Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5439
Themen:   92261
Momentan online:
360 Gäste und 11 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kindergeschichten
Die drei Rentiere und der Engel
Eingestellt am 24. 12. 2005 13:22


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Pferdefreundin
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2005

Werke: 6
Kommentare: 3
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Pferdefreundin eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Die drei Rentiere und der Engel

Die Schneedecke, die ĂŒber dem Land lag, war so dick, dass die drei Rentiere nur langsam voran kamen. Zudem waren sie erschöpft, denn seit Tagen schon hatten sie nicht mehr als einige trockene, geschmacklose Wurzeln und RindenstĂŒcke zu fressen gefunden. Ein Schneerutsch hatte sie von ihrer Herde getrennt.
Immer wieder lauschten sie aufmerksam und witterten, doch noch schienen keine Wölfe sie bemerkt zu haben. Aber auch wenn die Wölfe sie nicht fanden, so hatten sie zu dritt kaum eine Überlebenschance. Noch dazu bei diesem Wetter.
Der Schneefall verstĂ€rkte sich und die Nacht brach herein. Keuchend blieben die erschöpften Tiere stehen, um sich eine Pause zu gönnen. Es gab keine BĂ€ume, die groß genug waren, ihnen Schutz zu bieten, so dass sie sich dicht aneinander drĂ€ngten.
Unter ihrem weichen, rötlichbraunen Fell, waren deutlich die Knochen zu erkennen. Sie standen mit gesenkten Köpfen und dösten, doch ihre Sinne waren dabei immer noch so hellwach, dass sie sofort auseinander stoben, als sie das schwach silbrige Licht bemerkten, das wenige Schritte vor ihnen erschien.
Sie dachten nicht darĂŒber nach, was es war, sondern nur, dass es eine mögliche Gefahr fĂŒr sie darstellte. Um weit oder gar schnell weg zu laufen, waren sie zu erschöpft, so dass sie nach wenigen Schritten stehen blieben und zu dem Licht sahen, dass sich nicht vom Fleck bewegt hatte.
Das grĂ¶ĂŸte der Rentiere wagte sich einen Schritt vor und reckte schnuppernd den Kopf. In dem Licht konnte es deutlich eine Gestalt sehen, aber diese Gestalt war viel, viel kleiner als die JĂ€ger, die im Herbst so viele seiner Herde getötet hatten.
Auch die beiden anderen kamen nun nĂ€her und guckten neugierig, was das fĂŒr ein seltsames kleines Menschlein war, dass da im Schnee stand. Es trug nicht mal eine Kopfbedeckung und sein goldenes Haar leuchtete in dem Schein, der es nach wie vor umgab. Und es schien gar nicht zu frieren.
„Wer bist du?“, fragte das große Rentier. NatĂŒrlich glaubte es nicht, dass das Wesen seine Sprache verstand, denn kein Mensch und auch kein anderes Tier verstand sie.
„Ich bin ein Engel“, antwortete das seltsame Geschöpf.
Die drei Rentiere hatten verstanden, was es gesagt hatte, obwohl es nicht ihre Sprache gewesen war. Doch waren sie ĂŒber das Gehörte viel zu verwundert, als dass sie sich Gedanken darĂŒber machten, dass sie es verstanden hatten. Was ein Engel war, wussten sie aus Geschichten, die in ihrer Herde und vielen anderen Herde von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Aber gesehen hatte keiner von ihnen und auch niemand den sie kannten, schon mal einen Engel.
„Wollt ihr mit mir kommen?“, fragte der Engel.
„Wohin?“ Der große Rentierbulle sah zu seinen GefĂ€hrten, die sich ebenso wie er selbst wĂŒnschten endlich aus dieser kargen und eisig kalten Umgebung zu kommen.
„Zum Weihnachtsmann. Er hat mich ausgesandt, neue Rentiere fĂŒr sein Gespann zu suchen“, erklĂ€rte der Engel.
Den Dreien klopfte das Herz schneller; den Schlitten des Weihnachtsmanns zu ziehen war der geheime Wunsch eines jeden Rentieres. Dann jedoch senkte der Große seinen Kopf. „Aber keiner von uns kann fliegen.“
„Oh, das ist kein Problem, das werdet ihr schnell lernen.“ Der Engel ging zu ihm und legte seine bloße, kleine Hand auf den Hals des Tieres. „Darf ich mich auf deinen RĂŒcken setzten?“
„NatĂŒrlich“, antwortete der Bulle und sah erstaunt zu, wie die kleinen goldenen FlĂŒgel am RĂŒcken des Engels zu flattern begannen und es in die Luft empor hoben. Im nĂ€chsten Augenblick schon saß es auf seinem RĂŒcken, doch war es so leicht, dass er es kaum spĂŒrte.
Der Engel streckte die Hand aus und ein silbrig glitzernder Streif legte sich erst um den Hals des einen und dann um den des anderen Rentieres. Dann legte es seine beiden HĂ€nde an den Hals des Rentieres, auf dem es saß. „Ihr könnt nun alle drei fliegen. Probiert es.“
„Wie denn?“, fragte der Bulle und schielte zu dem Engel auf seinem RĂŒcken.
„Lauf einfach los“, sagte der Engel.
Der Bulle gehorchte und merkte schon nach den ersten Schritten, wie leicht ihm plötzlich das Laufen im tiefen Schnee fiel. Dann spĂŒrte er keinen Boden mehr unter seinen Hufen und registrierte voller Erstaunen und GlĂŒck, dass er wirklich durch die Luft trabte. Ein rascher Seitenblick zeigte ihm, dass auch die beiden anderen rentiere fliegen konnten.
„Das ist herrlich“, jubelte das jĂŒngste der drei und flog voller Übermut einen Salto.
„Mach du das aber bitte nicht nach“, sagte der Engel zu dem Bullen, auf dem er saß.
„Keine Sorge“, versprach er, „aber es wĂ€re wohl ganz gut, wenn du mir sagst, wohin ich fliegen soll.“
„Einfach erstmal nur geradeaus“, sagte der Engel. „Wir haben eine ziemlich lange Reise vor uns.“
„Das macht nichts“, sagte der Bulle, der ĂŒberrascht war, dass er weder Hunger noch MĂŒdigkeit verspĂŒrte. Auch seine GefĂ€hrten wirkten munter und ausgeruht.
Sie flogen durch die sternenklare Nacht und erreichten gegen morgen erst das Hauptquartier des Weihnachtsmannes, das einsam an einem geheimen Ort am Nordpol liegt.
Der kleine Engel brachte sie in einen warmen Stall, in dem bereits viele andere Rentiere standen. Bei frischem Wasser und gutem Futter machten sie sich miteinander bekannt.
„Arbeitet ihr alle fĂŒr den Weihnachtsmann?“ fragte der große Bulle. Mindestens zwei Dutzend Rentiere standen im Stall und so viele waren in den ErzĂ€hlungen nicht vor den Schlitten gespannt gewesen.
„Ja“, antwortete eines, dass durch seine rote Nase hervor stach. „Wir wechseln uns ab damit, du musst also nicht fĂŒrchten, dass du immer nur den Schlitten ziehen musst, Nacht fĂŒr Nacht.“
„Und was macht ihr im Sommer?“, wollte der Bulle wissen, der mit leiser Sehnsucht an die wenigen warmen Tage im Jahr zurĂŒck dachte.
„Wir haben auch dann genug zu tun; Weihnachten ist schließlich etwas ganz besonderes und dafĂŒr gibt es das ganze Jahr ĂŒber etwas vorzubereiten und zu erledigen“, erklĂ€rte das Rotnasige.
„Also bleibt ihr immer hier?“
„Ja, das ist unsere Heimat.“ Rotnase musterte ihn prĂŒfend. „Möchtest du lieber zu deiner Herde zurĂŒck?“
Wie seine beiden GefĂ€hrten schĂŒttelte der Bulle verneinend den Kopf. „Nein, ich möchte auch ein Rentier des Weihnachtsmannes sein.“
Rotnase nickte verstehend. „Dann komm, ich werde dir und den beiden anderen neuen erklĂ€ren, worauf es beim Schlittenziehen ankommt.“

Ende




Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
Kommentare: 8208
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um flammarion eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
schade

viel zu kurz. vor allem fehlt ein vernĂŒnftiger schluss.
lg
__________________
Old Icke

Bearbeiten/Löschen    


Chaja
Hobbydichter
Registriert: Dec 2005

Werke: 1
Kommentare: 1
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Chaja eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Schöne Geschichte, gut erzĂ€hlt. Mir gefĂ€llts! Nur den Schluß finde ich ein bißchen kraftlos.
__________________
Not all those who wander are lost

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Kindergeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!