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Leselupe.de > Kurzprosa
Die Wahrsagerin
Eingestellt am 27. 07. 2002 20:09


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

Werke: 587
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„Sie sind gesund!“ sagte die Alte. Woher wollte sie das wissen. Ich wusste, was ich weiß.
Die Ärzte hatten es mir gesagt, und man konnte es sehen, schwarz auf weiß. Die Röntgenbilder....“Aber die Röntgenbilder“ warf ich ein. „Papperlapapp!“ Sie ignorierte es völlig. Ach wäre ich doch nur nicht zu dieser Hexe gegangen! Wie konnte ich ausgerechnet meine Zukunft erfragen, wo ich es doch längst wusste: Ich werde sterben! Und das wollte ich dann ausgerechnet auf einem Jahrmarkt erfahren! Etwas besseres fiel mir wohl auch nicht ein. Ich legte ihr den Schein auf den silbernen Teller und schritt durch den Perlenvorhang hinaus. Was sie mir noch hinterherrief, ich bekam es nicht mehr mit. Es drang nicht bis in mein Gehirn ein. Ich hasste diese Alte dafür, dass sie mir solche unsinnigen Hoffnungen machte.

Missgelaunt lief ich durch die Menschenmenge und ließ mich treiben. Ein Satz, den sie zu mir sagte, wollte jedoch nicht aus meinem Kopf. „Sind sie gläubig?“ fragte sie mich. Ich zuckte nur die Schultern. Was sollte ich darauf antworten? Dass ich schon lange an so einen Humbug nicht mehr geglaubt habe? Doch sie wartete meine Antwort nicht ab. Es interessierte sie nicht wirklich. „Warum glauben sie, hat Jesus als er die Kranken heilte gesagt „Deine Sünden sind dir vergeben!“? Aber das würde doch bedeuten, du bist nur krank, weil du gesündigt hast! Ich musste jetzt unentwegt darüber nachdenken und zu Hause griff ich als erstes eine alte Bibel hervor, die verstaubt ungelesen von mir in der Ecke des Bücherschranks stand. Und jetzt weiß ich auch nicht mehr, was ich noch glauben soll. Bald muss ich wieder ins Krankenhaus. Kontrolluntersuchung und dann wird wohl die Chemo kommen. Aber diese Alte hat mir Mut gemacht. Ich will mal sehn, wo der nächste Jahrmarkt ist, das ist es mir wert.

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Marion Geiken
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Aug 2002

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Liebe Anemone

Deine Erfahrung hat mich sehr gerührt. Du greifst nach der Bibel und suchst nach einer Antwort. Gott ist in Dir und die Kraft der Heilung liegt auch in Dir. Gib die Hoffnung nicht auf, vertraue auf die Liebe die in Deinem Herzen lebt und die Dich erkennen läßt.
Ich wünsche Dir die Kraft und die Stärke, das Du Deine Krankheit besiegst.
Licht und Liebe für Dich und einen lieben Gruß.

Marion

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

Werke: 587
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hallo Marion,

entschuldige bitte, diese Geschichte ist saudumm, jetzt wo ich sie nach längerer Zeit lese, möchte ich sie gerne wieder entfernen. Ich möchte mich dafür entschuldigen.

Ich mag keine Geschichten mehr schreiben. Bin schon längere
Zeit raus, zumindest hier.

verzeih mir bitte.
anemone

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