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Leselupe.de > Kindergeschichten
Die Spuren im Schnee
Eingestellt am 20. 08. 2002 12:04


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Ulrich Koep
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Aug 2002

Werke: 2
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Es hatte den ganzen Tag geschneit in Kleckersdorf und nun war es dunkel geworden. Oschi, der kleine B├Ąr, schaltete den Fernseher ab.
„Pu“, sagte er und wischte sich die Stirn, „ so einen spannenden Film hab‘ ich ja noch nie gesehen!“ Ted, sein bester Freund, zog den Kopf unter der Decke hervor und nickte vorsichtig.
„Kommst Du jetzt mit ins Bett?“, fragte er. Mit einem Satz waren beide die Treppe hochgelaufen.
So wie die beiden reagierten in Kleckersdorf seit einiger Zeit die meisten Einwohner und wo man auch hinh├Ârte, ├╝berall gab es nur ein Thema: Die Spuren im Schnee, der spannendste Krimi, der jemals gedreht wurde.

Oschi zog die Bettdecke ├╝ber den Kopf und schlief schnell ein. Die ganze Nacht ├╝ber schneite es unaufh├Ârlich weiter. Am n├Ąchsten Morgen jedoch wurde er ziemlich un-sanft geweckt:
„Oschi, Oschi, schnell“, Ted sch├╝ttelte seinen kleinen Freund ganz sch├Ân durch.
„Oschi“, wiederholte er.
Der B├Ąr rieb sich die Augen. „Was ist denn los?“, fragte er noch m├╝de.
„Schnell, los komm mit zum Fenster“. Ted zog ihn fast aus dem Bett.

Vom Schlafzimmerfenster aus konnte man es genau sehen und da gab es keinen Zweifel. ├ťberhaupt keinen, das war so klar wie Klo├čbr├╝he. Um das Haus der kleinen B├Ąren f├╝hrten ganz deutlich sichtbare Spuren.
„Ssssiehst Du auch was ich sehe?“, stotterte Ted, vor lauter Aufregung bi├č er auf seinen Zeigefinger, „ genau wie in dem Krimi gestern!“
„Ja“, sagte Oschi.
„Das kann nur bedeuten, dass der f├╝rchterliche Emil hier ist!“
„Emil?“ fragte Oschi. „Na der aus dem Film, der f├╝rchterliche!“
„Ach der“, antwortete Oschi, „ aber wie soll der denn aus dem Film hier hingekom-men sein?“
„Das wwwei├č ich auch nicht, aber trotzdem... in dem Film gab es auch solche Rie-sentreter im Schnee!“ Ted zeigte auf die wirklich riesengro├čen Fu├čspuren, die um das Haus f├╝hrten.
„Was machen wir denn jetzt?“ wollte Ted wissen.
Oschi ├╝berlegte eine Zeit lang, was Ted eigentlich noch ein wenig mehr beunruhigte, aber dann sagte er schlie├člich:
„Was ist denn in dem Film passiert, als die beiden die Spuren gesehen haben?““
„Dann kam ein Detektiv!“, antwortete Ted.
„Genau, und genau so einen brauchen wir auch!“
„Aber wo ist denn einer?“ fragte Ted immer noch ein wenig ├Ąngstlich.
„Ich kenne einen und den k├Ânnten wir doch anrufen!“ Oschi freute sich ein wenig, denn endlich passierte auch einmal etwas Spannendes in Kleckersdorf.

Ein Stunde sp├Ąter war der Winston Schlupo, ein ziemlich bekannter Detektiv, der nur zwei Stra├čen weiter wohnte, vor Ort und besichtigte mit einer Lupe in der Hand die Spuren.
Schlupo entstammte einer ber├╝hmten schottischen Detektivfamilie und war ein indi-rekter Nachfahre von Sherlock Watson.
„Hm“, schnuffelte Schlupo und be├Ąugte die Spuren sehr sehr sorgf├Ąltig.
„Was das wohl bedeutet?“, fragte Ted und beobachtete jede Bewegung, die der De-tektiv machte.
Wieder machte Schlupo „Hm“.
„Das ist aber ein sehr schwieriger Fall meine Herren“, brummte der Detektiv, „ wirk-lich sehr schwierig“.
„Warum denn“, fragte Oschi. „Weil ich noch nie solche gro├čen Fu├čspuren gesehen habe“ In der ganzen Stadt kann man sie sehen.
Ted zuckte zusammen. „Siehst Du“, sagte er und zog eine ├Ąngstliche Schnute
„Mein Freund sagt, das w├Ąren die Spuren von Emil aus dem Film die Spuren im Schnee“.
„Das sagen die meisten in der Stadt“, brummte Schlupo.
„Siehst Du“, wiederholte Ted und bi├č auf seinen roten Schal.
„Aber wie soll denn einer aus dem Film zu uns in den Vorgarten kommen?“ fragte Oschi, „ das geht doch gar nicht“.
„Eben, das glaube ich auch“, sagte Schlupo. Er hielt seine gro├če Detektivenlupe ganz tief in den Schnee. „Sehen sie auch was ich sehe“ fragte er.
„Was denn?“ fragte Oschi und guckte ganz genau hin.
Im Schnee lag ein langes dunkelbraunes Haar und einige abgefressene Bl├Ątter. „Ge-h├Ârt das auch diesem Emil?“ wollte Schlupo wissen. Und dann machte er wieder Hm.
Irgendwo hatte Oschi schon einmal so ein langes braunes Haar gesehen, aber wo ?
Er ├╝berlegte eine ganz sch├Ân lange Weile, w├Ąhrend Schlupo den ganzen Tatort ab-suchte. Pl├Âtzlich sagte er „Ich hab’s“.
„Was haben sie?“ fragte Winston Schlupo. „Ich wei├č, wer solche Haare hat“.
„Na wer denn?“ wollte der Detektiv wissen und Ted fragte ├Ąngstlich leise: „Emil?“
„Nein, nat├╝rlich nicht, los kommen sie mit“.
Mit einem Satz waren sie in Oschis blauem Auto und fuhren quer durch die Stadt zum Kleckersdorfer Zoo.
„Was wollen sie denn hier? Ich finde, jetzt ist wirklich nicht die richtige Zeit f├╝r einen Besuch!“ Winston Schlupo putzte seine Lupe.
„Los“, sagte Oschi, kommen sie mit“
Sie liefen durch die leeren Wege und pl├Âtzlich sagte Oschi: „Hier, das ist es. Schauen sie!“
Sie standen vor einem gro├čen langen Gehege in dessen Mitte der ber├╝hmte ostindo-nesische Bergelefant gen├╝├člich auf einem B├╝schel Stroh kaute. Der Elefant war ein besonders gro├čes Exemplar, zu dessen Haare auf dem Kopf das Haar aus dem Vor-garten genau passte.
„Das muss es sein“, sagte Oschi aufgeregt.
„Was machen sie denn hier um diese Uhrzeit?“ schallte pl├Âtzlich von hinten eine Stimme, die dem Tierw├Ąrter M├╝ller geh├Ârte.
Oschi ging schnurstracks auf den K├Ąfig zu. „Ich glaube, dieser Elefant war gestern bei uns. Da, da liegen noch ein paar Bl├Ątter aus unserem Garten“. Der Elefant trom-petete.
„Bist Du schon wieder ausgeb├╝xt?“ maulte Herr M├╝ller und untersuchte das Gehege.
„Da hinten“, sagte er , „ ist ein Loch im Zaun. Wir haben es schon geflickt, aber der Elefant findet immer wieder ein Neues. Wir wissen schon nicht mehr, was wir ma-chen sollen?“
Oschi musste ein wenig lachen und schaute Ted an: „Emil!“
Ted wurde ein wenig verlegen, weil er so eine Angst gehabt hatte und trappelte ein bi├čchen mit dem Fu├č vor sich hin.
Winston Schlupo half Herrn M├╝ller mit einem St├╝ck Detektivdraht aus und der Elefant blieb von da an wo er hingeh├Ârte.
Der Krimi ├╝brigens und der f├╝rchterliche Emil jagten den beiden von da an keine Angst mehr ein, weil Spuren im Schnee nicht immer von b├Âsen Buben sein m├╝ssen!

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heike von glockenklang
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2002

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Profil
Hallo,uUlrich

eine nette Geschichte, gleichwohl erinnert sie mich daran was ich selbst noch alles zu lernen habe!
Ich w├╝nsche uns allen viel Spa├č auf dem Weg ├╝ber unsere Grenzen zu schreiten...
LG
hkg

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