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Leselupe.de > Kurzprosa
Die Schuhe
Eingestellt am 10. 03. 2011 22:43


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Bunzel
Nennt-sich-Schriftsteller
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Ich lebe in einer sch├Ânen Stadt. Es gibt hier viele H├Ąuser und Stra├čen. Die Bewohner der Stadt sind immer nett und und gr├╝├čen auch, wenn man ihnen ├╝ber den Weg l├Ąuft.
Ich gehe also meine meine Lieblingsstra├če entlang ÔÇô hier gehe ich immer lang ÔÇô es ist die mit den sch├Ânen Blumenk├Ąsten.
Die Stra├če wird von einer Eisenbahnbr├╝cke ├╝berquert. Allerdings ist die Strecke au├čer Betrieb: Nur Museumsz├╝ge fahren dort manchmal.
Als ich nun unter dieser Br├╝cke entlanggehe wie immer, fallen mir pl├Âtzlich Schuhe auf den Kopf. Ernsthaft. Ein Paar Schuhe, an den Schn├╝rsenkeln zusammengebunden. Die Schuhe sind sch├Ân. Sie gefallen mir wirklich. Ich habe lange nicht mehr so sch├Âne Schuhe gesehen. Hier in der Stadt gibt es keine so guten Schuhe mehr, seitdem die Schuhmacher streiken.
Naja... wenn einem solche Schuhe auf den Kopf fallen, was macht man dann?
Ich sehe mich erst einmal gr├╝ndlich um. Nach oben und in alle Seiten. Nirgendwo scheint jemand zu sein, dem die Schuhe geh├Âren k├Ânnten. Naja, was solls. Ich probiere sie an. Wenn sie schon meinen Kopf befallen, sollen sie wenigstens meine F├╝├če sp├╝ren.
Sie passen wie perfekt, wie f├╝r mich gemacht.
Die Sohle passt sich meiner Fu├čform genau an, wie ma├čgeschneidert. Ich stecke meine alten Schuhe in den Stoffbeutel, den ich immer dabei habe und gehe weiter, in die Stadt.
Seltsam, heute gr├╝├čt gar niemand... liegt bestimmt an den Schuhen! Sie sind ja auch sch├Ân...
Ich begegne den Bewohnern der Stadt, wie immer. Aber sie gr├╝├čen nicht. Sie schauen nur auf die Schuhe. Einige Minuten sp├Ąter, im Einkaufsladen, beschwert sich die Verk├Ąuferin. Ich h├Ątte kein Trinkgeld bekommen, sagt sie.
Ich habe hier noch nie Trinkgeld gegeben und werde es auch nicht tun. Tut ja sonst auch niemand. Der Verk├Ąuferin Trinkgeld geben, das ist doch absurd. Ich habe alles, was ich brauche, mache mich deswegen auf den Weg zur├╝ck. Aber ich wei├č noch nicht welchen Weg ich gehe. Der Weg unter der Br├╝cke macht mir nun irgendwie Angst. Dem Besitzer der Schuhe will ich nicht begegnen. Aber der andere Weg gef├Ąllt mir nicht so. Dort wohnen schr├Ąge Leute und Arme, au├čerdem ist der Weg schlecht und es riecht.
Schlie├člich entscheide ich mich doch wieder unter der Br├╝cke entlang zu gehen. Noch bevor ich die Br├╝cke durchschritten habe, stellen sich mir einige Leute in den Weg. Ihre Gesichter sind verh├╝llt, ich habe keine Ahnung wie alt sie sind. Aber ich denke, sie sind j├╝nger. Ja, sie sind bestimmt j├╝nger. Die J├╝ngeren sind immer die B├Âsen, das wei├č man doch.
ÔÇ×GeldÔÇť ist alles, was ihr Anf├╝hrer sagt, als er seine Hand ausstreckt. Nein, ich werde ihm mein Geld bestimmt nicht geben. Ich habe doch nur so wenig, so, das es gerade zum guten Leben reicht. Das freut den ÔÇô ich nenne ihn einfach mal so ÔÇô jungen Mann wenig, also schl├Ągt er mich. Er schl├Ągt mich oft und hart, durchsucht meine Taschen, findet nur etwas Kleingeld, also nimmt er die Schuhe mit. Und seine Freunde sehen zu.
Als ich mich r├Âchelnd erhebe sind sie schon verschwunden, ich sehe mich hilfesuchend um, nach oben und in alle Seiten. Nirgendwo scheint jemand zu sein, der mir helfen k├Ânnte.
Ich wanke ein St├╝ck, Richtung Zuhause, komme aber nicht weit, ich bin zu schwach. Lege mich hin, um mich auszuruhen. Nach einiger Zeit stehe ich wieder auf, komme nun ein St├╝ck weiter, ich habe ja Kr├Ąfte gesammelt. Kaum bin ich unter der Br├╝cke hindurch gegangen sp├╝re ich wieder einen stechenden Schmerz im Kopf. Wieder die Schuhe, die von oben kamen. Ich sehe genauer hin, es sind genau die gleichen.
Niemand will sie wohl mehr haben.
Ich kippe vorn├╝ber und bleibe leblos auf der Stra├če liegen.
Niemand will mich mehr haben.
Wenigstens sterbe ich in einer sch├Ânen Stadt.

Version vom 10. 03. 2011 22:43
Version vom 11. 03. 2011 15:07
Version vom 11. 03. 2011 15:25

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Ofterdingen
Routinierter Autor
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Hallo Bunzel,

Scheinbar ist dein Beitrag hier nicht besonders beliebt. Aber mal ehrlich: Gef├Ąllt er dir selber? Oder, anders gefragt, w├╝rdest du die Geschichte eines Fremden weiterlesen, die so banal, sprachlich eint├Ânig und langweilig anf├Ąngt wie deine?

Falls nein, solltest du dir vielleicht ├╝berlegen, wie du (m├Âglichst gleich vom ersten Satz an) das Interesse des Lesers wecken und den Text ansprechender formulieren kannst. Ich w├╝rde mich freuen, wenn sich doch noch ein paar Leute meldeten und dir n├╝tzliche Tipps f├╝r Bessermachen g├Ąben.

Frohes Schaffen w├╝nscht

Ofterdingen
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Man soll keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schlie├člich gro├č genug. J. P. Sartre

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Bunzel
Nennt-sich-Schriftsteller
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Hallo Ofterdingen

um deine Frage erst einmal zu beantworten: mir selbst gef├Ąllt der Text, allerdings habe ich einen vollkommen anderen Blickwinkel auf den Text als ein "unvorbereiteter" Leser. Ich wei├č schon im vorhinein, was ich ausdr├╝cken will, wie er ausgeht und derartiges.
Nachdem du mich allerdings auf das offensichtliche Dilemma hingewiesen hast, kann ich durchaus nachvollziehen, warum der Text so schlecht ankommt.
Das Problem ist allerdings, das ich im Moment offensichtlich daran scheitere, das, was ich ausdr├╝cken will mit dem, was den Leser anspricht zu verbinden und auf eine Ebene zu bringen.
Um das eines sch├Ânen Tages zu erreichen werde ich wohl noch etwas ├ťbung brauchen...

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Haremsdame
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Hallo Bunzel,

auch ich habe mich gefragt, was Du mit Deiner Geschichte ausdr├╝cken willst. Doch ganz unabh├Ąngig von der Aussage, sind mir einige sprachliche Schw├Ąchen aufgefallen. Die m├Âchte ich Dir hier mal vor Augen f├╝hren. (Schlie├člich lernt man am meisten an seinen eigenen Fehlern :-))

quote:
Ich lebe in einer sch├Ânen Stadt. Es gibt hier viele H├Ąuser und Stra├čen, die Leute sind im Allgemeinen nett und man kann immer damit rechnen, gegr├╝├čt zu werden, wenn man den Gang zum B├Ącker oder zum Einkaufsladen t├Ątigt.
Schon in diesem ersten Absatz gibt es viel zu ver├Ąndern:

Ich lebe in einer sch├Ânen Stadt. Es gibt hier viele H├Ąuser und Stra├čen. Die Leute sind im Allgemeinen nett. Man kann immer damit rechnen, gegr├╝├čt zu werden, wenn man den B├Ącker oder Lebensmittelladen aufsucht.

Wenn Du einmal einen kurzen und dann einen ellenlangen Satz schreibst, ist das f├╝r mich ein Stilbruch. Lass doch einfach jede Aussage f├╝r sich stehen. Au├čerdem h├Ârt es sich sehr umst├Ąndlich an, wenn Du einen Gang t├Ątigst.
quote:
Ich gehe also meinen ├╝blichen Weg, meine Lieblingsstra├če entlang, die mit den sch├Ânen Blumenk├Ąsten.
Quer ├╝ber die Stra├če verl├Ąuft eine Br├╝cke, ├╝ber die manchmal eine Eisenbahn f├Ąhrt. Aber nur ganz selten, weil die Strecke ist eigentlich still gelegt. Nur die Museumsz├╝ge fahren da manchmal.
Ich gehe also meinen ├╝blichen Weg. Vorbei an den H├Ąusern mit den sch├Ânen Blumenk├Ąsten. Meine Lieblingsstra├če f├╝hrt unter einer Eisenbahnbr├╝cke durch. Manchmal f├Ąhrt noch ein Museumszug dar├╝ber. Eigentlich ist die Strecke still gelegt.

Verstehst Du, was ich meine? Vielleicht versuchst Du den gesamten Text noch einmal umzuschreiben. Und dann ├╝berlegst Du Dir, was Du damit aussagen willst und wie Du es dem Leser verst├Ąndlich machen kannst...
Ich w├╝nsche Dir viel Durchhalteverm├Âgen beim ├ťberarbeiten. Gib nicht auf, es wird schon noch!
meint die Haremsdame
__________________
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

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Bunzel
Nennt-sich-Schriftsteller
Registriert: Apr 2008

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Ich habe es jetzt noch einmal etwas ├╝berarbeitet.
Vielleicht konnte ich ungef├Ąhr erf├╝llen, was du meintest.
Allerdings habe ich nicht die Absicht, dem Leser die Botschaft noch viel genauer vorzulegen. Etwas Nachdenken sollte ja auch dabei sein.

Bunzel

__________________
Ein Schriftsteller ist kein Mensch, der Fragen l├Âst.
Er ist ein Mensch, der Fragen aufwirft.

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Clara
Festzeitungsschreiber
Registriert: Aug 2002

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@ haremsdame -
Kleider machen Leute ist dir gewiss ein Begriff?

Nur, heutzutage ist das nicht mehr so relevant, wie 1880
weil man auch in Jeans ins Theater geht - da steht dann zwar Boss drin, aber das sieht man ja nicht.

Sehr wohl kann ich nachvollziehen, das Menschen die von Hartz IV leben, die nichts haben, was nicht andere zuvor schon getragen haben sich doch sehr deutlich bewusst sind,
wie die Menschen auf sie reagieren - auf die Arbeitslosen, die "Penner", die "faulen S├Ącke" - wie sie ja sogar von den Politikern benannt wurden.
Die auch wissen, das ihre Schuhe von der reichen Annas Mutter in den Rote Kreuzsack gesteckt wurden, weil anna sich zu schade war, diese "abscheulichen" Schuhe zu tragen, obwohl sie funkelnagelneu waren.

Das ist eine Schmach von ganz oben - von Menschen, die das vermutlich noch nicht am eigenen Leibe versp├╝rt haben, ja, die nicht einmal mit diesem "Gesocks" Kontakt pflegen m├Âchten - und oder gar k├Ânnen- aber beim B├Ącker treffen eben alle aufeinander -
oder hier im Web zB - wo wir uns nicht sehen k├Ânnen, wo nur das Wort gilt - und man den Unterschied zwischen einem Arbeitslosen und dem Gesocks durchaus gelegentlich mal erkennt.

Dieser Gedankenansatz ist sehr still in diesem sehr schlichten Text - und der Schuhtr├Ąger muss noch nicht mal
Penner sein, sondern ein Penn├Ąler, dessen Eltern arbeitslos und wenig Einkommen haben - da ist das Gefundene doch ein das Gl├╝ck auf Erden.
Es muss nicht richtig sein, was ich mir bei dem 'Text denke - das kann nur der Autor beurteilen

__________________
Clara

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