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Leselupe.de > Kurzprosa
Die dritte (compjutrische) Lautverschiebung
Eingestellt am 02. 03. 2002 12:34


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Bernd
Foren-Redakteur
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Der bekannte Forscher Olaf Siegmund Armstring hat das PhÀnomen der Rechtschreibfehler in Internetforen zu untersuchen begonnen.
Leider ist seine Arbeit Fragment geblieben.
Doch möchte ich sie nicht vorenthalten.

Olaf Siegmund Armstring
Die dritte (compjutrische) Lautverschiebung
Die Wechselbeziehungen der verschiedenen Sprachen und ihr Einfluß aufeinander werden schon lange beobachtet. Auch die Tatsache der SprachĂŒbermittlung mittels geeigneter Medien ist seit langem bekannt. Der Einfluß der Medien auf das Lautsystem ist dabei bisher fast unbeachtet geblieben. Dabei haben sie einen entscheidenden Einfluß auf die Möglichkeiten der Sprachentwicklung. Die Lautsprache erscheint dabei am flexibelsten. Die Laute erscheinen bei ihrer Bildung quasianalog, es gibt beliebig feine ÜbergĂ€nge zwischen verschiedenen Lauten, diese fĂŒhren dabei nicht immer zu Bedeutungsunterschieden. Allerdings fördern sie eine Lautdrift, ein allmĂ€hliches gleichartiges Treiben der Konsonanten bzw. Vokale bis hin zum Verschwinden derselben. Diese Erscheinungen wurden in der Vergangenheit hĂ€ufig erforscht.
Mit dem Auftreten unserer modernen Schriftsysteme trat eine weitgehende Digitalisierung der Laute ein. ÜbergĂ€nge wurden weitgehend beseitigt, zumindest in der Schriftsprache, zum Teil wurden noch Relikte erhalten. Diakritische Zeichen verschiedenster Art ĂŒbernehmen solche Funktionen, Ă€ndern aber eigentlich nichts, sie vergrĂ¶ĂŸern lediglich etwas das zur VerfĂŒgung stehende Alphabet. Eigentlich genĂŒgen bereits zwei Zeichen, 0 und 1 oder - und _ oder irgendwelche anderen, um sĂ€mtliche Buchstaben sĂ€mtlicher digitalĂ€hnlichen Alphabete aufzunehmen. (Analoge Alphabete, die zum Beispiel auf der LĂ€nge von Strecken oder der FĂŒllmenge von WasserglĂ€sern beruhen, sollen allerdings hier ausgeschlossen werden, da sie von der Charakteristik dem oben bereits angedeuteten analogen System der Lautsprache entsprechen.)
Die digitalen Systeme sind gegen das Driften weitgehend stabil. Ihre VerĂ€nderung erfolgt stets sprungweise. Dabei sind kleine, aber auch grĂ¶ĂŸere SprĂŒnge möglich.
Kleine SprĂŒnge entstehen dabei spontan, große werden gewöhnlich durch Rechtschreibreformen festgelegt.

Die dritte (compjutrische) Lautverschiebung entstabilisierte die digitalen Systeme weitgehend, sie sorgte fĂŒr das Element des Zufalls in den Texten und im weiteren Verlauf fĂŒr den Übergang der Intelligenz auf den Computer. Sie entstand zunĂ€chst weitgehend spontan, ihr Kennzeichen bestand darin, daß bestimmte Zeichenkombinationen gehĂ€uft durch andere ersetzt werden, zunĂ€chst spontan, ohne daß der Schreiber es eigentlich will. Sie Ă€ndern die Bedeutung der Texte, fĂŒhrten zu einer Beschleunigung der eingeschlafenen Sprachentwicklung.
Das wurde durchaus nicht sofort anerkannt und gewĂŒnscht. Mit Rechtschreib- und GrammatikprĂŒfprogrammen versuchten die Verfechter der reinen Sprache, diese zu verhindern oder wenigstens zu verlangsamen. Recht so, könnte man ihnen beinahe gelassen zurufen, denn sie bewirkten eigentlich gar nichts.
Die erste Liberalisierung erfolgte schon sehr bald – sie betraf zunĂ€chst lediglich die Freigabe der Worttrennung. Jedes Wort konnte nunmehr an jeder beliebigen Stelle abgeteilt werden. Der Fortschritt ist offenkundig, ein alter Zopf wurde abgeschnitten.



__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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