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Leselupe.de > Kindergeschichten
Die drei kleinen Störche
Eingestellt am 13. 07. 2017 14:54


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Ciconia
Routinierter Autor
Registriert: Jul 2012

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Schon vor einigen Wochen waren die drei kleinen Störche Adi, Berti und Charly aus ihren Eiern geschlüpft. Seitdem hatten sie eigentlich nur eins im Sinn: Fressen. Da traf es sich gut, dass die Storcheneltern genau wussten, wo sie das beste Futter finden konnten, denn sie kannten die umliegenden Wiesen und Wasserläufe noch sehr genau vom Vorjahr.

Irgendwann konnten die Kleinen auf wackligen Beinen stehen, bald danach begannen sie regelmäßig mit den Flügeln zu schlagen. Zum Fliegen reichte die Kraft allerdings noch nicht. Papa Storch trug mehrmals am Tag einen großen Happen Futter ins Nest. Mama Storch klapperte dann jedes Mal vor Begeisterung, und falls einer der kleinen Störche gerade geschlafen haben sollte, wachte er durch das Klappern auf. Mahlzeit!

Heute aber schien alles anders als sonst. Adi, Berti und Charly standen nun schon den ganzen Vormittag allein im Nest und warteten auf ihr Frühstück. Die Eltern waren sehr früh zusammen losgeflogen und kamen einfach nicht zurück. Den Kleinen knurrte der Magen, es wurde höchste Zeit, dass es etwas zu fressen gab.
„Warum kommen die denn nicht zurück?“, jammerte Charly, der Kleinste.
„Hoffentlich ist denen nichts passiert, sonst müssen wir hier verhungern.“
„Quatsch!“, antwortete Adi, der Größte und Mutigste. „Was soll schon passiert sein.“
Eine Weile standen sie ratlos herum, dann schlug Adi plötzlich vor:
„Wisst ihr was, Jungs, wir fliegen jetzt einfach los und suchen uns selbst Futter.“
„Wie willst du das denn machen, du kannst doch gar nicht fliegen!“, kreischte Charly.
Adi hob und senkte seine Schwingen ein paarmal kräftig, um die Geschwister zu beeindrucken.
„Das kommt auf einen Versuch an!“, prahlte er.
„Ich flieg mit“, kam es von Berti, dem Mittleren, „Charly kann ja hier warten, bis wir vielleicht wiederkommen.“
Nun war Charly fast den Tränen nahe.
„Ich will aber nicht alleine im Nest bleiben!“
„Dann jammer nicht, sondern mach’s mir einfach nach.“

Adi reckte den Schnabel, bewegte ein paarmal die Flügel, und mit einer günstigen Windbö hob er problemlos vom Nest ab. Berti schaute ein wenig unsicher, aber er wollte sich vor Charly keine Blöße geben und hob ebenfalls ab. Es sah nicht so elegant aus wie bei Adi, doch er konnte sich in der Luft halten. Beide segelten ein ganzes Stückchen bis zur nächsten Wiese.
Charly zögerte immer noch. Er hatte tierische Angst, aber sein Hunger ließ ihn alles vergessen.
Adi und Berti standen schon am Rande der Wiese und warteten, bis auch Charly mit einem unsanften Plumps aufsetzte. Er hatte es tatsächlich geschafft!
„Siehste, ist doch gar nicht schwer!“
Adi tat gerade so, als wenn er schon seit Monaten fliegen könnte – dabei war auch er ganz schön unsicher gewesen. Er konnte das vor seinen Brüdern nur sehr gut verbergen.
„Auf geht’s, Jungs, jetzt schauen wir mal, ob’s hier was zu fressen gibt.“
Charly jammerte schon wieder: „Woher willst du denn wissen, was wir fressen können und was nicht?“
„Keine Panik, Charly. Wir wissen schließlich ungefähr, was Papa immer so angeschleppt hat. Wenn’s uns nicht schmeckt, können wir es ja ausspucken.“

Sie staksten Seite an Seite über das große Feld und pickten hier und da mal etwas auf. Es war nach dem engen Zusammenleben im Nest für alle ein schönes neues Gefühl, so frei in der Gegend herumzulaufen. Sie fanden reichlich Würmer, Larven und Schnecken, die ihnen ausgezeichnet schmeckten. Einmal erwischte Adi sogar ein kleines Mäuschen, das er großzügig mit den Brüdern teilte.

Irgendwann machte Berti eine Pause und warf rein zufällig einen Blick zurück auf das Nest.
„Guckt mal, Jungs, wer da oben steht!“
„Ich glaub’s nicht“, brummelte Adi.
„Mama, Papa!“, rief Charly aufgeregt und hätte sich beinahe an einem dicken Regenwurm verschluckt.
„Das haben sie wirklich geschickt gemacht“, erkannte Adi sofort. „Sie wussten doch, dass wir sehr hungrig sein würden und wollten uns absichtlich aus dem Nest locken!“
„Jedenfalls haben wir sie nicht enttäuscht. Jetzt können wir jeden Tag selbst unser Futter holen“, erkannte Berti.

Die drei waren sehr zufrieden mit ihrem Ausflug und auch stolz, dass alles so gut verlaufen war. Allerdings hatten sie fast vergessen, dass noch der Rückflug zum Nest vor ihnen lag. Aber selbst das klappte gut, jedenfalls beinahe. Nur Charly brauchte zwei Anläufe, bis er oben ankam. Er hatte den Anflugwinkel falsch eingeschätzt.

Die Storcheneltern klapperten sehr lange voller Stolz, als alle wieder vereint waren. Ab sofort würde es für sie ein wenig ruhiger werden. Die Jungs würden meistens nur noch zum Schlafen ins Nest kommen. Bis zum Abflug in den Süden hatten alle ein paar schöne Wochen vor sich.



Zum Vorlesen für Kinder im Vorschulalter






Version vom 13. 07. 2017 14:54

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