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Leselupe.de > Humor und Satire
Die Stunde des Herrn?
Eingestellt am 31. 07. 2004 10:13


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Seltsamer Attraktor
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Es war einmal vor etwa 2000 Jahren, da lebte ein Mann,
der den Gl├Ąubigen N├Ąchstenliebe und Vernunft lehren
wollte. Er meinte, man solle nur rufen, und die Menschen
w├╝rden kommen und sich dem Gottesreich anschlie├čen.
Freiwillig.
Irgendwie hatte das jemand falsch verstanden und t├Âtete
f├╝r jenen Mann mehrere Tausend Andersgl├Ąubige. Aber gut,
kann ja mal passieren. Inzwischen hat sich in den K├Âpfen
so mancher Theologen sowieso ein anderes Gottesbild eingepr├Ągt.

Das merkt man auch im Religionsunterricht:

Der Lehrer betritt selbstbewusst die Klasse. Sein Grinsen
dr├╝ckt tiefe Freundlichkeit und Verst├Ąndnis aus, w├Ąhrend seine wohlausgesuchten Kleidungsst├╝cke einen guten Geschmack
vermitteln wollen.

"In der heutigen Stunde wollen wir das Thema der Gottesfrage behandeln. Zun├Ąchst einmal: Was versprecht ihr euch von Gott?"
Aus dem Wirrwar an Gerede in der Klasse waren Dinge wie "Geld", "Pool" und "Fortsetzung zu Braindead" zu h├Âren.
Der Lehrer wirkte unzufrieden.
"Nein, ich meine, wenn ihr zu Gott betet, was erwartet ihr dann von ihm?"
"Geld", "Pool", "Fortsetzung zu Braindead."
"ES REICHT!"
Die Klasse verstummte.
"Aber,..."
"RUHE! Das sind nat├╝rlich v├Âllig unrealistische Vorstellungen."
"Was, Sie meinen Peter Jackson wird keinen Nachfolger zu
Braindead drehen?"
"NEIN, VERFLUCHT! Oh, Herr, bitte vergieb mir!
"Ja klar, kein Problem."
"Was ist kein Problem, Michael?"
"Ich vergebe Ihnen."
"Aber du bist nicht Gott."
"Achso."
"Ja."
"Ok."
"Also, um meine Frage zu beantworten..."
"Herr Schmidt?"
"Ja?"
"Warum beantworten Sie ihre eigene Frage?"
"WEIL IHR OFFENBAR NUR UNSINN IM KOPF HABT!"
"Achso, ok."
"Gut. Wir erwarten von ihm die Erl├Âsung im Gottesreich."
"Nein."
"Was nein, Michael?"
"Ich will keine Erl├Âsung im Gottesreich."
"Wieso nicht?"
"Weil ich eine Fortsetzung zu..."
"HALT DEINEN MUND!
Also, wenn wir sterben und wenn wir gute Christen waren,
dann kommen wir in den Himmel, so wie Jesus es gesagt hat.
Und was ist der Himmel, Michael?"
"Da wohnt Gott."
"Sehr gut. So ist es."
In der Klasse machte sich Gekicher bemerkbar. Herr Schmidt wirkte ein wenig verunsichert.
"Herr Schmidt?"
"Ja, Michael?"
"Und wo ist der Himmel?"
"Na, da oben. Aber wir k├Ânnen ihn nat├╝rlich nicht sehen."
"Nein, nat├╝rlich nicht..."
Das Gekicher kehrte zur├╝ck.
"Herr Schmidt, und was macht Gott da oben? Sitzt der oder steht der irgendwo drauf?"
"Na, was wei├č ich. Der sitzt."
"Wo sitzt er?"
"Auf einem Stuhl. Wo sonst?"
"Ist der Stuhl von Ikea?"
"DU MACHST DICH WOHL ├ťBER MICH LUSTIG?"
Das Gekicher ├╝bergab das Staffelholz an regelrechtes Gel├Ąchter.
"Herr Schmidt?"
"Was?"
"Sind Sie da sicher?"
"Womit?"
"Dass Gott mit schwedischen Bedienungsanleitungen zurecht kommt?"
Jetzt besuchte eine rote F├Ąrbung die w├╝tenden Wangen
des Lehrers.
"Was f├Ąllt dir eigentlich ein? Zehn Seiten, wenn du noch einmal die Allmacht des Herrn ein Frage stellst! Also, zur├╝ck zum Thema: Was kriegen
wir noch von Gott?"
"Einen Stuhl?"
"Wieso einen Stuhl?"
"Achso, ich dachte nur, er h├Ątte vielleicht gleich eine
Sammelbestellung gemacht."
Die Sch├╝ler konnten sich vor Lachen nicht mehr halten.
"Nein, zur├╝ck zum Thema: Du kannst ihm auch deine Sorgen erz├Ąhlen."
"Ich kann alle meine Sorgen auch meiner Freundin erz├Ąhlen."
"Die wird dir aber keinen Trost spenden."
"Echt? Und Gott wird mir Trost spenden?"
"Ja."
"Inwiefern?"
"Er erh├Ârt dein Gebet."
"Und?
"Und dann spendet er dir Trost."
"Na, dann.
"Herr Schmidt, wenn Gott so nett ist, warum sterben dann so
viele Menschen in Kriegen und an Morden?"
"Weil sie sich von Gott abgewandt haben."
"Und was ist mit Juden und Muslimen?"
"Na, die haben sich auch von Gott abgewandt."
"Meine Freundin ist J├╝din. Muss sie jetzt sterben?"
"Ich bef├╝rchte schon."
"Herr Schmidt?"
"Ja?"
"Sie sind ein Vollidiot!"
"So das reicht! Du schreibst 10 Seiten dar├╝ber, warum du
hier in meinem Unterricht bist und ich glaube, ich muss
mal mit deinen Eltern reden!"
"Wie gut, dass unser Schicksal nicht von G├Âttern
abh├Ąngt, die sowas wie Sie in die Welt setzen!"

Michael verlie├č den Klassenraum und beschwerte sich beim
Direktor. Dieser setzte noch 10 Seiten drauf. Mit einem
letzten Blick auf das Kreuz im Rektorb├╝ro, entschied er
sich, einen riesigen rosa Schwamm anzubeten, der die
b├Âsen Seelen einsaugt und auf dem die guten Seelen in
Frieden leben d├╝rfen.

Darauf erreichte eine mysteri├Âse Stimme das Ohr von Dieter Schmidt:
"Dieter?"
"Oh, du bist mir endlich wieder erschienen. Ja, was m├Âchtest du wissen, mein Herr?"
"Meinst du die Sammelbestellung der St├╝hle von Ikea war ein Fehler?"

__________________
"Apfelbaum"
Goethe, Faust 1

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Inu
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Hallo seltsamer Attraktor

An den Pointen musst Du aber noch gewaltig arbeiten... so is das nix. Es soll doch eine Satire werden!

Als gro├če Pluspunkte halte ich Dir die fast perfekte Beherrschung der deutschen Rechtschreibregeln und Dein jugendliches Alter ( + daraus resultierender Freude am wilden Fabulieren ) zugute. Ich sch├Ątze Dich auf dreizehn, vierzehn. Also ran ans ├ťberarbeiten und denk bei jedem Satz, den Du schreibst: "Was will ich damit sagen?"

Das wird schon!

Liebe Gr├╝├če
Inu

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Inu
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Ich bins nochmal.

Nachdem ich jetzt auch Dein anderes Werk: 'Auszug aus ├ägypten' gelesen habe, muss ich meine Sch├Ątzung ├╝ber Dein Alter doch revidieren. So ganz jung scheinst Du n├Ąmlich nicht mehr zu sein. Und Deinen 'Auszug aus ├ägypten' finde ich als Story total banal, aber (einziger Lichtblick!) gekonnt in fehlerfreiem Deutsch geschrieben.

Inu

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Seltsamer Attraktor
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Hallo,
danke f├╝r deine Kritik, Inu. Ich habe die Satire auch schon auf anderen Seiten ver├Âffentlicht und dort sind die Pointen unterschiedlich gut angekommen. Einige finden sie sehr gegl├╝ckt und sehr witzig, anderen gef├Ąllt nur die Einleitung und das Ende, andere werfen mir Intoleranz gegen├╝ber Religionen vor oder k├Ânnen ├╝berhaupt nichts mit meiner Satire anfangen. Mir pers├Ânlich gef├Ąllt sie in dieser wohl finalen Version ziemlich gut, aber wenn du noch einen ganz speziellen Verbesserungsvorschlag zu einer bestimmten Pointe oder einer bestimmten Stelle in meiner Satire hast, bin ich durchaus willens, sie noch zu verbessern. So auf Anhieb w├╝sste ich aber leider nicht, was genau ich da jetzt noch ver├Ąndern sollte.
Sicher ist "Auszug aus ├ägypten- die wahre Geschichte" inhaltlich eher belanglos. Andererseits ist es wohl auch eher eine Parodie als eine Satire und dient in erster Linie dem Zweck, zu unterhalten und zum Lachen zu animieren. Und ich hoffe, dass sie als Unterhaltung auch einige Anh├Ąnger finden wird.
Das urspr├╝ngliche Konzept f├╝r "Die Stunde des Herrn" habe ich tats├Ąchlich schon vor einigen Jahren entworfen, wahrscheinlich hieltest du mich deshalb f├╝r so jung. Tats├Ąchlich bin ich jetzt 20 Jahre alt.
__________________
"Apfelbaum"
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gareth
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Hallo seltsamer attraktor,

ich habe deine andere Geschichte noch nicht gelesen. Diese hier gef├Ąllt mir streckenweise, besonders in den spontanen Dialogen. Aber sie hat auch ganz ausgepr├Ągte Schw├Ąchen. Dass die Pointen unterschiedlich gut ankommen ist ├╝blich. Empfehlen kann ich Dir dazu nur, nicht ausschlie├člich auf die positiven ├äu├čerungen zu h├Âren, man glaubt n├Ąmlich gar nicht, ├╝ber was die Leute alles lachen. Nimm sie als Nahrung f├╝r die Seele, und dann lies die negativen Kommentare und versuche, ihnen etwas abzugewinnen. Meist sind sie wertvoller.

Ich will ein paar Beispiele geben f├╝r Sachen die mir gut gefallen haben und f├╝r einige, die ich schwach finde.

Erst die schw├Ącheren

Irgendwie hatte das jemand falsch verstanden und t├Âtete
f├╝r jenen Mann mehrere Tausend Andersgl├Ąubige. Aber gut, kann ja mal passieren

(Die ganze Einleitung, von -es war einmal- bis -eingepr├Ągt- ist vollkommen entbehrlich und S├Ątze wie: -aber gut, kann ja mal passieren-, sind es in ganz besonderer Weise)

"Sind Sie da sicher?" "Womit?" "Dass Gott mit schwedischen Bedienungsanleitungen zurecht kommt?"
(schwach, weil jedes Kind wei├č, dass Gott definitionsgem├Ą├č jede, aber auch jede Sprache beherrscht :o))

Darauf erreichte eine mysteri├Âse Stimme das Ohr von Dieter Schmidt: "Dieter?" "Oh, du bist mir endlich wieder erschienen. Ja, was m├Âchtest du wissen, mein Herr?"
"Meinst du die Sammelbestellung der St├╝hle von Ikea war ein Fehler?"

(Auch der Schlussabsatz ist v├Âllig ├╝berfl├╝ssig. Du willst da noch eins draufsetzen, was aber gar nicht n├Âtig ist)

jetzt die besseren

"RUHE! Das sind nat├╝rlich v├Âllig unrealistische Vorstellungen." "Was, Sie meinen Peter Jackson wird keinen Nachfolger zu Braindead drehen?"
(das ist eine angemessene Reaktion auf die gestellte Frage nach der Erwartung)

"Und wo ist der Himmel?" "Na, da oben. Aber wir k├Ânnen ihn nat├╝rlich nicht sehen." "Nein, nat├╝rlich nicht..."
(das -nat├╝rlich nicht- ist cool und sitzt perfekt an dieser Stelle)

"NEIN, VERFLUCHT! Oh, Herr, bitte vergi(e)b mir!
"Ja klar, kein Problem."
"Was ist kein Problem, Michael?"
"Ich vergebe Ihnen."
"Aber du bist nicht Gott."
"Achso."
"Ja"
"Ok."
(wirkt ein bisschen k├╝nstlich erzeugt, ist aber als Dialog gelungen und witzig)

...entschied er sich, einen riesigen rosa Schwamm anzubeten, der die b├Âsen Seelen einsaugt und auf dem die guten Seelen in Frieden leben d├╝rfen. Den gab es wenigstens wirklich...
(des Schlusssatzes -den gab es...- h├Ątte es nicht bedurft. Besonders auch deshalb, weil es zwar anbetungsw├╝rdige Schw├Ąmme gibt, nicht aber einen solchen)

unsicher bin ich mir bei der folgenden Stelle:

"Weil sie sich von Gott abgewandt haben."
"Und was ist mit Juden und Muslimen?"
"Na, die haben sich auch von Gott abgewandt."
"Meine Freundin ist J├╝din. Muss sie jetzt sterben?"
"Ich bef├╝rchte schon."


weil die m├Âglicher Weise eine w├Ârtliche Widergabe sein k├Ânnte :o)

Deine Antwort an Inu mit der finalen Version kann ich gut nachvollziehen, verweise dich aber noch einmal an die distanzierte Lekt├╝re kritischer Kommentare. Sie helfen einem weiter.

Das glaubt
gareth

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Seltsamer Attraktor
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Hallo,
danke f├╝r deine Kritik, gareth. Ich nehme negative Kritik durchaus ernst, allerdings wei├č ich nicht, warum ich positive Kritik nur als Seelennahrung verwenden sollte. Das w├Ąre ja so, als sei die Meinung, von Leuten, die meine Geschichte m├Âgen, weniger wert.
Ein wichtiger Punkt ist hier, dass die Bef├╝rworter meiner Satire ebenfalls ganz spezielle Stellen angegeben haben, die ihnen gefallen haben. Und das sind nun einmal viele von denen, die du f├╝r sehr unpassend hieltest. Letztlich liegt es dann an mir, das Beste aus allen Informationen zu machen. Nun zu deiner Kritik:

Du meinst: "Aber gut, kann ja mal passieren." sei h├Âchst entbehrlich. Nimm das doch nicht so w├Ârtlich. Es ist eine schwarzhumorige, ironische ├äu├čerung. Ich lasse sie mal f├╝r die Leute stehen, denen nur Einleitung und Schluss gefallen haben. Und so furchtbar ist das ja wohl auch nicht.

Klar beherrscht Gott laut dieser anderen abergl├Ąubischen Ansicht alle Sprachen. Michael macht sich hier ├╝ber das naiv-d├╝mmliche Gottesbild von Herrn Schmidt lustig. Und schwedische Bedienungsanleitungen von Idea sind wohl auch f├╝r Schweden so eine Sache f├╝r sich... Geschmackssache. Wenn es noch jemand ankreidet, werde ich es l├Âschen oder ver├Ąndern.

Naja, ein anderer Leser meinte, dass gerade dieser Schlusssatz die Geschichte noch rettet. Insofern werde ich ihn doch lieber mal stehen lassen.

"Den gab es wenigsten wirklich..." habe ich gel├Âscht. Hier bin ich mit dir einer Meinung.

Hoffentlich kam mein Kommentar nicht alzu ignorant r├╝ber, aber ich muss nun einmal abw├Ągen. Trotzdem nochmal vielen Dank f├╝r deine Kritik.

Freundliche Gr├╝├če,
Seltsamer Attraktor
__________________
"Apfelbaum"
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