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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Unterdrückung der Wut am Steuer!
Eingestellt am 03. 05. 2002 08:22


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pleistoneun
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Als statistisch haltbar gilt die Hypothese, dass unter den vierthäufigsten Todesursachen gemeinhin der Straßenverkehr als die zweithäufigste Gefahrensquelle gilt. Sich dieser malignen Umstände stets bewusst, setzt man sich dennoch immer wieder als Wiederholungstäter hinters Steuer, um seine Karosse inmitten unüberblickbar gewordener Metalllawinen zu manövrieren.
Auf diesen Ausfahrten begegnet man häufig Menschen, die zwar schwimmkurserfahren, vollmündig und fliegertauglich sind, aber bei Gott keine Karosse zu lenken imstande zu sein scheinen und somit ihrerseits einen wesentlichen Beitrag zum weltweiten, kollektiven Ärgerpotenzial beitragen. Das weiß jeder, das kennt jeder und hat schon jeder miterlebt.
So weit, so gut!
Erwischt man selbst nun so einen psychotischen Verkehrsteilnehmer, tut man gut daran, ihn schnell hinter sich zu lassen. Ist dies aus fatalistisch-verkehrsgeographischen Bedingungen nicht zulässig, und tritt die personifizierte Unfähigkeit als gemütlicher Frontfahrer in Erscheinung, erhöht sich das Risiko zum Schizzorausch sprunghaft. Mit blutunterlaufenen, bremslichtgefärbten Augen drängt man auf Überholen, eingedenk der ungebannten Gefahr der Gehirnimplosion bei Beibehaltung des Schrittmachers vorne. Auch gute Musik oder schöne Landschaften schaffen nur wenig Reiz-Entladungsraum. Einzig und allein scharfe Blicke, Boshaftigkeiten durch die Windschutzscheibe und Dauerfeuer der Hupe können die Spannung lösen, um dann doch noch mit ulcus-pepticum-verhindernder Geschmeidigkeit zum Kardinalkapitel der Befreiung überleiten: "Die Waffe als Organspender." Mit gezieltem Kopfschuss hat sich dann nicht nur der Stau aufgelöst, die Passanten laufen um ihr Leben, der Verkehrsfunk hat Stoff für 3 Tage, die Haftanstalten werden versorgt, statische Fragebogenauswertungen werden erstellt, die Straßen doch sicherer zu machen und die Waffen zu verbieten.
Das mag ja schlimm anmuten, ABER:
Da sich so nebenher auch der Druck im Kopf der anderen entlädt, ist man folglich mit solcherlei gearteten Humanaktionen höchstwahrscheinlich nicht nur der Retter sein eigenen Lebens.

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