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Leselupe.de > Humor und Satire
Die Unterschichtenbande
Eingestellt am 11. 04. 2005 15:09


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Mojo
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Apr 2005

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Gibt es Dinge, die den rechtschaffenden, anständigen, deutschen Bürger dieser Tage mehr auf die Nerven gehen als Schnappi, Sweety oder Big Brother das Dorf? Zugegeben: Diese drei Nervensägen sind den Normaldenkenden nicht länger als 20 Sekunden zuzumuten... aber es geht schlimmer.
Die Subkultur deutscher Bildung! Der Abschaum unter dem Pöbel! Der Angela Merkel der deutschen Gesellschaft! Kurz: Der PROLL! Von der breiten Masse gehasst und verächtet, findet er aber doch eine Menge Mitläufer (die Parallele zu Angy ist unverkennbar).

Vergessen wir einmal die Integration von Ausländern in Deutschland. Wir sollten anfangen, unsere Jugend zu integrieren. Es entwickelt sich, ohne dass es wirklich registriert wird, eine Parallelgesellschaft zum normalen Volk.

Die als Litfasssäulen verkleideten „Ober-Checker“ machen dieser Jahre unsere Straßen unsicher.
Versteht mich nicht falsch: Es sollen nicht alle Menschen gleich aussehen und sicherlich auch nicht gleich denken. Das haben wir seit knapp 60 Jahren hinter uns. Aber das, was sich auf den Straßen, Tankstellen, Parkbänken und Spielplätzen tummelt, ist bei aller Liebe nicht mehr als „Mensch“ zu bezeichnen!
Ich halte Streptokokken für weitaus geistreicher als den durchschnittlichen Picaldi-Jacken-Träger und Solariumdauerkartenbesitzer, bei denen der IQ unter der Außentemperatur liegt.
Unterstrichen wird ihr äußeres Erscheinungsbild durch die für viele Menschen fremdklingende Sprache.
Ich möchte es mal „sidoisch“ nennen. Diese Wortschöpfung leitet sich aus dem mittlerweile bekannten Berliner „über-tighten Gangster-Rapper“ Sido ab, in dem viele der Mitglieder der Unterschichtenbande ihr Oberhaupt gefunden haben. Eine Art Buddha für Proleten!
Die Sprache zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass es nicht mehr „in“ ist, das „ch“ auch als „ch“ auszusprechen (ist ja auch viel zu anstrengend). Stattdessen macht man aus „ch“ halt „sch“.
Ein weiteres Attribut der „sidoischen“ Sprache ist das Weglassen von Artikeln. Die heutige Jugend hat anscheinend keine Zeit zu verlieren. Da stören Artikel nur!
Durch diese beiden Merkmale ergeben sich dann beispielsweise solche Sätze: „Ey!!! Isch geh heut Kino mit Schule, weißt du so?!“.
Ach ja... wie konnte ich das vergessen? In jedem „sidoischen“ Satz muss mindestens einmal das Wort „so“ vorkommen, sonst fehlt was. Ist ja auch ein schön kurzes Wort. Nimmt nicht allzu viel Zeit in Anspruch!

Wo wir schon bei der Sprache sind. Eben habe ich mit der allgemeinen Artikulation beschäftigt. Betreten wir nun ein neues Gebiet: Das Vokabular!
Nehmen wir ein Beispiel aus dem täglichen Leben. Ich weiß nicht, wie es euch (ich hoffe es stört nicht, dass ich duze. Aber in den kalten Zeiten zwischenmenschlicher Beziehungen möchte ich dem Leser das Gefühl von Nähe und Geborgenheit geben) geht, aber ich persönlich höre einen solchen Satz häufig: „Krass man, ich ficke dein Leben“.
Wenn ihr jetzt erst einmal schlucken und tief durchatmen müsst, habe ich dafür vollstes Verständnis. Leider entspricht dieser Satz tatsächlich dem Umgangston der Unterschichtenbande, der Haargelfetischisten, der „Cappy-nicht-ganz-auf-dem-Kopf-Träger, der „Hosen-in-die-Socken-Stecker“.
Was nun folgt wird für blankes Entsetzen, aber auch für Unterhaltung sorgen. Denn ich habe mir sagen lassen, was dieser Satz: „Krass man, ich ficke dein Leben“ eigentlich aussagt.
Das Wort „ficken“ hat hier selbstverständlich nicht die Bedeutung, die das Wort laut Duden und anderen Rechtschreiblektüren hat. Es steht schlicht und ergreifend für „zerstören“. So weit so gut. Es mag zwar ungewöhnlich sein, das Wort „ficken“ als Synonym für das Wort „zerstören“ zu verwenden, aber wir sind ja ein Land voller toleranter Menschen.
Nur warum hat man sich ausgerechnet das Wort „ficken“ ausgesucht? Was nun folgt, ist der originale Wortlaut eines Goldkettchenträgers: „Es klingt so aggressiv so. Is halt krasser.“
Bitte was?! Es klingt „aggressiver“ und „krasser“. Aha! Warum heißt es dann nicht: „Ich buldoze deine Leben“. Oder: „ Ich demoliere dein Leben“.
Das sind doch mal aggressive Wörter! Da überlegt sich der Gegenüber doch glatt dreimal was er in Zukunft für ne Meinung hat.
Ich habe nur eine Erklärung für die Benutzung des Wortes „ficken“ in diesem Zusammenhang. Der Wortschatz der Unterschichtenbande beläuft sich auf vielleicht 500 Wörter. Es ist unwahrscheinlich, dass es Wörter wie „Bulldozer“ oder „demolieren“ in diesen Wortschatz geschafft haben. Da verlässt man sich lieber auf altes Bewährtes und gibt dem Wort „ficken“ einfach mehrere Bedeutungen. Geht ja auch schneller, als sich neue Wörter anzueignen. Und wie wir vorher schon geklärt haben, hat die Subkultur ja keine Zeit zu verlieren.

Bloß warum hat sie keine Zeit zu verlieren? Womit sind diese „Fast-Streptokokken“ den ganzen Tag beschäftigt? Klingeltöne runterladen? Ins Solarium gehen? „Pimp my ride“ gucken? Total verblöden? Anderer Leute “Leben ficken”?

Ich weiß es nicht. Und eigentlich möchte ich es auch nicht wissen.

Doch bevor ihr diese Geschöpfe weiter ignoriert und vor sich hinvegetieren lasst, bedenkt eines: Deutschland wird immer dümmer. Es dauert nicht mehr lange und die Unterschichtenbande ist in der Überhand.
Und wer dann das Land regiert kann sich jeder selber denken..........weiĂźt du so?!

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Ivy
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Hallo Mojo!

"Voll krass Dein Getexte, weißt du so Mann? Halt kennst du konkret viele Wörta und so..."

Herrlich - nach drei Stunden warten im Arbeitsamt genau das Richtige! Hätt´ ich einen Laptop und das dort gelesen... (grins)

Dein Beitrag ist einfach durch seine "Lebensnähe" (wenn auch nicht zu meinem direkten Umfeld - "wem-auch-immer-sei-DANK!") supergut gelungen!
Er ist Sitcom in Schriftform - und mir sind eben die Lach-Tränen heruntergelaufen!

Bitte: mehr davon (dann kann ich´s vor dem nächsten Termin im Amt ausrucken und mitnehmen...)

lol
IVY
__________________
Der Kopf ist RUND
Damit das Denken die Richtung ändern kann...

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dennis petsch
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ich möchte mich anschließen: ab der litfassäule ganz, ganz großes kino!
gruĂź,
-dennis-

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Dorian
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"Ficken"...

...ist mir fast ein biĂźchen zu oft vorgekommen, aber sonst... einwandfrei.

Ăśber Jahrzehnte hinweg hat man sich ĂĽber Cowboyfilme aus der Zwischenkriegszeit lustig gemacht, wo die Cowboys sich die Hose in die Stiefel gesteckt haben und damit aussahen wie Weinviertler Winzer... aber heute schient das cool zu sein.

Ich bin ja nur froh, daß die Umstände in Österreich noch nicht ganz so arg sind, obwohl sie hier - in der Nähe von Wien - auch seit längerem dazu neigen.

LG

Dorian

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San Martin
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Du solltest den Text noch mal sprachlich ĂĽberarbeiten - hier die Rechtschreibfehler, die mir aufgefallen sind:

quote:
rechtschaffenden

quote:
buldoze

bulldoze

Es täte gut, wenn der Text weniger Ausrufezeichen benutzen würde. Auch könnten noch einige Kommata hinzukommen.

Ansonsten ist deine Geschichte amĂĽsant.
__________________
"I still can remember the way that you smiled on the fifth day of May in the drizzling rain."

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