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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Trauernde
Eingestellt am 21. 11. 2002 17:11


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Lady_Unicorn
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Nov 2002

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Die Trauernde

Seit jeher war dieser Hügel der ihre. Viele Jahre waren an ihr vorübergezogen, doch die Zeit hatte ihrer Jugend nichts anhaben können. Sie war stark und hoch gewachsen und hatte jedem Sturm mit gleichgültigem Lächeln getrotzt.. Kein Unwetter vermochte sie zu beugen oder niederzuwerfen.
Ja, dies war seit jeher ihr HĂĽgel.
Jetzt wünschte sie, er wäre es nicht mehr.
Die jugendliche Stärke war gewichen. Trauer hatte sich in ihr Dasein geschlichen und ihr ihren Namen verliehen. Trauerweide nannten sie die Menschen.
Die Vögel, die sie in ihrem Ästen gewiegt hatte, waren längst weitergezogen. Hier fanden sie kaum noch Futter, um ihre Jungen zu nähren. Sie war einsam.
Es gab keinen Grund mehr fĂĽr die Trauerweide, die Ă„ste stolz gen Himmel zu recken.
So liess sie sie hängen.
Sie sah auf und wurde noch trauriger und noch einsamer. Ihr Blick glitt ĂĽber die Ebene. Sie war weit und doch konnte die Trauerweide nichts erfreuliches ausmachen.
Einst hatte ihresgleichen hier gestanden, doch auch sie waren dem zerstörerischen Willen der Menschen gewichen, ihren Häuser und Strassen. Die Zivilisation liess keinen Platz für einen Wald.
Es gab keinen Grund mehr fĂĽr die Trauerweide, aufrecht zu stehen, damit ihr Blick weit reichte. Es gab nichts mehr zu sehen.
So stand sie noch immer auf ihrem HĂĽgel, aber jetzt alt und gebeugt, den Blick zu Boden gerichtet.
Wo frĂĽher Freude am Leben vorgeherrscht hatte, breitete sich jetzt GleichgĂĽltigkeit aus.
Die Trauerweide brauchte die Zeit nicht länger zu überdauern. Den Stürmen musste sie nicht länger standhalten. Sie war müde, gab auf und starb.

Es bleibt zu sagen, hätte sie ihren Blick nicht fortan abgewandt, hätte die Trauerweide vielleicht bemerkt, dass es durchaus etwas erfreuliches zu sehen gegeben hätte. Gar nicht weit von ihrem Hügel hatte sich in einer Strasse ein kleiner Riss gebildet. Zwar winzig, aber ausreichend.
Aus diesem Riss spross ein Löwenzahn.

__________________
Lady Unicorn

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damaskus
Guest
Registriert: Not Yet

Hmmm ... ist ein sehr klischeehaltiger Text, er wird praktisch davon erdrückt und durch die Erzählweise verstärkt. Hat aber irgendwie manchmal doch interessant geklungen (hmm ... Damaskus widerspricht sich schon wieder selbst)
Aber insgesamt etwas leblos das Ganze. Zu schwach, zu matt ... na ja. Mal schauen ob ich bei deinem nächsten Text glücklicher werde

Ein ewig nörgelnder
Damaskus

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Lady_Unicorn
Wird mal Schriftsteller
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Hej Damaskus
Ich danke dir für deine Wertung. Ich bin mir ohnehin nicht sicher, ob dies die endgültige Fassung sein sollte (wie mir scheint wohl eher nicht ), so wäre ich dir dankbar wenn du konkretisieren könntest, welche Aspekte interessant geklungen haben bzw nicht.
Thanks und Gruss
__________________
Lady Unicorn

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damaskus
Guest
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Hmmm ... ich probier's mal:


"Seit jeher war dieser HĂĽgel der ihre."
Hört sich alles ein bisschen nach einem Märchen an. Es war einmal eine Frau, die "stark und hoch gewachsen" war.


"... und hatte jedem Sturm mit gleichgültigem Lächeln getrotzt.. Kein Unwetter vermochte sie zu beugen oder niederzuwerfen.
Ja, dies war seit jeher ihr HĂĽgel.
Jetzt wünschte sie, er wäre es nicht mehr."

Das ist mir zu viel Klischee, was findet sie denn an dem Berg?
Also ich habe eine Socke aus meiner Kindheit, die am verwesen ist und das ganze Haus verpestet, ICH wünschte auch, dass mir die Socke nicht mehr gehören würde. Die Socke kann man wegwerfen, von dem Berg kann man verschwinden ... oder bedeutet ihr der Berg vielleicht irgendwas??


Warum die Geschichte leblos ist ... hmmm ...
also:

Die jugendliche Stärke war gewichen. Trauer hatte sich in ihr Dasein geschlichen und ihr ihren Namen verliehen. Trauerweide nannten sie die Menschen. Wieso, warum? Hat sie sich entschieden, dass sie jetzt traurig sein möchte oder gab es dafür etwa einen Grund? Sie war einsam gut. Wieso wirft sie ihre stinkende Socke dann nicht einfach weg und angelt sich einen Kerl???
Die Vögel, die sie in ihrem Ästen gewiegt hatte, waren längst weitergezogen. Hier fanden sie kaum noch Futter, um ihre Jungen zu nähren. Sie war einsam.
Es gab keinen Grund mehr für die Trauerweide, die Äste stolz gen Himmel zu recken Jetzt sind auch noch die Vögel weg, aber sie bleibt trotzdem noch auf dem Hügel. Kann man zu so jemandem Verständnis aufbauen?? Sich mit ihr identifizieren???

Das Ganze ist störrig geschrieben, ich kann mir kaum vorstellen, dass du so auch sprichst, zudem ist die Geschichte nicht neu. Das einzige, was ich vermutet habe als ich sagte, es wäre interessant, war, dass du besser schreiben kannst, als es der Text vermuten lässt.

Vielleicht hat dir das ja ´n bisschen weitergeholfen?

LG Damaskus

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Lady_Unicorn
Wird mal Schriftsteller
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Hej again damaskus.
Ich las deinen neurlichen Kommentar und begann daran zu zweifeln, dass du das selbe Verständnis für den Text aufbringst wie ich. Du hast Recht, es hört sich ein wenig nach einem Märchen an, was meiner Meinung nach nicht schlecht zu der versteckten "Moral", wenn man sie den so nennen kann, passt.
Des weiteren möchte ich darauf hinweisen, dass ich in meiner Erzählung keineswegs von einer Frau spreche. Zugegeben, ich verlieh der Trauerweide gewisse menschliche Züge (was doch wieder zu dem märchenhaften passt), dennoch bleibt sie ein Baum. (Dies erklärt wohl auch die Worte "stark und hoch gewachsen". Des übrigen sah ich noch nie eine Frau, die ihre Äste gen Himmel reckte...)
Gehalten von ihren Wurzeln, dĂĽrfte es ihr schwer fallen, ihren HĂĽgel zu verlassen (oder sich einen Kerl zu angeln... )
Du bemängelst ausserdem die Klischeehaftigkeit meines Textes. Ich liess gewisse Klischeees bewusst in die Erzählung einfliessen und möchte nochmals auf die versteckte Moral (ich finde momentan kein besseres Wort dafür) hinweisen. Ich denke ebendiese Klischees sollte man daruaf anwenden. Sie sollen Situationen zeigen, die jeder kennt ( wenn vielleicht auch nicht selber durchmacht), um so der "Moral" (schon wieder dieses Wort )mehr Sinn zukommen zu lassen...
Dennoch hast du mir mit deiner Kritik weitergeholfen. Ich sollte den Text wohl klarer aufbauen und gewisse Änderungen vornehmen. Ich werde mich an deinen Worten orientieren, wenn ich Zeit finde, die Erzählung zu überarbeiten.
Danke dir
__________________
Lady Unicorn

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damaskus
Guest
Registriert: Not Yet

Hmmm ... ich sag noch mal was.
Das ich dasselbe Verständnis wie du für den Text aufbringe, ist klar, ich meine, wer die Geschichte schreibt, hat meistens auch den größten Bezug dazu. Dass sie mich nicht angesprochen hat, heißt nicht, dass sie anderen nicht gefällt. Liegt ja immer im Auge des Betrachters ...
Wegen dem Klischee ... meine Texte bestehen auch zu einem groĂźen Teil daraus, aber ich schreibe anders und gehe anders damit um ... vielleicht hat's mir deshalb nicht soooo sehr gefallen.

Jo, dann mach ich mich mal vom Acker
LG Damaskus

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