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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die glitzernde Stadt
Eingestellt am 29. 07. 2002 12:48


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mikhan
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jul 2002

Werke: 21
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Die glitzernde Stadt
Ich wandere durch die glitzernde Stadt, Tränen fließen mir über die Wangen, ich zögere sie fortzuwischen. Die glitzernde Stadt ist grenzenlos und so wandere ich ohne Hoffnung, ihr jemals zu entkommen.
Vor mir geht ein Mann aus dessen Nase Blut tropft. ich sehe die Tropfen, wie sie auf den Asphalt fallen, erst einer, dann zwei und dann ganz viele auf einmal. Ich kann nichts für ihn tun und bin froh, daß sich die Blicke der passanten auf ihn und nicht auf mich richten. In der glitzernden Stadt bist du allein und auch deine Wohnung ist nichts weiter als eine Wabe, die deine Individualität verleugnet.
Ich wandere durch die glitzernde Stadt und sehe mit feuchten Augen die Häuserwand empor. Die Fenster sind geschlossen und wollen heute nicht sprechen. Die glitzernde Stadt ist eine stille Stadt, in ihr fahren keine Autos, nur eine geisterhafte Straßenbahn zieht einsam ihre Kreise. Nimmst du mich mit, zur nächsten Station auf meiner Reise durch die glitzernde Stadt? Sie antwortet mir nicht, kehrt mir den Rücken zu.
Der Mann ist einem Hauseingang verschwunden, vielleicht um dort in einem Hinterhof zu sterben. Soll ich ihm folgen? Nein, ich muss weitergehen.
ich wandere durch die glitzernde Stadt und meine Schritte sind schwer geworden. Ich drohe mit dem Asphalt zu verschmelzen, und beeile mich, meine Trägheit zu überwinden. Das Atmen fällt mir schwer in der glitzernden Stadt, metallene Partikel schwirren in der Luft, bereit meine Lungen zu zerreissen.
An einem Hochhaus angelangt, betrete ich den gläsernen Fahrstuhl, der an der Fassade entlang bis nach oben führt. Durch die Scheiben sehe ich ein Gesicht im Häusermeer, es starrt mich an, doch ich verstehe seine Botschaft nicht. Was willst du, frage ich und sehe mich selbst, erkenne mein Gesicht, ausgebreitet in der glitzernden Stadt.
Ich bin jetzt ganz oben, stehe zwischen und Taubendreck und sehe hinab. ich breite meine Arme aus und lasse mich fallen und während ich falle, sehe ich wieder mein Gesicht. Glitzernde Stadt, du seelenloses Ungetüm, du hast mich verschlungen. Bis in alle Ewigkeit bleiben wir verwoben.

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Danny
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2002

Werke: 4
Kommentare: 8
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Mein Kommentar

Hallo!

Dein Text hat trotz deines poetischen Ausdrucks viel Geschehen und viele Handlungsabläufe. Du vergräbst dich nicht zu tief in deine Gedankenwelt. Schade finde ich nur, daß auch deine Figur mal wieder Selbstmord macht, als gebe es keine anderen Lösungen oder Wege in unserer "grausamen" Welt. Was meinst du dazu?


Liebe Grüße von

Danny
__________________
"Chancen gehen nie verloren. Die man selbst versäumt, nutzen andere"

unbekannt

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mikhan
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jul 2002

Werke: 21
Kommentare: 12
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Hallo Danny!

Vielen Dank für deine Antwort, ich hoffe doch sehr, daß es andere Wege und Lösungen neben dem Freitod gibt, und vielleicht wäre es gut, diese auch einmal aufzuzeigen. Andererseits ging es mir ja gerade darum, diese absolute Hoffnungslosigkeit darzustellen.
Gruß
mikhan

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
Kommentare: 8208
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nun,

vielleicht könnte dein protagonist damit beginnen, das glitzern zu hinterfragen. auch sonst gibt es n paar schwachstellen - ich bezweifle zb., daß man an nasenbluten stirbt. lg
__________________
Old Icke

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