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Leselupe.de > Kurzprosa
Die Veränderung
Eingestellt am 03. 09. 2007 00:09


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Daunelt
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Die Veränderung


Wir haben in der schön gelegen Waldgaststätte einen Stammtisch, zu dem sich an fast jedem Vormittag ein paar Männer aus dem Dorf zum Frühschoppen treffen. Meist sind es Rentner oder Leute, die wie ich, sich ihren Tagesablauf selbst einteilen können. Es ist angenehm, sich hier, wo jeder jeden kennt und duzt, ohne große Umstände hinzusetzen und etwas zu trinken. Kleine und große Politik wird hier gemacht, wichtige und unwichtige gesellschaftliche Nachrichten ausgetauscht, manch derber Witz zum Besten gegeben.

Heute morgen, an einem frischen, deutlich abgekühlten Spätaugusttag, ist die Terrasse leer. Ich will mich schon enttäuscht umdrehen, da höre ich Stimmen im Haus. Richtig, da sitzen sie im Gastraum. Hier ist es gemütlich in der kalten Jahreszeit und ich erinnere mich an manchen Sonntagvormittag, am Tisch bei Grog und Glühwein, während draußen die Schneeflocken tanzten. Aber der Ausblick auf Wiese und Wald, die Frische der Luft, Wolken und Sonne bekommt man hier drin nicht mit. Man sagt mir, es wäre schon zu kalt für die Terrasse. Ich muß mich, will ich nicht alleine sein, dem Gruppendruck beugen und etwas verstimmt Platz nehmen. Diese empfindliche Rentnerrunde, die bestimmt schon lange Unterhosen trägt, nervt mich heute.

Als ich später hinausgehe und einen Moment vor der Gaststätte stehe, merke ich, daß eine Veränderung mit der Welt vor sich gegangen ist. Die Käseglocke, die der Sommer über das Land gelegt hat, damit sich kein Lüftchen regen und die Erde sich bis zum Bersten mit Hitze vollsaugen kann, ist verschwunden. Ein Wind weht, der etwas altbekanntes und doch nicht beschreibbares mit sich führt. Nach Harz, nach Kastanien, nach Äpfeln und Zwetschgen riecht es, nach feuchtem Laub und endlosem Regen, nach heimlichen Treffen und zerwühlten Betten, nach Astern und Frauenhaar, nach langem Schlaf, nach Kerzen und wohligem Vergehen. Das ist der lang erwartete Herbst und sein gigantischer Duft überstrahlt schon den stumpfen Geruch des Sommers, der ihm bereitwillig und müde Platz macht.

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Haki
Guest
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Hallo Daunelt,

ich mag deinen Stil. Mir gefällt es, wie du Wörter aneinandereihst und sie zu Sätzen aufbaust. Ich mag den zum Teil zu Trage kommenden lyrischen Hauch in deinen Worten. Kurzum: Mir gefällt es, wie du schreibst.
Aber halte ich die Idee für nicht mehr als nett.
Sie ist nett, aber sonst nichts. Keine tiefer Aussage kann ich in deinem Text erkennen.Nichts worüber ich nachdenken müsste, nichts was mich belehrt, einfach gar nichts. Vielleicht bin ich blind und sehe es nicht, vielleicht ist dein Text auch nur Verarbeitung deines "wriklichen" Lebens, aber für mich hat Prosa immer eine Aussage. Die erkenne ich nicht. Aus Unfähigkeit oder eben doch weil da nichts ist, kann ich noch nicht sagen, und halte bis dahin ein mit einer Bewertung.

Gruß,
Haki

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Daunelt
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Hallo Haki,

Danke für Deine freundlichen Worte. Was mich bewegt hat, diesen Text zu schreiben, ist das plötzliche Gefühl des Herbstes, daß mich an diesem Tag geradezu "überfallen" hat. Ich kann Hitze nicht leiden und in heißen Sommern warte ich oft ungeduldig auf den Herbst. Ich empfinde diese Jahreszeit als positiv und anregend, auch erholsam nach den für mich unangenehmen Wochen. Ich konnte ihn in der Luft spüren, fast schon berühren, und er weckte in mir all die aufgeführten Assoziationen, eine regelrechte Vorfreude. Selbst das mit dem Herbst verbundene Absterben war mir im Moment irgendwie angenehm, ein "wohliges Vergehen". Es hat mich richtig umgehauen.

Viele Grüße

Daunelt

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wasserl
Wird mal Schriftsteller
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Hallo,
ich kann mich Haki anschließen. Irgendwie habe ich beim Lesen erwartet, dass noch ein Bogen o.ä. kommt. So wirkt der Text etwas unfertig. Der Zusammenhang zwischen der Stammtischrunde und dem Herbst draußen ist nicht so klar, wie er es vielleicht wäre, wenn man den 'Bogen etwas langsamer zieht'.
Ansonsten gefällt mir die Ruhe, mit der du erzählst. Allerdings muss ich anmerken, dass ich zumindest einige Dissonanzen in der Wortwahl sehe bzw. im Stil. Einige Wendungen sind in betont altem Deutsch gehalten, andererseits sind da hoch moderne Worte wie "Gruppendruck" zu finden. Aber vielleicht nehme auch nur ich das wahr.

Achso, und eine Sache noch;
"einen Stammtisch, zu dem sich an fast jedem Vormittag ein paar Männer aus dem Dorf zum Frühschoppen treffen"

Zweimal 'zu(m)'. Bin ich drüber gestolpert.

MfG, C.

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Haki
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Daunelt,

ich verstehe, was du meinst, ich begreufe auch, wie du zu diesem Text kamst, doch ist es dann nciht eher ein Text unter der Kategorie Tagebuch?
Also hier fehlt mir weiterhin der tiefere Sinn, acuh wenn ich es wirklich schade finde, weil du sehr schön schreibst. Es gibt 6Punkte von mir, weil da sicherlich mit einer Aussage, die du einarbeiten könntest, da gibt es genügend Möglichkeiten, mehr raus zu holen ist.
In diesem Sinne.

Ein freundlicher Gruß,
Haki

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Daunelt
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Hallo Haki, hallo Wasserl,

Danke für Eure Anregungen. Das einsortieren in die verschiedenen Foren fällt mir noch immer etwas schwer. Auf die Idee, es als "Tagebucheintrag" zu veröffentichen, bin ich gar nicht gekommen, wohl, weil ich sonst eigentlich kein Tagebuch schreibe. Vieleicht fällt mir aber in der nächsten Zeit noch etwas ein, womit ich der Geschichte mehr Spannung geben kann. Die Sprachdissonanzen - nun ja, ich neige schon mal dazu. Aber eher würde es wohl passen, moderne Ausdrücke herauszunehmen. Die Doppelung "zu / zu dem" zu vermeiden, überlege ich schon; "an" geht auch nicht, das kommt gleich danach. Vielleicht "bei" ? Aber ich weiß nicht, ob man das so sagen kann: "bei dem sich...treffen" ?

Einen schönen Abend für Euch

Daunelt

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