Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5552
Themen:   95266
Momentan online:
152 Gäste und 2 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die alte Dame
Eingestellt am 23. 01. 2015 16:37


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Rebo
Hobbydichter
Registriert: Jan 2015

Werke: 1
Kommentare: 2
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Rebo eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Sie hasste es, mit der U-Bahn zu fahren. Die vielen Leute, das Gedr├Ąnge und der L├Ąrm l├Âsten schon immer ein Gef├╝hl des Unbehagens in ihr aus. Blickkontakt vermied die alte Dame so gut es ging, weshalb sie stets eine Zeitung in ihrer Tasche mit sich trug, in welcher sie - meistens eher desinteressiert - zu lesen versuchte, sobald sie einen Sitzplatz gefunden hatte.
Kaum niedergesetzt, bereute sie es schon wieder. Als der Gestank von Fast Food in ihre Nase drang und der Gegen├╝ber auch noch lautstark zu telefonieren begann, w├Ąre sie am liebsten sofort ausgestiegen.
ÔÇ×Fr├╝her war alles besser...ÔÇť, dachte sich die in die Jahre gekommene Frau, schlug die Zeitung auf und ├╝berflog die ├ťberschriften der Chronikartikeln. \"Pensionist nach Raub├╝berfall tot in Wohnung aufgefunden - ... und vorallem sicherer\" murmelte sie leise, als sie pl├Âtzlich an ihren, durch Lungenkrebs, verstorbenen Ehemann denken musste.

\"Karlsplatz - umsteigen zu den Linien U1 und U2\"

Von der Durchsage aus den Gedanken gerissen, stellte sie ├Ąrgerlich fest, eine Station zu weit gefahren zu sein. Hastig aufgestanden, dr├╝ckte sie sich, die Zeitung immer noch in der Hand haltend, durch mehrere Personen zur T├╝r, um nicht auch den n├Ąchsten Ausstieg zu verpassen. Endlich aus der U-Bahn drau├čen, steckte die Alte das Tagesblatt in die Tasche, wobei sie erst jetzt bemerkte, dass ihr Portemonnaie verschwunden war.
\"Das war bestimmt dieser gro├če, schwarzhaarige Mann, der sich neben mich gesetzt hatte.\", sagte sie w├╝tend. Das Geld war ihr egal, viel mehr st├Ârte sie, dass der vermeintliche Dieb jetzt ihre Personalien kannte.

Zuhause angekommen, legte sie ihre Sachen an die gewohnten, daf├╝r vorgesehenen Pl├Ątze und machte sich gleich danach etwas zu essen. Es l├Ąutete an der T├╝r, als sie gerade einen Biss von ihrem Wurstbrot machen wollte. Ebenso hektisch wie genervt, eilte die alte Dame zum Wohnungseingang und sah durch den Spion, um einen Blick auf den \"St├Ârefried\" zu erhaschen. Sie konnte nicht viel erkennen, da das Licht am Gang wieder einmal ausgefallen war, aber es reichte, um die Person als jenen Mann zu identifizieren, der in der U-Bahn neben ihr gesessen hatte. Sofort ├╝berkam sie ein Gef├╝hl der Angst. \"Erst hat er mir mein Geldb├Ârsl gestohlen, jetzt will er auch noch meine Wohnung ausr├Ąumen\", fl├╝sterte sie vor sich hin. Kaum hatte sie diese Worte leise ausgesprochen, griff die ver├Ąngstigte Frau zum Telefon und w├Ąhlte die Nummer der Polizei. \"B..bitte kommen Sie so sch..schnell es geht in die...\", stotterte die Dame, als pl├Âtzlich ihre Stimme verstummte.


Kurz sp├Ąter trafen zwei Beamte in der Wohnung ein. Als sie die alte Dame reglos am Boden liegen sahen, verst├Ąndigten sie umgehend die Rettung - doch vergebens. Sie war bereits tot.


Version vom 23. 01. 2015 16:37
Version vom 24. 01. 2015 16:53
Version vom 24. 01. 2015 21:26
Version vom 24. 01. 2015 21:40
Version vom 25. 01. 2015 19:04
Version vom 25. 01. 2015 20:46

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


DocSchneider
Foren-Redakteur
H├Ąufig gelesener Autor

Registriert: Jan 2011

Werke: 137
Kommentare: 2459
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um DocSchneider eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Rebo, herzlich Willkommen in der Leselupe!

Sch├Ân, dass Du den Weg zu uns gefunden hast. Wir sind gespannt auf Deine weiteren Werke und freuen uns auf einen konstruktiven Austausch mit Dir.

Um Dir den Einstieg zu erleichtern, haben wir im 'Forum Lupanum' (unsere Plauderecke) einen Beitrag eingestellt, der sich in besonderem Ma├če an neue Mitglieder richtet. Hier klicken

Ganz besonders wollen wir Dir auch die Seite mit den h├Ąufig gestellten Fragen ans Herz legen. Hier klicken

Deine Geschichte liest sich fl├╝ssig und nachvollziehbar, jedoch ist mir der Schluss ein R├Ątsel. Weshalb gab es einen Knall? Woher stammte er? Das bleibt leider offen. Vielleicht kannst Du in der Hinsicht noch etwas am Text feilen.


Viele Gr├╝├če von DocSchneider

Redakteur in diesem Forum

Bearbeiten/Löschen    


Rebo
Hobbydichter
Registriert: Jan 2015

Werke: 1
Kommentare: 2
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Rebo eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo DocSchneider,

Danke f├╝r deinen Kommentar!

Der Schluss ist als offenes Ende gedacht, weshalb ich auch nicht verraten wollte, woher der Knall stammte - durch Fremdeinwirkung oder doch aus einem anderen Grund. Die Todesursache soll ein R├Ątsel und somit dem Leser ├╝berlassen bleiben.

Eventuell ├╝berarbeite ich den Text nochmal, damit meine Absicht auch besser zur Geltung kommt.

Lg

Rebo

Bearbeiten/Löschen    


valcanale
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2014

Werke: 10
Kommentare: 48
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um valcanale eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Rebo,

die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, bis auf den f├╝r mich etwas unerkl├Ąrlichen Knall zum Schluss, von dem man nicht weiss woher er kommt.
Gegen ein offenes Ende ist zwar prinzipiell nichts einzuwenden, nur sollte es doch irgendwie nachvollziehbar sein. Der Gedanke, dass ihr der Mann aus der U-Bahn das verlorene Portemonnaie zur├╝ckbringen will, dr├Ąngt sich ja f├Ârmlich auf, das k├Ânnte man doch n├╝tzen und drauf eingehen? Ein logischer Schluss - der ja auch noch immer etwas offenbleiben kann - w├Ąre w├╝nschenswert.
LG Valcanale

Bearbeiten/Löschen    


Rebo
Hobbydichter
Registriert: Jan 2015

Werke: 1
Kommentare: 2
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Rebo eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Danke an steky und valcanale f├╝r die Kommentare, freut mich, dass es euch gefallen hat!

Da der Knall anscheinend f├╝r Unklarheiten gesorgt hat, hab ich ihn mal rausgenommen. Hoffe, das Ende ist jetzt so besser.

Lg
Rebo

Bearbeiten/Löschen    


3 ausgeblendete Kommentare sind nur f├╝r Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur├╝ck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Werbung