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Leselupe.de > Gereimtes
Die Stille danach
Eingestellt am 18. 06. 2009 08:26


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JeanJeudi
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: Jun 2009

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Des Nachts erwacht in ihm die Lust.
Sie liegt ganz reglos da, doch just
erbebt ihr Körper, zittert sie,
denn seine Hand berĂŒhrt ihr Knie.

Die grad noch still lag, gar und ganz,
ergibt sich ihm zum Liebestanz.
In Wellen pulst ihr weicher Leib
zum wunderschönsten Zeitvertreib.

Und nach Empfang aus seinen Lenden
liegt sie abrupt ganz still im Bett,
er atmend, schwitzend nach den Spenden,
sie reglos und perfekt adrett.

Und er denkt glĂŒcklich, mĂŒde schon:
WĂ€r sie nur nicht aus Silikon.

JeanJeudi
__________________
In dieser Welt gibt es nur zwei Tragödien. Die eine ist, nicht zu bekommen, was man möchte, und die andere ist, es zu bekommen. (Oscar Wilde)

Version vom 18. 06. 2009 08:26

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MarenS
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Feb 2005

Werke: 185
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Waaaaaaaaaaaahhhhhh!

Noch selten hab ich so gegrinst,
am Morgen schon so schrÀg gelinst,
die Zeilen fand ich wohl gelungen,
hab mit dem Lacher schon gerungen,
doch als sie nach vollbrachtem Akt
perfekt adrett lag, war es Fakt:
Die Puppe ist ein Gummitier
und fĂŒr das Lachen dank ich dir.

GrĂŒĂŸe von Maren

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label
Guest
Registriert: Not Yet

Lieber JeanJeudi

hat mir sehr gut gefallen!
und habe herzhaft gelacht

fĂŒr die mĂ€nnlichen Kritiker wĂ€re es wohl besser du schriebest

er atmend, schwitzend nach demn Spenden


herzliche GrĂŒĂŸe
label

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presque_rien
???
Registriert: Feb 2003

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Lieber Johannes ,

ich habe ja mittlerweile hohe Erwartungen an dich, und muss sagen, dass mich dieses Gedicht jetzt nicht sooo mordsmĂ€ĂŸig vom Hocker gehauen hat. Es ist aber natĂŒrlich immer noch sehr gut! Meiner Meinung nach könnte man die Pointe noch ein wenig verbessern, wenn man schriebe:

quote:
Und er denkt glĂŒcklich, mĂŒde schon:
Wie schön, sie ist aus Silikon. / Zum GlĂŒck ist sie..

Oder sowas Ă€hnliches. Denn so muss der Protagonist nicht noch stundenlang kuscheln und ihr sagen, wie sehr er sie liebt, sondern kann sich getrost der MĂŒdigkeit hingeben. Oder habe ich ein zu schlechtes Bild von den Herren der Schöpfung?

Lg presque

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JeanJeudi
HĂ€ufig gelesener Autor
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Liebe MarenS,

Dichtung mit Dichtung zu beantworten mögen die Puristen verteufeln - ich habe mich ĂŒber Deine Zeilen sehr gefreut! Vielen Dank dafĂŒr und fĂŒr alles, was sie mir sagen.


Lieber Perry,

ich danke Dir sehr fĂŒr Korrektur und inhaltliche Anmerkungen. Der Schreibfehler ist korrigiert.

- In der Tat ist es sie, welche still lag. Auf das Subjekt eines Nebensatzes sich zu beziehen, ĂŒberlasse ich den wahren KĂŒnstlern *schmunzel*

- "Ergeben" hat etwas mit Dominanz zu tun (jedenfalls jenes hier benutzte), was die verkehrte Welt des mÀnnlichen Akteurs zusÀtzlich persifliert. "Gibt sich ihm hin zum..." war mir zu "menschlich".

- Es sind auch mehrere Spenden gemeint. Dieses ĂŒberspitzt die AbsurditĂ€t der Situation, nach meinem DafĂŒrhalten.

- "GlĂŒcklich" ganz bewußt, weil es sich aus dem vordergrĂŒndigen GefĂŒhl der Erleichterung ergibt. MĂ€nner wissen, wovon ich rede.

Den dramaturgischen Höhepunkt (wie passend) sehe ich im Schlußsatz.
Ich versuche dem Lesenden mit angeblich Altbekanntem die Sicht ein wenig zu verschleiern. Der Lesende soll sich sicher, sich gleichsam bestĂ€tigt im (möglichen) Rollenbild fĂŒhlen. MĂ€nnliche wie weibliche Menschen gleichermaßen. Das Übergewicht an Inhalten, die sich mit ihr beschĂ€ftigen, soll den weiblichen Leser verlocken - der mĂ€nnliche ist ohnehin schon von der Grundstimmung in Beschlag genommen. Dein Mitschmunzeln und MarenS "Waaaah!" sagt mir, dass es ansatzweise gelang.

Der Schlußsatz enthĂ€lt fĂŒr mich eine wirkliche Tragödie. Ich werde demnĂ€chst ein Gedicht ĂŒber....aber halt! Du wirst es (hoffentlich) lesen.
Vielen Dank Manfred (und auch presque_rien), dass Du mir dies hier zu schreiben ermöglicht hast.


Liebe label,

vielen Dank fĂŒr Dein herzhaftes Lachen! Wie eben schon an Manfred gerichtet: Ich empfinde den Plural wesentlich erheiternder, als den Singular


Liebe presque_rien,

ich freue mich sehr ĂŒber Dein Lob und Deine Kritik. Es ist auch gut, dass Du noch auf dem Hocker sitzt, denn "mordsmĂ€ssig vom Hocker hauen" bedeutet Schaden nehmen und zieht - einer alten Weisheit folgend - Spott nach sich. Ich gebe mir gern in Zukunft mehr MĂŒhe.

Ändern werde ich den Schluß nicht in Deinem Sinn. Der MĂŒdigkeit gibt er sich eh hin, aber eben nicht jener geborgenen MĂŒdigkeit. Weil er es nicht kann! Und sei es nur, weil er nach dem Aufwachen noch die Puppe putzen muss...genug davon. Du hast gelesen, was ich Manfred antwortete.

Ich habe wieder viel von euch gelernt. Merci.

JeanJeudi
__________________
In dieser Welt gibt es nur zwei Tragödien. Die eine ist, nicht zu bekommen, was man möchte, und die andere ist, es zu bekommen. (Oscar Wilde)

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Heidrun D.
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo JeanJeudi,

auch dieses Gedicht finde ich vortrefflich.

Mein Sinn fĂŒr das Makabre ist recht ausgeprĂ€gt; deshalb bin ich richtig froh, dass du dergleichen nur so aus dem Ärmel schĂŒttelst und in die LL gefunden hast. -

Im Text hast du sehr professionell auf den Schluss hingearbeitet und der Pointe - mithilfe einer eleganten Sprache - die nötige WĂŒrze verliehen.

Liebe GrĂŒĂŸe
Heidrun

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