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Leselupe.de > Feste Formen
Die Schlange (Sonett)
Eingestellt am 18. 11. 2011 20:13


Autor
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Janosch
???
Registriert: Feb 2005

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Die Hitze wabert wallend ├╝ber spr├Âden Ackers schwere Schollen -
Sie flackert wie ein seidenes Gewand, das sich im Winde wiegt.
Und wie wenn z├Ąhe Fl├╝ssigkeit sich schl├Ąngelnd in die Landschaft schmiegt,
So kommt der gro├če gr├╝ne Python ├╝ppig aus dem Nest gequollen.

Der kleine fiese Kopf voran, der zischt und z├╝ngelnd riecht und f├╝hlt
Und hintenan der schwere Schweif, beschuppt und endlos langgezogen;
Er zieht sich selbst, grazil und zielbewusst, er lauert ausgewogen,
Da dort im Busch ein fetter Eber schnaubend in der Erde w├╝hlt,

Der, r├╝sselnd nach Gew├╝rm und Aas, in selÔÇÖger T├Ątigkeit versinkt -
Als pl├Âtzlich wie ein Messerstich die Schelte aus der Deckung schnellt,
Dem Opfer wie ein warmer Wickel schlingend um den Halse f├Ąllt,

Das in der Not noch Kr├Ąfte sch├╝rt und quiekend mit den Schl├Ąuchen ringt!
Dann istÔÇÖs dahin. Wird g├Ąnzlich ├╝berst├╝lpt von ausgehangnem Kiefer
Und wandert wie ein Auswuchs durch geschwollnen Mantel tief und tiefer.

Version vom 18. 11. 2011 20:13

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Bernd
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Aug 2000

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Hallo, Janosch,
ich habe lange gez├Âgert, etwas zu schreiben, f├╝hlte mich durchdrungen und fast erschlagen, wenn nicht gar vom Python verschluckt.
Das Sonett hat einen besonderen Charakter durch die Versform. Du sch├Âpfst hier aus dem Vollen und nimmst lange, getragene und erhabene Verse, die zugleich eine gewisse Unterstruktur aufweisen. Jeder Vers enth├Ąlt zwei Hauptgedanken, dabei ist der zweite Teil oft eine n├Ąhere Erkl├Ąrung des ersten.
Die Z├Ąsur ist deutlich, sie ist wesentliches Merkmal der Rhythmik.
Das Gedicht ist reich an Metaphern und an Handlung, wobei die Handlungen kleine Handlungsstr├Ąnge sind, fast unabh├Ąngig aneinander gereiht, und doch zielgerichtet. Es ist der Hunger, der zum Fressen treibt, die Selbsterhaltung, die anderes vernichtet, die Umwandlung von Fremdem in Eigenes, Fressen zur Selbsterhaltung in einer tr├Ąge scheinenden Welt.

__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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JoteS
Foren-Redakteur - tippende Inquisition
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Registriert: Oct 2003

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Hallo,

ich empfinde das Gedicht als ma├člos ├╝berfrachtet und als Lyrik nicht mehr funktionierend. Gleich die erste Zeile ist grammatikalisch fragw├╝rdig, das erste Bild vom seidenen Gewand sehr gelungen, wird aber gleich wieder durch die kontraproduktive zweite metaphorische Beschreibung des selben Gegendstands, die ├╝berdies misslungen ist gleich wieder zerst├Ârt und schon gehts fragw├╝rdigerweise mit einem "so" weiter...

Insgesamt liegt das Gedicht mir schwer im Magen, es klingt nicht, da kommt kein Lesefluss auf. Die Sprache ├╝berzeugt mich nicht, die Bilder zeigen gute Ans├Ątze aber das Gesamtbild erscheint mir aufgedunsen, die Sprache sperrig.

Sorry, aber mir erscheint das, als h├Ątte einer weit mehr gewollt als er kann wobei allerdings der Versuch aller Ehren wert ist...

Gru├č

J├╝rgen
__________________
Oh lodernd Feuer! (Ustinov als Nero)

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JoteS
Foren-Redakteur - tippende Inquisition
Manchmal gelesener Autor

Registriert: Oct 2003

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...den letzten Satz nehme ich zur├╝ck, er klingt weitaus h├Ąrter als ich ihn meine.

LG

J├╝rgen
__________________
Oh lodernd Feuer! (Ustinov als Nero)

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Janosch
???
Registriert: Feb 2005

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@ bernd: ich freue mich, dass du dich so intensiv mit dem gedicht befasst hast, dass es sozusagen den grund dazu gegeben hat. deine analysepunkte find ich pers├Ânlich sehr interessant, zumal mir dies beim schreiben nicht bewusst war - es ist nat├╝rlich sch├Ân zu h├Âren was du da so alles herausgelesen hast und ich freue mich sehr dar├╝ber


@ j├╝rgen: da sieht man mal wieder wie unterschiedlich doch ein gedicht wirken kann. ich pers├Ânlich liebe ja die langgezogenen reich bebilderten verse - wenn die sprache dir sperrig erscheint, ist es ja nur allzu verst├Ąndlich.

dass du mir das talent absprechen willst, traf mich nicht, da ich durchaus wei├č, was ich kann (und was nicht). auch war ich mir sicher, dass es wohl aus einem ├╝berm├Ą├čigen groll heraus gekommen sein musste und du es letztlich durchaus nicht so meinst - ich nehme deine entschuldigung gerne an.

viele gr├╝├če euch beiden und danke f├╝rs kommentieren
janosch

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Janosch
???
Registriert: Feb 2005

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danke f├╝r deine meinung, achterzwerg. ich wei├č ja, dass es viele adjektive sind, aber ich wollte es eben wirklich bei diesem gedicht genau so haben. dem einen gef├Ąllts, dem anderen nicht. ich pers├Ânlich lese solch opulente bebilderung sehr gerne. aber ich habe auch schlichtere gedichte geschrieben, 5 hebig oder weniger, sch├╝ttelreime oder limericks, gedichte, wo es mehr um die aussage ging, als um die verzierte beschreibung. dieses mal wollte ich es aber genau so haben und da wird nix mehr gestrichen, sorry. das ginge auch gar nicht. ich finds gut so wies ist und stehe mit der meinung neben einigen meiner kritiker da, die mir in dieser funktion sehr am herzen liegen und mein schreiben eindringlich verfolgen. auch, wenn dort ebenso der grundtenor "adjektive" herrscht. aber eben: "gut, trotz adjektive" und nicht: "schlecht, wegen der adjektive".
gru├č janosch

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