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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die Wattwanderer
Eingestellt am 25. 02. 2003 00:50


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Andrea
???
Registriert: Aug 2000

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Die WattgÀnger.

Das Kreischen der Möwen in den Ohren. Den Geruch des Salzes in der Nase. Nassen Sand zwischen den Zehen. Über ihr der endlose blaue Himmel an einem Tag, der in keinem Bilderbuch besser abgebildet sein könnte. Der Wind fĂ€hrt durch ihr Haar, vertreibt die Hitze des Sommers. Und fĂŒr einen Moment fĂŒhlt sie etwas so Großes und BedrĂŒckendes, daß sie nicht zu atmen weiß, doch es ist keine Angst; eher eine Gewißheit, die sie im selben Augenblick groß und mĂ€chtig und dann wieder klein und unbedeutend werden lĂ€ĂŸt.
Sie schĂŒttelt den Kopf, um ihn frei zu kriegen, blinzelt ins Sonnenlicht und ĂŒberlegt, ob sie den Versuch machen soll, solange gen Horizont zu laufen, bis sie das Wasser erreicht hat. Vielleicht kann sie das Meer vor sich hertreiben wie eine Schar GĂ€nse. Vielleicht, wenn sie nur allen Mut und allen Willen zusammennimmt, wird es vor ihr zurĂŒckweichen, bis es an den Nordpol stĂ¶ĂŸt und gefriert.
Widerwillig muß sie ĂŒber ihre eigenen Gedanken lachen. So ein Blödsinn. Das Meer wĂŒrde es nicht einmal bemerken, wenn sie ihm im Weg stĂŒnde. Und wenn es sie mitreißt, wenn sie gurgelnd in den Wellen versinkt, was soll dann aus den Kindern werden?

Sie dreht sich um. Die Kinder sind nur wenige Schritte entfernt. Der kleine Junge mit den hellen Haaren und Augen, die wie ihre sind, hat sich ungeachtet der NĂ€sse auf den Boden gesetzt und eifrig damit begonnen, eine Sandburg zu errichten. Nun ja, wohl eher eine Matschburg. Und das MĂ€dchen lĂ€uft mit seinem Eimer umher. Manchmal bleibt es stehen und bĂŒckt sich. Dann hĂ€lt es eine Muschel in der Hand, streicht den nassen Sand von der harten Kruste und bewundert stumm das glĂ€nzende Perlmutt, die rauhen Muster, die zarten Farben.
Es wird wohl keine Perle in den Muscheln finden.
Die Muscheln mit den Perlen finden immer andere, denkt sie seufzend und macht sich langsam auf den Weg zu den Kindern. Einmal bleibt sie stehen und wirft einen Blick zurĂŒck auf ihre Spuren. Die Spuren eines Eremiten, der umkehrt, weil ihn die Angst eingeholt hat. Oder die Vernunft. Oder die Langweile.

Ihr Fuß berĂŒhrt einen winzigen HĂŒgel und zuckt instinktiv zurĂŒck. Wattwurmscheiße, denkt sie mißmutig, doch als sie sich den Haufen nĂ€her besieht, erkennt sie, daß es nur Sand ist. Gleich daneben ragt jedoch eine Muschel halb hervor. Die Kante wĂ€re vermutlich scharf genug, ihr den Fuß zu zerschneiden. Warmes Blut versickert dann in kaltem Sand. Das Hinken verzögert die RĂŒckkehr. Das Meer holt den mĂŒden Wanderer ein, nimmt ihn mit sich und trĂ€gt ihn zum Strand. Wenn er dort ankommt, hat der Wanderer aber lĂ€ngst Temperatur und Farbe der See angenommen und liegt kalt und leblos neben all dem anderen Treibgut. Vielleicht sammelt ein Kind ihn ein, als Schmuck fĂŒr seine Sandburg.
Wieder schĂŒttelt sie den Kopf. Das Meer sei eine faszinierende Lebenswelt, sagen die Ozeanologen. Es pulsiere förmlich mit seinen WĂ€ldern und Herden und GĂ€rten unter Wasser. Doch wĂ€hrend der Ebbe, wenn das Meer weg ist, denkt sie, bleibt nur ein riesiges Buffet fĂŒr die Strandvögel.

Sie erreicht den Jungen mit Augen, die wie ihre sind, gerade zu jenem Zeitpunkt, als er das letzte StĂŒck des Burggrabens mit den HĂ€nden aushebt. Sein Bauwerk ist beachtlich geworden, und nach Stolz und Lob heischend blickt er zu ihr auf. Wie sollte sie kein Lob fĂŒr etwas finden, das ein anderer mit ihren Augen fĂŒr schön erachtet?
Das kleine MĂ€dchen kommt zurĂŒck, auch sein Gesicht wartet auf Lob und wird ebensowenig enttĂ€uscht. Der Eimer des MĂ€dchens quillt fast ĂŒber, und die Beulen in der Hose verraten, daß noch einiger Stauraum zusĂ€tzlich gefunden wurde.
„Gib mir welche von den Muscheln“, fordert der Junge, doch das MĂ€dchen verweigert die Herausgabe. Es will sie alle mitnehmen; keiner seiner SchĂ€tze ist fĂŒr den Bruder gedacht.
„Such dir doch selbst welche“, entgegnet es und umschließt den Eimer fest mit seinen Ärmchen.
„Du hast doch so viele“, mault er, „und Mama wirft sie sowieso alle in den MĂŒll, weil sie so stinken.“
„Das ist nicht wahr!“ TrĂ€nen sammeln sich in den Augen, die sich flehend an die Mutter richten. „Du wirfst sie doch nicht weg, oder?“
Sie schĂŒttelt den Kopf mit mitfĂŒhlendem LĂ€cheln. Nicht alle jedenfalls, denkt sie. Aber um den Frieden zu wahren, schlĂ€gt sie vor, daß das MĂ€dchen doch ein paar mit dem Bruder teilt. Immerhin hat der keine Zeit mehr, um selbst welche zu suchen. Sie mĂŒssen zurĂŒck, ehe das Meer sie einholt.
Das MĂ€dchen fĂŒgt sich; ein seltener Augenblick, und vermutlich nur dem Meer zu verdanken, das mit RĂŒckkehr droht. Die Schwester sucht dem Bruder hektisch einige der hĂ€ĂŸlicheren Muscheln heraus und wirft sie vor ihn auf den Boden.
„Ich weiß gar nicht, weshalb du dir ĂŒberhaupt so eine MĂŒhe mit dem Ding machst“, brummt das MĂ€dchen abfĂ€llig, als der Junge die Muscheln auf die Zinnen legt. „Wenn die Flut kommt, bleibt davon eh nur ein großer Haufen Matsch.“
Der Junge zuckt mit den Schultern und vollendet sein Werk. Wieder kommt das Mutterlob, und selbst die Schwester muß zugeben, daß die Burg ganz eindrucksvoll ist – wenn ja auch „alles fĂŒr den Möwenpopo ist, weil wegen der Flut und so.“
Die Mutter lĂ€chelt noch, als der Junge, nun doch nachdenklich geworden ob der VergĂ€nglichkeit seines Kunstwerkes, den Kopf hebt und sie ansieht. „Die Flut, Mama“, fragt er langsam. „Was machen wir eigentlich, wenn die Flut kommt?“
Sie versichert ihm, daß sie bis dahin schon lĂ€ngst wieder am Strand sein werden.
„Und wenn nicht?“ bohrt er nach und bekommt ein Ă€ngstliches DrĂ€ngen. „Was ist, wenn nicht?“ Auch die Schwester sieht ein bißchen besorgt aus und klammert sich an ihren Eimer.
Die Mutter hĂ€lt das LĂ€cheln aufrecht und greift nach den HĂ€nden ihrer Kinder. Eine Hand links, eine Hand rechts fĂŒhlt sie, wĂ€hrend ihre Gedanken fĂŒr einen Augenblick wieder bei den Wogen verharren, die ĂŒber ihrem Kopf zusammenschlagen und mit solcher Wucht niederstĂŒrzen, daß alle Besorgnis fortgespĂŒlt wird.
„Wenn die Flut schneller ist als wir“, versichert die Mutter lĂ€chelnd, „dann werden wir schwimmen.“


__________________
Andrea Rohmert

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Arno1808
Guest
Registriert: Not Yet

Wattwanderer

Liebe Andrea,

eine sanfte, ruhige und besinnliche Geschichte.
Du zeichnest schöne und auch bedrĂŒckende Bilder und fĂŒhrst den Leser behutsam in eine Gedankenwelt ein, die alles andere als oberflĂ€chlich ist, ohne ihm jedoch Gewissheit zu geben.
Schön!

Wenn Du erlaubst, hier einige Kleinigkeiten:

quote:
Der kleine Junge mit den hellen Haaren und den Augen, die wie ihre sind, ...

quote:
Vielleicht sammelt ein Kind ihn ein, als Schmuck fĂŒr seine Sandburg.

Eine Leiche als Dekoration fĂŒr eine Sandburg? Von einem Kind eingesammelt? Das passt so gar nicht zu den anderen Bildern des Textes.
quote:
Sie kommt gerade zu jenem Zeitpunkt bei dem Jungen mit den Augen, die wie ihre sind, an, als dieser mit den HĂ€nden das letzte StĂŒck des Burggrabens aushebt.

Der Satz ist nicht so schön aufgebaut, zu kompliziert. Vielleicht kannst Du ihn ein wenig vereinfachen?

Lieben Gruß

Arno

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Quidam
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Andrea,

ich hab zuerst einige Anmerkungen zu machen und am Ende findest du meine Meinung zu deiner Geschichte:

Das Kreischen der Möwen in den Ohren. Den Geruch des Salzes in der Nase. Nassen Sand zwischen den Zehen. Hier wĂŒrde ich kommas setzen, ansonsten wirken die ersten drei Zeilen zu abgehackt.Über ihr der endlose blaue Himmel an einem Tag, der in keinem Bilderbuch besser abgebildet sein könnte. Der Wind fĂ€hrt durch ihr Haar, vertreibt die Hitze des Sommers. Und fĂŒr einen Augenblick fĂŒhlt sie etwas so Großes und BedrĂŒckendes, daß sie nicht zu atmen weiß, doch es ist keine Angst; eher eine Gewißheit, die sie im selben Augenblick groß und mĂ€chtig und dann wieder klein und unbedeutend werden lĂ€ĂŸt.
Sie schĂŒttelt den Kopf, um ihn frei zu kriegen, blinzelt ins Sonnenlicht und ĂŒberlegt einen Augenblick, ob sie den Versuch machen soll, solange gen Horizont zu laufen, bis sie das Wasser erreicht hat. Wasser erreicht? Welches Wasser? ich dachte, die ist schon dem Wasser so nah, sprich am Ufer..? Achso: Du sprichst von Ebbe und Flut. Das weiß ich aber erst, wenn ich mit der Geschichte fertig bin. Schade.Vielleicht kann sie das Meer vor sich hertreiben wie eine Schar GĂ€nse. Vielleicht, wenn sie nur allen Mut und allen Willen zusammennimmt, wird es vor ihr zurĂŒckweichen, bis es an den Nordpol stĂ¶ĂŸt und gefriert.Selten etwas so gewaltiges gelesen! Toll!
Widerwillig muß sie ĂŒber ihre eigenen Gedanken lachen. So ein Blödsinn. Das Meer wĂŒrde es nicht einmal bemerken, daß sie sich ihm in den Weg stellt.Dieser Satz passt nicht so ganz zu der vorherigen Aussage. Der Protagonist stellt sich dem Meer ja nicht in den Weg, er versucht es voranzutreiben. Und wenn es sie mitreißt, wenn sie gurgelnd in den Wellen versinkt, was soll dann aus den Kindern werden?guter Übergang.

Sie dreht sich um. Die Kinder sind nur wenige Schritte entfernt. Der kleine Junge mit den hellen Haaren und den Augen, die wie ihre sind,<-wĂŒrde ich streichen. hemmt den Lesefluß. hat sich ungeachtet der NĂ€sse auf den Boden gesetzt und eifrig damit begonnen, eine Sandburg zu errichten. Nun ja, wohl eher eine Matschburg. Und das MĂ€dchen lĂ€uft mit seinem Eimer umher. Manchmal bleibt es stehen und bĂŒckt sich.Und das MĂ€dchen lĂ€uft mit seinem Eimer umher, bleibt manchmal stehen und bĂŒckt sich nach Muscheln. Dann hĂ€lt es eine Muschel in der Hand, streicht den nassen Sand von der harten Kruste und bewundert stumm das glĂ€nzende Perlmutt, die rauhen Muster, die zarten Farben.
Es wird wohl keine Perle in den Muscheln finden.
Die Muscheln mit den Perlen finden immer andere, denkt sie seufzend und macht sich langsam auf den Weg zu den Kindern. Einmal bleibt sie stehen und wirft einen Blick zurĂŒck auf ihre Spuren. Die Spuren eines Eremiten, der umkehrt, weil ihn die Angst eingeholt hat. Oder die Vernunft. Oder die Langweile. gut!

Ihr Fuß berĂŒhrt einen winzigen HĂŒgel und zuckt instinktiv zurĂŒck. Wattwurmscheiße,*lol* denkt sie mißmutig, doch als sie sich den Haufen nĂ€her besieht, erkennt sie, daß es nur Sand ist. Gleich daneben ragt jedoch eine Muschel halb hervor. Die Kante ist vermutlich scharf genug, ihr die Haut zu zerfetzen zu zerschneidenund dem Fuß einen tiefen Schnitt beizubringen. das mit dem Fuß wĂŒrde ich strichen, muss klar sein.Warmes Blut versickert in kaltem Sand. Das Hinken verzögert die RĂŒckkehr. Das Meer holt den mĂŒden Wanderer ein, nimmt ihn mit sich und trĂ€gt ihn zum Strand. Wenn er dort ankommt, hat der Wanderer aber lĂ€ngst Temperatur und Farbe der See angenommen und liegt kalt und leblos neben all dem anderen Treibgut. Vielleicht sammelt ein Kind ihn ein, als Schmuck fĂŒr seine Sandburg.Gedanken hast du... Ich schĂŒttel mir auch den Kopf..
Wieder schĂŒttelt sie den Kopf. Das Meer sei eine faszinierende Lebenswelt, sagen die Ozeanologen.das sagen nicht nur die... Es pulsiere förmlich mit seinen WĂ€ldern und Herden und GĂ€rten unter Wasser. toll.Doch wenn es weg ist, denkt sie, bleibt nur ein riesiges Buffet fĂŒr die Strandvögel.?? Naja. Das Meer ist nicht weg. Du denkst wohl an das, was es herbeispĂŒlt. Auch hier wieder: Ich habe bis hier immer das Bild am Strand und das Meer vormir. Arbeite mehr mit den Worten Flut und Ebbe..

Sie kommt gerade zu jenem Zeitpunkt bei dem Jungen mit den Augen, die wie ihre sind,ich hoffe, es hat eine Bedeutung, dass du das immer betonst.-)) an, als dieser mit den HĂ€nden<-muss klar sein, dass er den Graben nicht mit den FĂŒĂŸen aushebt. Streichen. das letzte StĂŒck des Burggrabens aushebt. Sein Bauwerk ist beachtlich geworden, und nach Stolz und Lob heischend blickt er zu ihr auf. Wie sollte sie kein Lob fĂŒr etwas finden, das ein anderer mit ihren Augen fĂŒr schön erachtet?
Das kleine MĂ€dchen kommt zurĂŒck, auch sein Gesicht wartet auf Lob sein Gesicht wartet nicht auf Lob.und wird ebensowenig enttĂ€uscht. Der Eimer des MĂ€dchens quillt fast ĂŒber, und die Beulen in der Hose verraten, daß noch einiger Stauraum zusĂ€tzlich gefunden wurde.
„Gib mir welche von den Muscheln“, fordert der Junge, doch das MĂ€dchen verweigert die Herausgabe. Es will sie alle mitnehmen; keiner seiner SchĂ€tze ist fĂŒr den Bruder gedacht.
„Such dir doch selbst welche“, entgegnet es und umschließt den Eimer fest mit seinen Ärmchen.
„Du hast doch so viele“, mault er, „und Mama wirft sie sowieso alle in den MĂŒll, weil sie so stinken.“
„Das ist nicht wahr!“ Die TrĂ€nen sammeln sich in den Augen, die sich flehend an die Mutter richten. „Du wirfst sie doch nicht weg, oder?“
Sie schĂŒttelt den Kopf mit mitfĂŒhlendem LĂ€cheln. Nicht alle jedenfalls , denkt sie. Aber um den Frieden zu wahren, schlĂ€gt sie vor, daß das MĂ€dchen doch ein paar mit dem Bruder teilt. Immerhin hat der keine Zeit mehr, um selbst welche zu suchen. Sie mĂŒssen zurĂŒck, ehe das Meer sie einholt.
Das MĂ€dchen fĂŒgt sich; ein seltener Augenblick, und vermutlich nur dem Meer zu verdanken, das mit RĂŒckkehr droht. Die Schwester sucht dem Bruder hektisch einige der hĂ€ĂŸlicheren Muscheln heraus und wirft sie vor ihn auf den Boden.Jaja, so sind sie die Schwestern. das kenne ich..-)
„Ich weiß gar nicht, weshalb du dir ĂŒberhaupt so eine MĂŒhe mit dem Ding machst“, brummt das MĂ€dchen abfĂ€llig, als der Junge die Muscheln auf die Zinnen legt. „Wenn die Flut kommt, bleibt davon eh nur ein großer Haufen Matsch.“
Der Junge zuckt mit den Schultern und vollendet sein Werk. Wieder kommt das Mutterlob, und selbst die Schwester muß zugeben, daß die Burg ganz eindrucksvoll ist – wenn ja auch „alles fĂŒr den Möwenpopo ist, weil wegen der Flut und so.“ klasse beschriebene Dialoge.
Die Mutter lĂ€chelt noch, als der Junge, nun doch nachdenklich geworden istob der VergĂ€nglichkeit seines Kunstwerkes, den Kopf hebt und ihre Augen auf sie richtet. „Die Flut, Mama“, fragt er langsam. „Was machen wir eigentlich, wenn die Flut kommt?“
Sie versichert ihm, daß man bis dahin schon lĂ€ngst wieder am Strand sein wird.
„Und wenn nicht?“ bohrt er nach und bekommt ein Ă€ngstliches DrĂ€ngen. „Was ist wenn nicht?“ Auch die Schwester sieht ein bißchen besorgt aus und klammert sich an ihren Eimer.
Die Mutter hĂ€lt das LĂ€cheln aufrecht und greift nach den HĂ€nden ihrer Kinder. Eine Hand links, eine Hand rechts fĂŒhlt sie, wĂ€hrend ihre Gedanken fĂŒr einen Augenblick wieder bei den Wogen verharren, die ĂŒber ihrem Kopf zusammenschlagen und mit solcher Wucht niederstĂŒrzen, daß alle Besorgnis fortgespĂŒlt wird.
„Wenn die Flut schneller ist als wir“, versichert die Mutter lĂ€chelnd, „dann werden wir schwimmen.“Ist es nicht beruhigend, eine Mutter zu haben, die auf jede bange Frage eine beruhigende Antwort weiß und die selbst doch solche fĂŒrchterliche Phantasieen in sich trĂ€gt?-))

Eine interessante Sicht! Die Überlegungen der Mutter und ihre Aussagen können nicht gegensĂ€tzlicher sein. Allerdings kommt der Teil nicht so gut rĂŒber, indem sie denkt, dass es fremde Kinder sind. Hier ist der Leser nicht ĂŒberrascht, sondern verwirrt. Eine etwas klarere Struktur, wobei du natĂŒrlich noch ein, zwei Beispiele einflicken kannst, dann ist es eine wirklich ungewöhnliche, schöne Geschichte! Und Ja: Am Anfang sollte klar sein, dass sie sich im Watt befinden. Mir war es zumindest erst bei der HĂ€lfte klar und ich musste die Bilder in meinem Kopf umstellen..

*winke*
quid

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flammarion
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Registriert: Jan 2001

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also

ich finde, die geschichte passt ins horror-forum, so gruselig ist sie. lg
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Quidam
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oh.. nochmal ich...

ich muss mich berichtigen: Die Überschrift "Wattwanderer" sagt ja schon aus, dass sie sich im Watt befinden. Ich hab die Geschichte nur ohne die Überschrift gelesen..*lĂ€chel* daher die Verwirrtheit.*schĂ€m*

Da sieht man aber mal, wie anders Geschichten wirken, wenn man die Überschrift nicht beachtet..

*winke*
quid

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Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Wieso Horror oldicke?

Es geschieht ja nicht das wonach es ausschaut, denn es sind die Kinder, welche die Mutter den Blick zur RealitÀt wahren lÀsst.
Jau, ein bisschen unheimlich schon und deswegen auch ein großer Reiz beim Lesen.

LG
Volkmar

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