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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Die glückliche Ehefrau
Eingestellt am 18. 05. 2005 15:25


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Erdbeerhexe
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: May 2005

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Ich bin glücklich. So unendlich glücklich.
Eigentlich müsste ich traurig sein. Eigentlich hätte ich das nicht tun dürfen. Eigentlich hat sie ja nichts getan.
Eigentlich.
Eigentlich hat sie ja nur mit meinem Mann geschlafen.

Ich hätte vorhin noch eine Haltestelle früher aussteigen sollen, vielleicht hat mich jemand in der Straßenbahn gesehen wie ich in die Richtung ihres Appartements gefahren und eine Station früher ausgestiegen bin. Aber das ist eher unwahrscheinlich. Es waren nur 5 Menschen in der Bahn.
Zum Glück habe ich gewusst, durch welche Seitenstraßen ich laufen muss. Ich war sogar früher dort als ich gedacht hatte. Meine Hüfte hat nicht so wehgetan wie sonst.
Zum Glück war der Hintereingang offen, am Vordereingang hätte mich jemand sehen können. Aber wer verdächtigt eine Frau Ende 40 eines Mordes?
Zum Glück hat sie mir geglaubt, als ich an der Tür sagte, ich sei eine Nachbarin und habe meinen Schlüssel verloren. Eigentlich schade, sie war so ein liebenswürdiges Mädchen, Anfang 20, hübsch, höflich. Sie hat mir sogar Kaffee angeboten.
Ob sie meinem Mann auch Kaffee gemacht hat, die Hure?
Bestimmt.
Zum Glück ist sie ins Bad gegangen, so hatte ich genug Zeit in der Küche eins ihrer Küchenmesser aus dem Messerblock zu nehmen.
Zum Glück hatte sie einen Messerblock. Den wird sie jetzt nicht mehr brauchen.
Ich hätte auch gerne so einen Messerblock.
Eigentlich könnte mein Mann mir einen Messeblock schenken.
Zum Glück hat sie nicht schreien können. Sie hat zu spät bemerkt dass ich hinter ihr stand, als ich ihr die Kehle durchgeschnitten habe.
Zum Glück sehe ich gerne Krimiserien im Fernsehen, so wusste ich wie es aussieht, wenn sich jemand umbringt. Ich habe ihr auch noch die Pulsadern aufgeschnitten, ihr das Messer in die Hand gelegt und sie dann so auf dem Boden liegen lassen.
Zum Glück war das Messer scharf.
Zum Glück hat mich niemand auf dem Weg von ihrer Tür bis zur Haltestelle gesehen. Es war ja auch dunkel.
Zum Glück arbeitet mein Mann heute länger, so wird er nicht merken dass ich weg war. Ich werde etwas Schönes für ihn kochen und er wird mich wieder lieben.
Jetzt, wo sie weg ist, wird er mich wieder lieben.

Ich bin so glücklich. So unendlich glücklich.

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Zarathustra
Routinierter Autor
Registriert: Apr 2003

Werke: 108
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unter die Haut...

Wirklich Erdbeerhexe..

das ging unter die Haut.
Die Wortwiederholungen "Eigentlich" und "zum Glück" haben mich nicht gestört.

Sie verstärken diese irreale Stimmung, die uns doch oft so nache ist..

Und übrigens:
Willkommen im Forum

L.G. Hans
__________________
Was sind das für Zeiten, wo ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist, weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt! (Bertold Brecht)

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Bluomo
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Erdbeerhexe,

insgesamt finde ich deine Geschichte nicht so gelungen. Ich will versuchen dir das etwas genauer zu erklären.

Mein Eindruck ist, du hast noch nicht so viele Geschichten geschrieben. Das kommt daher, weil du die Figuren und Handlungsorte kaum beschreibst. Damit ich mir Figuren und Handlungsorte vorstellen kann, brauche ich aber zumindest eine kurze Beschreibung.
Du hast einige Ansätze drin, wenn du anführst das die Hüfte schmerzt, sie über 40 ist, die Geliebte:liebenswürdiges Mädchen, Anfang 20, hübsch, höflich.
Das ist aber sehr allgemein. Beschreibe mit drei Sätzen die Wohnung- weil das auch was über die Figur aussagt, dann die Figur, damit der Leser weiß wie sie aussieht.
Nimm eines der Bücher, die du gerne liest, oder schau dich bei den anderen Autoren in diesem Forum um, wie die das machen. Und überleg dir, wie du es machen möchtest.

Dazu kommt, dass die Geschichte zu glatt ist. Sie fährt hin, klingelt bei der Nachbarin, die macht die Tür auf, geht ins Bad, sie schneidet ihr die Kehle durch, die Pulsadern- und das gilt als Selbstmord.
Als erstes schneidet sich ein Selbstmörder nicht die Kehle durch. Zudem gibt es Fingerabdrücke, vielleicht hat jemand sie gesehen- hier solltest du weit mehr die Angst und Spannung der Hauptfigur beschreiben. Zudem dürfte sie mit Blut vollgespritzt sein, da beim Kehle durchschneiden das Blut überall hinspritzt. Also müsstes du diese Szene anders planen- sie zieht einen Maleranzug an z.B., hat Handschuhe an,...

Außerdem sind die meisten Menschen nicht fähig kaltblütig zu morden. Und hinfahren, Kehle durchschneiden ist kaltblütig. Es fehlt der Affekt, das Gefühl was sie hier zur Tat bringt.
Und die Gefühlslage der Hauptfigur vor der Tat (Begründung der Tat), während des Besuchs bei der Geliebten (warum hat mein Mann mich betrogen, warum mit ihr, kann ich sie umbringen, werden sie mich dafür kriegen), und beim Mord (komme ich davon, hört uns jemand, was ist wenn sie sich umdreht,...) beschreiben.

So ist die Geschichte eine kurze Zusammenfassung einer Geschichte- die leider noch in der Handlungslogik (Gefühle, kann sie morden, Kehle durchschneiden= Selbstmord) problematisch ist.

All das soll dich nicht entmutigen, sondern dir nur zeigen, worauf du vielleicht beim umarbeiten aufpassen solltest. Und sei dir sicher, jeder Autor hier hat schon einmal eine solche Kritik bekommen.

Gruss

Bluomo

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Erdbeerhexe
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: May 2005

Werke: 1
Kommentare: 1
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hallo Bluomo,

danke erstmal für deine kritik....
bisher hab ich meine sachen nur von meinem deutschlehrer bzw meiner family kritisieren lassen. das hier ist natürlich was ganz anderes...

ich hab mit diesem kurzen text keine geschichte erzählen wollen, habe deshalb auch personen und handlungsorte nicht weiter ausgeführt. hier sollen nur die gedanken einer frau beschrieben werden, die aus angst ihren mann zu verlieren dessen geliebte umbringt. ich finde man kann sich gut vorstellen wie sie oft weinend zu hause gesessen hat u genau wusste dass ihr geliebter mann gerade bei dem jungen mädchen ist, bis sie den entschluß fasste das die einzige möglichkeit für sie, ihren mann für sich zu behalten, ist, das mädchen umzubringen...
deshalb ist der frau auch egal wie das mädchen aussieht, wie die wohnung aussieht oder wie sie selbst aussieht- sie will es so schnell wie möglich hinter sich bringen.

wenn ich selbst einen mord begehen würde würde ich es natürlich anders machen, aber ich wollte die naivität einer verzweifelten frau zum ausdruck bringen, die ihr gesamtes wissen aus kriminalsendungen aus dem fernsehen bezieht.

deine kritik werde ich mir natürlich trotzdem zu herzen nehmen, allerdings wenn ich mich mal wieder an eine etwas längere geschichte rantraue...!

@Zarathustra:
dir danke ich natürlich auch für deine kritik...
die wiederholungen hab ich mir gut überlegt, aber ich finde, sie passen gut zum gedankengang der "glücklichen ehefrau". vorallem leitet das "eigentlich" (außer im kurzen 1. teil) immer eine abschweifung ihrer gedanken ein.

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Waldemar Hammel
Häufig gelesener Autor
Registriert: Dec 2002

Werke: 8
Kommentare: 2028
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Hallo Erdbeerhexe, (feiner nick!, mmmmh...)

Ich finde Deinen Text recht gelungen, gerade, wenn ich bedenke, dass Du vielleicht schreiberisch noch ungeübt bist (noch ohne "warm-up")

Es ist zB ein gelungenes Stilelement, dass Dein Text von "Glück" durchsetzt ist, überall nur Glück, während inhaltlich doch Grausames geschildert wird.
Das gefällt mir gut, diese Diskrepanz, dieser "tödliche" Kontrast.
Es hebt darauf ab, dass die Protagonistin ganz anders erlebt, als der Leser. Das ist sehr gut! Und Du könntest das sogar noch systematisch verstärken, wenn Du weitere Glückselemente in den Text einbaust, dass sich zB die Protagonistin während ihrer Handlung an bestimmte, sehr glückliche Momente mit ihrem Mann erinnert, oder ähnlich.

Der Mechanismus wäre dann:
Während die die Tötungshandlung ausführende Protagonistin in einem euphorischen Glücksrausch ist, ergreift sie das Messer usw. Es wäre dann quasi gar nicht SIE, die die Tat ausführt, und sowas ist psychologisch sehr plausibel = Verdrängungsmechanismen, Schuldabwehr, usw.

Verstehst, wie ich das meine?

Unlogisch an der Geschichte ist, dass die mords-Eifersüchtige nicht das Tatwerkzeug direkt mitbringt, sondern es erst am Tatort per Zufall vorfindet. Dies ist unglaubhaft, denn es fehlt sonst die Begründung, warum sie "die Hure" überhaupt aufsucht.
"Das Messer" als Tatwerkzeug ist indessen wieder hervorragend geeignet, denn psychologisch ist "Messer" als Eindringendes natürlich ein Penissymbol, die Täterin massakriert "die Hure" mit einem symbolischen Penisersatz ihres Mannes, das Messer als Dildo, sie "besorgt es ihr" ultimativ und final auf schmerzhafte, blutige Art, genauso dunkel-blutig, wie die Eifersucht in ihr bohrt ("bohrt" = Penetration!)

(Messer als Penissymbol:
Du beschreibst/erwähnst ja sogar, äußerst sensibel und gekonnt, dass die Protagonistin sich beim Anblick der Huren-Messerblocks einen (eigenen) Messerblock von ihrem Mann wünscht. Bedeutung: Somit wäre der Penis ihres Mannes, sogar multipliziert, wieder bei ihr zu Hause! Und ich denke mal, die Anzahl der Messer im Hurenblock steht als Symbol dafür, wie oft ihr Mann es hurend "getan" hat.)

Du verstehst, wozu "das Messer" hier geeignet ist?

Dann sollte man die Tat genauer schildern, und nicht nur farblos "die Kehle durchschneiden", denn das Wichtige an "der Hure", das Eifersuchtserzeugende, das, worauf es ankommt, ist ja nicht ihre "Kehle".
Oder: Nach dem Halsschnitt, der lediglich das Schreien blockiert, solltest Du zB an die bedeutungsschwere Tatweise eines Jack-the-Ripper denken oder ä.

Nach Obigem, falls die Protagonistin in einem Ausnahmezustand die Tat begeht, also quasi (aus psych.Gründen) währenddessen "neben der Kappe läuft", im Sinne des Wortes "außer sich" ist, darf in Deinem Text das Wort "Mord" nicht auftauchen, auf keinen Fall!
Diesen Ausdruck wird später die neutral beurteilende Gerichtsmedizin benutzen.
Die Protagonistin erlebt ihre Tat aber nicht als "Mord", sondern als "blutigen Rachefick per Messer", als für sie lebenserhaltenden Rundumschlag ohne Rücksicht auf Verluste, als Befreiung in auswegloser Situation, als explosionsartige Angst-Abfuhr/ Angst-Entlastung.

Dass sie "gemordet" hat, wird ihr erst viel später klar, wenn sie wieder "bei sich" sein wird.

Dass sie "der Hure" noch die Pulsadern öffnet, um den Tathergang zu verschleiern und einen Selbstmord vorzutäuschen (nach ebenfalls durchschnittener Kehle eh sinnlos?), wird von Dir als eine pseudo-rationale Zusatztat der Protagonistin beschrieben, als ein "Übertöten" (so nennt man das im Polizeijargon).

Damit vergibst Du eine bessere Chance:

Denn sie begeht die Tat an "der Hure", weil ihr sonst (scheinbar) kein anderer Ausweg bleibt. Und zu was neigt jemand, der sich in auswegloser Situation glaubt? Richtig! Zur Flucht, oder zur Selbsttötung, deren typisches Merkmal zB das Aufschneiden der eigenen Pulsadern sein kann.

Die Protagonistin hatte genau dies als Ausweg für sich vor Augen, wenn sie an "die Hure" dachte, und da sie nach der Tötung derselben diesen Ausweg nicht mehr braucht, legt sie diesen ihren eigenen Ausweg noch als Attribut "der Hure" bei, indem sie der bereits Toten noch die Pulsadern öffnet.

Damit aber macht sie das genaue Gegenteil dessen, was Du schildern willst, nämlich "es wie eine Selbsttötung aussehen lassen".
Jeder forensische Profiler (Polizeiprofiler) würde aus genau den vorgefundenen Pulsaderschnitten "messerscharf" auf einen Täter/Täterin in Verzweiflung, kurz vor der eigenen Selbsttötung schließen können, und die Tat somit als hoch-emotionale Tat, als Verzweiflungstat (aus Hass, Angst, Überwältigtsein) interpretieren.

Insofern wärst Du, die sich den Text ausgedacht hat, eine gute, sehr ermittlerfreundliche Täterin!

Noch eine weitere Symbolik, die sich geradezu anbietet:

Das tödliche Abschlachten "der Hure" erzeugt Blut, mit einem Messer als Penissymbol (ist dasselbe wie bei "Psycho", dem Film, eine "grausame Masturbationsfantasie") ist das ein ultimativer Fick, der genau wie eine Entjungferung, Blut erzeugt. Blut = Menstruationsblut, Menstruationsblut = keine Schwangerschaft, ausgebliebene Schwangerschaft "der Hure" = Triumph der Eifersüchtigen = "noch nichtmal dazu hats gereicht" = Eifersuchts/Angst-Entlastung.

Bedeutet:
Das aus "der Hure" heraus (per Tat erzeugte) austretende Blut beweist der Täterin erneut ab Tatausführung die Grundlosigkeit ihrer Eifersucht und führt so zu ihrer psychischen Entlastung.

Lasse Dir die Argumente mal durch den Kopf gehen, und dann kannst Du den Text bestimmt noch (Messer)"schärfer" und hintergründiger/ noch subtiler formulieren.

Nicht zu vergessen:
Als "Kurzgeschichte" ist Dir dieser Text jetzt bereits gelungen!

PS: meine Argumente zu Deinem Text stammen aus einer fast 25-jährigen Forensischen Tätigkeit, in der ich tagtäglich mit solchen und ähnlichen Delikten therapeutisch umzugehen hatte.

__________________
Alles bleibt anders ...

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nikita
Guest
Registriert: Not Yet

hey erdbeerhexe
jajaja
hab deine geschichte jetzt erst gefunden
und sie gefällt mir
so
wie sie ist
zum glück

ich lasse mich mehr vom bauch leiten
beim lesen
und deine story las sich flüssig
vielleicht
bin ich
auch nur super schlecht
in grammatick
und rechts.schreibung
egal
die story ist super

nikita

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