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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Schnitte
Eingestellt am 09. 12. 2004 11:24


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sohalt
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2003

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Wie er den Kopf schief hält, den Halsansatz bloßlegend - beiß rein! säuselt das -, den Blick senkt, die Augen aufschlägt: reine Koketterie.

Eng umschlungen tanzt er mit Zora, tiefe Blicke. Und jetzt - kann's wahr sein, wir packen's nicht - f√ľhrt er doch tats√§chlich den Finger zum Mund, schleckt ihn ab, streicht sich damit √ľber die Brust. Was ist das f√ľr ein Film, bitte? Wer will ernsthaft Laszivit√§t bei einem Mann? - Und k√∂nnte er uns wenigstens die Singerei ersparen? Doch immerhin hat sich der Herr ja mal bei Starmania beworben und schmalzt seinem Objekt in Bearbeitung solcherma√üen qualifiziert inbr√ľnstig jeden Refrain entgegen. Es ist pathetisch - der Einsatz aller Tricks, um Zora doch noch ein bisschen weiter rumzukriegen. Denn die wei√ü schon was sie will, genau genug, dass er sich da blo√ü nicht t√§uscht, und ihn will sie eigentlich nicht so wirklich. Gut, im Moment vielleicht schon, ein bisschen, k√ľssen kann er ja und nett f√ľrs Auge ist er auch. Aber doch: nicht so wirklich, nicht genug f√ľr Weiteres. Denn er scheitert zwangsl√§ufig, scheitert bei seiner Hauptaufgabe als Mann: ihr Ego zu best√§tigen. Hat sie schon festgestellt.

Das Schnittchen ist nämlich ein Flittchen.

Zora greift selber gern zu, wenn sich was anbietet, aber verarschen l√§sst sie sich nicht. Sie muss nicht immer die Frau des Lebens sein - aber die Frau des Abends, ist das zu viel verlangt? Er war ihr erster Aufriss in der neuen Stadt gewesen , noch am selben Abend hatte er was mit einer anderen gehabt, und die Vorstellung, er h√§tte sich deswegen wom√∂glich vor sich selber toll vorkommen k√∂nnen, hatte sie mehr erbost als alles andere. Wir weiden uns noch immer an dem Bild ihrer Rache: "Wei√üt du was, ich k√∂nnte dir eine knallen" schnaubt eine zornige Zora und rauscht am entgeisterten J√ľngling vorbei. "Achwas, was hei√üt, k√∂nnte - ich tus auch!" -macht kehrt, und t√ļt's.

Heute probiert er's trotzdem wieder, und in Anbetracht der Vorgeschichte ist es vielleicht durchaus angebracht, das Köpfchen ein bisschen schief zu halten.

Ist ja auch wirklich ein niedliches K√∂pfchen, allerliebst, fein geschnitten das Gesicht und die Haare so wuschelig-weich, wie von den Musen z√§rtlich zerzaust, die w√ľrdige Krone einer Sch√∂nheit. Ein sehr niedliches K√∂pfchen .

Aber kein besonders helles.

Denn schon grinst es uns wieder an, anz√ľglich √ľber Zoras Schulter hinweg, w√§hrend wir noch die Pose bewundern.

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