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Leselupe.de > Kindergeschichten
Die Suche nach dem Feuer
Eingestellt am 23. 02. 2002 18:27


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liveforever
Festzeitungsschreiber
Registriert: Feb 2002

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Vor langer, sehr langer Zeit, als die Jahre noch nicht gezählt wurden, lebte einmal ein Wesen, für das wir heute keinen Namen mehr haben. es hatte große Ohren wie ein Elefant, war aber nicht größer als ein Schäferhund. Es hatte eine Schnauze wie ein Hase, lief aber wie eine Ente. nennen wir dieses Wesen einfach mal einen Ohrenpluster. Dieser eine Ohrenpluster, der Willi hieß, lebte vollkommen allein in den Bergen in einer Höhle. Alles was Willi jemals zu Gesicht bekommen hatte, waren die Steine der Berge und den Himmel bei Tag und bei Nacht. Oft fragte sich Willi, wohin der Tag verschwand, wenn es Nacht wurde und wohin die Nacht ging, wenn der Tag wiederkam. „Ob sie sich jemals streiten, die Beiden ?“ fragte er sich dann.
Tagsüber watschelte Willi auf den bergen entlang und suchte sich ein paar leckere Steinchen, von denen sich der Ohrenpluster ernährte. Des nachts aber, da bekam er Angst, denn nun konnte er seine eigene Hand vor Augen nicht mehr sehen. Dann versteckte er sich in seiner Höhle und zitterte vor Angst und Kälte.
Eines Tages, Willi lief wieder durch die Berge, da entdeckte er weit hinten, fast am Horizont einen kleinen Steinberg, bei dessen Anblick ihm gleich das Wasser im Munde zusammenlief. Hastig, denn er hatte großen Hunger, watschelte er auf den Berg zu. Das der Tag schon lang war, daran dachte unser kleine Ohrenpluster gar nicht mehr. Als er schon über eine Stunde gewatschelt war dämmerte es und da bekam es Willi mit der Angst zu tun. „Was soll ich nur tun ?“ fragte er sich. „Ich finde doch niemals zur Höhle zurück. Und ich habe solche Angst im Dunkeln.“
„Komm mit mir ! Ich führe dich zum Feuer.“ sagte da eine Stimme hinter ihm. Schnell drehte sich Willi um und erblickte einen kleinen Vogel. „Hast du mit mir gesprochen ?“ fragte er ihn.
„Natürlich ! Oder siehst du hier noch jemanden außer uns beiden ? Kommst du jetzt oder willst du doch lieber im Dunkeln bleiben ?!“
„Nein, nein !“ rief da Willi. „Aber wohin führst du mich ? Und was soll das sein: Feuer ?!“
„Ich werde dich zu weisen Steinbock führen.“ sagte der Vogel.
„Wer bist du ?“ fragte Willi. „Und was soll ich bei diesem Steinbock ?“
„Ich bin Ferdinand und du bist Willi, nicht wahr ?“ Willi nickte erstaunt, doch noch ehe er etwas erwidern konnte, redete Ferdinand weiter: „Der weise Steinbock ist der Vorhüter des Feuers. Er wird dir alles weitere erklären.“ Willi hatte keine Wahl, denn Ferdinand hatte sich schon in die Lüfte geschwungen und wenn er nicht allein zurückbleiben wollte, mußte er ihm folgen. Sie liefen weit, über Berge und in Täler, von Steinwüsten kamen sie durch Sandwüsten bis sie schließlich anhielten. Willi und Ferdinand befanden sich wieder auf einem hohen Berg. „Und wo ist nun der weise Steinbock ?“ fragte Willi den Vogel ungeduldig. „Oh, dazu mußt du warten, bis es Mitternacht wird. erst dann kommt er aus seinem Versteck heraus und zeigt sich. Aber nun muß ich gehen.“
„Oh nein, nein !“ rief Willi ängstlich. „Bitte nicht. Du kannst mich doch nicht alleine im Dunkeln lassen.“ Ferdinand sah ihm in die Augen. „Bevor du des Feuers würdig bist, mußt du deine Angst überwinden.“ flüsterte er, dann flog er davon. Und der vor Angst bibbernde Willi blieb ganz allein auf dem Berg zurück. „Meine Angst überwinden. Der ist lustig.“ rief er. „Wie denkst du, soll ich das denn schaffen ?!“ schrie er dem Vogel hinterher, der aber schon längst nicht mehr zu sehen war. „So ein Blödmann. Führt mich hier her und läßt mich nun stehen. Wie stellt er sich das vor ? Meine Angst überwinden. Dummer Vogel !!!“ Willi regte sich die ganze Nacht so über den Vogel Ferdinand auf, das er völlig vergaß, daß er doch eigentlich vor Angst hätte zittern müssen. Als dann der Tag die Nacht verscheuchte, sah Willi in der Ferne den weisen Steinbock. Er kam gemächlich auf ihn zu, bis sie nur noch 2 Meter voneinander trennten.
„Sei mir gegrüßt, kleiner Ohrenpluster.“ begrüßte ihn der Steinbock.
„Hallo weiser Steinbock.“ sagte Willi. „Kannst du mich zum Feuer führen ?“
„Nun, sagen wir, ich kann dich zum Hüter des Feuers bringen. Folge mir !“ und er machte sich an den Abstieg. Willi folgte ihm neugierig. Der Berg erwies sich als viel steiler, als es den Anschein gehabt hatte und sie brauchten den ganzen Tag dafür. Als sie abends im Tal angekommen waren, sagte der weise Steinbock: „Es dämmert, daß ist gut.“
„Warum ?“ wollte Willi wissen. Jetzt hatte er keine Angst mehr vor der Dunkelheit. „Nur in der Nacht entfacht der Hüter das Feuer.“ Das verstand Willi. Der Steinbock führte ihn auf eine Lichtung. „Hier mußt du warten. Mach es gut !“ verabschiedete er sich. Willi wartete geduldig und als die ersten Sterne am Himmel standen, kam der Hüter des Feuers. Es war ein großes Wesen, daß aufrecht stand und Willi um das Doppelte überragte. Heute bezeichnen wir es als Menschen. Willi jedoch hatte keine Ahnung und senkte ehrfurchtsvoll den Kopf.
„Was kann ich für dich tun ?“ fragte der Hüter mit tiefer Stimme.
„Ich brauche das Feuer.“ flüsterte Willi fast.
„Brauchst du es, weil du nachts Angst vor der Dunkelheit hast ?“
„Ja, obwohl... ich habe meine Angst ja überwunden. Vorher durfte ich ja nicht zu dir.“ überlegte Willi.
„So ist es. Also benötigst du das Feuer gar nicht mehr.“
„Aber dann habe ich den ganzen weiten Weg ja umsonst gemacht.“
„Aber wozu brauchst du Feuer, das nichts anderes kann, als dir Helligkeit zu spenden und dich zu wärmen, wenn du es doch nicht brauchst ?!“ gab der Hüter zu bedenken.
Da fielen Willi die vielen Nächte, die er zitternd vor Angst und vor KÄLTE in seiner Höhle verbracht hatte, ein. „Ich brauche es, damit mir warm wird.“ sagte er. „Weise gesprochen. So will ich es dir geben.“ und mit diesen Worten holte der Hüter einen Stab unter seinem Umhang hervor. Er ging davon, nach einer Weile kam er wieder und der Stab brannte.
„Dies nennt man eine Fackel. Paß gut auf sie auf. erlischt sie, wird das Feuer nie mehr wiederkommen. Und noch eine Chance hast du nicht.“
Willi der Ohrenpluster nahm die Fackel entgegen, bedankte sich herzlich und machte sich auf den Weg nach Hause.

__________________
LG, liveforever

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LisaVerde
Hobbydichter
Registriert: Nov 2001

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Die Angst

Servus Immerleber,

die Geschichte hat was. Mir fehlt nur eine intensivere Beschreibung der Gefühle. Z.B. in der Nacht, in der Willi seine Angst überwand... da könnte noch viel mehr drinstecken.

Dann wäre dein Willi noch viel menschlicher - Verzeihung - ohrenplusteriger... ;-)

Aber eine nette Geschichte
Grüße von Lsa

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liveforever
Festzeitungsschreiber
Registriert: Feb 2002

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stimmt

Danke erst mal, Lisa, für Dein Posting. Mit der Angst hast Du wohl recht, ich werde die Geschichte wohl noch etwas überarbeiten.

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LG, liveforever

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flammarion
Foren-Redakteur
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hm,

wenn man aber eine fackel an der richtigen stelle fallen läßt, bekommt man ein ganz großes feuer, ein ganz, ganz großes. jaja. lg
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Old Icke

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