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Leselupe.de > Erzählungen
Die Stadt der Unsterblichen 2.Teil
Eingestellt am 01. 09. 2002 13:10


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mikhan
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jul 2002

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4

Sein Freund war tot. Er hatte Selbstmord begangen. Das war das erste was er an diesem Morgen zu hören bekam, ein Kollege hatte ihn mit einem hysterisch klingelnden Telefon aus dem Schlaf gerufen, um ihm Bescheid zu geben. Er brauche heute nicht in die Redaktion zu kommen, sagte er ihm. Er hatte es selbst erst gerade erfahren, die Polizei hatte in der Redaktion angerufen. Die Leiche seines Freundes liege noch auf der Strasse vor dessen Haus. Er war aus dem Fenster gesprungen.
Der junge Journalist verliess sofort die Wohnung und fuhr mit seinem Privatwagen zur Wohnng seines Freundes. Überall standen Leute herum, ein Krankenwagen, mit der Leiche seines Freundes beladen, fuhr gerade ab. Ein Polizeibeamter fotografierte die Unfallstelle. Ungläubig starrte der junge Journalist auf die Szenerie vor ihm, noch nie war ihm die Welt so furchtbar real vorgekommen wie an diesem Tag, er wollte die Augen schliessen, etwas anderes sehen, doch es war ihm nicht möglich. Ohne es zu merken war er auf den Polizeibeamten zugegangen, der sich anschickte das Gebäude zu betreten, wohl um die Wohnung seines Freundes zu inspizieren. Er bat den Polizisten, ihn mit nach oben zu nehmen und stellte sich kurz vor. Der Polizist, ein grosser, sehr verständnissvoll dreinschauender Mann, willigte ein. Gemeinsam stiegen sie unzählige Treppen hinauf, es war eines der wenigen Hochhäuser die keinen Fahrstuhl besaßen.
In der Wohnung war eine weitere Polizeibeamtin bereits dabei das Wohnzimmer meines Freundes abzusperren. Der Polizist trat zu ihr hin√ľber, √ľber das gelbe Absperrband steigend.
‚ÄěTut mir leid, Sie d√ľrfen hier nicht reinkommen.‚Äú sagte die Polizistin. Der junge Journalist stand vor dem Band und blickte in den Raum, wo er so oft gesessen hatte. Vor dem Fenster lagen blutverschmierte Scherben, sein Freund war durch das geschlossene Fenster gesprungen, aus dem zehnten Stock heraus.
‚Äě...der Tod schneidet den Faden des Verstehens j√§h ab. Es gibt Dinge, die die √úberlebenden nie erfahren. In Ihnen w√§chst der Verdacht, der Verstorbene habe gerade wegen dieses nicht Mitteilbaren den Tod gew√§hlt.‚Äú Diese Worte des japanischen Schriftstellers Kenzaburo Oe fielen ihm ein, und sie bekamen hier eine ganz neue Bedeutung f√ľr ihn. Pl√∂tzlich war er selbst der Beteiligte, der √úberlebende und es war an ihm, zu verstehen, was geschehen war oder besser, wie es geschehen konnte. Er wusste keine Antwort. Ein pl√∂tzlicher Hunger √ľberfiel ihm, er hatte seit gestern nachmittag nichts mehr gegessen, und er sch√§mte sich, jetzt, in diesem Augenblick daran zu denken. Trotzdem gab es nichts was er hier h√§tte tun k√∂nnen. Er gab dem Polizisten seine Adresse und verliess wortlos die Wohnung. Draussen wehte ein eisiger Wind, der die Scherben, die noch auf dem Asphalt lagen, eine traurige Melodie spielen liess.
Eine Frau, in einen langen dunklen Mantel geh√ľllt, stand auf dem B√ľrgersteig, zwischen den blutigen Scherben und weinte. Wer war sie? Er hatte sie noch nie gesehen.
Als sie ihn sah, h√∂rte sie auf zu weinen und ging entschlossen auf ihn zu. Etwas erschrocken wich der junge Mann ein paar Schritte zur√ľck. Sie trat ganz nah an ihn heran, ihr k√ľhler Atem streifte sein Gesicht, er f√ľhlte sich unbehaglich.
‚ÄěDu musst mich mitnehmen. Bring mich zum Krankenhaus.‚Äú Sagte sie mit fester Stimme. Den verst√§ndnisslosen Blick des Journalisten bemerkend f√ľgte sie hinzu:
‚ÄěIch bin seine Freundin gewesen. Er hat mir oft von dir erz√§hlt. Ich muss ihn sehen, ein letztes Mal wenigstens. Bitte lass uns fahren.‚Äú
Das war nun wirklich eine √úberraschung f√ľr ihn, denn sein Freund hatte ihm nie erz√§hlt, dass er eine Freundin hatte. Mit einer merkw√ľrdigen Mischung aus Schmerz und Neugierde beladen f√ľhrte er die Frau zu seinem Wagen und √∂ffnete ihr die T√ľr. Auf der Fahrt zum Krankenhaus sprachen sie kein Wort miteinander und es schien so, als w√§re es beiden ganz recht zu schweigen.
Das Krankenhaus war voller Menschen, vor der Rezeption hatte sich eine wild wuchernde Schlange gebildet, die weder Anfang noch Ende zu haben schien. Irritiert durch das unerwartete Chaos in der Empfangshalle tasteten der junge Journalist und die Freundin seines toten Freundes sich langsam vorran, ohne recht zu wissen wohin sie zu gehen h√§tten. An der Wand, an welche sie geradezu gedr√§ngt wurden, hingen grosse Plakate aus, die das Projekt ‚ÄěEwige Menschheit‚Äú beworben. Das war also der Grund f√ľr all die Menschen hier, das Projekt hatte viel schneller begonnen, als der junge Journalist geglaubt h√§tte. Das Krankenhaus hatte sich in einen gigantischen Supermarkt verwandelt, der die wundersamste Ware der Welt anzubieten hatte. Die wenigen Patienten, die es gewagt hatten ihre Zimmer zu verlassen, wirkten verloren in der Menge dieser kraftvollen jungen Menschen, die angetreten waren, der Menschheit ein neues Gesicht zu verschaffen, ein ewiges, immer jugendliches Gesicht.
Zwischen all diesen zuk√ľnftigen Unsterblichen, die sich hier versammelt hatten, galt es einen Toten zu finden. Irgendwie schafften sie es in einen der langgezogenen G√§nge zu fliehen, die von der Empfangshalle ausgingen. Leichenhalle stand auf einem Schild, da√ü √ľber ihren K√∂pfen hing. Die Frau zeigte mit dem Finger darauf und dr√§ngte den jungen Journalisten, der seinen Blick nicht von der Menschenmenge abwenden konnte, sich zu beeilen.
Vor der T√ľr stand ein W√§chter, der sich bereit erkl√§rte, sie zu der Leiche ihres gemeinsamen Freundes zu f√ľhren, die nur kurz zuvor angekommen war. Die Geschwindigkeit mit der sich an diesem Tag die Dinge entwickelten, sch√ľchterte den jungen Journalisten ein, er sehnte sich nach einer kurzen Pause in der er die tragischen Ereignisse dieses Morgens ordnen k√∂nnte. Als er vor der Leiche seines Freundes stand, traf ihn die brutale Realit√§t des Todes mit ihrer vollen Wucht, Tr√§nen flossen ihm √ľber die Wangen und aus den Augenwinkeln konnte er sehen, da√ü es der Frau genauso ging.
Der W√§chter stand geduldig daneben, ausdruckslos, den Blick auf sein Schl√ľsselbund gerichtet, da√ü er in der Hand hielt. Sonst war niemand in der Halle. Die Leichen lagen, von weissen Laken eingeh√ľllt, auf Rolltischen, die in Reihen aufgestellt waren. Es waren mindestens f√ľnfzig Leichen die hier lagen.
‚ÄěLass uns wieder gehen.‚Äú bat die Frau den Journalisten. Die Stimme der Frau verwirrte ihn, es kam ihm vor als spr√§che sie mit ihm, wie mit einem alten Bekannten. Erst jetzt sah er sie genauer an.
Sie war eine sch√∂ne Frau, doch wirkte sie, genauso wie ihr toter Freund sehr melancholisch, er fragte wie sie wohl aussehen w√ľrde, wenn sie l√§chelte und verwarf den Gedanken sofort wieder, durch die Anwesenheit seines toten Freundes peinlich ber√ľhrt.
Der W√§chter zog das Laken √ľber den K√∂rper des Toten und f√ľhrte die beiden wieder zum Ausgang zur√ľck. Die Eingangshalle war immer noch voller Menschen, doch diesmal durchquerten sie den riesigen Raum ohne sich dabei von dem sie umgebenden Chaos ablenken zu lassen.
‚ÄěKann ich dich irgendwo hin fahren?‚Äú fragte der junge Journalist, der endlich alleine sein wollte und dem die Gegenwart dieser f√ľr ihn unbekannten Frau unangenehm war.
Vielleicht ging es ihr genauso, denn sie wollte lieber zu Fuss gehen und dankte dem jungen Journalisten daf√ľr, da√ü er sie mit hierher genommen hatte. Sie meinte, da√ü sie ihn gerne wiedersehen w√ľrde, da er, wie sie sagte, der einzigste Mensch war, der ihren Freund offensichtlich auch gekannt hatte. Das gleiche konnte er auch von ihr behaupten und da fiel ihm auf, da√ü sein Freund ihm tats√§chlich nie von irgendwelchen Freunden oder Verwandten erz√§hlt hatte. War er wirklich so einsam gewesen? Die Frau reichte ihm eine Visitenkarte und verabschiedete sich, die getrockneten Tr√§nen mit einem Taschentuch wegwischend. ‚ÄěCarmela‚Äú stand auf der Karte. Darunter eine Telefonnummer.


5

An diesem Nachmittag ging der junge Journalist in das Lokal, wo er oft mit seinem Freund die Nachmittage verbracht hatte, um die gemeinsame Arbeit zu disskutieren, und einige Drinks einzunehmen. Heute war er alleine und er trank Milch anstelle der √ľblichen Drinks.
Sein Freund hatte den Tod gew√§hlt, weil ihm die Unsterblichkeit verwehrt worden war. Was n√ľtzt uns die Unsterblichkeit, wenn wir nicht zu leben gelernt haben, fragte sich der junge Journalist. Seine Hand spielte mit Carmelas Visitenkarte herum, die argw√∂hnischen Blicke des Kellners auf sich ziehend.
‚ÄěDarf ich Ihnen noch ein Glas Milch bringen?‚Äú fragte er, offensichtlich in der Hoffnung, eine ablehnende Antwort zu erhalten. Der Kellner war schon immer unfreundlich gewesen, doch heute wirkte seine unbegr√ľndet schroffe Haltung einfach nur l√§cherlich. Der junge Journalist lehnte ab und z√ľndete sich eine Zigarrette an, die durch die Milch, die er zuvor getrunken hatte, einen widerlichen Geschmack bekommen hatte. Er rauchte sie nur bis zur H√§lfte auf und dr√ľckte sie dann gedankenverloren im Aschenbecher aus, wobei ein St√ľck der Glut auf die Tischdecke fiel und ein kleines Loch hineinbrannte. Gleichg√ľltig nahm er seine Tasche und verliess das Lokal.
Morgen w√ľrde er mit seiner Arbeit fortfahren, er sp√ľrte, da√ü er das seinem Freund schuldig war, dessen trauriges Ende eng mit dem Projekt verbunden war. Mit seinem Wagen fuhr er zum naheliegenden Supermarkt, um einige Lebensmittel einzukaufen. Es hatte den Anschein, dass nur solch banale T√§tigkeiten wie eben der Einkauf in der Lage waren, ihn von den ersch√ľtternden Ereignissen des Tages abzulenken. Gleichzeitig kam ihm aber auch alles sinnlos und albern vor.
Der Supermarkt war fast leer, nur eine alte Frau und eine Frau mit ihrem Baby auf dem Arm streiften zwischen den Warenregalen umher, scheinbar aus purer Langeweile heraus. Schnell hatte er alles zusammen was er in den n√§chsten Tagen brauchen w√ľrde und begab sich zur Kasse. Obwohl er der einzigste Mensch an der Kasse war, jagte die Kassiererin die Waren mit einer irrsinnigen Geschwindigkeit √ľber das F√∂rderband, so da√ü die Lebensmittel krachend gegen die Abgrenzung am anderen Ende stiessen, ohne da√ü der junge Journalist sie h√§tte rechtzeitig aufhalten k√∂nnen. Von der unsinnigen Hektik der Kassiererin angesteckt suchte er nerv√∂s nach passenden Kleingeld, wobei ihm einige M√ľnzen auf den Boden fielen. Die Kassiererin gab ein lautes St√∂hnen von sich, als k√∂nne sie soviel Ineffizienz einfach nicht ertragen. Fluchtartig verliess der junge Journalist den Supermarkt und war froh als er wieder in seinem Wagen sa√ü, auf dem Weg nach Hause.
Zu Hause angekommen, schaltete er sofort den Fernseher an, um sich abzulenken und so seine Depressionen zu mildern, es musste weitergehen, auch wenn er noch nicht genau wusste wie.
In den Stadtnachrichten wurde auch der Selbstmord seines Freundes erw√§hnt. Verwundert h√∂rte der junge Journalist, wie der Reporter den Selbstmord in Verbindung mit dem Projekt ‚ÄěEwige Menschheit‚Äú brachte und zu einer interessanten Schlussforderung kam: nach Auffassung des Reporters war der Freund des Journalisten Opfer einer dem Jugendwahn verfallenen Gesellschaft geworden, die nicht in der Lage war die eigene Sterblichkeit zu akzeptieren und die Konsequenzen aus derselben zu ziehen. Die Analyse des Reporters war vortrefflich und √§usserst kritisch gegen√ľber der Stadtverwaltung. Sicher w√ľrde er schon morgen arbeitslos sein, dachte sich der junge Journalist. Er notierte sich den Namen des Reporters und nahm sich fest vor sich mit diesem zu einem Gespr√§ch zu treffen. Offensichtlich hatte auch der Sender selbst just in diesem Augenblick die Brisanz der Worte des Reporters bemerkt, jedenfalls kam die Werbepause unvermittelt und beinhaltete gleich dreimal den Werbespot der Stadtverwaltung zum Projekt ‚ÄěEwige Menschheit‚Äú.
Entnervt griff der junge Journalist zu der Flasche Whisky, die er sich aus dem Supermarkt mitgebracht hatte und nahm einen kr√§ftigen Schluck. In kurzer Zeit hatte er die halbe Flasche geleert und genauso entleert f√ľhlte sich auch sein Gehirn an, mit stupider Gleichg√ľltigkeit betrachtete er eine Fernsehsendung nach der anderen, als pl√∂tzlich ein Bericht seine Aufmerksamkeit auf sich zog.
Hier ging es um die Todesvorstellungen in fremden Kulturen, wobei Beispiele von V√∂lkern aus Afrika, Australien, S√ľdamerika und Asien aufgef√ľhrt wurden. Der Moderator, ein bekannter Wissenschaftler, stellte dieVorstellungen dieser V√∂lker, bei denen er einige Gemeinsamkeiten festgestellt hatte, der Todesvorstellung in der westlichen Welt gegen√ľber. Der junge Journalist w√ľnschte sich sehr, da√ü er nicht die halbe Flasche Whisky geleert h√§tte, denn es fiel ihm schwer dem Bericht zu folgen. Die Bilder verschwammen zusehends vor seinen Augen, doch Stimme und Geb√§rden des Moderators verhinderten, da√ü er g√§nzlich in seinem Rausch versank. Immer wieder r√ľttelte ihn die Stimme des Moderators wieder auf, die sich tief in sein Geh√∂r bohrte und deren Worte scheinbar direkt an ihn, und nur an ihn, gerichtet waren.
‚Äě...die Tabuisierung des Todes in unserer Gesellschaft hat zu einem fast krankhaften Zustand gef√ľhrt, der uns immer weiter von der Realit√§t zu entfernen droht. Der Prozess des Alterns wird in den Augen vieler Mediziner als Krankheit definiert, die es zu bek√§mpfen gilt. Der alte Mensch gilt als wertlos, wird nicht einmal mehr als Mensch angesehen. Um nicht an unsere eigene Sterblichkeit und den unvermeidlichen Tod erinnert zu werden, verdr√§ngen wir die Alten in Sterbeanstalten, wo sie unter Ausschluss der √Ėffentlichkeit dahinsiechen sollen...‚Äú der junge Journalist nickte f√ľr kurze Zeit ein, wurde dann aber wieder durch den erbarmunglosen Moderator, der mit der Eindringlichkeit eines √ľbereifrigen Predigers sprach, wachger√ľttelt.
Seine Wohnung schien sich vor seinen Augen in eine Miniaturkirche zu verwandeln, in deren Zentrum der Fernseher als Altar dastand. Mit geradezu religiöser Ehrfurcht lauschte er den Worten des Moderators.
‚Äěund so ist auch das Projekt ‚ÄěEwige Menschheit‚Äú in meinen Augen nichts weiter als der Ausdruck einer dem Jugendwahn verfallenen Gesellschaft, die im krassen Gegensatz zu den sogenannten primitiven Gesellschaften steht, die oftmals, wie wir gesehen haben, einen wesentlich offeneren Umgang mit Alter und Tod pflegen und alten Menschen grossen Respekt entgegenbringen. Dennoch ist etwas ganz ungeheueres geschehen, dessen m√ľssen wir uns bewusst sein: erstmals ist es den Menschen tats√§chlich gelungen den Alterungsprozess abzubremsen, wenn nicht gar ganz zu verhindern. Das heisst jedoch nicht, wie man uns einzureden versucht, da√ü der Tod damit vollst√§ndig aus unserem Leben verdr√§ngt worden w√§re. Selbst wenn dies gel√§nge, so gilt doch nach wie vor, was der chinesische Dichter Sima Xiangru bereits 130 v. Chr. erkannte - Zehntausend Generationen zu √ľberdauern ist kein Grund zur Freude.‚Äú
Der Moderator sprach noch weiter, aber die Worte drangen nicht mehr l√§nger bis zu ihm durch, mehrmals fielen ihm die Augen zu, bis er schliesslich endg√ľltig einnickte, in einen traumlosen Schlaf fallend.

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Lugh
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jun 2002

Werke: 5
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Morgen, mikhan

Dieser Teil gef√§llt mir fast noch besser. Ich bin sicher, an der Technik k√∂nnte man noch feilen, aber dazu kann ich wenig sagen, das ist selbst mein gr√∂√ütes Manko. Aber diese Gedanken √ľber den Tod und seinen Stellenwert in unserer Gesellschaft gefallen mir sehr gut.

Ich finde es ein bisschen Schade, dass dies kein längeres Werk werden soll, ich denke es steckt noch ein großes Potential darin. Wenn du nicht durchgehend aus der Warte des Journalisten erzählen willst könntest du zum Beispiel später aus der Sicht seines Sohnes erzählen, wie sich die Gesellschaft weiter entwickelt hat.

Nun zur Kritik:

Hat der Journalist auch einen Namen? Immer nur „der junge Journalist“ wirkt eint√∂nig.

Gemeinsam stiegen sie unzählige Treppen hinauf, es war eines der wenigen Hochhäuser die keinen Fahrstuhl besaßen.
Wenn das ein Hochhaus im eigentlichen Sinne, also wirklich sehr hoch ist, scheint mir der fehlende Fahrstuhl schon sehr komisch. Er könnte doch einfach kaputt sein (so etwas kommt oft vor, ich spreche aus Erfahrung), wenn du sie unbedingt Treppen steigen lassen willst.

„Du musst mich mitnehmen. Bring mich zum Krankenhaus.“ Sagte sie mit fester Stimme.
„Du musst mich mitnehmen. Bring mich zum Krankenhaus“, sagte sie mit fester Stimme.
Au√üerdem wirkte der Dialog zwischen den beiden √ľberst√ľrzt.

Die Bezeichnung „W√§chter“ f√ľr den Typen vor der Leichenhalle ist wohl ein wenig unpassend. Wie w√§re es mit Aufpasser, oder war es vielleicht ein Polizist? M√∂glicherweise hat sie auch einer der √Ąrzte hineingelassen?

Obwohl er der einzigste Mensch an der Kasse war, jagte die Kassiererin die Waren mit einer irrsinnigen Geschwindigkeit √ľber das F√∂rderband
Schon wieder „einzigste“.

Nun, bis zum nächsten Teil. Da werde ich auch wieder meinen Senf dazu geben.
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Es gibt nichts sinnloses. Selbst wenn etwas scheinbar sinnlos ist, zeigt es durch seine Sinnlosigkeit doch den Kontrast zum Sinnvollen - und erh√§lt dadurch einen Sinn. G√§be es schlie√ülich nichts sinnloses, w√ľssten wir nicht was sinnvoll ist.

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