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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Die Tür
Eingestellt am 27. 06. 2004 09:33


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joyce
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Registriert: Jun 2004

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Komm rein, leg ab.
Ich nehme dir den dicken Mantel von den Schultern.
Zieh deine schweren Schuhe aus, machs dir bequem,
fühl dich zu hause.
Gib mir deine Tasche, du brauchst deine Sachen hier nicht.
Es ist alles da.
Trau dich ruhig, hab noch niemanden gefressen.
Setz dich doch, leg die Beine hoch und ruh dich aus.
Sieh dich um, nur keine Hemmungen, ich hab nichts zu verbergen.
Ich mach uns Tee.
Du magst doch Suppe, sie wird dich wärmen.
Lass deine Gedanken los, hier bist du in Sicherheit.
Erzähl mir alles von dir, ich bin ganz Ohr.
Nein du langweilst mich nicht, rede weiter.
Siehst du es geht dir schon viel besser, ich kenn das genau.
Bleib wenn du möchtest, es würde mich glücklich machen.
Zier dich nicht, nimm ein Bad und entspann dich.
Magst du leise Musik und Kerzen?
Das ist schön, komm her ich hülle dich in trockenes Tuch.
Jetzt bist du ganz weich. Ach wie herrlich.
Rück näher, noch ein Stück, komm ganz nah, ja so ist gut.
Meine Arme sind dir gerne Geborgenheit, wirklich.
Ich lösche das Licht später, schlaf ein.

Verzeih, aber als ich dich heute morgen so sah,
so hilflos und verletzlich in meinen Kissen liegend.
Dein schäbiger Mantel an meiner Garderobe,
deine ausgelatschten Treter vor meiner Tür, die verbeulte Tasche.
Du machst so einen erbärmlichen Eindruck.
Keine Selbstachtung, so leichtgläubig.
Da musste ich es einfach tun.




© by joyce 06-04

__________________
Du musst das Leben nicht verstehen,dann wird es werden wie ein Fest.Und lass dir jeden Tag geschehen so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen sich viele Blüten schenken lässt. (Rainer Maria Rilke)

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Gandl

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Registriert: Jul 2003

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Hi joyce,
uff ... starkes Stück ...
Mir wars von Anfang an klar, wo und wie es enden wird.
Aber dieses Absehbare hast du sehr gut geschrieben.
Der Sog der Worte, diese netten Worthülsen, so gefährlich aneinandergereiht ...
*fröstel ... Aber ich lese auch tatsächliche Sehnsucht, nicht nur BöseAbsicht.
Was, wenn die Geschichte mit „Da musste ich es einfach tun.“ enden würde?
Dass du es unter „Tagebuch“ gepostet hast ... tststs ...
Gruß
Gandl

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joyce
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Hallo Gandl,

ich danke dir sehr für´s lesen und deinen Kommentar. Besonders natürlich für deinen Vorschlag bzgl.dem Ende. Mit etwas Distanz hab ich den Text nochmal gelesen und kann ohne Wehmut deiner Idee folgen. Hab´s geändert ;-)
Mich hat erstaunt, dass du zwischen den Zeilen auch Sehnsucht entdeckt hast. Mir selbst blieb sie bis hierher verborgen. Das macht Hoffnung,denn so schäbig finde ich meinen Mantel garnicht ;-)
womit sich vielleicht auch erklärt, warum ich es ins Tagebuch gepostet habe....

Hab Dank Gandl, wohl für mehr als dir bewusst ist

Gruss Joyce
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Montgelas
???
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ein schwarzer text.
alles wesentliche hat gandl
schon geschrieben.
mir bleibt nur die
neugierde auf weiteres.

denkt gespannt

montgelas



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Lotte Werther
Guest
Registriert: Not Yet

Mir war nichts klar von Anfang an. Bin ja auch nicht so gut wie Gandl. Aber in den Sog der ausgelutschten Gemeinplätze geriet ich auch.

Und nun kann ich es nicht lassen, dir am Text rumzuschnipseln. Aber nur mit einer kleinen Schere.

Trau dich ruhig, hab noch niemanden gefressen.

Magst du leise Musik und die Kerzen?


In dem kursiv gehaltenen Teil würde ich den Text noch eine Spur erhärten, indem ich "es tut mir leid" streichen und den letzten Satz wieder umschreiben würde in "Da habe ich es einfach getan".

Zu oft enttäuschte Sehnsucht wandelt sich irgendwann in Zynismus und Kaltblütigkeit. Nur so kann ich sie noch als kläglichen Rest entdecken.

Hab ich mich zu Beginn auf Gandls Worte gestützt, so lehne ich mich nun an Montgelas und sage:

Der Text lässt Steigerung in den von dir noch zu erwartenden Werken zu, joyce.

Lotte Werther

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joyce
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Hallo Lotte,

dank dir für die kleine Schere, hab sie gerne angesetzt. Konnte ohne Wehmut alle deine Vorschläge umsetzen, bis auf einen *grins.

Hab am Schluß "es tut mir leid" rausgenommen, gefällt mir gut so. Doch zum Schluß wird das " da musste ich es einfach tun" bleiben.
Der Ausdruck dieser unbedingten Notwendigkeit ist mir wichtig.
Mit solch hilfreicher Textarbeit macht das wirklich Sinn hier und Anerkennung spornt ungemein an. Es macht nicht nur Mut sondern auch Freude weiter zu machen.

danke
Joyce
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