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Leselupe.de > Kindergeschichten
Die Schneeflocke Lilli
Eingestellt am 05. 03. 2007 16:57


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Mannhay
Festzeitungsschreiber
Registriert: Mar 2007

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Die kleine Schneeflocke Lilli


Lilli fiel immer tiefer. Der kleinen Schneeflocke wurde ganz schwindlig. Nur gut, dass sie nicht alleine war. Inmitten tausender anderer Schneekristalle schwebte sie der Erde entgegen. Obwohl Lilli schon lange auf diesen Augenblick gewartet hatte, war ihr jetzt doch etwas bang zu Mute.
Die gro├če Schneeflockenfamilie lebte bisher hoch am Himmel, noch ├╝ber den Regentropfen. Lilli war eine sehr neugierige kleine Schneeflocke. Stundenlang schaute sie hinab zu den Regenwolken. Sie beneidete ein wenig die Regentropfen, wenn diese zur Erde geschickt wurden. Wann endlich kam ihre eigene Zeit?
Lillis Mutter erz├Ąhlte oft die Geschichte vom Urgro├čvater, der mit vielen anderen zu dem stattlichsten Schneemann aller Zeiten verbaut worden war. Damit erfreute er die Menschenkinder, die sp├Ąter wiederum ihren Kindern von diesem Prachtexemplar erz├Ąhlten.
Pah, was sollte daran sch├Ân sein? Nein, Lilli w├╝nschte sich, zu einer Eisblume zu werden. Dann w├╝rde sie sehen, wie jene merkw├╝rdigen Wesen, die man Menschen nannte, lebten.
Aber es war noch Herbst auf der Erde und nur die Regentropfen gingen auf die weite Reise. Manchmal kamen sie zur├╝ck und prahlten mit ihren Abenteuern. Huh - wie sich die Menschen ├╝ber sie aufregten! Diese liefen davon und versteckten sich. Nichts machte den Regentropfen mehr Freude, als sich in einem gro├čen Schwarm auf die Menschen zu st├╝rzen.
Lilli dachte bei sich, dass die Regentropfen eine prahlerische Bande seien. Ob es wirklich erstrebenswert war, wenn sich alle vor ihnen f├╝rchteten? Lilli wollte lieber bewundert und bestaunt werden.
Ihre Mutter, die schon oft die Wandlung von einem Regentropfen zu einer Schneeflocke erlebt hatte, wies sie zurecht.
„Unsere Bestimmung kennen wir nicht. Vielleicht wirst du Teil eines Schneesturmes, der ├╝ber die Erde hinwegbraust. Dann bewundert dich sicher niemand.“
Aber Lilli h├Ârte einfach nicht hin, wenn die Mutter sie wegen ihrer Hoffnungen tadelte. Sie baute weiter an ihrem Traumgebilde. Oh ja, sie w├╝rde Teil der sch├Ânsten Eisblume sein, die je auf Erden gesehen wurde!
Endlich wurde es richtig kalt. Lilli und die anderen Schneeflocken plusterten sich auf. Sie wurden so schwer, dass sie sich in der Wolke nicht mehr halten konnten. Gl├╝cklich schwebte Lilli der Erde entgegen.
Pl├Âtzlich wurden die Schneeflocken von dem b├Âsen Nordwind gepackt. In einem wilden Tanz wirbelten sie bald hierhin, bald dahin. Lilli wurde angst und bange. Die mahnenden Worte ihrer Mutter kamen ihr in den Sinn. Sollte diese Recht behalten?
Sie wollte doch nicht Teil eines Schneesturmes sein, sondern eine wundersch├Âne Eisblume!
Aber sie war zu zart und konnte sich nicht gegen den Nordwind wehren. So ergab sie sich in ihr Schicksal. Sie hoffte nur, nicht auf das Meer hinausgetrieben zu werden und dort zu schmelzen. Dann w├Ąre Schluss mit dem Wunsch eine Eisblume zu werden. Sie w├╝rde vorzeitig als Regentropfen zur├╝ckkehren. Nur das nicht!
Der Tanz ging ├╝ber flaches Land und hohe Berge hinweg. Die Menschen versperrten gegen die wei├če Herde ihre Fenster und T├╝ren.
Endlich lockerte der wilde Geselle seinen Griff. Ersch├Âpft sanken die Schneeflocken langsam nieder. Wo befanden sie sich? Es war dunkle Nacht, der Mond lugte hinter einer Wolke hervor. Unter ihnen wurde das Reetdach eines kleinen H├Ąuschens sichtbar. Es fing sacht die wei├čen Gesch├Âpfe auf.
Fest klammerten sie sich aneinander. Ob ihnen das Gl├╝ck hold war?
Das Wunder geschah! Ein leichter Wind blies die Kristalle an eines der kleinen Fenster. Neugierig schaute Lilli in das Zimmer hinein, in dem zwei kleine Bettchen an der Wand standen. Drinnen schien es kalt zu sein, denn nur zwei blonde Haarsch├Âpfe lugten unter dem Federbett heraus.
Die Schneeflocken suchten Halt an der glatten Scheibe. An einem Sandkorn hielten sie sich fest und bildeten langsam einen Kreis. Immer mehr Kristalle fanden den Weg und bedeckten schlie├člich die Scheibe g├Ąnzlich mit einem zauberhaften Blumenmuster.
Die beiden Kinder, Anne und Frank, rieben sich am Morgen schlaftrunken die Augen und zwinkerten.
„Schau nur, die sch├Âne Eisblumen“, rief das M├Ądchen seinem Bruder zu. Auf nackten F├╝├čen liefen sie zum Fenster und bestaunten das Wunder. Nah, ganz nah dr├╝ckten sie ihre Gesichter an die kalte Scheibe. Doch ihr Atem erw├Ąrmte das Glas. Im Handumdrehen verwandelten sich die Eisblumen in Wasser und das Bild verschwand. Mitsamt den anderen Schneeflocken wurde aus Lilli wieder ein Wassertropfen, den die Luft hochwirbelte in den Himmel. Dort hofft Lilli nun erneut, dass aus ihr eine Schneeflocke wird. Wenn das n├Ąchste Mal Schnee f├Ąllt oder auch Regen, begr├╝├če ihn wie einen guten Freund. Vielleicht streift ja Lilli deine Wange.


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Lebe jeden Tag

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