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Leselupe.de > Gereimtes
Die Zwitscherlinge
Eingestellt am 07. 06. 2001 14:07


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Inge Anna
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Die Zwitscherlinge

Die Zwitscherlinge

Die Zwitscherlinge schwirren aus,
ihr Ziel ist Hugos Gartenhaus,
dort lĂ€sst man sich fĂŒr Stunden nieder,
denn was geboten, lohnt sich wieder;
und weil's nix kostet, reisst auch nie
das gold'ne Band der Sympathie.

GehĂŒllt in wĂ€rmste Gastlichkeit,
geizt niemand um verlor'ne Zeit,
hier sitzt man fest, dies im Vertrau'n,
wenn's sein muss, bis zum Morgengrau'n,
und Hugo ist nicht gern allein,
ein herrlich Gasthaus, oh wie fein!

Die GrillgerÀte stehen stramm,
Kurt kaut im Leelauf schon: hamm-hamm!
ein prÀchtig Feuer ward entfacht;
die MĂ€gen knurren, Hugo lacht.
der Buchenscheite herber Duft
belebt die laue Sommerluft.

Ein Grillrost sollte blinken, glÀnzen,
doch Reinlichkeit hat ihre Grenzen;
wen stört die dĂŒnne Schicht von Schmand,
das Gröbste ist lÀngst eingebrannt.
Die WĂŒrstchen werden draufgelegt
und weiter sich nicht aufgeregt.

Auch Schnitzelscheiben, HĂ€hnchenteile
sind gefragt, nur keine Eile;
leer bleibt gewiss kein Zwitscherschnabel,
Willi trommelt mit der Gabel;
er ist, geht es ans Fleischverschlingen,
gefĂŒrchtet bei den Zwitscherlingen.

Endlich sind die WĂŒrste gar,
aufgeplatzt, wie jedes Jahr;
die Campingteller, arg verbogen,
werden stolz an Land gezogen.
Es gilt, Elfriede schmatzet schon,
und Egon spielt Akkordeon.

Emil kippt sein x-tes Bier
und von den WĂŒrstchen nimmt er vier;
denn Hunger hat er allemal;
zu Hause ist die KĂŒche schmal.
Ganz sicher findet er es hier:
das Nachtquartier - im grillrevier.

Willi macht sich wie ein BĂ€r
gierig ĂŒber alles her;
Salate, WĂŒrste, Bratenscheiben,
nichts davon wird ĂŒbrig bleiben.
Hugo fĂŒttert brav den Grill,
weil Willi sicher noch was will.

Nachdem gefĂŒllt man bis zum Kragen,
sollte man ein TĂ€nzchen wagen;
das kurble die Verdauung an,
meint schmunzelnd Gertruds Ehemann.
Er schnappt sein Trudchen voller Schwung
und fĂŒhlt wie einst sich frisch und jung.

Hugo geht zu Annemie
und eng umschlungen tanzen sie;
Hanna sieht's, fĂŒhlt sich verlassen.
Ob die zwei zusammenpassen?
Sie seufzt, hat schnell sich abgewandt,
doch dann hÀlt Walter ihre Hand.

Lore braucht noch ein Glas Wein,
um ihre Seele zu befrei'n;
ihre Wangen glĂŒh'n wie Feuer,
das Weinchen mundet, war auch teuer.
Lauthals bÀndigt sie den Frust
bei "Kufsteinlied" und "Waldeslust".

Man lÀrmt bis weit nach Mitternacht,
dann wird der Abflug klar gemacht;
ein letztes Mal wird nachgeölt.
kraftvoll das Wolgalied gegrölt.
Zu Ende geht das Zwitscherfest;
man schwirrt ins altgewohnte Nest.

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peaches
???
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*schmunzel*

Hallo Inge Anna,

treffender kann man es woll kaum beschreiben.
So oder Àhnlich sieht es wirklich auf so manchem Grillabend aus, perfekt in Worte gefasst und dann auch noch gereimt.

Bin echt beeindruckt...

Aber ein bisschen was muss ich doch kritisieren, denn ich persönlich fÀnde dein Werk unter Ironie besser aufgehoben,
ist aber natĂŒrlich Geschmackssache.

Hoffend auf Grillwetter

peaches



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Phantasie ist wichtiger als Wissen!
(Albert Einstein)

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Bruno Bansen
Guest
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Grillen...

Also, liebe Zwitscherlinge, da wurdet ihr ja soeben sehr schön beschrieben! (Wenn auch'n bisken zu umfangreich) Aber das tut dem VergnĂŒgen keinen Abbruch! Schön erzĂ€hlt und ĂŒberwiegend schön gereimt! Weiter (und noch besser) so, ich freu mich auf das, was da noch so kommt!

Gruß Bruno

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Ralph Ronneberger
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Hallo Anna,

mit dir ist doch glatt eine hier aufgetaucht, die nicht nur nett reimen kann, sondern auch den notwendigen Rhythmus im Blut (oder in der Tastatur?) hat. Kann mich Brunos Meinung nur anschließen. Er hat Recht: Schön erzĂ€hlt und schön gereimt- nur, vielleicht eine Idee zu lang.

"Und nun tritt Hermann auf die Matte,
stellt vor den Musikus 'ne Platte;
was darauf ruht, war noch vor Tagen
ein Hahn und hatte was zu sagen;
Doch Egon denkt nicht an den Tod,
holt sich zum Fleisch noch reichlich Brot."

Diese Strophe ist zwar nicht schlecht, aber in meinen Augen die Schwachstelle deines Gedichtes. Wenn Du auf sie verzichtest, kann das Werk insgesamt nur gewinnen - und kĂŒrzer isses dann auch.

Gruß Ralph
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Inge Anna
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Hallöchen!

Es freut mich sehr, dass meine "Zwitscherlinge" so guten Anklang finden. Positive Kritik ist Balsam fĂŒr jeden Verfasser, wenngleich ich diesbezĂŒglich auch die Schattenseiten nicht scheue.

Ich stehe mit meiner literarischen Arbeit erst am Anfang und schÀtze sowohl das freundliche Geleit als auch die strenge Beurteilung erfahrener Autoren.

Inzwischen schließe ich mich der Meinung von Dir, Ralph, an, dass die Strophe mit dem bedauernswerten Gockel nicht so recht in die fröhliche Grillrunde passt: wegdenken von der BildflĂ€che, löschen und vergessen! Dieses umfangreiche Werk wird mit Sicherheit einen "Sechs-Zeilen-Verlust" locker verschmerzen.

Im nĂ€chsten Beitrag will ich mich bemĂŒhen, die WĂŒrze in die KĂŒrze einzubringen.

Also bis bald, Inge Anna

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peaches
???
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wegdenken?

Hallo Inge Anna,

wenn du selbst mittlerweile der Meinung bist, die eine Strophe passe nicht mehr, lösche sie doch einfach selber("delete" - Funktion unter dem Text).
Ist fĂŒr den Leser sicher einfacher als wegzudenken und im Geiste zu löschen...

Liebe GrĂŒsse vom neunmalklugen

peaches

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