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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Die geheime Liebe (Überarbeitung)
Eingestellt am 25. 02. 2003 10:25


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Evchen13
???
Registriert: Jan 2003

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Die geheime Liebe


„Kerstin, ich kann dich um sieben abholen“, flüstert Frank in sein Handy, „Hast du es arrangieren können?“
“Ja, ja, ich kann ...“, säusle ich und meine vibrierende Stimme verrät die Sehnsucht nach ihm.

Ich bereite zum Abendbrot Hühnerbrust mit Zwiebeln für meinen Mann vor und esse indessen alleine ein beschmiertes Brot. Wie üblich hat sich Walter gleich nach seiner Arbeit ins Bastelzimmer zurückgezogen und bekommt das fertige Mahl dorthin serviert.
Sein prüfender Blick schweift über den gedeckten Tisch. „Wo ist das Bier, haste das schon wieder vergessen?“ herrscht er mich an.
„Nein, nein …“, stottere ich und bringe ihm zwei Flaschen.
„Frank holt mich gegen sieben zur Versammlung ab ...“, räuspere kurz, „brauchst du noch was?“
„Nö!“ antwortet er mit vollem Mund und wendet sich bereits seinem geliebten Hobby zu.
Unschlüssig stehe ich im Türrahmen und betrachte Walter, doch er würdigt mich keines Blickes. Jetzt existiert für ihn nur noch seine Modellbahn.
„Dann noch viel Spaß!“ sage ich und schließe die Tür hinter mir.

Für wenige Augenblicke lehne ich mich an die Wand und flüstere: „Warum nur?“ und spüre die eiskalte Umarmung einer Krake mit ihren vielen Armen, spüre, wie sie mich in ein Labyrinth der erstickenden Lethargie ziehen will.
Und ich sinne über die unzähligen Gespräche nach, denke an die hoffnungslosen Versuche der letzten Jahre, Walter auf mich aufmerksam zu machen, ihm zu sagen: „Eh, ich lebe noch!“ Und fühle die tränenreichen Nächte tief in mir, fühle die erdrückende Einsamkeit. Frage mich, für welchen Preis ich all dies aufrecht erhalte?
Und mein nüchterner Verstand flüstert mir zu: „Ja, ja ich weiß, die verdammten finanziellen Verstrickungen, die mich in das verwobene Netz so fest eingebunden haben. So fest, dass ich nicht entrinnen kann.“
Wieder greift die furchterregende Krake unbarmherzig nach meinem Herzen, zerquetscht es in ihren Fangarmen.
Doch ich richte mich auf und sage laut: „Nein! Ich nicht mehr.“
Befreit entfährt meiner Kehle ein tiefer Seufzer, denn das Tal der Tränen durchschritt ich bereits und laufe zielstrebig einem Gipfel entgegen. Als mich die Ausweglosigkeit aufzufressen schien, kam Frank. Er kam als neuer Direktor an die Schule. Ein Lächeln huscht über mein Gesicht bei dem Gedanken und ich sehe ihn vor mir, als er zum ersten Mal ins Sekretariat trat und mich mit seinen braunen tiefsinnigen Augen musterte. Wir verstanden uns gleich und unsere Zusammenarbeit war einfach perfekt. Und dann, ja dann wurde alles anders.

Erschrocken schaue ich auf meine Armbanduhr und husche ins Schlafzimmer. Aus dem Kleiderschrank nehme ich meinen langen schwarzen Strickrock mit der dazu passenden roten Bluse und eile ins Bad. Ich schlüpfe aus meinen Sachen und stelle mich unter die Dusche. Die windenden kleinen Bäche des Duschwassers streicheln meine Haut, sie fühlen sich so sanft an, so sanft wie Franks Finger. Bei dieser Vorstellung zieht ein angenehmer Schauer über meinen Körper und hinterlässt eine Gänsehaut. Dieses so erregende Kribbeln verstärkt sich, als ich meinen Körper mit der Orchideenbodymilch eincreme und meine Sachen über die nackte Haut streife. Schließlich verstaue ich ein Handtuch und einen eingepackten feuchten Waschlappen in meiner Tasche. Als ich aus dem Bad in den Flur trete, empfängt mich eine unheimliche Ruhe. Es ist alles Leer um mich herum. So leer - stelle ich fest und weiß, dass ich mit dieser Leere lebe. Aber ab und an schlage ich ihr ein gehöriges Schnäppchen und entweiche in eine süße Welt.




Wie sehr freue ich mich schon auf das Treffen und will Frank mit allen Fasern meines Herzens genießen. Ungeduldig gehe ich zum Flurfenster und spähe hinaus. In diesem Moment kommt er um die Ecke gefahren und es ertönt die mir so bekannte und geliebte Autohupe.

„Walter, bis dann, Frank ist da!“ brülle ich in den Flur und gehe, ohne eine Antwort zu erhalten aus dem Haus und laufe zum Auto. Frank hat bereits die Beifahrertür geöffnet, ich steige unverzüglich ein und setzte mich neben ihn.

Wir können anfangs beide kein Wort sagen und sehen uns sekundenlang mit schmachtenden Blicken an. Er startet den Wagen und fährt los.
„Ich bin glücklich, Kerstin!“ haucht er und legt seine Hand auf mein Bein
„Frage mich lieber nicht, wie glücklich ich jetzt bin!“ säusle ich zurück und umfasse seine Hand, klammere mich fest an sie.
„Wohin fahren wir heute?“
„Ich habe eine neue Stelle im Wald entdeckt, dort sind wir sicher, glaube mir.“
„Ist sie sehr weit weg?“
„Nein, gleich um die Ecke und verdammt ruhig …“, er lacht bei dem Gedanken auf, „dort stören uns keine Jogger oder Gassigänger!“
„Da bin ich froh“, antworte ich lächelnd und halte ihn noch fester.
Durch seine Hand strömt viel Wärme in meine und ich fühle mich geborgen. Allmählich pocht mein Herz ruhig und gleichmäßig sein bum - bum - bum und sagt mit jedem Schlag Glück – Glück – Glück. Tief in meiner Seele löst sich die innere Spannung und macht Platz für eine himmlische Leichtigkeit und Ruhe.

Ich spüre einen festeren Druck seiner Finger auf meinem Bein und er schiebt zaghaft den Rock nach oben. Ganz sanft berührt er mit seiner Hand meinen nackten Oberschenkel und fährt mit kreisenden Bewegungen zu meinem Venushügel hinauf. Ich lehne mich in den Sitz zurück, nein - ich lasse mich fallen und genieße diese Berührungen. Oh, wie sehnte ich mich nach diesen Zärtlichkeiten und sauge sie inständig auf.

Er biegt in einen Seitenweg und fährt entlang einer Böschung den Berg hinauf. Dort hinten geht es links weiter und wir stehen auf einmal mitten im Wald auf einer kleinen Lichtung. Frank schaltet den Motor ab und nimmt mich in seine Arme, hält mich ganz fest in ihnen gefangen und streichelt mir sinnlich über den Kopf. Wir kurbeln die Autoscheiben runter und hören die Vögel trällern, vernehmen die Stimmen des Windes. Frank sieht mich eindringlich mit seinen braunen Augen an und küsst mich auf meine Stirn, auf meine Wangen und auf meine Nasenspitze. Seine Lippen suchen die meinen. Erst zaghaft, hingebungsvoll berühren sie sich und unsere Zungenspitzen spielen miteinander bis uns endlich ein wonnetrunkener Zungenkuss fesselt und unser Verlangen offenbart. Die Wirklichkeit verblasst, verschwindet einfach. Unsere Liebesglut entführt uns weit, weit weg und die Blüten unseres Begehrens entfalten sich. Als ich mich umlege, beugt sich Frank über mich. Er küsst mich hemmungslos und knöpft mit zitternden Händen meine Bluse auf, streift sie zur Seite. Meine Nacktheit strahlt ihm entgegen und ich spüre seine erste flüchtige Berührung auf meinen Brüsten, spüre wie er sie fester in die Hände nimmt. Mit einem Mal sind seine streichelnden Finger, seine liebkosenden Lippen und sein so sanfter Mund überall an meinen Körper, verwöhnen mich. Und sie fühlen sich wie unzählig tanzende Federn und umherwirbelnde Blütenblätter an. Frank kennt mich genau, kennt meine verborgenen Liebesstellen und liebkost diese begierig mit seinem weichen Mund. Verzückt stöhne ich auf und erlebe einen heißen Freudentanz in meinem Unterleib. In seinen Armen schwebe ich und versinke vor Wollust in ihnen.
Dürstend nach ihm, nach seinem Liebesnektar richte ich mich auf und will meinen Appetit stillen. Er sinkt in den Sitz und meine Hände ziehen liebkosend über seinen Körper und mein Mund berührt ihn zaghaft. Bis meine Finger, meine Lippen, meine Zunge ihn heiß und gierig ergreifen. Verlangend züngelt mein Feuer über seine Haut. Ihn erfasst die glühende Wolke meiner Begierde und meine lüstern wehenden Flammen ergreifen ihn, bringen seinen Vulkan zum Sprudeln, zum Explodieren.

Schweißgebadet und schwer atmend liegen wir eng umschlungen da. Allmählich senkt sich der Schleier um mich herum und ich nehme wieder das Konzert des Waldes wahr. Mit geschlossenen Augen liege ich da und spüre seinen Herzschlag, kann seinen schnellen Atem hören und rieche seinen Duft. Franks Hände streicheln mich immerzu, schenken mir so viel Kraft und Geborgenheit. Ich öffne ganz weit mein Herz und fülle es mit dieser Wärme. Langsam, ganz langsam lösen wir uns aus dieser Umarmung und liegen mit verschlungenen Händen nebeneinander.

Noch benommen, jeder in sich gekehrt, treten wir die Rückfahrt an.
„Du, ich habe Hunger ...“, sagt Frank unerwartet und schaut mich spitzbübisch an, „Was hältst du davon, wenn wir noch etwas Essen gehen?“
„Das ist eine gute Idee ...“, strahle ich ihn an.
Frank wählt das Restaurant „Zur Goldenen Kugel“. Hier stillen wir unseren Hunger und plaudern ungezwungen. Natürlich streiten wir wieder über unsere verschiedenen Ansichten bei der Kindererziehung, bin ich doch sehr feinfühlig, ja auch nachgiebig und er ist der Schuldirektor.

Aber leider rast die Zeit dahin und der Abschied naht, er ist so unausweichlich. Wir steigen wieder in sein Auto und sitzen während der restlichen Fahrt schweigsam neben einander. Ich versuche mit aller Macht die Schönheit und Geborgenheit unseres Treffens festzuhalten, einzuschließen. Aber mit jedem Kilometer weiter rinnt dieses Gefühl wie Sand aus meinen Fingern, gleitet einfach aus meinen Händen, aus meinen Körper und ich spüre jedes einzelne Körnchen durch die Spalten meiner Seele tropfen.
Immer wieder sage ich mir „Du steigst, wie immer, hoffnungsvoll aus dem Auto aus - ja, hoffnungsvoll - denn wir sehen uns bald wieder!“

Leider hört mein dummes Herz nicht, denn mir ist so flau im Magen und ich bin verzweifelt. Liebe ich doch diesen Mann und habe die Gewissheit, dass er immer einer Anderen gehören wird sowie ich einem Anderen. In unserem Luftschloss sind wir ein „normales“ Paar, aber die Realität holt uns durch seine gesellschaftlichen Verpflichtungen, die Öffentlichkeit und den Kredit für meinen „goldenen Käfig“ zurück. Dieses Wissen brennt in mir und ich stöhne auf, denke schmerzerfüllt, jemand durchbohrt mein Herz mit einem Messer.

Zu Hause angekommen steige ich mit einem leichten Schleier vor den Augen und einem eingefrorenen Lächeln aus, streife noch einmal zart über seine Hand und schaue ihn fest an: „Bis bald Frank!“
„Bis bald meine Kleine!“ raunt er mir zu und fährt mit einem so wehmütigen Blick schnell weg.

Ich gehe ins Haus. Alles ist dunkel und ruhig. Walter sitzt in seinem Zimmer und bastelt noch immer vor sich hin, er ist in seiner Welt und mich hat diese kalte Welt wieder.



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Gribsy
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Aug 2002

Werke: 13
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Evchen Deine Signatur ist mir nach fünf Sätzen durch den Kopf geschossen.
Und als ich sie las, mußte ich lächeln!

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Evchen13
???
Registriert: Jan 2003

Werke: 21
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Hallo Gribsy,

danke mal für deine Zeilen. Doch ups, verstehe sie nicht oder stopp. Du meinst - ich schreibe über mich, lächle.

Ach du liebes bisschen, wenn alle meine geschriebenen Geschichten von mir handeln würden, das wäre ja nicht zum aushalten!

Würde mich freuen, wenn du direkt sagst, was du meinst.

Danke auch schon

Bis bald, wir lesen uns wieder

Ev
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Gribsy
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Aug 2002

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Das wollte ich zwar nicht damit ausdrücken.
Aber die Sehnsucht war zu spüren. Und ich mußte an diesen Satz automatisch denken. Das liegt wohl daran, daß ich ihn mir zur Zeit oft genug selber sage.

Wir werden uns lesen. Versprochen!



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Renee Hawk
???
Registriert: Jan 2001

Werke: 17
Kommentare: 1142
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Hallo Evchen,

rundum zufrieden. Sehr schön geworden und sehr ausgefeilt. Deine Textarbeit hat die vorher fehlende Tiefe hineingebracht - aber das hatte ich ja schon mal gesagt.

"sein bum - bum - bum und sagt mit jedem Schlag Glück – Glück – Glück" <-- das hatte mir diesmal das verschwörerische Schmunzeln auf die Lippen gezaubert.

Evchen, der Text ist wirklich sehr schön geworden.

liebe Grüße
Reneè


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