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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Die Versuchung trägt Latex
Eingestellt am 09. 07. 2008 23:28


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Amalaswintha
One-Hit-Wonder-Autor
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Seit sie mit diesem unglaublichen Lächeln auf mich herab sah, weiß ich, was Charisma in seiner höchsten Ausprägung ist. Wir begegneten uns in einem winzigen, für sieben Personen im Grunde nicht vorgesehenen, engen Flur zwischen zwei Spielzimmern und einer kleinen Bar.

Ich hatte einen jungen, sich gut anfühlenden Mann, den ich wenige Minuten zuvor kennenlernte, bei mir. Und ihr, dicht auf den Fersen, folgten nicht weniger als vier hübsche, kichernde, fröhliche Damen ganz unterschiedlichen Alters.

Das beeindruckte mich sofort nachhaltig, denn so ein Schwarm an Verehrerinnen musste ja schließlich auch irgendeinen guten Grund haben. Ich schaute ihr also in die Augen, die diesen „Dich krieg’ ich“ Ausdruck hatten und musste einfach zurückgrinsen, ob dieser Unverschämtheit, so offen mit mir zu flirten, als seien wir beide alleine und nicht sowieso schon in bester Gesellschaft.

Ich muss gestehen, am liebsten hätte ich spontan auf den hohen Absätzen meiner schwarzen Plateausandaletten kehrt gemacht, um dem Traum mit den Beinen, die ungefähr da aufhörten, wo meine Taille begann, sklavisch zu folgen. Aber da war der junge Mann vor mir, mit den dezent muskulösen, verlockenden, nackten Schultern, der offensichtliche Absichten hatte, die ich bis vor ungefähr 3 Sekunden noch wohlwollend zu teilen glaubte.

Der geneigte Leser möge mir mein ausschweifendes Entzücken verzeihen, aber ich könnte ganze Seiten füllen, alleine um ihren Gesichtsausdruck zu beschreiben und all das, was sich in diesen hinein interpretieren ließe. Innerhalb von unberechenbaren acht Kubikmetern Mauerwerk und Türen war mir die faszinierendste Person meines Lebens begegnet, nur um mit ihrem beneidenswerten Anhang übergangslos in die Bar zu entschwinden und mich in taumelnde Verwirrtheit gestürzt zurück zu lassen.

Ach ja, da war doch noch etwas. Genau. Der junge Mann, der schon die Tür zum großen Spielzimmer geöffnet hatte und mich erwartungsvoll ansah. Ich zwang mich notgedrungen dazu wieder zu atmen und betrat den spärlich beleuchteten Raum, dessen schwüle, trübe Hitze sofort einen feinen, feuchten Film auf meine nackten Arme und Schultern legte.

Mein Kavalier nutzte schamlos meine anhaltende Unzurechnungsfähigkeit, um mich in die nächste dunkle Ecke zu drängen und hinterrücks zu umschlingen. Er flüsterte mir irgendeinen wirren Unsinn ins Ohr, den ich nicht so ganz im Detail verstehen konnte, wegen des überlauten Geschreies der nackten, jungen Sklavin, die dekorativ über einem Holzblock gebeugt, gefesselt stand und mit einer effektiv geschwungenen Springpeitsche bedacht wurde.





Verbales Verstehen war allerdings auch gar nicht nötig, denn er untermalte seine Worte mit entsprechenden Handlungen und knabberte mehr oder weniger dezent an meinem Nacken. Vielleicht hat er ja Hunger, dachte ich mir und wagte eine entsprechende Bemerkung. Was soll ich noch sagen, wie ein verdutzter Mann drein schaut wissen wir ja schließlich alle. Widerstandslos ließ er sich von mir zum Buffet dirigieren, wo ich ihn mit seinem Teller voller Leckereien und dem Vermerk, ich hätte so überhaupt gar keinen Appetit, seinem weiteren Schicksal überließ.

Ich nahm den kleinen Umweg über die Toiletten in Kauf, um meine Lippen nachzuschminken, mein Lackkorsett ein bisschen enger und damit meinen Busen noch etwas höher zu schnüren. Heute Nacht kann Dir niemand widerstehen sprach der Zauberspiegel neben dem defekten Handtuchhalter und zwinkerte mir verschwörerisch zu.

Zurück in dem weiten Raum um die Tanzfläche, hüllten die Blicke der Männer mich ein in ignorierte Aufmerksamkeit, denn mein erhöhter Pulsschlag galt alleine, der in schwarzglänzendes Latex gehüllten, atemberaubenden Gestalt, die da mit einem lässigen Lächeln und einem weiteren schamlosen Blick in meine Augen, an die Wand gelehnt stand.

Aus taktischen Gründen zwang ich meinen widerstrebenden Körper an ihr vorbei und tat größtes Interesse an den Tanzenden kund. Ein glatzköpfiger, bulliger, Dominanz vorgebender Herr missverstand meine Absichten, fühlte sich angesprochen und schlug den Weg zu mir ein. Weitere Ablenkungen konnte ich aber keinesfalls verkraften und so musste ein koketter Augenaufschlag meinerseits Richtung Latexröckchen herhalten. Ihre wunderbaren, in Lackoverknees gehüllten Beine trugen sie denn auch sogleich grazil zu mir her.

Ich legte meinen Kopf in den Nacken und dieses verdammte Grinsen stahl sich wieder ungefragt auf meine Lippen und lud sie zu Unsäglichem ein, während mein Gehirn den Entschluß fasste, sich ausschließlich den lebensnot-wendigen Tätigkeiten hinzugeben und meiner Libido die Führung um das weitere Geschehen zu überlassen.

Wir drängten uns an die Bar. Sie setzte sich auf den Barhocker, den eben ein undefinierbares Wesen leichtsinnigerweise verließ und zog mich zwischen ihre Schenkel, so dass wir uns endlich in die Augen schauen konnten, ohne den beträchtlichen Höhenunterschied durch Nackenakrobatik ausgleichen zu müssen.

Meine Hände legten sich ganz selbstverständlich auf das in Nylon gehauchte, feste Fleisch zwischen den Overknees und dem Versprechen unter dem knapp gespannten, bis irgendwo in Leistenhöhe hochgerutschten Rock.

Ihr Busen presste sich gegen meinen, während unser Atem sich traf, mein schwarzes Haar sich mit ihrem Blond vermischte. Und um uns herum, vermischten sich dicht an dicht, auch die gesichtslosen Wesen, zur unbeachteten Kulisse, uns so fern und gleichgültig wie die Milchstraße.

Meine Lippen berührten ihre, weich und warm und forschend, ihre verlockende Süsse schmeckend. Ihre latexbehandschuhten Hände strichen mit sanftem Druck von meinen Handgelenken ausgehend über meine Arme nach oben und meine aufs zügellose Fühlen gerichteten, wahnwitzigen Nervenbahnen schickten fast schmerzhafte, kleine Nadelstiche durch meinen ganzen Körper.

Meine Finger hatten auf ihrem Weg das Spitzenband der halterlosen Nylons hinter sich gelassen und glitten die Schenkel hinauf, in die erregend feuchte Enge zwischen nackter, heißer Haut und Latexrock.




__________________
Ich schreibe also bin ich

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MarenS
Manchmal gelesener Autor
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Ufff! Was ein Text! ...und dann einfach aufhören...das grenzt an coitus abruptus!


Zum Abkühlen:

den ich nicht so ganz im Detail verstehen konnte, wegen dem überlauten Geschrei der...Hier ist der Dativ dem Genitiv sein Tod ;-)

Und um uns herum, vermischten sich dicht an dicht, auch die...Da fehlt wahrscheinlich das Wörtchen uns


Ansonsten fand ich nichts zu bekriteln, eine herrliche Schreibe hast du, sehr intensiv und sehr detailgetreu, was in diesem Falle direkt und unverzüglich unter die Haut geht. Die Absätze passen, die Einteilung stimmt.

Wann kommt die Fortsetzung? ;-)

Grüße von Maren

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Amalaswintha
One-Hit-Wonder-Autor
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Hallo Maren,

danke, dass Du mich auf die Fehler aufmerksam gemacht hast, habe die entsprechenden Stellen geändert.

Freue mich, dass Dir die Geschichte gefällt und arbeite gerade fleissig an der Fortsetzung :-)

Viele Grüße
Amy
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mitis

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Registriert: May 2008

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dein text ist an sich gut geschrieben, aber eine "erotische stimmung" wollte in mir nicht aufkommen (ausnahme vielleicht ganz zum schluss). ich glaube es liegt daran, dass du an einigen stellen, wo es prickelnd werden könnte, schnell etwas ganz anderes einfügst. zwei beispiele hab ich herauskopiert. die empfinde ich so, wie wenn man mit jemandem im bett liegt und das telefon klingelt...

quote:
knabberte mehr oder weniger dezent an meinem Nacken. Vielleicht hat er ja Hunger, dachte ich mir und wagte eine entsprechende Bemerkung. Was soll ich noch sagen, wie ein verdutzter Mann drein schaut wissen wir ja schließlich alle.

quote:
zog mich zwischen ihre Schenkel, so dass wir uns endlich in die Augen schauen konnten, ohne den beträchtlichen Höhenunterschied durch Nackenakrobatik ausgleichen zu müssen.


andererseits hast du in deinem ganzen text auch einen interessanten witzig-ironischen unterton, den ich irgendwie auch gut finde. ich glaube, es ist sehr schwierig, ironisch und wirklich erotisch-prickelnd zu sein.
überhaupt glaube ich, dass erotische literatur ein schwieriges genre ist. mutig alle, die hier veröffentlichen.

noch eine formale kleinigkeit, gleich am anfang

quote:
Ich hatte einen jungen, sich gut anfühlenden Mann, den ich wenige Minuten zuvor kennenlernte, bei mir.
ich glaube, hier müsstest du - zwecks korrekter zeitenfolge - "kennengelernt hatte" schreiben. an einer anderen stelle ist mir ähnliches aufgefallen.

lg mitis

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Amalaswintha
One-Hit-Wonder-Autor
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Hallo Mitis,

danke für Deinen Kommentar und das aufmerksame Lesen.

Liebe Grüße
Amy
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Ralph Ronneberger
Foren-Redakteur
Autor mit eigener TV-Show

Registriert: Oct 2000

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Hallo Amalaswintha,

als auf die Einhaltung der Regeln bedachter Forenredakteur müsste ich jetzt den Zeigefinger heben und unwirrrrrsch ausrufen: “Hier gehören nur fertige Texte rein!“

Mach ich aber nicht. Ich hätte nämlich überhaupt nicht gemault, wenn dieser Fortsetzungshinweis nicht drunter gestanden hätte. Ich persönlich könnte mit dem Schluss, der ja gar keiner ist, locker leben. Der Text ist einfach klasse. In meinen Augen ist es das Beste, was Theoderichs Tochter (zumindest in dieser Rubrik) bislang feilgeboten hat. Handwerklich top, inhaltlich einfach herrlich. Du kommst nahezu ohne Klischees aus, und das will bei erotischen Texten etwas heißen! Ich mag deine feine Ironie, die in meinen Augen auch nicht aufgesetzt wirkt. Genau die Stellen (und noch einige mehr), die von mitis so empfunden wurden „… wie wenn man mit jemandem im bett liegt und das telefon klingelt“ haben bei mir die Mundwinkel zu den Ohren gleiten lassen. So unterschiedlich können Geschmäcker sein.
Ich mag es, wenn Erotik nicht so bierernst daher kommt. Auch vor, während und nach dem Sex muss man mal schmunzeln, grinsen oder laut lachen dürfen. Aus meiner langen Lupen-Erotik-Erfahrung bilde ich mir ein, zu wissen, dass viele erotische Texte genau an dieser so häufig ins Schwülstige abgleitenden Ernsthaftigkeit leiden und ebenfalls den Mund breit ziehen. Meist ist dann aber ein herzhaftes Gähnen der Anlass.
Aber dir ist ein Text gelungen, der quicklebendig und "locker vom Hocker" daher kommt. Und ich weiß, dass gerade locker geschriebene Texte verdammt viel Arbeit machen können.

Solltest du die Fortsetzung allerdings dazu nutzen wollen, pedantisch all die Handlungen aufzuzählen, die nötig sind, um die Körpersäfte in Strömen fließen zu lassen – dann gibt’s ne Abmahnung.

So, nun genug der Lobgesänge – eine Kleinighkeit fiel mir dann doch auf:

„Ich legte meinen Kopf in den Nacken und dieses verdammte Grinsen stahl sich wieder ungefragt auf meine Lippen und lud sie zu Unsäglichem ein, während mein Gehirn den Entschluß fasste, sich ausschließlich den lebensnotwenigen Tätigkeiten hinzugeben und meiner Libido die Führung um das weitere Geschehen überließ .(zu überlassen)

Gruß Ralph

__________________
Schreib über das, was du kennst!

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Amalaswintha
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jun 2002

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Hallo Ralph,

auch mein Gesicht zierte beim Lesen Deiner Kritik ein immer breiter werdendes Grinsen. Sprich - ich freue mich sehr über das motivierende Lob aus Deinem Munde. Danke!

War mir nicht sicher, ob diese Art zu Schreiben ankommt und leider kamen auch so wenige Reaktionen der Leser.

Bin mir noch nicht klar, wie die Fortsetzung aussehen soll, werde aber an den erhobenen Zeigefinger denken und das Ganze, wenn möglich, nicht ins schwül-feuchte Klischee abgleiten lassen!

Danke auch fürs aufmerksame Lesen, werde den Fehler gleich korrigieren.

Liebe Grüße

Amy
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