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Leselupe.de > Gereimtes
Die Seele vom Ganzen
Eingestellt am 06. 06. 2003 15:33


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Penelopeia
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Nov 2002

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Einst zog ein St├Ądter aus der Stadt
ins d├Ârfliche Anwesen,
um endlich ganz von Stank und L├Ąrm
und Hektik zu genesen.

Er zog auf einen Bauernhof
in bester Einzellage,
um hinfort Ruhe und Natur
zu haben alle Tage.

"Ach", sprach er eines sch├Ânen Tags,
"gut hab ich doch gew├Ąhlet!
Die Ruhe hier, das bl├╝h'nde Feld...
Trotzdem: irgendwas fehlet..."

So fuhr der Mann zum Wochenmarkt,
kaufte ein paar Meerschweine,
sch├Ân war sein Hof und die Natur
und er nicht mehr alleine.

Nun pfl├╝ckte er den L├Âwenzahn
t├Ąglich f├╝r seine Tierchen,
verga├č auch frisches Wasser nie
und Streu f├╝r sein Pl├Ąsierchen.

"Ach", seufzt er leis nicht lang darauf,
"der Hof, das Feld, die Tiere!
Hier ist mein Gl├╝ck, doch etwas fehlt,
dunkel ich dieses sp├╝re.

So kaufte er vom Wochenmarkt
sich eine schwarze Ziege,
ein h├╝bsches Tier mit schwarzem Horn,
Verstand auch zur Gen├╝ge...

Nun stand er t├Ąglich dicht am Zaun,
friedvoll und ohne Kummer,
die Schwarze sah er grasen tags,
schlief nachts den besten Schlummer.

"Ach", st├Âhnt er bald, "wie sch├Ân ist's hier,
fast wie im Paradiese.
Doch irgendwas fehlt immer noch
auf meiner gro├čen Wiese..."

Und wieder fuhr zum Wochenmarkt
der Mann. Doch diesmal kehrte
er mit Gespann zur├╝ck, in dem
zwei kr├Ąft'ge junge Pferde.

Er hat dann einen Stall gebaut
f├╝r seine Tiere alle,
da├č keines Hagel, Regen, Sturm
und K├Ąlte anheimfalle.

Zufrieden sah man ihn jetzt stehn
mit allen seinen Tieren.
"Wie friedlich doch", so dacht er oft
"sie meine Wiese zieren..!"

Doch irgendwas fehlt immer noch:
Verdammt, wenn er's doch w├╝├čte!
So ging der Mann ratlos zum Stall,
da├č jenen er ausmiste.

Schwer ist meist Mist und kleberig,
bildet die gr├Â├čten Fladen,
es hat der Mann schwei├čtriefend viel
Karren damit beladen.

Er lud so manche Karre voll,
sie aus dem Stall zu fahren
und ihre Ladung auf dem Hof
h├Âchst zentral zu verwahren.

Und nach der sechsten Woche schon
sah man den Mann froh laufen.
Das, was gefehlt zum Bauern-Gl├╝ck,
war doch nur der Misthaufen...

Anmerkung: Das kann man nun historisch-soziologisch, allegorisch oder auch eschatologisch-apokalyptisch interpretieren. Mu├č man aber auch nicht...

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Klopfstock
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Pen,
Geruch mu├č her, dachte sich der St├Ądter - ohne Misthaufen kein Landleben - ohne Benzingeruch keine Stadt
Was ich so spa├čig finde ist, da├č sich der Gute erst einmal mit ein paar Merschweinchen begn├╝gt, dann ├╝ber eine Ziege
immerhind auf zwei Pferde kommt. Wer wei├č, vielleicht kommt er in Zukunft noch auf mehr Viecher
Du siehst, ich sehe das mal ohne tieferen Hintergr├╝nde -
vor meinen Augen sehe ich nur sein Gesicht, wie er krampfhaft ├╝berlegt, was hier noch fehlen k├Ânnte.
In diesem Sinne hat es Spa├č gemacht dieses Gedicht zu lesen

W├╝nsche Dir frohe Pfingsten
und sende ganz liebe gr├╝├če


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Penelopeia
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Nov 2002

Werke: 149
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Hallo Klopfstock,

danke f├╝r Deinen Kommentar, es freut mich immer, wenn das Lesen eines Textes jemandem Spa├č gemacht hat, so wie ich mich auch ├╝ber die meisten Deiner Texte k├Âstlich am├╝sieren kann...

Liebe Gr├╝├če und ebenfalls ein sch├Ânes Pfingstfest w├╝nscht

Pen.

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