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Leselupe.de > ErzÀhlungen
Die Schreibblockade
Eingestellt am 16. 12. 2017 12:47


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Rehcambrok
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jan 2015

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Die frische Luft des FrĂŒhlings, eigentlich ein belebender Quell der Sinne, lag wie ein Überzug auf den BlĂ€ttern der Rebstöcke. Der abperlende Morgentau reflektierte in der aufgehenden Sonne meinen Seelenzustand. Farbe und Material waren nicht kompatibel, mein Innerstes ließ sich nicht einfach ĂŒbertĂŒnchen. Zu sehr brannten die Wunden in meiner Seele.
In den letzten sieben Monaten hatte ich Anregungen gesucht, die Ernte des Eisweins war von mir als Leitmotiv angedacht worden. Mit den stetig gekĂŒrzten Intervallen, meine Lektorin suchte mich nun schon jede zweite Woche auf, steigerte sich nur der Druck. Nur drei Monaten blieben noch, der Abgabetermin rĂŒckte unaufhaltsam nĂ€her und mein Kopf war leer.
Der dunkle Bildschirm des Laptops, zum x-ten Mal förderte der Stand-by-Modus meine Schreibblockade zu Tage. Wie ich es auch angegangen war, nach weniger als dreißig Zeilen war die Luft raus. Kein GefĂŒhl, nichts was mich selbst hĂ€tte mitnehmen können, mitnehmen auf die Reise zum Mittelpunkt einer Handlung. Das Handling, einfach nur dröge und von gĂ€hnender Langeweile flankiert.
Das FrĂŒhstĂŒck stand hĂŒbsch hergerichtet auf dem mit weißer Tischdecke optisch einladend gestalteten Tisch, unberĂŒhrt vor mir. Der Blick aus dem Speisesaal, die Sonne hatte schon eine gute Höhe erreicht, verlieh nur einem einsamen Schmetterling FlĂŒgel. Nur einen Augenblick verfolgte ich das Flattern, registrierte die Anmut der Natur. Auf dem Parkett hallten die klackernden AbsĂ€tze wider, Ilona schritt mit dem Charme einer Abrissbirne auf mich zu.
„Guten Morgen Herr Berger. Haben sie Arbeit fĂŒr mich?“ Aus ihrem Mund klang dies nicht wie eine Frage, eher wie eine Aufforderung eines mit einem Stiletto bewaffneten RĂ€ubers.
„Nein!“, schrie ich ihr entgegen. In dem sonst menschenleeren Raum verpuffte mein Schrei an den Wandteppichen. Peinlich berĂŒhrt wandte sie sich von mir ab, sammelte sich fĂŒr das Contra.
„Entschuldigung Frau Schulte. Ich bekomme hier keinen Bezug zu der AtmosphĂ€re, es fehlt an allem. Ohne Assistenz, jemand der von Literatur und den Weinbergen Ahnung hat, komme ich keinen Schritt weiter.“ Durchdringend sah ich die Ă€ltere Frau an, erlebte einen fast befremdlichen Wandel ihres Gesichts. Ihr Widerspruch blieb aus und auf ihrem straffen Gesicht mit den hĂ€ngenden Wangen entwickelte sich ein Anflug von LĂ€cheln.
„Vielleicht sollten sie das Weingut wechseln. Meine Nichte hat ihr Volontariat bei der FAZ gemacht, fĂŒhrt derzeit die BĂŒcher bei meinem Bruder. Es gibt dort allerdings keinen Luxus, nur eine einfache Kammer mit Bett und Schreibtisch. Wenn sie es versuchen möchten, werde ich mit ihrer Frau schon einen Weg finden.“
„Danke Ilona. Leiten sie alles in die Wege. Ich brauche keinen Luxus, ich brauche Input.“ Sie nickte und machte auf dem Absatz kehrt.
Jaja, meine Frau. Verlegerin, jahrelange Inspiration und jetzt fĂŒr meine Blockade verantwortlich. Vor zwei Monaten hatte ich die Luxusoase fĂŒr einen Tag verlassen, unserem Scheidungstermin. Alle Romane waren eine Zeichnung des Lebens gewesen, eines wunderbaren Lebens. Die Bestseller hatten sich quasi von selbst geschrieben, waren leicht wie eine Feder von der Hand gegangen. Oft war ich Monate vor dem Abgabetermin fertig gewesen, die Muse hatte mich gekĂŒsst.
Vor eineinhalb Jahren war ich dann eine Woche frĂŒher als geplant von einer Reise fĂŒr Recherchen zurĂŒckgekehrt. Kevin, der WindblĂ€ser aus der Poststelle, lag mit Susanne in unserem Ehebett, hatte sie gerade ĂŒber die Klippe springen lassen. Ihr Stöhnen hatte ich schon im Hausflur gehört, im Moment des spitzen Schreis öffnete ich die SchlafzimmertĂŒr.
Nicht nur die Welt meiner unendlichen Liebe wurde da begraben. Alles hatte ich mit Susanne erlebt, jede einzelne Stunde in meinen Romanen. Immer wenn ich nach ein bis zwei Monaten fast durchgÀngiger Schreibarbeit heimkehrte, völlig ausgepowert, haben wir uns neu verliebt. Es schien eine unendliche Geschichte zu sein, ein modernes MÀrchen in einer rasenden Zeit.
Meine Eltern hatten sich nach zwanzig Ehejahren scheiden lassen, fast dem Zeitgeist entsprechend. Die Fahne im Wind waren meine Großeltern, sie feierten letzten Sommer ihre Eiserne-Hochzeit. Wie sie da HĂ€ndchen hielten, sich anstrahlten, so hatte ich es mir mit Susanne ausgemalt. Leider hatte sie die Pinsel vertauscht.
Bevor mein Spaziergang im Weinberg zu einem emotionalen Loch wurde, ich mich in weiterer SentimentalitÀt erging, drang der Ruf meines Namens in mein Ohr.
„Es ist alles arrangiert Herr Berger. Ihre Frau lĂ€sst sie schön grĂŒĂŸen. Schon heute Nachmittag können sie auf dem Gut Mehlberg Quartier beziehen. Meine Nichte Stefanie ist bereit die Zuarbeit, Recherche und ErlĂ€uterungen zur Arbeit eines Winzers zu machen. Allerdings warne ich sie vor: Stefanie ist nicht einfach, hat ihren eigenen Kopf. Dagegen bin ich lammfromm.“
„Danke Ilona. StreitgesprĂ€che können diesmal vielleicht hilfreich sein. Weniger kitschig als gewohnt, der Aufbruch in einen neuen Stil. Neun Romane hatten ein Happy End, Nummer zehn geht in eine neue Richtung.“
Völlig verpeilt nahm ich nichts mehr um mich herum wahr, hatte plötzlich jeden der bisherigen Romane vor Augen, die ach so schöne Wirklichkeit vergangener Tage. Und doch war es ganz anders, der Zauber und die darin liegende Leidenschaft verblassten zusehends. Wie FrĂŒhnebel legte sich ein Schleier auf die Vergangenheit.
Das GefĂŒhl es noch einmal kitten zu können, den Bruch und die EnttĂ€uschung zu ĂŒberwinden, dieses GefĂŒhl hatte mich vollkommen verlassen. Rein rechtlich war ich ja schon geschieden, jetzt auch mental. Meinen Spaziergang ĂŒber dieses von der Ansicht her perfekte Weingut, nur bei nĂ€herem Hinsehen konnte man viel Ungemach entdecken, endete mit einem doppelten Abschluss. Mein Leben war von GefĂŒhlen gesteuert gewesen, immer hatte ich mich darin entfalten können. Nur diesmal war ich auf der Straße des Lebens von der Überholspur in eine Sackgasse geraten, hatte die Hinweisschilder nicht beachtet.
Schon nach Fertigstellung des letzten Romans vor zwei Jahren war irgendwie die Luft raus. Wenn auch im Unterbewusstsein, ich konstatierte dieses Auseinanderdriften. Erstmals hatte ich mich nicht wie immer wieder neu verliebt. Ob nur verdrĂ€ngt, nicht beachtet, Kleinigkeiten hatten das Ende einer großen Liebe eingelĂ€utet.
Das Handy vibrierte, eine SMS war eingegangen. Ilona wĂŒrde mich in einer halben Stunde abholen, zu meiner neuen Herberge fahren. Eiligen Schrittes ging ich zu meiner Behausung auf dem Weingut zurĂŒck und packte mehr schlecht als recht meine Sachen zusammen. WĂ€hrend der Fahrt bereitete Ilona mich auf die Besonderheiten des neuen, uralten Weinguts vor.

„Willkommen auf Gut Mehlberg. Sie sind also der berĂŒhmte Schriftsteller von dem meine Schwester so schwĂ€rmt?“, begrĂŒĂŸte mich Ilonas Bruder mit ausgestreckter Hand. Innerlich musste ich schmunzeln, Ă€ußerlich war Ilona rot geworden. Eine Regung dieser Art, die Verlegenheit eines SchulmĂ€dchens welches man beim SchĂ€ferstĂŒndchen erwischt hatte, hatte ich bei ihr noch nie gesehen.
„Guten Tag Herr Mehlberg!“, grĂŒĂŸte ich zurĂŒck. „Schulte, Jacob Schulte! Gut Mehlberg ist seit vier Generationen in Familienbesitz und erzeugt nur Spitzenweine. Allerdings geht das auf Kosten von extremer Pflege, rentiert sich fast nicht mehr.“ Ilona begrĂŒĂŸte eine sehr ĂŒppig ausgestattete Frau, eine echte BĂ€uerin wĂŒrde man meinen. Die lustig funkelnden Augen passten so gar nicht in dieses raue Gesicht der Bergwelt. „Meine Frau Annemarie, der gute Geist des Hauses.“, stellte er mir die zuvor in Betracht genommene Frau vor.
Nachdem die vorlĂ€ufige BegrĂŒĂŸung unter Einbindung der nĂ€chsten Generation abgeschlossen war, der Sohn Jochen hatte sich dazugesellt, konnte ich meine neue Behausung in Augenschein nehmen. Rustikal und bieder, eher die Unterkunft fĂŒr einen Knecht aus dem letzten Jahrhundert, so stellte sich die Kammer dar. Dieses kantige und doch sehr schlichte, der Geruch des alten Holzes, ergab eine Symbiose. Wenn es nicht schon vorhanden wĂ€re, es hĂ€tte erfunden werden mĂŒssen.
„Es hat mich sehr gefreut Ilona. Bei ihnen eine menschliche Regung wahrzunehmen, nicht nur die perfekte Lektorin, lĂ€sst mich auf Inspirationen hoffen. Ich wĂŒnsche ihnen eine gute RĂŒckreise und ĂŒber den Stand der Dinge wird sie ihre Nichte sicher unterrichten. Wo ist Stefanie ĂŒberhaupt?“ Mit einem Schulterzucken verabschiedete sich Ilona. „Sie ist noch professioneller als ich. Offiziell beginnt ihr Vertrag heute Nachmittag um FĂŒnf. Stefanie wird pĂŒnktlich sein, aber sicher nicht zu frĂŒh.“
Knapp drei Stunden verblieben also noch, Zeit sich unbeeinflusst die Gegend anzuschauen. EinrĂ€umen könnte ich auch spĂ€ter, machte ich mich sofort auf den Weg. Die kleine Wanderkarte die Ilona mir dagelassen hatte, das Gut fett markiert, nahm ich zur Sicherheit mit. Die frische Luft, das aufgeregte Gezwitscher der Vögel, die Boten des FrĂŒhlings ließen mich in eine Welt von Anmut und Schönheit eintauchen. Diese UrsprĂŒnglichkeit, der Natur seinen Raum lassend, das war genau das Genre mit dem man etwas zum Leben erweckt.
Die Art und Weise in der Mensch und Natur hier aufeinander trafen, raues Klima und steile HĂ€nge, bestimmte die ModalitĂ€ten des Zusammenlebens. Graziös hatte die Natur hier noch die Oberhand behalten, quasi einer der letzten RĂŒckzugsorte vor dem wie eine Planierraupe durchs Land ziehenden Menschen. Der Widerpart zu Gleichförmigkeit, von Menschenhand geschaffener Trostlosigkeit. Ohne Hintergedanken, Zeit und Raum vergessend, genoss ich die Aussicht und die damit verbundene, dargebotene Schönheit in seiner Selbstdarstellung.
Der kleine See inmitten der steinernen Bergwelt war nicht auf der Karte eingezeichnet, stellte sich auf dem Papier als WeideflÀche dar. Der lange Heuschober und die Scheune waren dagegen auch im Winkel passend notiert. An Sommertagen musste der See ein Paradies sein, ich stellte mir vor wie eine Gruppe von Teenagern in dieser Idylle ihre ersten Erfahrungen machte.
Mozarts Klarinettenkonzert rĂŒttelte mich wach. Mein Handywecker erinnerte mich an die Uhrzeit, den extensiven Spaziergang zu beenden. FĂŒnfzehn Minuten blieben mir noch als ich meine Kammer betrat, ein wenig Ordnung im Kleiderschrank und auf dem Tisch konnten nicht schaden. Den leeren Koffer hatte ich gerade verstaut, da klopfte es an der TĂŒr.
Stefanies BegrĂŒĂŸung in Ton und Auftreten, reserviert und trotzdem selbstbewusst, ließen keinen Zweifel an Ilonas AnkĂŒndigung aufkommen. Dieses Engelsgesicht entsprach dem im Volksmund eingebĂŒrgerten Begriff des Girlie. Mit einer Checkliste hatte sie mich abgefragt, angedeuteten Widerspruch im Keim erstickt. „Ich bin mit einer klaren Aufgabe betraut worden, also werden sie mit mir klar kommen mĂŒssen. Wenn der Roman fertig ist, sind sie mich wieder los. Bis dahin Herr Berger, und da lasse ich ihnen keinen Freiraum, werden sie nach meinem Plan arbeiten. Ich erwarte sie in einer Stunde zum Abendbrot, Sportschuhe und lockere Bekleidung wĂ€ren von Vorteil.“
Ohne ernsthaft zu Wort gekommen zu sein, verdattert, ließ sie mich wie einen StrĂ€fling in der Zelle zurĂŒck. Das konnte ja heiter werden. Rein mechanisch zog ich mich um, Trainingsanzug und Laufschuhe. Vor dem schmalen Spiegel im Bad merkte ich erst was geschehen war. Ich hatte mich gĂ€ngeln lassen, ich der sonst so dominierende.
„Sie sind ja doch folgsam. Das macht vieles leichter. Falls sie mit ihrer Selbstbewunderung fertig sein sollten, ich wĂŒrde gerne das Bad benutzen.“ Rums, das saß. Stefanie gefiel ihre Rolle als Sklaventreiber, hatte bislang den Überraschungseffekt stets auf ihrer Seite. „Na dann will ich nicht weiter stören. Zum Abendbrot werden sie den Stallgeruch bestimmt abgeduscht haben.“ Ich erinnerte mich sie vorhin in einiger Entfernung hoch zu Ross gesehen zu haben.
Punkt fĂŒr mich. Mit dem Feeling des Konters, einen guten Punsch gesetzt zu haben, verließ ich den Ring oder besser gesagt das Bad. WĂ€hrend ich noch im Flur resĂŒmierte, mich auf Schlagfertigkeit einstellte, hörte ich das rauschen des Wassers. Ganz schön frech, herausfordernd. Ein Abschließen hatte ich nĂ€mlich nicht vernommen.
Beim Abendessen gab Jacob in seiner jovialen Art so einiges zum Besten. Ob intentional oder nur seiner Doktrin Nachdruck verleihend, jedenfalls deckte er die SchwĂ€chen derer der Literatur verbundenen in diesem Haus gnadenlos auf. Seine Schwester hatte er vorgefĂŒhrt, nun war es seine eigene Tochter. Stefanie war seit drei Monaten wieder solo, hatte ihren Ex-Verlobten mit der bildungsfernen Nachbarin erwischt.
Vor der HaustĂŒre war sie außer Reichweite des Vaters, schon riss sie das Kommando an sich. Die Strecke um den See und zurĂŒck, selbst fĂŒr geĂŒbte Jogger schwierig, durchlitt ich körperlich Qualen. Kein lockerer Aufgalopp, straight zog sie am Tempo. Kaum Zeit Luft zu holen und zum Sprechen reichte es schon gar nicht. Fast auf dem Zahnfleisch kriechend bog ich kurz hinter ihr auf den Weg zum Weingut. Der Ehrgeiz hatte mich gepackt und fĂŒnfzig Meter vor der HaustĂŒr ĂŒberholte ich sie dann.
„FĂŒr heute ĂŒberlasse ich sie ihren Schwingungen. Wenn sie meine Hilfe nötigen sollten, mit diesem betĂ€tigtem Knopf erreichen sie mich Herr Berger. Ansonsten wĂŒnsche ich ihnen einen angenehmen Abend. Morgen frĂŒh um Sechs erwarte ich sie mit Sportbekleidung vor der HaustĂŒre. Gute Nacht!“ Schon reichte sie mir so etwas Ă€hnliches wie einen Klingeltaster und verschwand durch eine TĂŒr mit Zugangsschild: Zutritt nur fĂŒr die GeschĂ€ftsleitung.
Nach einer ausgiebigen Dusche legte ich mich hin, jeder Knochen tat mir weh. Mit dem guten GefĂŒhl gewonnen zu haben, hart erkĂ€mpft, schlief ich ein. Schon eine halbe Stunde vor der Zeit schritt ich vor der HaustĂŒre auf und ab. Die selbe Runde wie am letzten Abend, aber es ging um einiges leichter. Allerdings sprintete ich heute nicht auf der Zielgeraden, ließ ihr im normalen Tempo den Vortritt.
WĂ€hrend des FrĂŒhstĂŒcks unterhielten wir uns, erstmals ohne ScharmĂŒtzel. Ich legte meine Vorstellung dar, wollte die genauen AblĂ€ufe im Weinbau erklĂ€rt haben und die emotionale Sicht aus dem Blickwinkel einer Frau. Sie notierte im Kopf, man konnte das Rattern sehen. „Ich werde gleich einen Schlachtplan entwickeln. Bis spĂ€ter!“ Nur einen Schluck Kaffee hatte sie zu sich genommen, stand auf und verschwand.
Nur wenig spĂ€ter hatte sich der Rest der Familie am FrĂŒhstĂŒckstisch versammelt, Stefanie glĂ€nzte durch Abwesenheit. Nach einem oberflĂ€chlichen Plausch und Einteilung der heutigen Arbeit, fragte Jacob ganz beilĂ€ufig: „Übermorgen, am ersten April fahren wir zur Weinerzeugermesse in den Schwarzwald. Wollen sie uns begleiten Herr Berger? Da könnten sie auch andere Winzer nach ihren Methoden befragen.“
Die Antwort ließ ich offen, fragte nach dem Gesamtablauf eines Weinjahres. Mit so viel Arbeit ĂŒber ein Jahr verteilt, speziellen Arbeiten im Regen, hatte ich nicht gerechnet. Obwohl ich ja schon sieben Monate auf dem anderen Weingut gelebt hatte, diese Vielzahl von Arbeiten hatte ich dort nicht ansatzweise beobachten können. Kaum in meiner Kammer zurĂŒck, trat Stefanie nach kurzem Anklopfen ein.
„Die sportliche BetĂ€tigung scheint ihnen zu bekommen. Den Vormittag ĂŒber werden wir den Weinberg begehen. Da kann ich ihnen die anstehenden Arbeiten zeigen und erklĂ€ren. Was, wann und warum. Sie sollten sich aber festes Schuhwerk anziehen, Wanderschuhe oder Ă€hnliches. In einer Stunde sollten sie fertig sein und auch schon ihr Konstrukt des neuen Romans erklĂ€ren können. Nur dann kann ich meiner Aufgabe gerecht werden. Also dann um acht Uhr an der HaustĂŒre!“
Analog zu ihrem Erscheinen war sie auch sofort wieder verschwunden. Nur einen Zettel mit Fragen und einer Art Tagesplan hielt ich nun in HĂ€nden. Auf den ersten Blick waren die Fragen zu den bisherigen Romanen auf den jeweiligen AufhĂ€nger fixiert, stellten aber nun ein persönliches Problem dar. Ich konnte ja nicht ĂŒber die Eins zu Eins Umsetzung reden, es wĂ€re der Verrat einer besonderen Beziehung und einer wunderschönen Zeit.
Im Weinberg trafen wir bei unserer Wanderung auf Jochen und Jacob. Die lockerten den steinigen Boden auf, die Wetteraussichten prognostizierten den ĂŒblichen Regen. Zu dieser Jahreszeit wĂŒrde man die Reben im Regen binden mĂŒssen, klĂ€rte mich Stefanie ĂŒber die Gepflogenheiten auf. Je steiler der Hang wurde, der Untergrund war wahrnehmbar hĂ€rter geworden, desto dicker wurden die Rebstöcke. Eine uralte Sorte die den besten Eiswein Europas lieferte. Ein gewisser Stolz klang dabei in ihrer Stimme mit.
„Es ist mein Weinberg. Ich habe ihn zu meiner Geburt bekommen, damals ahnte niemand welch wertvoller Wein hier wachsen wĂŒrde. Der Berg war die letzte Brache, wurde damals erst angelegt. Alle Rebstöcke sind genauso alt wie ich.“ Ihre heutigen VortrĂ€ge hatten mein Wissen bezĂŒglich des Weinbaus in neue Dimensionen gebracht. In sieben Monaten hatte ich trotz Nachfragen bei dem anderen Gut fast nichts gelernt, meine Fragen waren nie wirklich beantwortet worden. Innerhalb weniger Stunden hatte sich mein Horizont erweitert.
Nach dem Mittagessen besprachen wir die möglichen Herangehensweisen, die Verpackung der Figuren und das Ziel. Nichts passte, alles was mir thematisch einfiel rĂŒhrte an schon geschriebenem. Wir zankten, stritten wie die Kesselflicker. Zum GlĂŒck verlor sie nicht vollkommen die Beherrschung. „Was wollen sie eigentlich. Die Schiene der Liebe verlassen und doch reden sie nur von der Vergangenheit. Wenn der Weg das Ziel ist, bin ich hier fehl am Platze. Ich werde jetzt ausreiten, in einer Stunde bin ich zurĂŒck.“ Weich und harmlos waren die letzten SĂ€tze von ihr gewesen, sie wollte mich nicht verbiegen und doch ein Resultat erzeugen.
Im Nachgang haderte ich mit der Auseinandersetzung, wie sollte ein effektives Arbeiten möglich sein wenn wir uns nur in den Haaren haben. Ein StreitgesprĂ€ch was Ideen erzeugt, Hinweise greifbar macht, das hatte ich mir vorgestellt. Stattdessen hatten wir uns ĂŒber Form und Inhalt, die Ausgestaltung von Wortschöpfungen gestritten. Weitere GesprĂ€che dieser Art, TiefschlĂ€ge unterhalb der GĂŒrtellinie, sind weder erbaulich oder als Antrieb geeignet.
„Uns lĂ€uft die Zeit davon. Wenn wir nur streiten, einen persönlichen Kleinkrieg abhalten, wird nichts dabei herauskommen. Wir haben beide unsere Duftmarken gesetzt, sollten vielleicht noch einmal von Null beginnen. Ich bin die Steffi.“, sprach sie in nachdenklichem Ton und reichte mir die Hand. Die einladende Geste, ich nahm sie als Symbol eines Waffenstillstands an und reichte ihr meine Hand.

„Ich bin der Florian. Wenn ich die Fragen auf deinem Zettel beantworten soll, wird es sehr persönlich. Ich muss dich zu Stillschweigen verpflichten, sonst geht es nicht, wĂ€re es Verrat. Und meine Fragen musst du mir gleichermaßen ehrlich beantworten. Quasi ein Arzt-Arzt-VerhĂ€ltnis. Du kannst es dir in Ruhe ĂŒberlegen, nach dem Abendessen wandere ich um den See.“ Steffi nickte nur, verließ in sich gekehrt meine Kammer.
Das Abendessen hatte etwas von zweigeteilter Gesellschaft, auf der einen Seite berichteten Jacob und Jochen in aufgekratzter Stimmung ĂŒber den Ă€ußerst positiven Verlauf der Tagesarbeit, auf der anderen Seite saßen drei stumme Zuhörer die in eigene Welten abgewandert waren. Warum Annemarie so bedrĂŒckt war, es wirkte wie eine ausgebrochene Eiszeit, erschloss sich mir nicht. Bei Steffi war der innere Kampf ausgebrochen, mir ging es nicht anders.
Appetitlos verließen wir bald den gedeckten Tisch, trafen uns vor der HaustĂŒr. „Ich bin hin und hergerissen. Komm mit in den Stall. Ich möchte dir Persus vorstellen. Kannst du auch reiten?“, fragte sie wohl um Zeit zu gewinnen. „Geritten bin ich schon hĂ€ufig, allerdings war ich immer der Hengst!“ Steffi brach in schallendes GelĂ€chter aus, das Eis war gebrochen.
„Ich muss mich bei dir entschuldigen, Florian. Aber alle mussten seit meiner Trennung herhalten, Puffer fĂŒr meine trĂŒbsinnigen Gedanken spielen. Und dann bekomme ich eine Chance auf das was mir liegt, aber Liebesgeschichten sind fĂŒr mich MĂ€rchen. MĂ€rchen durch eine Rosarote Brille gesehen und sie fangen nicht mit 'Es war einmal' an, nein damit enden sie.“, sprach sie mit einem Ersticken in der Stimme, Melancholie pur.
Wie ein Kavalier alter Wiener Schule nahm ich ihre Hand und gab ihr einen Handkuss. „Danke Steffi. Du hast mir gerade den Anstoß fĂŒr den Roman geliefert. Ich muss jetzt schreiben, möchte nicht gestört werden. Ich schließe nicht ab. Wenn du nach mir schaust, bitte ohne Anklopfen oder ein Wort. Ich werde mich selbst melden. Ich muss los.“ Ich lief zum Haus und der Laptop fuhr schnell hoch.
Das zerbrochene GlĂŒck, Ende einer Liebe wurde zum einleitenden Kapitel, doppelt so lang wie sonst bei mir ĂŒblich. Nach 22 Seiten hatten ich das Kapitel abgeschlossen, nun konnte ich den sich steigernden Weg dahin, Liebe mit den Schwingungen, wie eine sprudelnde Quelle die zum reißenden Fluss wird, beschreiben.
Mozarts Klarinettenkonzert rĂŒttelte mich wach. Nicht aus einem Schlaf sondern von meinen ÜberprĂŒfungen des fertigen Romans. Der Blick aufs Display verriet mir, wir hatten den zweiten April. Drei Tage hatte ich geschrieben, 663 Seiten gefĂŒllt. Ich wusste nicht ob ich getrunken oder gegessen hatte, auf der Toilette war, es war völlig ausgeblendet. Nur Tassen und Teller auf dem Fensterbrett zeugten von erhaltenen Mahlzeiten.
Ilona fragte nach dem Unfall, wie es der Familie ginge. Ich hatte nichts mitbekommen, stand auf und rief nach Steffi. „Was ist passiert? Ilona hat bei mir nachgefragt.“ Ihr Gesicht wurde fahl, es bildeten sich TrĂ€nen in den Augen.
„Auf der Fahrt zur Erzeugermesse sind Jochen und meine Eltern verunglĂŒckt. Es sieht nicht gut aus. Und dich wollte ich nicht stören, dein Schreibfluss war beeindruckend.“ Ihre HĂ€nde suchten krampfhaft nach einer StĂŒtze, waren an die Hosenbeine gekrallt. Ihre HĂ€nde nehmend zog ich sie zu mir, bot ihr die Schulter zum Ausheulen. Sie ließ den TrĂ€nen freien Lauf, umklammerte mich.
Als sie sich wieder gefangen hatte, sich ihre WĂ€rme von mir löste, rief ich Ilona an und leitete alles notwendige in die Wege. Schon bald holte uns das Taxi ab und wir fuhren die siebzig Kilometer bis zum Krankenhaus. Annemarie hatte nur ein Bein gebrochen und ihrem Gesicht war das Entsetzen anzusehen. Ein LKW hatte an der Landstraßenkreuzung die rote Ampel missachtet, den Crash verursacht. Jochen und Jacob saßen vorne, mussten mit schwerem GerĂ€t aus dem Wagen geschnitten werden. Nur Jochen war bisher kurz bei Bewusstsein gewesen.
Am Abend fuhr Ilona uns zurĂŒck, der angekĂŒndigte Regen hatte eingesetzt und Steffi machte sich Sorgen um das ihr so verhasste Weingut. „Die Ernte wird dieses Jahr wohl ins Wasser fallen. In den nĂ€chsten Tagen mĂŒssten die Reben gebunden werden, Jochen und Papa fallen aber wohl Monate aus. Und auf die Schnelle werde ich niemanden mit der nötigen Ahnung bekommen. Selbst wenn ich es selbst versuche, maximal die HĂ€lfte ist in der verbleibenden Zeitspanne möglich.“
Eine bedrĂŒckende Stimmung hatte sich auf Gut Mehlberg breit gemacht. Ilona zuckte mit den Schultern. „Ich kann dir einen Tag helfen, muss dann aber wieder in den Verlag. Wie klappt es denn mit dem Roman Herr Berger?“ „Der ist fertig, muss nur noch lektoriert werden. Steffi hat mir den richtigen Anstoß gegeben und daher werde ich weiter hier bleiben, mich als Winzerlehrling versuchen.“
Ilona nickte anerkennend und bei Steffi hatte ich etwas Ă€hnliches wie ein LĂ€cheln erblickt. Mit Ilona ging ich in kurzem Überflug den Roman durch und gab ihr den Stick mit der Kopie. Nach unruhigem Schlaf, meine Fantasie hatte den Weinberg in Besitz genommen, saßen wir zu dritt in der KĂŒche. Mit frischem Kaffee blickten wir der aufgehenden Morgensonne entgegen.
Mit Ilonas Kniffen, Hilfen fĂŒr AnfĂ€nger, und den Foppereien von Steffi entwickelte ich innerhalb weniger Stunden das nötige GefĂŒhl fĂŒr das Rebenbinden. In strömendem Regen erledigten wir unsere Arbeit, schafften mehr als sonst die hier heimischen MĂ€nner. Vollkommen fertig sank ich am Abend in mein Bett. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich richtig gearbeitet, ein Knochenjob und es hatte mir Freude bereitet.
TĂ€glich war ich von nun an mehr als mĂŒde, der Schlaf suchte mich förmlich heim. Außer der BegrĂŒĂŸung am Morgen und dem Wunsch zur Nacht, im Hang redeten wir nicht. Und doch spĂŒrte ich unterschwellig, Steffi wollte ihr Herz ausschĂŒtten. Als wir nach knapp zwei Wochen um die Mittagszeit die letzte Rebe gebunden hatten, brach es aus ihr heraus:
„Du hast hervorragende Arbeit geleistet, dafĂŒr muss ich mich, obwohl ich nicht weiß wie, bedanken. Aber viel wichtiger, du hast mich nicht bedrĂ€ngt und das trotz unserer Absprache. Eigentlich schade.“ Den Nachsatz hatte ich zwar registriert, kommentierte ihn aber nicht.
Ich hatte mich in meiner Kammer ausgeruht, freute mich schon auf das abendliche Grillen. Als Dankeschön und Abschiedsessen war es angedacht, ich musste ja auch wieder mal im Verlag vorbeischauen, nach Erscheinungsdatum und Lesungen fragen.
„Kennst du jemanden der lĂ€ndlich kochen kann? Übermorgen kommt eine Reisegruppe mit 30 Personen zu Weinprobe und Winzeressen. Die kann ich jetzt nicht mehr absagen. Vor lauter Arbeit hatte ich nicht mehr in den Kalender geschaut.“, sprach Steffi völlig deprimiert mehr zu sich selbst als zu mir.
„Was wird denn sonst zu solchen AnlĂ€ssen serviert?“, fragte ich interessiert.
„Winzerbraten, Kraut und PĂŒree, dazu eine Weincreme. Ein Rezept hat meine Mutter in der KĂŒche, aber ich kann nicht kochen. Da habe ich zwei linke HĂ€nde.“
„Dann bring doch das Rezept mit zu unserem Grillabend. Vielleicht kann ich dir helfen.“
Steffi stand am Grill, Salat und Stangenbrot lagen auf dem Tisch bereit. Eingerahmt dazwischen das Rezept fĂŒr den Winzerbraten. Normalerweise kein Problem, aber die Reifezeit durch das Einlegen war nicht mehr vorhanden. Sonst wurde der Braten eine Woche vorher eingelegt.
„Den Braten in passender GrĂ¶ĂŸe musst du direkt in der FrĂŒh besorgen. Kraut habt ihr sicher im Fass und Karoffeln fĂŒr PĂŒree sind schnell gekocht. Aus der Apotheke musst du einige Einwegspritzen mitbringen, der Braten muss wegen nicht vorhandener Zeit auf rustikale Art gepökelt werden. Wenn du mir ein wenig hilfst werde ich kochen. So musst du mich halt noch drei Tage ertragen.“, sagte ich mit einem Grinsen.
„Wenn das klappt dann adoptiert dich mein Vater. Schreib mir bitte schnell die Einkaufsliste. Die WĂŒrstchen sind jetzt auch fertig. Wir können essen.“ Mit einem Teller voller WĂŒrstchen kam Steffi zu mir an den Tisch, packte reichlich auf meinen Teller.
Mit der Vorbereitung fĂŒr die Weinprobenbesucher hatte ich mehr als genug zu tun. Den Sud fĂŒr den Braten in Spritzen aufziehen und einfach ins Fleisch spritzen. Anschließend die Braten immer wieder gegen die Wand schmeißen, durch Poltern bindet das Eiweiß die FlĂŒssigkeit. Das Kraut kochen und nur mit Loorbeerblatt verfeinert ziehen lassen. AufgewĂ€rmt schmeckt es nochmal so gut. Die Eiweiße aufgeschlagen und unter das gelierende Wein-Sahne-Gemisch gezogen um es dann kalt zu stellen. Die KĂŒche war mein Refugium und immer wenn Steffi zum Probieren kam, verklĂ€rte sich ihr Blick.
Als die GĂ€ste am frĂŒhen Abend in den Bus stiegen, Kartonweise hatten sie teuersten Wein dabei, strahlte Steffi. „Das mĂŒsste Vater sehen. So viel Wein haben wir noch nie nach einer Weinprobe verkauft, fast doppelt so viel wie sonst ĂŒblich. Dein Winzerbraten war einfach himmlisch, besser als sonst. Das solltest du meiner Mutter zeigen.“
„Ist ja gut Steffi. Mir reicht es wenn meine Romane Gefallen finden. Den SpĂŒlkram musst du leider selbst erledigen, um acht holt mich Ilona ab. Du wirst aber nicht alleine sein, sie bringt deine Mutter mit. Ich gehe dann mal packen.“
Wenig spĂ€ter, mein Koffer war noch nicht zur HĂ€lfte gepackt, hupte es. Durch das Fenster konnte ich sehen wie Ilona Annemarie aus dem Auto half und die KrĂŒcken reichte. Sie setzten sich an einen der Tische der heutigen Verköstigung und winkte Richtung Steffi die mit zwei dampfenden Tellern auf sie zu lief. Mit HĂ€nden und FĂŒĂŸen unterhielten sie sich.
Mit gepacktem Koffer und Laptoptasche ging ich zu Ilonas Wagen und lud meine Sachen ein. Am Tisch wurde mein Winzerbraten gelobt und Annemarie wollte unbedingt wissen wie ich ihn zubereitet habe. „Der Zettel mit den Arbeitsschritten hĂ€ngt in der KĂŒche. Ich möchte mich nicht verabschieden ohne Steffi fĂŒr ihre UnterstĂŒtzung zu danken. Es war anstrengend und doch habe ich mich selten so gut gefĂŒhlt. Im Sommer wĂŒrde ich gerne mehr lernen. Danke.“ Ich reichte Steffi die Hand und danach Annemarie.
„Mitte Juni arbeiten wir an dem Schutz fĂŒr den Windbruch. Ich rufe durch wenn es soweit ist. Danke fĂŒr deine Hilfe!“ Mit Bussi links und rechts verabschiedete sich Steffi von mir, dann stand die Heimfahrt an. Ilona sprach die ganze Zeit nicht, erst kurz vor Erreichen der Stadt wurde sie aktiv. „Sie scheinen ja nachhaltig Wirkung bei meiner Nichte hinterlassen zu haben. Nur an dem Tag als Steffi Holgers Fremdgehen bemerkte hatte sie einen Ă€hnlich traurigen Ausdruck im Gesicht.“

„Bitte da vorne anhalten. Ich wohne hier seit einiger Zeit.“ Ilona fuhr rechts ran und ließ mich aussteigen. „Soll ich sie hier morgen abholen, Herr Berger?“
„Ich werde schon zum Verlag kommen, aber wenn ich mag. Wir sehen uns morgen, gute Nacht Ilona!“
Obwohl es schon spĂ€t war, meine Bettzeit lĂ€ngst ĂŒberschritten, wurde es noch ein langer Abend. Wie ein Kuckuck im fremden Nest nistete sich ein Gedanke in mir ein. Hatte ich das vorhin richtig beobachtet? Waren das TrĂ€nen in Steffis Augen gewesen? - Sicherlich hatten wir sehr gut zusammen gearbeitet, an einem Strang gezogen. Nach dem auf Krawall gebĂŒrsteten Start, den sehr heftigen Wortgefechten, war es eine vertrauensvolle Zusammenarbeit geworden. Hatte es ihr solch eine Freude bereitet Antreiber und Inspiration zu sein?
Ilona sah mich durchdringend an als ich am spĂ€ten Vormittag ihr LektoratsbĂŒro betrat. Ich hatte das GefĂŒhl wie bei der Vorsorgeuntersuchung, ein Durchleuchten meines Körpers. „Guten Morgen Ilona. Haben sie sich schon durch den Roman gekĂ€mpft?“, fragte ich neugierig geworden. Sie musterte mich weiter, kam nach einer schweigenden Pause zur Sache.
„Das Lektorat ist fertig, sie mĂŒssen nur noch ihr O.K. geben. Es sind nur einige wenige Änderungen in der Form und Rechtschreibfehler gewesen. So wenig Arbeit hatte ich noch nie bei ihnen. - Darf ich sie mal etwas ganz persönliches fragen, Herr Berger?“ Noch immer hatte sie mich im Fokus, fixierte meine Augen. „Wenn es diesen Raum nicht verlĂ€sst bin ich bereit. Fragen sie Ilona.“
„Ich war schnell wie nie, das Lektorieren war ein großartiges Erlebnis. Da mir viel Zeit blieb, habe ich die anderen Romane auch noch einmal gelesen. Und bei dem Bild was sich fĂŒr mich dabei ergibt, sehe ich es nicht mehr als einzelne Romane. Mehr und mehr habe ich das GefĂŒhl sie haben ihr Leben aufgeschrieben, nur in wunderschöne Worte gefasst. Liege ich da richtig Herr Berger?“
„Stimmt!“
„Der Verdacht und die neue Wohnung, werden sie den Verlag wechseln?“
„Auch das ist richtig. Die Scheidung ist jetzt einige Monate her, den Roman musste ich laut Vertrag noch liefern und aus GrĂŒnden des Marketing werden wir erst in einem halben Jahr bekannt geben dass sich unsere Wege getrennt haben. Ilona, ich werde sie als Lektorin vermissen.“
Ein ganz besonders breites LĂ€cheln legte sich auf Ilonas Gesicht. Sie stand auf und verschloss ihre BĂŒrotĂŒr. „Wir könnten gemeinsam dem Teufel ein Schnippchen schlagen. Ihr Roman zeigt deutlich auf, sie sind zu VerĂ€nderungen bereit. Und mit ein wenig Mut, - ja da wĂ€re vieles möglich. Geben sie sich einen Ruck Herr Berger.“
„Das mĂŒssen sie mir genauer erklĂ€ren!“ Dabei sah ich sie neugierig an. „Erholen sie sich zwei Wochen. Dann fangen sie im Weingut als Helfer an. Ihre Erlebnisse werden sicher in einen neuen Roman mĂŒnden. Wenn im Herbst die Ernte eingebracht ist, der Wein gekeltert, dann habe ich sicher alle Vorbereitungen abgeschlossen. Ich wĂŒrde gerne das Risiko gehen und mit ihnen einen eigenen Verlag eröffnen. Ich habe das Wissen fĂŒr die Logistik und sie sind das Zugpferd. Was halten sie von der Idee?“
„Das bleibt unter uns.“, sprach ich leise und sie nickte. Ich stand auf und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. „Du hast aber ganz schön weit gedacht. Ilona, wir sollten uns innerhalb der Familie duzen. Ich bin der Florian. Woher weißt du dass ich mich in Steffi verliebt habe?“
„Ich habe Augen im Kopf. Und Steffi liebt dich auch. Aber wenn ich mir einen Rat erlauben darf: Lebt erst weiter den Alltag und fallt nicht direkt ĂŒbereinander her. Wenn es aus dem unwegsamen Alltag erwĂ€chst, wird euer Verliebtsein in der von dir erhofften, immerwĂ€hrenden Liebe seinen Bestand haben.“
„Danke Ilona. Melde mich doch zum zweiten Mai als Helfer auf eurem Gut an. Sag aber Steffi noch nichts.“ Ich drehte den SchlĂŒssel im Schloss und verließ Ilonas BĂŒro. Bei Susanne holte ich mir kurz und schmerzlos meinen Scheck ab, verwies auf die dauerhaften Tantiemen und fixierte den Ausstieg als angestellter Autor mittels Unterschrift.
Montags, immer wenn Ilona aus dem Wochenende zurĂŒck war, ging ich abends mit ihr Essen um etwas ĂŒber Steffi in Erfahrung zu bringen. Und Ilona erzĂ€hlte gerne, so aufgeschlossen hatte ich sie nicht erwartet. Details vom Weingut und die verletzte Seele von Steffi wurden analysiert. Fast schon ein wenig unheimlich waren die Konstrukte und immer mehr bekam ich das GefĂŒhl dass sich auch Ilona in mich verliebt hĂ€tte.
„Ich werde gerne mit dir zusammenarbeiten. Aber ich habe mich in Steffi verliebt!“ Weiter kam ich nicht, legte mir Ilona einen Finger auf den Mund.
„Keine Angst Florian. Du bist mir anders ans Herz gewachsen. Ich habe mich noch nie getraut, aber dir möchte ich mein Geheimnis anvertrauen: Ich liebe Frauen! Leider kann ich mich mit Marie nur selten treffen, zu sehr stehen wir in der Öffentlichkeit. Sie ist BĂŒrgermeisterin und es wĂŒrde ihr politisch den Hals brechen. Und bei meinem Bruder dĂŒrfte ich auch nicht gerade auf VerstĂ€ndnis stoßen. Von meiner Seite droht dir also keine Gefahr.“
„Danke fĂŒr dein Vertrauen. Wir werden bestimmt wunderbar zusammenarbeiten. Auf unseren Verlag. Prost Ilona!“ Ich stieß mit ihr an und sie strahlte. Sich frei geredet zu haben, die Erleichterung war ihr anzusehen.
Am Tag der Arbeit erreichte ich kurz vor Mittag das Gut Mehlberg. Freudig, mit herzlichen Umarmungen wurde ich von Annemarie begrĂŒĂŸt. Jochen kam auf KrĂŒcken hinzu, Ă€ußerte sich anerkennend ĂŒber meine geleistete Arbeit als Winzerlehrling. „Steffi liefert noch Wein aus, wird aber auch bald zurĂŒck sein. Darf ich sie etwas fragen?“ Seine Neugier war deutlich.
„Sag einfach Florian. Wenn ich hier in der Familie arbeite sollten wir auf die Förmlichkeiten verzichten, oder?“
„Na klar, ich bin der Jochen.“ Er schickte Annemarie um etwas zu holen. WĂ€hrenddessen sprach er dann weiter: „Tu meiner kleinen Schwester bitte nicht weh. Steffi leiden zu sehen hat mich sehr mitgenommen.“
„Ich habe es Ilona schon versprochen, keine Angst. Außerdem möchte ich ihr Herz erobern, nicht eine schĂ€bige kleine Liaison sondern etwas von Dauer. Ilona hat wohl ganze Arbeit geleistet und alle vorgewarnt?“
„Nein, ich habe sie nur gefragt nachdem ich Steffis leuchtende Augen gesehen habe, immer wenn von dir die Rede war. Ilona hat nur ehrlich geantwortet.“ Jochen zeigte mir an Übungsmodellen aus Plastik, wie und wann was gemacht wird. Das EinkĂŒrzen direkt an den Knospen und das Binden gegen den Windbruch. Arbeiten die in den nĂ€chsten Wochen zu bewĂ€ltigen wĂ€ren. Da er dann in der Reha wĂ€re wollte er schon Facharbeiter aus Ungarn anheuern, aber es gab Probleme mit dem Verband der Winzer und der Genossenschaft.
Am Nachmittag kam Steffi von ihrer Tour zurĂŒck, aber ihre BegrĂŒĂŸung mir gegenĂŒber fiel sehr zurĂŒckhaltend aus. Zwischen ihren leuchtenden Augen und ihrem Handling lag eine fast schon extreme Diskrepanz. Heute war es tatsĂ€chlich ein Ruhetag, sie fuhr spĂ€ter noch mit Annemarie ins Krankenhaus um ihren Vater zu besuchen. Ich richtete mich in der Kammer ein, machte mir Notizen zum Weinbau. DarĂŒber bin ich am frĂŒhen Abend eingeschlafen.
Um sechs Uhr begann der folgende Morgen mit FrĂŒhstĂŒck und Arbeitsbesprechung. Die nĂ€chsten zwei Wochen arbeiteten wir tĂ€glich vierzehn Stunden im Weinberg, machten nur wenige kurze Pausen. FĂŒr mehr als knappe GesprĂ€che rund um die Literatur reichte es nicht. Am fĂŒnfzehnten Tag hatten wir es bis zum Mittag geschafft und freuten uns auf den Nachmittag.
Kaum hatten wir zur Mahlzeit Platz genommen, die Suppe wurde gerade auf den Tellern verteilt, erschien Ilona mit einem jĂŒngeren Mann im Schlepptau. Es war Kai, ein ehemaliger Kommilitone von Steffi. Er arbeitete als freier Journalist bei einer MĂŒnchner Tageszeitung. Wir hatten allesamt einen regen Gedankenaustausch, nur Annemarie und Jochen sah man die ErnĂŒchterung an.
„Wenn du dich ausruhen möchtest, sprechen wir am Abend. Du siehst geschafft aus, Ilona.“ Sie verstand den Wink sofort und band Steffi mit ein, sie solle fĂŒr Kai ein Zimmer richten. Die Drei gingen ins Haus und ich hielt Smalltalk mit Annemarie und Jochen die sichtlich erleichtert waren. Retrospektiv war es eine gute Entscheidung, so viele Fachidioten hĂ€lt kein normaler Mensch auf Dauer aus.
Erst kurz vor der Tagesschau löste sich die 'Winzerrunde' auf, machte ich mich auf den Weg um mit Ilona zu sprechen. Aus meiner Kammer holte ich mir noch schnell etwas zum Schreiben, Block und Stift, und dann begab ich mich in den Familientrakt. Ilonas Zimmer war das letzte auf der linken Seite, das davor war Steffis Zimmer. Die TĂŒr zu ihrem Zimmer stand einen Spalt offen.
Ich konnte ihre Stimme hören und sah Kai, nackt vor der TĂŒr zum Bad des Zimmers. Geschockt klopfte ich bei Ilona, öffnete die TĂŒr und sah dass sie noch schlief. Ich hinterließ ihr einen Zettel mit meiner neuen Handynummer und lief zu meiner Kammer zurĂŒck. In Windeseile hatte ich meine Sachen gepackt und machte mich unbemerkt auf den Weg. Den SpĂ€tzug erreichte ich nicht mehr, also mietete ich mich fĂŒr eine Übernachtung im Gasthof neben dem Bahnhof ein.
Nur schwerlich konnte ich meine unbĂ€ndige Wut unterdrĂŒcken. Ich machte mir VorwĂŒrfe. Welch ein Idiot ich doch bin. Ich hatte es zugelassen, hatte die große Liebe gespĂŒrt ohne sie ausgelebt zu haben. Meine Wut steigerte sich ins unermessliche, ein Herzschmerz der dann auch körperlich wurde.
Sechs Tage spĂ€ter wachte ich im Kreiskrankenhaus auf, hing an SchlĂ€uchen. Weder Herzinfarkt noch Schlaganfall, keiner der FachĂ€rzte konnte eine Diagnose stellen. Ich war ins Koma gefallen, diagnostisch nicht erklĂ€rbar und die Schwester an meinem Bett atmete tief durch als ich erwacht war. Sie gab dem wachhabenden Arzt Bescheid und schon wenige Minuten spĂ€ter hatte sich eine Kolonne von Ärzten an meinem Bett versammelt.
Nach der Begutachtung, der letzte Arzt hatte gerade das Zimmer verlassen, trat Ilona ein. Sie sah ziemlich zerknirscht aus. „Was machst du nur fĂŒr Sachen? Ich bin aus deinen Zettel nicht schlau geworden, habe mich bei Steffi durchgefragt. Warum hast du dich ohne Abschied davongeschlichen? Niemand hat eine ErklĂ€rung dafĂŒr.“
„Was wĂŒrdest du denn machen wenn du die Scherben des GlĂŒcks in HĂ€nden hĂ€ltst? Ich habe Kai in eindeutigem Outfit bei Steffi gesehen. Frag Steffi. Ich hatte dir meine neue Handynummer dagelassen weil ich an unser Projekt glaubte. Mittlerweile dĂŒrfte mir der Stoff ausgegangen sein, der Stoff den das Leben in guten Zeiten schreibt.“
„Ich habe es fast geahnt. Als Steffi mir erzĂ€hlte dass Kai sich schon vollkommen in ihrem Zimmer ausgezogen hatte, noch bevor sie das Zimmer verlassen hatte, war mir der Verdacht gekommen. Da ist nichts passiert. Steffi hat Kai nur bei sich duschen lassen, in seinem Zimmer war der Durchlauferhitzer defekt. - Warte mal kurz.“ Ilona lief zur TĂŒr, winkte, und nun trat Steffi ein. Kurz tuschelten die beiden, dann kam Steffi auf mich zu wĂ€hrend Ilona hinaus ging.
Dicke TrĂ€nen rahmten das hĂŒbsche Gesicht. „Ich habe mich nicht getraut die GefĂŒhle fĂŒr dich zuzulassen. Die ganze Zeit habe ich gebetet, wenigstens einmal wollte ich dir sagen wie sehr ich dich liebe. Oh Florian, fast wĂ€re ich vor Gram verrĂŒckt geworden. Es sollte unser erster Abend werden, und dann warst du verschwunden. Das Kai mit seiner dĂ€mlichen Aktion solch ein Chaos auslöst, das hatte er sicher nicht im Sinn. - Hoffentlich bist du bald wieder fit, ich sehne mich so sehr nach dir.“ Vollkommen aufgelöst schmiegte sie sich an mich, kĂŒsste meine Brust.
Ich legte meine Arme um sie und die TrĂ€nen des GlĂŒcks rannen wie SturzbĂ€che ĂŒber meine Wangen. Ihr Atem auf meiner Haut, die WĂ€rme und NĂ€he, es kribbelte am ganzen Körper. Langsam rutschte ihr Kopf immer höher und dann konnte ich ihr ins Ohr flĂŒstern: „Ich liebe dich Steffi. Von hier bis zum Mond und durch alle Galaxien. Der Anblick von Kai in deinem Zimmer hat mir fast das Herz aus der Brust gerissen.“
Ihren Kopf in HĂ€nden haltend fanden sich unsere Lippen, ihre HĂ€nde gruben sich in meine Brust und beide zitterten wir als sich unsere Zungen vereinigten. Ein Tango der Liebe, ein Feuerwerk der GefĂŒhle brannte in unseren MĂŒndern. Dieser direkte Kontakt, palpabel und alle Sinne anregend, generierte die Lust auf Liebe. Die unsichtbare Wand der Abschottung, GefĂŒhle auf dem Gefrierpunkt halten, wurde durch die Abrissbirne der Liebe beseitigt. Alle Vorbehalte, die Angst wieder enttĂ€uscht zu werden, waren wie weggeblasen.
Wir hatten uns, uns endlich gefunden. Selbst dieser Geruch von Krankheit, die Krankenhausluft, betörte die Sinne. Ich wollte nur noch eins, hier raus und Steffi auf HĂ€nden tragen. Auf eigene Verantwortung wurde ich entlassen und Arm in Arm bevölkerten wir die RĂŒckbank in Ilonas Wagen. Streicheln, zarte KĂŒsschen und diese Verbundenheit, die Heimfahrt war ein einziger Rausch.
Annemarie begrĂŒĂŸte mich besonders herzlich, streichelte mir beim Handschlag mit ihrer linken Hand ĂŒber den Unterarm. Außerdem ĂŒbermittelte sie beste GenesungswĂŒnsche von Jochen der zur Reha fort war. GeschĂ€ftig wollte sie eine Mahlzeit auffahren aber da unterbrach ich ihr Tun. „Wir werden ein wenig durch die Berge wandern, Natur und uns genießen.“ Steffi strahlte nach meiner Ansage. „Soll ich zwei BadetĂŒcher mitnehmen, als Polster fĂŒr die harten HolzbĂ€nke?“, fragte Steffi sofort und ich nickte.
Was sie sonst noch in den kleinen Rucksack gestopft hatte, ich hatte keine Ahnung. Wir liefen beschwingt Richtung Bergsee und die ineinander gegrabenen HÀnde bereiteten wieder ein wohliges Kribbeln. Mit der rosaroten Brille sah die Landschaft noch schöner aus als sie es ohnehin war. Die sich im leichten Wind biegenden BlÀtter der Rebstöcke, die wÀrmende Sonne, vermittelten die unbeschwerte Natur. Keine Menschenseele war uns auf unserem Weg begegnet und auch der Bergsee lag friedlich unbevölkert vor uns.
Der See hatte etwas magisches und ich schaute Steffi in die Augen. Ohne ein Wort gewechselt zu haben zogen wir uns gleichzeitig aus und liefen dann Hand in Hand ins Wasser. Obwohl das Wasser fast eisig war, war mir mehr als warm. „Ich schwimme noch bis zu dem Baumstumpf. Holst du schon mal das Picknick aus dem Rucksack?“ Steffi gab mir noch einen verlangenden Kuss und schwamm los.
Ich richtete die Kleinigkeiten im Gras an und als ich aufblickte sah ich sie. Wie ein göttliches Wesen entstieg sie dem Wasser, welch ein wunderbarer Anblick. Nofretete war dagegen eine hĂ€ssliche Erscheinung. Eine neue Romanvorlage wurde soeben erschaffen, die erotische Fantasie regte mich an und ihr LĂ€cheln war hinreißend.
Den Grund fĂŒr dafĂŒr fĂŒhlte ich, mein Ero-Thermometer hatte sich voll aufgerichtet und pochte vor Verlangen. Nichts konnte uns noch halten, wir fielen uns in die Arme und jegliche ZurĂŒckhaltung schoben wir beiseite. FĂŒhlen, schmecken, der Welt entrĂŒckt wurde es zu einer einzigartigen Sinnlichkeit.
Mit keinem Wort meiner bisherigen Romane hĂ€tte ich dieses ineinander aufgehen beschreiben können. Vorspiel, Liebesakt und der totale Erschöpfungszustand, fĂŒr alles wĂŒrde ich neue Wortschöpfungen kreieren mĂŒssen. Aber in einem war ich mir sicher, diese Liebe bietet mir Stoff bis ans Lebensende.
Schreibblockade – wie kann man so etwas nur haben?

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Wer Frieden auf der Welt will muss bei den Kindern anfangen .

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