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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Seele
Eingestellt am 11. 06. 2013 10:40


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Deadday
Hobbydichter
Registriert: Jun 2013

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Das Rauschen des Radios, die Hupen der anderen Autos hinter mir und der endlose L├Ąrm der Baustelle. Ich sitze in dem Auto meiner geschiedenen Frau und lausche. Es ist laut um mich. W├╝rde ich etwas sagen wollen, w├╝rde ich meine eigenen Worte kaum verstehen. Ich packe meine Zigaretten aus meinem Anzug und z├╝nde sie genussvoll an. Ich schlie├če die Augen und versuche mich nur auf das Ger├Ąusch der Zigarette, beim Abbrennen des Tabaks zu konzentrieren. Es f├Ąllt mir schwer solange inne, zu halten. Zug f├╝r zug, ziehe ich an ihr und atme den Rauch tief ein und aus. Ich bin nicht s├╝chtig nach ihnen, ich liebe nur den Geschmack und den kurzen Moment der Ruhe. Ich benutze sie nicht, wie viele nach dem Sex oder nach dem Essen. Eine sogenannte Verdauungszigarette existiert f├╝r mich nicht. Ich rauche sie, weil ich durch sie einen kurzen Moment lang meine Ruhe finde und abschalten kann. Bei jedem Zug, verschwindet ein St├╝ck mehr um mich. Ich konzentriere mich so lange auf sie, bis ich nichts mehr von der Au├čenwelt mitbekomme. Meistens sitze ich auf einer Parkbank und rauche zwei bis drei Zigaretten, betrachte den Sonnenuntergang und h├Âre dazu Musik. Das ist mein perfekter Abschluss, eines harten Arbeitstages. Harter Arbeitstag ist gut gesagt. Wenn es nach meinem Vater ginge, w├Ąre alles was nicht mit Handwerk zu tun hat, kein anerkannter Beruf. Mein Vater ist bodenst├Ąndig, stur und oft auch verletzend. Ich wei├č nicht ob das Absicht ist, aber er sagt oft Dinge, bei denen ich mir Fehl am Platz vorkomme. Als w├Ąre ich nicht sein leiblicher Sohn. Als ich meine Zigarette ausdr├╝cke, ist der L├Ąrm wie ein Donnerschlag wieder in meinen Ohren. Es kommt mir vor, als w├Ąre der L├Ąrmpegel deutlich angestiegen. Gerade als ich aussteigen wollte, um ein bisschen frische Luft zu schnappen, sehe ich, wie ein nach Anschein, aggressiver Fahrer, dessen Auto hinter mir steht, aussteigt und w├╝tend auf mich zukommt.

\"Hey Sie bl├Âdes Arschloch, sehen sie nicht das schon lange gr├╝n ist!\", br├╝llt er gegen das Fahrerfenster und klopft mit der blanken Faust daran.
\"Ich rede mit Ihnen!\"
Ich blicke zu ihm hin├╝ber. Seine Adern pochen im ganzen Gesicht. Durch seinen Gesichtsausdruck hinweg, w├╝rde ich sagen, das dieser Mann etwas schlecht gelaunt ist. Auf seiner Glatze perlen sich die Schwei├čtropfen. W├Ąre ja auch kein Wunder bei dieser Karre. Ob die wohl Klima hat? Ich sehe wie sein Blick immer ernster und unangenehmer wird. Er blickt oft zur├╝ck zu seinem Auto und deutet wild mit seinem Finger umher. Ich habe das Radio lauter aufgedreht. Lieber h├Âre ich das Rauschen als dieses Gejammer von dem Kerl. Als ich nach einiger Zeit keine Reaktion auf sein Verhalten zeige, bemerke ich, wie der Kerl und sein Auto weg waren. Ganz gelassen z├╝nde ich mir die n├Ąchste an und fahre los. Mit einer grinsenden Mine, fahre ich durch die von Baustellen besudelte Stadt. Mir kommt alles hoch, w├Ąhrend ich das Elend auf den Stra├čen sehe. Ich ├╝berlege ob ich nicht noch schnell zum Supermarkt fahren soll, ich habe Hunger und au├čerdem brauche ich noch Zigaretten. Anstatt der B15 zu folgen, fahre ich in die andere Richtung und parke, wie immer, auf dem Behindertenplatz und steige aus. W├Ąhrend ich zu meinem Stammmarkt marschiere, sehe ich im Augenwinkel, wie eine Frau von ihrem Mann oder Freund angepfiffen wird und die Hand des Mannes, ein oder zwei Mal ihr Gesicht k├╝sst. Bei dem Gedanken an die Kinder, die gerade daneben stehen und weinen, muss ich kurz lachen. Nein, ich bin nicht schadenfroh oder kaltherzig. Ich liebe nur zu sehen, wie mein Leben besser ist als das von anderen. Ich bin kein Egoist oder selbstverliebt. Im Gegenteil ich hasse so gut wie jede Stelle meines K├Ârpers. Das einzig gute daran ist, ist mein Gehirn. Ohne das, h├Ątte ich nie soweit die Karriereleiter aufsteigen k├Ânnen. Oder es liegt daran, dass ich alte Frauen und ├Ąltere Herren beim Verkauf von Versicherungen hintergehe. Aber das ist eben Business. Ich hab mir das nicht ausgesucht, der Druck von oben ist einfach zu gro├č. Ein faires Verkaufen ist schon lange nicht mehr m├Âglich. Und machst du diesen Zirkus nicht mit, wirst du aussortiert und der n├Ąchste, der ohne Gewissen lebt, kann sich dann wie ein Geier auf die Unschuldigen werfen. Mit meinem Gewissen habe ich das schon lange abgemacht. Ich trenne Gef├╝hle und Arbeit. Gerade als ich durch die Sicherheitsmagneten des Supermarkt┬┤s gehe, h├Âre ich ein lautes Knallen. Ich drehe mich um, und sehe wie ein ├Ąlterer Herr mit einem Gewehr, das auf mich gerichtet ist und raucht, zielt. Sein Gesicht sieht verweint aus. Er hat viele Augenringe. Und als ich gerade versucht habe mich an ihn zu erinnern, wird mir schwindelig und ich sp├╝re eine w├Ąrme um meinen Bauch. Gleichzeitig jedoch wird es immer k├Ąlter. Es f├╝hlt sich gut an. Als ich nach unten sehe, beobachte ich das langsame F├Ąrben meines wei├čen Hemdes in ein dunkles Rot. Hinter mir h├Âre ich kreischende Frauen und panische M├Ąnner, die vergebens nach einem Handy suchen. Der alte Herr zittert am ganzen K├Ârper. Er tr├Ągt eine hellbraune Stoffjacke und eine etwas dunklere Hose. Schwarze, alte Schuhe und einen gestrickten blauen Pullover unter der Jacke. Ich kann mich an ihn erinnern, w├Ąhrend ich langsam merke, wie mich die Kraft auf den Beinen zu stehen, verl├Ąsst.

Als ich wieder zu mir komme, muss ich mich ├╝bergeben. Ich h├Âre lauter Stimmen und es ist alles dunkel. Die Dunkelheit bereitet mir Angst, es ist wie als h├Ątte mir jemand die Augen zugen├Ąht. Ich vernehme lauter Stimmen, auch bekannte. Teilweise gut bekannte Stimmen. Manche kann ich zuordnen manche nicht. Es sind meine Kunden. Meine damaligen Kunden. Sie sind bereits verstorben, sie waren schon sehr alt. Bin ich tot? Ich habe kein Zeitgef├╝hl mehr, es ist nur dunkel, ich habe Schmerzen und ich kann mich an kaum etwas erinnern. Es ist das Gef├╝hl, dass einem Rausch ├Ąhnelt. Einen Drogenrausch. Nur so stark, das man denkt, man stirbt. Ich habe Angst. Die Stimmen gehen nicht weg. Einige sprechen von Vergeltung und Rache, andere weinen wiederum nur. Ich versuche mir die Gesichter vorzustellen, vergeblich. Ich wache auf, liege in meinem Bett. Schwei├čgebadet greife ich ohne nachzudenken in meine Schublade, ziehe meine Pistole, stecke sie mir in den Mund und..

Ende.
__________________
Wenn der Bauer nicht schwimmen kann, liegt┬┤s
auch nicht an der Badehose

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Steky
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Anregung

Hab leider nicht viel Zeit, weswegen ich dir leider nicht eine dataillierte Anregung schreiben kann; ich kann dir nur sagen, dass du Kommas teilweise falsch setzt, daran solltest du arbeiten. Ansonsten finde ich deinen Text nicht schlecht. LG

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Deadday
Hobbydichter
Registriert: Jun 2013

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Kommentare: 2
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Dankesch├Ân Steky
Ja da hast du recht, ich merke es auch noch deutlich in der Schule. Grammatik ist ein Sachverhalt f├╝r sich
Freu mich wenn dir der Text gefallen hat, werde noch daran arbeiten.

- lg.
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