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Leselupe.de > Ungereimtes
Die Uhr tickt
Eingestellt am 10. 04. 2004 15:59


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Nachtigall
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Die Uhr tickt


Unaufhaltsam...
Zuverlässig, im Sekundentakt
Einheit fĂĽr Einheit
Ohne Mitleid, grunzend im Schlaf
Tauscht Gegenwart mit Vergangenheit.
Die Uhr - sie tickt -

Unaufhaltsam...
Herzpochen, im Puls flieh'n die Sekunden
Schlag fĂĽr Schlag
Unwiderruflich, eigentlich nicht fassbar
Knabbernde Zähne am Sein. Vergänglichkeit.
Die Uhr - sie tickt -

Unaufhaltsam...
Hoffnungen, Wahrheit, Visionen
Tag fĂĽr Tag
Ohne Ausweg, dem Fluchtpunkt entgegen
Gesichter leugnen, Schattenspiele.
Die Uhr - sie tickt -

Unaufhaltsam...
Eile, die TĂĽr noch verschlossen
Jahr fĂĽr Jahr
Was wird bleiben. Trugbilder des Seins
Nicht das Laute, Zeichen setzt das Leise.
Die Uhr - sie tickt -

Unaufhaltsam...
Herzschlagfinale, Stillstand des Daseins
Niemandszeit fĂĽr Unendlichkeit
Verschmolzen, was war, was ist, was wird
Seelenlose Ware, Körper auf der Bahre.
Die Uhr - sie tickt - nicht mehr.



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Harald
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Alma Marie!

Dein sehr gelungenes Gedicht scheint dem Thema des Forums nahtlos angepasst zu sein: Lebenszeiten – Die Uhr – sie tickt –

Die Beschäftigung mit dem Phänomen der Zeit, dem Woher und Wohin ist uralt. Das wahrscheinlich populärste Herzticken ist glaube ich eine Ballade von Carl Loewe: „Die Uhr“. Es gibt auch ziemlich unbekannte Werke sehr bekannter Künstler zu diesem Thema. Der sechzehnjährige Franz Schubert schrieb das Gedicht „Die Zeit“:

Unaufhaltsam rollt sie hin
Nicht mehr kehrt die Holde wieder
Stät im Lebenslauf Begleiterin
Senkt sie sich mit uns ins Grab hernieder.

Dein Gedicht schlieĂźt:

Unaufhaltsam...
Herzschlagfinale, Stillstand des Daseins
Niemandszeit fĂĽr Unendlichkeit
Verschmolzen, was war, was ist, was wird
Seelenlose Ware, Körper auf der Bahre.

Bei Carl Loewe heiĂźt es:

„Ich trage, wo ich gehe, stets eine Uhr bei mir ...“, gemeint ist natürlich sein Herz.
Am Schluss gibt er diese Uhr zurück: „Sieh, Herr, ich hab´ nichts verdorben, sie blieb von selber steh´n.“

Die Uhr - sie tickt - nicht mehr.

Liebe OstersonntaggrĂĽĂźe
Harald

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Nachtigall
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Hallo Harald,

danke fĂĽr Deinen Kommentar. Besonders freute ich mich ĂĽber Deine Hinweise und Vergleiche.

Gerade die letzte Zeile "Die Uhr - sie tickt - nicht mehr".
habe ich immer hin- und her geändert. Da ich von der Zeit zum Menschen wollte, mich aber nur schwer entscheiden konnte.

Liebe OstergrĂĽĂźe
Alma Marie

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