Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92249
Momentan online:
435 Gäste und 13 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Ungereimtes
Die alte Frau und die Postkarte
Eingestellt am 27. 06. 2006 20:21


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Franka
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Feb 2006

Werke: 208
Kommentare: 2387
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Franka eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Die alte Frau und die Postkarte

PfĂŒtzen spiegeln sich
im matten Licht
des Mondes.

Die Schritte
der alten Frau
schlurfen
ĂŒber den Asphalt.

Runzlige Finger
haben MĂŒhe,
die HaustĂŒr zu schließen.

Im Treppenhaus
kaum Licht,
die Lampe
verklebt von Motten.

MĂŒde die Augen.
Zitternde HĂ€nde
öffnen zögernd
den Briefkasten.

Gespannte Erwartung,
wie seit Tagen.
Werbung enttÀuscht,
wie jeden Tag.

Sie legt sie
zum MĂŒll.
Eine bunte Karte
fÀllt zu Boden .

Die hebt sie,
an ihre BrillenglÀser.

Endlich!

FreudentrÀnen
rollen
ĂŒber ihr faltiges Gesicht.




Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


no-name
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Franka,

das ist ein klasse Text, der sehr berĂŒhrend ein scheinbar leider sehr verbreitetes PhĂ€nomen, - nĂ€mlich die Einsamkeit von alten Menschen - wiederspiegelt. Absolut gelungen!

GrĂŒĂŸe von no-name.

Bearbeiten/Löschen    


Franka
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Feb 2006

Werke: 208
Kommentare: 2387
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Franka eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Danke no-name,

dass du diesen, schon ein wenig Àlteren, Text wieder ans Licht geholt hast. Er gehört zu meinen ersten Schreibversuchen. Ich hatte damals gute "Textarbeiter". Es scheint sich wohl gelohnt zu haben.

LG Franka

Bearbeiten/Löschen    


JoteS
Foren-Redakteur - tippende Inquisition
Manchmal gelesener Autor

Registriert: Oct 2003

Werke: 409
Kommentare: 3959
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um JoteS eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Franka

Wieso kommt eine alte Frau regelmÀssig spÀt abends heim und wieso vergewaltigst Du bei "Eine bunte Karte
zu Boden fÀllt." die Grammatik ganz ohne Not?

Ohne ErklÀrung (der Umstand der regelmÀssigen spÀten Heimkehr einer alten Frau ist nÀmlich ganz ungewöhnlich) wirkt die ganze Geschichte höchst konstruiert, wobei ich davon augehe, dass dem auch so ist.

Gruss

JĂŒrgen

__________________
Oh lodernd Feuer! (Ustinov als Nero)

Bearbeiten/Löschen    


Franka
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Feb 2006

Werke: 208
Kommentare: 2387
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Franka eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Lieber JĂŒrgen,

fĂŒr mich gibt es viele GrĂŒnde, vielleicht besucht sie jeden Tag eine Freundin, vielleicht geht sie in Veranstaltungen von Nachtbarschaftsclubs, vielleicht zu Rentnertreffs, vielleicht aber auch so:

Die alte Dame und die Postkarte

Sie war schon 73 und die alten Knochen wollten nicht mehr so richtig.
Trotzdem arbeitete sie noch, nur Stunden, aber sechs Tage die Woche.
Ihre Kolleginnen mochten sie, ĂŒbernahm sie doch immer die SpĂ€tschicht.
Sie arbeitete nicht wegen des Geldes,
war sparsam, genĂŒgsam, kam damit aus.
Sie tat es wegen der Menschen, der Kontakte, gegen die Einsamkeit.
Als Toilettenfrau begegnet sie vielen, macht sich ihr Bild, plaudert, oder freut sich einfach nur ĂŒber ein gutes Wort.
Hier ist sie nie einsam, vergeht die Zeit.


PfĂŒtzen spiegeln sich
im matten Licht
des Mondes.

Die Schritte
der alten Frau
schlurfen
ĂŒber den Asphalt.

Runzlige Finger
haben MĂŒhe,
die HaustĂŒr zu schließen.

Im Treppenhaus
kaum Licht,
die Lampe
verklebt von Motten.

MĂŒde die Augen.
Zitternde HĂ€nde
öffnen zögernd
den Briefkasten.

Gespannte Erwartung,
wie seit Tagen.
Werbung enttÀuscht,
wie jeden Abend.

Sie legt sie
zum MĂŒll.
Eine bunte Karte
zu Boden fÀllt.

Die hebt sie,
an ihre BrillenglÀser.

Endlich!

FreudentrÀnen
rollen
ĂŒber ihr faltiges Gesicht.


Hallo Mama,
bist nicht vergessen,
die Arbeit ist mir nur einfach ĂŒber den Kopf gewachsen.
Habe nÀchstes Wochenende frei, beide Tage.
Freue mich schon auf dich. Es gibt viel zu erzÀhlen.
Bringe eine Überraschung mit.
KĂŒsschen
Ann


Ansonsten finde ich nicht, dass ich der Grammatik etwas angetan habe. Sie legt die Werbung zum MĂŒll. Eine bunte Karte dabei zu Boden fĂ€llt. Ich denke, dies ist noch vertretbar.

LG Franka

Bearbeiten/Löschen    


Inu
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: Aug 2002

Werke: 120
Kommentare: 2153
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Inu eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Franka

ich bin mit dem Gedicht ganz und gar einverstanden und habe es schon vor langer Zeit mit 8 bewertet.

Um aber auf JoteS Einspruch zurĂŒckzukommen.

quote:
Sie legt sie
zum MĂŒll.
Eine bunte Karte
zu Boden fÀllt.


Ich denke auch, dass die Satzstellung anders herum gut wĂ€re. Es wĂŒrde zum ungekĂŒnstelten, klaren Ausdruck des Gedichts besser passen:

Eine bunte Karte
fÀllt zu Boden.

LG
Inu

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Ungereimtes Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!