Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92201
Momentan online:
52 Gäste und 0 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Fremdsprachiges und MundART
Die Weihnachtsgeschichte, ein Kind erzählt
Eingestellt am 24. 12. 2005 10:50


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Kejacothie
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jun 2005

Werke: 4
Kommentare: 16
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Kejacothie eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Jutta erzählt die Weihnachtsgeschichte

Gibt es für Kinder etwas schöneres als eine Tante oder eine Oma die Geschichten erzählen? Ja, die Weihnachtsgeschichte, wie sie meine Nichte Jutta erzählt hat ist unübertroffen. Warum ich in jenen Weihnachtstagen keine Lust hatte dem armen Kind eine Geschichte zu erzählen, ist mir entfallen. Meine Nichte stand vor mir und bettelte: „Bitte, Tante Rene, erzähl mr a Geschicht, no mog i di au ganz arg.“

Sie sah mich mit ihren großen schwarzen Augen flehend an, doch ich hatte keine Lust. Dem bettelnden Blick konnte ich mich nicht entziehen und sie wiederholte ihre Bitte so flehend, dass ich beinahe weich geworden wäre, doch dann hatte ich eine Idee und sagte: „Weißt du was Jutta, heute erzählst du mir eine Geschichte. Das machte sie gern, sie gab ihre Version der Weihnachtsgeschichte wieder und bei dem schwäbischen Dialekt mit den vielen Sch, machte sich ihr Lispeln besonders gut:


Woisch Dande Rene, da sen der Josef und die Maria Von Ägyptenland nach Betlehem zoga, weil sie nämlich von Galiäa nach Ägypten kommen sind, hen se da wieder na müsse, weil dort dia Leut zählt worda send. Des war den Ägyptenländern egal, dass die Maria a Kendle kriagt hot. Dia hen se oifach fortgschickt. Bloß des Esele hen se mitnemma dürfa, dass d Maria net laufa muaß. Da isch se draufgsessa ond der Josef isch nebaher dappt.

Dia send fei ganz lang glaufa bis sie endlich in Betlehem waret, onser Kindergartadande hat gsagt, viele, viele Dag ond des war kalt und dia hats gfrora. Aber des isch net wahr, d Karin (große Schwester) hot gsagt, dia liagat, em heiliga Land, do ischs warm em Wender on des isch fei gwiess wohr, wenn’s d’ Karin sagt.

Ond na sind sie en Bethlehem gewea und hen a Wohnung gesuacht und was glaubsch du? Koiner hat denne a Zemmerle gebba, em Stall hen se hausa miasa. Stell dr vor, die wäret beim Dietrich (Nachbar) em Stall gewesa, pfuigugug, stenkts do, on do hat die Maria ihr Kendle kriagt, en dem Gschtank. Des hot se s’liebe Jesulein dauft, des isch fei koi schener Nama.
Du Tande Rene, warom hend dia so en bleda Nama raus gsuacht?

Und dann, stell dr vor Tante Rene, dann hen se’s auf Heu und Stroh in dia Futterkrippe glegt, ohne Wendele. Langt’s net dass em Schtall schtenkt, des Schtroh hättet se weglassa kenna, des stupfelt dem Jesulein ja da ganza Bobbes auf.

Da hot sogar der liabe Gott Mitleid ghett, der hot en Engel zu denne Hirta gschickt. Zerscht bloß oin on der hot so hell gleichtet, dass dia Hirta Angscht kriagt hen. Aber der Engel der hot dia Hirta treschtet und hot gsagt, dass se koi angscht han miassat, des Jesulein isch auf Welt komma, en der Schtadt David. Tante Rene i han denkt dui Schtadt hoist Betlehem, dia hot au no David ghoißa. Der Engel hot dem Kendle au no a Wendele gschenkt, der hot nämlich zu denne Hirta gssagt, dass se des Kend in Wendela eigwickelt fendet.

Do siehschs, Engel kennet Wendla brenga on dia Hirta hen no a Schoffell dazu do, na hots des Jesule gewiess nemme gfrora.

Dia Engel hen dennne Hirta a Liadle gesonga on no send se wieder ganga.
On dia Hirta sen ganz schnell zu dem Kendle gsaut. Ein Lämmle zom Brota hen se mitgnomma. Aber wo hen dr Josef ond d’Maria des Schäfle mit dem Butter brota, em Stall gibt’s koi Küche. Woisch, i glaub, dass die viele Leit denne Bauara gsagt hen, se sollet den Brota en derene Kiche macha on rom brenga. D’Frau Dietrich hätt des fei gwiess gmacht.

Von de heilige drei Kenig mog i jetzt nemme verzehla, morga mach i weiter.

Wie sich herausstellte, hatten die Erzieherinnen im Kindergarten die Geschichte nicht zu Ende erzählt. Jutta strahlte mich an und sagte: „So, Dande Rene, jetzt han i dir a langa Gschicht verzählt, abber jetzt bisch du dra.
__________________
Ich sattle um, werde Gärtnerin und begieße den großen Garten meiner Profil-Neu-Rosen

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
Kommentare: 8208
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um flammarion eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
mann,

hab ich mich scheckig gelacht! herrlich, endlich liest man hier mal was süddeutsches.
aber ein fehlerchen hat sich wohl eingeschlichen: sind ganz schnell zu dem Kind gesaut, da fehlt wohl ein s gesaust.
ganz lieb grüßt
__________________
Old Icke

Bearbeiten/Löschen    


Zurück zu:  Fremdsprachiges und MundART Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!