwerter die von allen Seiten auf ihn eindrangen konnte er nicht widerstehen und fand bald sein Ende, nicht un├Ąhnlich dem des Kaisers Julius, wie Astelos fast belustigt feststellte, der ebenfalls von allen Seiten zugleich erstochen worden war, doch nicht in einer Schlacht sonder von den Mitgliedern seines eigenen Senats.
Nach diesem Ereignis schaffte es kein Germane mehr durch die Wand aus Schilden zu st├╝rmen und die Masse aus Wilden wurde zusehends kleiner. Doch kein Germane lie├č sich gefangen nehmen und jeder K├Ąmpfte bis zu seinem unweigerlich blutigen Tod.
Die Schlacht dauerte bis zum n├Ąchsten Morgen, doch als das Tuch der Nacht sich lichtete und die Sonne langsam zum Vorschein kam, war das Gebr├╝ll der Germanen mit einem letzten Aufschrei verstummt und nicht einer von ihnen hatte die Nacht ├╝berlebt.


Copywride by Dennis K├╝ppers, Frankfurt 2005Dieser Text darf zum privaten Gebrauch ausgedruckt werden, jegliche kommerzielle Verwendung ohne die Einwilligung des Autors ist untersagt.

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flammarion
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das

ist wohl ein ausschnitt aus einem l├Ąngeren werk? sollte am anfang st├Ąrker gegliedert sein. ein guter autor macht vor jedem neuen gedanken einen absatz.
lg
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Old Icke

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Wizzard
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erstmal, richtig... das ist zwar kein ausschnitt sondern der Beginn einer l├Ąngeren Geschichte ├╝ber den Astelos-Feltzug.

Au├čerem danke f├╝r den Tipp...wenn ich die zeit finde werde ich meinen Text korrigieren.

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MDSpinoza
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Mal hei├čt es der Aquaedukt, mal der, was richtig ist. Auch mit Da├č/das hast Du leichte Probleme - und was ist:

quote:
Copywride
?
quote:
die Reiter Erschlugen die Barbaren
- erschlugen als Verb wird klein geschrieben. u. v. m.
Bi├čchen schleifen, etwas feilen, dann wird's ein interessanter Text.
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Lieber ein verf├╝hrter Verbraucher als ein verbrauchter Verf├╝hrer...

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MDSpinoza
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"denn Wissen ist begrenzt"
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