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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Söhne
Eingestellt am 10. 10. 2006 18:03


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Eldwyn
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2006

Werke: 8
Kommentare: 15
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Es begab sich zu einer Zeit, als ich wegen Studien den Nahen Osten bereiste.
Ich hielt mich gerade in einem staubigen kleinen verschlafenem Dorf im Iran auf,
wo in der Nähe archäologische Ausgrabungen stattfanden.
So gegen Vormittag, ich saß gerade in der Nähe des Dorfbrunnens und sinnte vor mich hin,
kamen drei alte Frauen, vertieft in ein lebhaftes Gespräch, um am Brunnen Wasser zu holen.

Ein älterer Mann saß nicht weit entfernt auf einer Bank und schien den Frauen zu zuhören,
die in höchsten Tönen von Ihren Söhnen schwärmten. Dabei versuchten zwei der Frauen
sich gegenseitig zu übertreffen. Die dritte Frau, eher ärmlich gekleidet, hielt sich bei dem
Gespräch etwas zurück.
Während sie lebhaft schwatzend Wasser schöpften, sagte die erste: "Mein Sohn ist so geschickt,
daß er alle anderen weit hinter sich läßt"
Die zweite Frau entgegnete stolz: "Mein Sohn singt schöner als die Nachtigall! Es gibt keinen,
der Ihn dabei übertrumpfen kann"
Die dritte Frau schwieg nur und sagte nichts dazu. Beide, die erste und die zweite Frau sahen
sie darauf an und fragten: "Was kann dein Sohn? Warum lobst du deinen Sohn nicht?"
Sie entgegnete: "Was soll ich ihn loben? Er ist ein ganz gewöhnlicher Knabe,
der nichts besonderes an sich und erst recht nicht in sich hat."

Inzwischen waren alle Eimer gefüllt, und die Frauen machten sich wieder auf den Heimweg,
gefolgt von dem älteren Mann.
Da die Eimer groß und schwer waren und den Frauen der Rücken weh tat,
legten sie eine Pause ein.

Da, geradewegs, kamen Ihnen drei Jungs entgegen.
Der erste stellte sich im Straßenstaub auf die Hände, und schlug elegant Rad um Rad.
Die Mutter rief: "Schaut, welch geschickter Junge!"
Der zweite begann daraufhin zu singen, weit schöner als die Nachtigall, während die Frauen
andächtig lauschten.
Der dritte jedoch, lief geschwind zu seiner Mutter, hob die schweren Eimer hoch
und trug sie flugs heim.
Die Frauen drehten sich nun dem älteren Mann zu, um zu fragen, was er von Ihren Söhnen halte.
Dieser fragte verwundert: "Wo sind eure Söhne?" und sagte: "Ich sehe nämlich
nur einen einzigen Sohn."

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Felix
Manchmal gelesener Autor
Registriert: May 2006

Werke: 4
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Schöne Geschichte, die trotz ihrer Kürze einigen Inhalt zeigt. Da gibts nicht viel zu bemängeln.
Hat mir gut gefallen.
__________________
Show me a hero and I will write you a tragedy. F. S. Fitzgerald

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